Seltsame Fahrräder für Kinder: Eine Entdeckungsreise

Eure erste gemeinsame Familien-Tour mit Anreise steht an. Deine Kinder und du, ihr liebt es mit den Fahrrädern unterwegs zu sein und ihr habt in der Umgebung schon einige gemeinsame Touren unternommen. Nun soll es das erste Mal nicht an der Haustür losgehen und eine Bahnfahrt mit Rädern und Gepäck steht bevor. „Hoffentlich habe ich mich da nicht übernommen!“ denkst du dir?

Radfahren in Kopenhagen: Ein Paradies für Familien

Eine Sache sticht mir bei jedem Kopenhagen-Trip sofort ins Auge: Die dänische Hauptstadt ist unglaublich fahrradfreundlich. Die Stadt lässt sich perfekt mit dem Fahrrad entdecken. Wer zu Hause gern und viel Fahrrad fährt, der hält seine eigene Heimatstadt vielleicht für fahrradfreundlich. Kommt nach Kopenhagen und ihr werdet eines Besseren belehrt (außer vielleicht, ihr seid Niederländer)!

Kopenhagen ist aber auch perfekt zum Radfahren geeignet: Das Stadtzentrum ist relativ kompakt, die Stadt am Øresund im äußersten Osten von Dänemark ist außerdem fast vollständig flach. Nicht nur die Post fährt in Kopenhagen ausschließlich Fahrrad, auch die Polizei patroulliert oft auf Rädern. Seit den 1970ern wird Kopenhagen - eigentlich ganz Dänemark - immer fahrradfreundlicher. Darum kümmert sich, tadaa, die Cycling Embassy of Denmark. Seit 2009 wird Kopenhagen immer wieder zur fahrradfreundlichsten Stadt der Welt gekürt; wenn nicht, liegt es hinter Amsterdam auf Platz 2. Bis dahin haben wir noch viel nachzuholen.

Fahrradverleih in Kopenhagen

Leihräder in Kopenhagen kann man spontan an jeder Ecke mitnehmen; dafür gibt es den Anbieter Bycyklen (eigentlich GoBike). Der Clou: Diese Fahrräder sind eigentlich Ebikes. Wollt ihr eins leihen, müsst ihr euch zuerst anmelden; ein Monatsabo kostet 70 DKK, das sind ca. 10 Euro. Dafür kosten die ersten 140 Minuten dann nichts, danach kostet eine Stunde läppische 0,35 DKK (ca. 5 Cent).

Wenn ihr nur für ein paar Tage in Kopenhagen seid und kein Abo wollt, könnt ihr ein E-Bike für 30 DKK (ca. Daneben kann man Fahrräder in Kopenhagen bei diversen Verleihern mieten; so haben wir es im Sommer 2019 gemacht. Gekostet hat uns der Spaß bei Copenhagen Bicycles direkt im Stadtzentrum 120 DKK pro Tag (2 Tage kosteten nur noch 180 DKK usw.) plus 40 DKK für den Helm, das sind umgerechnet etwa 16 Euro (plus 5 Euro für den Helm).

Wichtige Verkehrsregeln für Radfahrer in Dänemark

  • In Dänemark gibt es keine Helmpflicht für Radfahrer*innen.
  • Gibt es einen Radweg, muss man ihn auch benutzen.
  • Zusätzlich zu den üblichen Handzeichen beim Abbiegen kündigt man in Dänemark mit der flachen erhobenen Hand an, dass man bremst!
  • In der S-Bahn dürft ihr Fahrräder kostenlos mitnehmen (einzige Ausnahme: Im Berufsverkehr darf man am Bahnhof Norrebro keine Fahrräder ein- oder ausladen).
  • Nach Sonnenuntergang muss man in Dänemark mit Licht radeln, sonst droht ein Bußgeld von 700 DKK!

Radtouren in Kopenhagen: Empfehlungen für Familien

Wie schon erwähnt: Kopenhagen eignet sich super zum Radfahren. Also warum nicht gleich das Fahrrad nutzen, um die Stadt zu erkunden? Der Vorteil: Beim Radeln seid ihr unterwegs “wie die Einheimischen”, lernt sozusagen direkt den Vibe der Stadt kennen. Außerdem seht ihr vom Fahrrad aus viel mehr als in der U-Bahn.

Die Radtouren, die wir in Kopenhagen gemacht haben, sind echte “Schönwettertouren”. Sie sind maximal 13 km lang und gar nicht anstrengend!

Hafenrunde (ca. 10 km)

Kopenhagens Hafen ist wirklich schön, sehr abwechslungsreich und sollte ganz oben auf eurer To-do-Liste stehen. Einmal am Hafen entlang und wieder zurück - insgesamt etwa 10 km. Fangen wir im Südwesten an: Die Bryggebroen ist eine reine Radler- und Fußgängerbrücke, die über einen Teil des Hafenbeckens führt und den Stadtteil Amager Ost mit dem Zentrum verbindet.

Der Gag: Regelmäßig wird diese Brücke gesperrt, damit Schiffe passieren können. Die wartenden Massen von Radfahrern zeigen außerdem sehr eindrucksvoll, wie viele Menschen in Kopenhagen Rad fahren. Von hier aus kann man weiter am Hafenbecken entlang nach Osten fahren und dabei immer wieder die Seiten wechseln.

Auf dem anderen Ufer wartet die “Broensgadekokken”, eine eine ellenlange Reihe von Streetfood-Buden - Achtung: Nicht mal das ist in Kopenhagen billig (dafür enorm stylish!). Habt ihr euch gestärkt, könnt ihr entscheiden, welchen der drei (!) Arme der Trangravsbroen (auch “Butterfly 3-Way Bridge”) ihr überqueren wollt.

Alternative Route: Refshaleøen und Christiania

Auch dort gibt’s noch mal lecker Essen: In einem abgerockten Containerdorf mit Kunstgalerie und Brauerei liegt der Streetfood-Markt “Reffen” in Kopenhagens jüngstem Künstlerviertel Refshaleøen.

Auf der gegenüberliegenden Hafenseite könntet ihr ebenfalls weiterfahren - dort wartet die Kleine Meerjungfrau am Ufer unter den Mauern des Kastells. Diese von Blumen überwucherten Häuschen liegen mitten in der Stadt, aber regelrecht idyllisch total im Grünen und eben auch am “Meer”. Und sie gehören zu - Christiania, der Aussteigerkommune mit Sonderrechten, die seit 1971 einen Status als Freistadt innerhalb Kopenhagens genießt. Aber die grüne Rückseite von Christiania, die entdeckt ihr am besten mit dem Fahrrad.

Geheimtipp: Königliche Bibliothek und Jüdisches Museum

Zurück auf der “Vorderseite” von Christiania solltet ihr der von fern erspähten Vor Frelsers Kirke noch einen Besuch abstatten. Über die Lille Langebro überquert ihr noch einmal den Hafen und fahrt zur Königlichen Bibliothek - einer der größten Bibliotheken der Welt!

Von der Hafenseite aus sieht ihr modernes Nebengebäude mit der schwarzen Fassade ziemlich bedrohlich aus und heißt offiziell “Den sorte Diamant” (der schwarze Diamant). Ihr geht aber gar nicht in die Bibliothek hinein, sondern nur in den Innenhof. Der war früher ein Hafenbecken und grenzt direkt an das Schloss Christiansborg, den Sitz des dänischen Parlaments.

Vom Bibliotheksgarten aus gelangt man ins “Dansk Jødisk Museum”. Star-Architekt Daniel Libeskind schuf hier im Inneren des historischen Bibliotheksgebäudes ein ungewöhnliches Museum, in dem kein Gang eben oder gerade ist.

Weitere Attraktionen und Radtouren

  • Amager Strandpark: Über drei Brücken gelangt ihr aus der Stadt ans Meer - das sind ca. 6 km.
  • Superkilen Platz: Drei verschiedene, farbig markierte Zonen für Begegnung und Aktivität.
  • Frederiksberg Park: Ein riesiger Park mit dem Zoo von Kopenhagen.

Unterkünfte in Kopenhagen

Hotels in Kopenhagen sind leider ziemlich teuer. Das Gute: Man muss nicht direkt im Stadtzentrum wohnen. Vor allem nicht, wenn man ein Leih-Fahrrad hat.

Ähnlich wie in Schweden scheinen in Kopenhagen viele Airbnb-Wohnungen wirklich von echten Menschen bewohnt und nur gelegentlich vermietet zu werden. Wenn euch die Unterkünfte in Kopenhagen zu teuer oder im Sommer schlicht ausgebucht sind, haben wir noch eine andere Idee: Sucht euch ein Ferienhaus außerhalb der Stadt und fahrt mit dem Nahverkehrszug nach Kopenhagen rein. Die Verbindungen sind schnell, häufig und gut ausgebaut.

Tabelle: Fahrradverleih Preise in Kopenhagen

Anbieter Fahrradtyp Preis Bemerkungen
Bycyklen (GoBike) E-Bike Monatsabo: 70 DKK (ca. 10 EUR) Erste 140 Minuten kostenlos, danach 0,35 DKK (ca. 5 Cent) pro Stunde
Copenhagen Bicycles Standard Fahrrad 120 DKK pro Tag (2 Tage: 180 DKK) Helm: 40 DKK zusätzlich

Viel Spaß bei euren Radtouren in Kopenhagen!

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