Shimano Nabendynamo anschließen: Eine umfassende Anleitung

Im Winter ist eine zuverlässige Lichtanlage am Fahrrad unerlässlich. Der Shimano Nabendynamo bietet eine gute Lösung, um Vorder- und Rücklicht mit Strom zu versorgen. Im Vergleich zu einer Standardnabe wiegt der neue Shimano-Nabendynamo nur 300 Gramm mehr, was kaum Argumente gegen eine richtige Lichtanlage zulässt. Dieser Artikel zeigt, wie man den Dynamo montiert und das Licht am Fahrrad korrekt installiert.

Vorteile des Nabendynamos

Die Technik wurde bislang eher der Cityrad-Fraktion zugeordnet und hat für manchen Traditionalisten nichts am Rennrad verloren. Doch inzwischen gehen auch den schärfsten Kritikern dieser kleinen Stromproduzenten die Argumente aus. Sie wiegen nicht mehr viel und liefern ununterbrochen Saft für Vorder- und Rücklicht: Unser Beispiel, Shimanos jüngstes Modell mit dem umständlichen Namen “DH-3N80” liefert drei Watt Leistung und entspricht damit den Anforderungen der Straßenverkehrs- Zulassungsordnung (StVZO). Der Dynamo wiegt 490 Gramm, das sind etwa 300 Gramm mehr als eine normale Vorderradnabe. Ein Vorteil, den das Dynamo-System auch von der Akku-Technik abhebt, da Ladezeiten entfallen und Stromausfälle aufgrund leerer Akkus ausgeschlossen sind. Gepaart mit neuen LED-Scheinwerfern für Nabendynamos, wie sie beispielsweise Busch & Müller mit dem Modell “Lumotec IQ” oder Supernova mit dem edlen “E3” anbieten, gibt es kaum noch Argumente gegen die Dynamo-Technik.

Benötigtes Werkzeug

  • 5-mm-Innensechskant
  • Abisolierzange bzw. Messer
  • Ring- oder Maulschlüssel
  • Gabelschlüssel

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verkabelung

Hier wird von einem Nabendynamo ausgegangen. Generell gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, man verlegt zwei Kabel (bzw. Bei der Eindrahtverkabelung spart man sich ein wenig Draht. Es wird also ein Doppelkabel vom Dynamo zum Scheinwerfer gelegt und ein weiteres Doppelkabel von zwei Anschlüssen des Scheinwerfers zum Rücklicht. Jeder Scheinwerfer der für Nabendynamos geeignet ist, besitzt diese zusätzlichen Anschlüsse für das Rücklicht.

Auch wenn ein Dynamo Wechselstrom liefert, sollte man die Polarität beachten. Denn teilweise ist sowohl die Masse des Nabendynamos als auch die Masse des Scheinwerfers mit dem Rahmen verbunden. Ein Doppelkabel besteht i.d.R. aus einem schwarzen und einem schwarz-weißen Kabel. An Dynamo, Scheinwerfer und Rücklicht muss man nun natürlich wissen, welcher Anschluss der Masseanschluss ist. Jetzt weiß man also, welches Kabel man wo anschließen muss und kann theoretisch loslegen. In der Praxis stellt sich natürlich vor allem die Frage, wie man das Kabel am besten verlegt und anschließt, damit die Verbindung möglichst lange hält.

Bei vielen Scheinwerfern kann man sich diesen Schritt sparen: das Anschlusskabel ist ohnehin bereits fest mit dem Scheinwerfer verbunden. Nun wird das Kabel an der Gabel bis zum Nabendynamo verlegt. Damit das Kabel auch an der Gabel bleibt, wird es dort in regelmäßigen Abständen befestigt. Meistens werden dazu Kabelbinder verwendet. Wenn man das ganze nun noch etwas robuster machen möchte, kann man auch zusätzlich einen Isolierschlauch bzw. Bougierrohr (ca. 5-6 mm Durchmesser) verwenden. Durch dieses schiebt man das Scheinwerferkabel hindurch und befestigt es dann, ebenfalls mit Kabelbindern oder Isolierband, am Rahmen.

Anschluss am Nabendynamo

Zuletzt fehlt nun noch der Anschluss des Kabels am Nabendynamo. Hier gibt es je nach Hersteller unterschiedliche Systeme. Am weitesten verbreitet dürften Nabendynamos von Shimano sein. Hier wird zum Dynamo ein kleiner Stecker mitgeliefert. Um diesen zu öffnen, drückt man die kleine Lasche mit einem Schraubenzieher herein und zieht das Innenteil heraus. Die beiden Kontakte des Anschlusskabels werden dann ca. 1,5 cm abisoliert und von oben durch das Innenteil geführt (Polung beachten, Massesymbol ist auf dem Innenteil aufgeprägt). Die Kontakte dann nach oben biegen und das Außenteil wieder auf den Stecker schieben. Ganz ähnliche Stecker verwenden übrigens SRAM, Shutter Precision und Supernova. Nur die SON-Nabendynamos verwenden ein anderes System.

Verlegung des Kabels

Zunächst wird man das Kabel irgendwo am Rahmen entlang verlegen müssen. Der kürzeste Weg wäre entlang des Oberrohrs. Das ist jedoch eher nicht empfehlenswert, da das Kabel dort besonders anfällig gegenüber Beschädigungen ist. Eine Möglichkeit ist es auch, das Kabel auf der kompletten Länge mit Isolierband zu überkleben. Wesentlich eleganter, aber auch aufwändiger ist es, das Kabel im Rahmen zu verlegen. Das geht allerdings nur, wenn entsprechende Bohrungen im Rahmen vorhanden sind. Die Schwierigkeit ist dann, das Kabel hier hindurch zu bekommen. Teilweise wird empfohlen, erst einen dünnen Faden hindurchzufädeln und diesen mit einem Staubsauger anzusaugen. Wer hier noch brauchbare Tipps parat hat: immer her damit!

Anschluss am Rücklicht

Vom Tretlager bis zur Nabe und dort an einer Gepäckträgerstrebe bis zum Rücklicht nach oben. Auch hier erfolgt die Befestigung wieder mit Kabelbindern oder Isolierband. Wenn man zusätzlichen Isolierschlauch verwenden will, um das Ganze robuster zu machen, lohnt es sich hier übrigens besonders. Nun ist man also am Rücklicht angelangt und fast fertig. Jetzt kommt es darauf an, ob man die blanken Kabelenden sinnvoll am Rücklicht befestigen kann oder nicht. Manche Rücklichter sehen dafür verschiedene Klemmkontakte vor, andere aber auch nicht. Wenn nicht, dann werden sich wohl auch hier 2,8 mm Flachstecker befinden. Man kommt dann leider nicht drum herum, am Kabelende noch zwei 2,8 mm Flachsteckhülsen zu montieren. Zumindest habe ich noch keine Scheinwerferkabel für das Rücklicht zu kaufen gesehen, welches an beiden Enden Flachsteckhülsen besitzt. Würde auch wenig Sinn machen, weil die benötigte Kabellänge schließlich unterschiedlich ist und man dieses ggf.

Anschluss am Frontscheinwerfer

Auch am Frontscheinwerfer muss das Kabel noch angeschlossen werden, hier sind eigentlich immer 2,8 mm Flachstecker vorhanden. Bedenken sollte man, dass das Kabel nicht zu straff montiert werden darf, da es sonst durch den Lenkeinschlag beschädigt wird. Also hier etwas Spiel lassen.

Montage von Flachsteckhülsen

Möglicherweise muss man bei der Montage der Fahrradbeleuchtung Flachsteckhülsen an einem Kabel montieren. Wenn man ein Kabel mit bereits montierten Flachsteckhülsen verwendet, erspart man sich etwas Arbeit. Kabel ca. 5 mm abisolieren. Kabel in den Kabelschuh legen, die vorderen Flügel müssen über dem abisolierten Teil liegen, die hinteren Flügel über der Isolierung. Mit einer Crimpzange schließen. ein kurzes Stück Schrumpfschlauch über den Stecker legen und durch Wärmezufuhr schrumpfen. Die Isolierung per Schrumpfschlauch kann man zur Not auch weglassen. Aber es macht sich recht gut, weil der Stecker dann besser geschützt und isoliert ist.

Tipps & Tricks

  • Wenn das Licht nicht leuchtet, liegt das meist an schlechter Verkabelung. Um zu checken, ob der Nabendynamo funktioniert, hat Ihr Radhändler eine Kontrollleuchte, die auf den Anschluss gesteckt wird.
  • Führen Sie grundsätzlich ein Kabel für den Plus-Pol und ein Kabel für den Minus-Pol von Vorderlampe und Rücklicht zur Stromquelle. Die früher übliche Einfachverkabelung, bei der der Rückfluss über Rahmen und andere metallische Teile (“Masse”) erfolgte, war die Hauptursache für Ausfälle der Lichtanlage.
  • Rücklichter gibt es zur Befestigung am Schutzblech und für Gepäckträger. In jedem Fall sind diese mit einem Rückstrahler kombiniert. Die StVZO schreibt unmissverständlich zwei davon vor, einer muss großflächig sein.

Wichtige Hinweise zur Polung

Achten Sie bei der gesamten Verkabelung der Fahrradbeleuchtung auf die richtige Polung. Alle doppeladrigen Lichtkabel weisen eine schwarze und ein schwarz-weiße Ader auf. Das schwarz-weiße Kabel dient immer dem Masseanschluss. Alle Einzelkomponenten der Beleuchtung weisen an Ihren Anschlüssen und Steckern entsprechende Symbole auf. Die stromführende Ader ist immer mit einem Plus-Symbol (+) gekennzeichnet. Der Minuspol, also der Masseanschluss, ist in der Regel mit einem Minuszeichen oder mit 2 anderen Symbolen (das eine erinnert an ein schräg-gestelltes "m" oder es zeigt 3 Striche übereinander die nach unten hin immer kleiner werden) versehen. Verbinden Sie also immer Minus (Masse) mit Minus und Plus mit Plus.

Abschließende Testfahrt

Führen Sie abschließend eine Testfahrt mit dem Bike durch und betätigen den Schalter am Frontscheinwerfer. Die Lampe sollte nun leuchten.

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