Puky Fahrrad: Seltsame Modelle und ihre Geschichten

Die Faszination für Fahrräder beginnt oft in der Kindheit. Viele erinnern sich noch genau an ihr erstes Fahrrad und die damit verbundenen Erlebnisse. Doch welche Modelle waren es eigentlich, die uns in jungen Jahren begleitet haben? Und welche kuriosen Geschichten ranken sich um diese Räder?

Die ersten Fahrräder und das Radfahren lernen

Für viele beginnt die Fahrradgeschichte mit einem kleinen Kinderrad, oft gebraucht und von älteren Geschwistern übernommen. So erinnert sich ein Nutzer:

„1970 - Minirädchen zum Radfahren lernen - ich war das 5. Kind drauf...“

Ein anderer Nutzer beschreibt seine ersten Erfahrungen so:

„So '65 oder '66 erstes Kinderrad. Radeln ohne Stützräder auf dem Rasen vor'm Haus gelernt.“

Und wieder jemand anderes erinnert sich:

„Los ging es irgendwann Ende der 70er, als ich auf einer in der Nachbarschaft rumgereichten Gurke das Radfahren lernte. Nachdem ich dann ohne Stützräder fahren konnte gabs dann zum Geburtstag ein oranges (bäääh) Kinderfahrrad von Puch (22 oder 24er glaube ich) mit dem genialen Federwimpel auf dem vorderen Schutzblech.“

Bonanzaräder: Der Inbegriff von Coolness

In den 70er Jahren waren Bonanzaräder der letzte Schrei. Mit ihrem hohen Lenker und der langen Sitzbank verkörperten sie ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Ein Nutzer erinnert sich:

„So um 1974/75 Bonanzarad, Dreigangschaltung, leuchtend orange und eine riesig hohe Sissibar - geil!“

Ein anderer Nutzer berichtet von einem ganz speziellen Bonanzarad:

„So ´'69 die Sensation: Meine Mutter gwann auf einer großen Werbe-Veranstaltung des Kaufhauses Karstadt in Lüneburg eine Art Vorläufer der Bonanza-Räder. Ein Einzelstück, US-Import mit Mittelhohem Lenker, Rahmen blau-metallic, vorne unter dem Oberrohr 'n Zierblech, das an einen Moped-Tank erinnerte, ganz dicken (1,9?) 22er Reifen und einer knallroten Moped-Sitzbank! Ultra-Cool: Es hatte Auto-Ventile, mit denen ich an der Dorf-Tankstelle die Luft nachfüllen konnte.“

Allerdings waren diese Räder nicht immer einfach zu fahren:

„Fahren war aber sche*** damit. Keine Schaltung, viel zu kurze Kinder-Übersetzung. Und letzlich einfach zu klein für mich.“

Klappräder: Praktisch und platzsparend

Klappräder waren in den 70er und 80er Jahren eine praktische Alternative, besonders für Menschen, die wenig Platz hatten. Ein Nutzer erinnert sich:

„Ca. 1974: Organgenes Klapprad ohne Gangschaltung - Wir haben am Hang der schwäbischen Alb gewohnt - Uff ab.“

Ein anderer Nutzer berichtet von einem Klapprad mit ungewöhnlichem Ende:

„Sein jämmerliches Ende fand dieser Exot zu meinem 11. Geburtstag anlässlich eines Zeitfahrens , das ich für die Party anberaumt hatte. Ein Schulfreund raste mit ca. 30km/h in einen Stacheldrahtzaun, weil die Rücktrittnabe erst nach zehn Kurbelumdrehungen rückwärts so was wie eine Bremswirkung zeigte.“

Jugendsporträder und Hollandräder: Alltagstaugliche Begleiter

Als die Kinder älter wurden, kamen oft Jugendsporträder oder Hollandräder ins Spiel. Diese Räder waren alltagstauglich und robust. Ein Nutzer berichtet:

„Danach bekamen mein Bruder und ich zu Weihnachten ein (wie sagte man damals so schön) Jugendsportrad mit Dreigang, ich glaube es war ein Herkuless.“

Ein anderer Nutzer erinnert sich:

„Irgendwann später konnte ich meine Eltern überreden mir ein Hollandrad (Gazelle glaub ich) mit Dreigang zu kaufen - leider geklaut.“

Individuelle Umbauten und kreative Lösungen

Viele Nutzer berichten von individuellen Umbauten und kreativen Lösungen, um ihre Fahrräder den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Ein Nutzer erzählt:

„1971 bekam ich ein 26" Rad von einem anderem Cousin weinrot und fast keine Anbauten. Dieses Rad habe ich dann aufgebaut. Knallrot lackiert, permut farbener Bananensattel mit hoher Rückenstange und Lehne, Hochlenker mit zwei riesigen Dindongglocken Gepäckträger vorne angebaut. Eine alte Kanichenjacke wurde zerschnitten und der Rahmen umwickelt. Echt wahr, fand ich Todschick.( Die Mädels damals auch)“

Ein anderer Nutzer berichtet von seinen Erfahrungen auf einem Internat:

„Wir haben unglaublich viel an den Fahrrädern gebastelt, ältere Räder, oder Komponenten davon, die abgehende Schüler daließen verbaut, und ich hab' die unterschiedlichsten Schaltungen kennengelernt. Div. Torpedo-Naben auseinandergenommen, und schließlich auch eine! wieder heil zusammen Die englische fünfgang-nabe hab' ich nie wieder zusammengekriegt. Von einem alten Lehrer lernte ich, wie man bei einem Hollandrad den Reifen flickt, ohne das Rad abzubauen.“

Diebstahl und Verlust: Ein schmerzhaftes Thema

Leider ist Fahrraddiebstahl ein häufiges Problem. Viele Nutzer berichten von ihren gestohlenen Rädern. Ein Nutzer erzählt:

„Irgendwann später konnte ich meine Eltern überreden mir ein Hollandrad (Gazelle glaub ich) mit Dreigang zu kaufen - leider geklaut.“

Ein anderer Nutzer berichtet von seinen Erfahrungen in Hamburg:

„Während der Umschulung habe ich mir immer wieder irgendwelche Räder von der Schule in Hamburg geliehen. Mein eigenes war mir für Hamburg zu schade. Selbst die alten geliehenen Dinger konnte man da nirgendwo stehen lassen. Innerhalb von 2,5 Jahren hat man mir in Hamburg vier mal das Rad geklaut, nur eines davon ist wieder aufgetaucht.“

MTBs und Rennräder: Sportliche Ambitionen

In den 80er Jahren kamen Mountainbikes und Rennräder auf. Diese Räder ermöglichten sportliche Aktivitäten und längere Touren. Ein Nutzer erinnert sich:

„In den 80ern kaufte ich dann ein Schauff-MTB mit Shimano DEORE-Ausstattung, das höllisch schwer, aber robust war. Dann, 1988, der Flash: Ein Rennrad, Mondia (schweizer Hersteller) aus 501er Reynolds-Rohr mit Shimano 105 12-Gang-Schaltung. UND DAS FAHRE ICH HEUTE NOCH.“

Ein anderer Nutzer berichtet:

„1984: Rosinante "Lincoln" VIII, der "afghanrote Ökobomber", 28"-Rennsportrad mit 10 Gängen, von 440 Mark Konfirmationsgeld (der Rest ging für den damals unvermeidlichen Commodore 64 mit Floppy und Monitor drauf) gekauft; trug mich 1986 unter anderem nach Venlo und zurück (180 km) und ein zweites Mal nach Amsterdam (anderthalb Tage Fahrzeit, am ersten Tag 210 km).“

Besondere Modelle und Marken

Einige Nutzer berichten von besonderen Modellen und Marken, die sie in ihrer Kindheit und Jugend gefahren haben.

  • Mars: „1979 ein geschenkter Mars-fünfgang "Halbrenner".“
  • Puch: „Nachdem ich dann ohne Stützräder fahren konnte gabs dann zum Geburtstag ein oranges (bäääh) Kinderfahrrad von Puch (22 oder 24er glaube ich) mit dem genialen Federwimpel auf dem vorderen Schutzblech.“
  • Hercules: „Danach bekamen mein Bruder und ich zu Weihnachten ein (wie sagte man damals so schön) Jugendsportrad mit Dreigang, ich glaube es war ein Herkuless.“
  • Gazelle: „Irgendwann später konnte ich meine Eltern überreden mir ein Hollandrad (Gazelle glaub ich) mit Dreigang zu kaufen - leider geklaut.“
  • Rabeneick: „Aktuell, fahre ich ein vielfach modifiziertes Rabeneick "Journal", 61cm Rahmen aus oversized Oval-Rohren, Sachs Super7 Nabenschaltung, mit dem ich auch schon viele Familien-touren hauptsächlich durch Deutschland gemacht hab.“

Die Fahrradhistorie: Eine persönliche Reise

Die Fahrradhistorie ist für jeden Menschen eine ganz persönliche Reise. Sie ist geprägt von den ersten Fahrversuchen, den coolen Bonanzarädern der 70er, den praktischen Klapprädern, den sportlichen MTBs und Rennrädern, sowie den individuellen Umbauten und kreativen Lösungen. Und natürlich auch von den schmerzhaften Erfahrungen mit Fahrraddiebstahl und Verlust.

Einige bemerkenswerte Details aus den Fahrradgeschichten:

Jahr Ereignis/Fahrrad Besonderheit
1969 Erstes Fahrrad, Diamant Tourenrad 26'' Gekauft aus der Sparbüchse, Kindersitz auf Oberrohr
1974/75 Bonanzarad Dreigangschaltung, leuchtend orange, riesig hohe Sissibar
1979 Geschenkter Mars-fünfgang "Halbrenner"
1988 Mondia Rennrad Shimano 105 12-Gang-Schaltung, wird noch heute gefahren

Die hier gesammelten Erinnerungen zeigen, wie vielfältig und individuell die Fahrradgeschichten jedes Einzelnen sind. Sie spiegeln nicht nur die Entwicklung der Fahrradmodelle wider, sondern auch die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen, die wir mit unseren Fahrrädern verbinden.

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