Große Trauer um Stefan Kiefer: Der langjährige Teamchef und ehemalige Rennfahrer Stefan Kiefer ist verstorben.
Die Anfänge als Rennfahrer
Der Kiefer Racing Team Gründer war selbst von 1989 bis 1994 als Rennfahrer unterwegs.
Der am 17. November 1965 in Bad Kreuznach südwestlich von Main geborene Stefan fuhr 1990 in seiner 2. Saison im Yamaha Castrol Cup.
Aus der Zeit, als Stefan noch selbst als Rennfahrer im Yamaha Castrol Cup angetreten war, nachfolgend ein Interview mit dem damaligen Fahrer.
Es wurde nach dem Cup-Rennen von 1990 auf dem Schleizer Dreieck mit dem jungen Rennfahrer Stefan Kiefer geführt.
Interview mit dem 4. des Yamaha Castol Cups - Stefan Kiefer:
Man wollte nicht immer nur die ersten eines Rennens interviewen, sondern auch einmal einen Vierten eines Rennens zu Wort kommen lassen.
Hier das Interview mit Stefan Kiefer, nach dem Rennen zum Yamaha Castol Cup:
Stefan, wie waren Deine Eindrücke vom Rennen auf dem Schleizer Dreieck?
Stefan Kiefer: „Klasse, es macht Spaß hier zu fahren. Bei Vollgas wird es allerdings ein bisschen eng auf der Strecke.“
Der Yamaha Castrol Cup war zum ersten Mal in der DDR zu Gast. Dass Sie Yamaha-Motorräder fahren, ist klar - aber was für Maschinen sind das konkret?
Kiefer: „Es sind 250er mit Zweizylinder Motoren, sechs Gängen und Deltabox-Rahmen. Der Bekanntheitsgrad dieses Cups und seiner Fahrer ist in der DDR natürlich noch nicht so groß. Machen Sie deshalb bitte für unsere Leser ein paar persönliche Angaben.
Kiefer: „Gerne, ich bin 24 Jahre alt, von Beruf Bürokaufmann und komme aus Bad Kreuznach.“ (die Red.: südwestlich von Mainz gelegen).
„Nach dem Fachabitur begann ich ein Betriebswirtschaftsstudium, das ich allerdings unterbrochen habe. Was Nachwuchsfahrer besonders interessiert, wie wird man Yamaha Cup Fahrer?
Kiefer: „Um diese Rennen zu fahren, ist eine B-Lizenz nötig. Das Motorrad kostet inklusive Startgeld 10‘400 D-Mark, das ist doch ein kostengünstiger Einstieg.“
Ein Satz zu Schleiz, bitte.
Kiefer: „Es war mit Sicherheit die schönste Siegerehrung.“ (die Red.: offensichtlich wurden damals nicht nur die ersten 3 des Rennens geehrt, sondern auch die dahinter klassierten Fahrer) „Für unsere Verhältnisse waren extrem viele Leute an der Strecke.
Der Weg zum Teamchef
Wesentlich erfolgreicher war Stefan später als Teamchef, zusammen mit seinem Bruder Jochen im eigenen Renn-Team.
Stefan Kiefer betrieb zusammen mit seinem Bruder Jochen ein Motorradgeschäft in Isar-Oberstein.
Im Jahr 1998 gründete er zusammen mit seinem Bruder das Team Kiefer Racing.
Gestartet wurde in der IDM (Internationalen Deutschen Meisterschaft) in der 250-er Klasse, mit Christian Gemmel als Fahrer.
Vier Jahre später gelang mit ihm der Titelgewinn, was Lust auf höhere Ziele im Team weckte.
Einstieg in die Weltmeisterschaft
Auf die Saison 2003 erfolgte der Einstieg in die Motorrad-Weltmeisterschaft.
Beim Heimrennen 2006 auf dem Sachsenring holte der Australier Anthony West Platz 7 in der 250 cm³ Kategorie, als bis dahin bestes Resultat.
Im Jahr darauf wechselte man in die 125-er Kategorie und auf die Saison 2008 wurde nach dem ersten Jahr Stefan Bradl als Fahrer verpflichtet.
Ein Jahr später folgten mit dem jungen Bayern die ersten Siege.
Mit ihm als Piloten erfolgte 2010 der Wechsel in die Moto2.
Den ersten 2011 mit Stefan Bradl in der Moto2 und Nummer zwei in der Saison 2015 mit Danny Kent in der Moto3.
Stefan Kiefer war ab 2011 hauptamtlicher Teamchef des Rennstalls.
2015 folgte mit Danny Kent (England) in der Moto3 der zweite Fahrer-Weltmeistertitel, Kiefer Racing war für dieses Jahr ein Joint Venture mit Leopard Racing eingegangen.
Danach folgte eine schwierige Saison mit den Fahrern Miguel Oliveira (Portugal) und Danny Kent in der Moto2.
Nachdem man es in der WM-Endabrechnung mit keinem Fahrer in die Top 20 geschafft hatte, löste Leopard den Vertrag mit Kiefer Racing auf.
Für 2017 trat man zuerst mit Kent an, der kurz nach Saisonbeginn wieder ausstieg und Dominique Aegerter als zweitem Fahrer.
Der Schweizer schaffte in Misano in diesem Jahr sogar einen GP-Sieg, der ihm später jedoch wieder aberkannt wurde.
Die Ereignisse mit der Disqualifikation und erneute finanzielle Probleme seines von der Schließung bedrohten Rennstalls hatten ihm gegen Saisonende 2017 stark zugesetzt.
Nach zwei WM-Titeln 2011 in der Moto2 und 2015 in der Moto3 in einem Joint Venture mit Leopard Racing war das Team nicht zum ersten Mal in finanzielle Nöte geraten.
Die besten Jahre und der Beginn der Krise
Stefan Kiefer war mittlerweile Vater eines Sohnes und lebte mit seiner Lebensgefährtin in Wilthen, südlich von Bautzen im Bundesland Sachsen.
Am Wochenende des vorletzten Laufes der MotoGP in Sepang (Malaysia) schockierte eine Nachricht die Motorsport-Welt, die für viele Fans in Deutschland und der ganzen Welt völlig überraschend kam.
Wie bekannt gegeben wurde, hatte Jochen Kiefer seinen Bruder Stefan spät am Abend vor dem Rennen tot im Hotelzimmer aufgefunden.
Die Umstände seines Todes sind bislang ungeklärt.
Die Umstände, die zum tragischen Ereignis führten, sind bisher ungeklärt.
Die Ursache war ein Herzinfarkt und womöglich hatte ihn der anstehende Verkauf seines Rennstalls stärker belastet, als sich der Deutsche anmerken liess.
Der frühere Rennfahrer wurde am Morgen tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden.
Das Kiefer Racing Team zog seine Maschinen für den vorletzten Grand Prix des Jahres in Sepang zurück.
Stefan Kiefer ist verstorben - diese Nachricht hat am Freitag die gesamte Motorsport-Welt erschüttert.
Der sympathische Teamchef aus dem Grand-Prix, der Nachwuchsförderer, der Motorrad-Fan, er weilt nicht mehr unter uns.
"Der heutige Tag wurde von der schlimmen Nachricht von Stefan Kiefer erschüttert. Das ist ein großer Schock, und ich möchte an dieser Stelle mein tiefes Beileid an die Familie ausdrücken", sagte Sandro Cortese.
Der frühere Moto3-Weltmeister fuhr 2005 auf einer 125er für Kiefer.
Der 51-Jährige verstarb in Sepang, Malaysia, wo dieses Wochenende die Rennen des MotoGP der Moto2 und Moto3 ausgetragen werden.
Das Moto2-Team Kiefer Racing meldet: Stefan Kiefer und das Kiefer Racing Team verweilen zurzeit in Malaysia, wo an diesem Wochenende das vorletzte Saisonrennen stattfindet.
Mit Respekt an die gesamte Familie und alle weiteren Angehörigen wird Kiefer Racing nicht am Malaysia Grand Prix teilnehmen.
Stefan Kiefer war selbst aktiver Rennfahrer und gründete nach Beendigung seiner Karriere zusammen mit seinem Bruder Jochen den Rennstall.
Seit 2003 ist Kiefer Racing fester Bestandteil der Motorrad Weltmeisterschaft.
Stefan Kiefer war aufgrund seiner stets freundlichen und herzlichen Persönlichkeit im gesamten Fahrerlager äusserst beliebt und wird daher schmerzlichst vermisst.
Stefan Kiefer hinterlässt seine Freundin und einen Sohn.
Das gesamte Kiefer Racing Team spricht den Hinterbliebenen ihre aufrichtige Anteilnahme aus.
Der Leichnam von Stefan Kiefer, Mitbesitzer und Teammanager des deutschen Motorradrennstalls Kiefer Racing, ist am vergangenen Freitagmorgen in Deutschland eingetroffen.
Seine Familie und die engsten Angehörigen haben am Sonntag Abschied von ihm genommen.
Die Trauerzeremonie und Beerdigung erfolgt am 15. November um 11 Uhr in seiner Wahlheimat Wilthen im Freistaat Sachsen.
Stefan Kiefer hinterlässt einen siebenjährigen Sohn und seine Lebensgefährtin.
Die genaue Todesursache ist weiterhin noch ungeklärt.
Auf einen Obduktionsbericht aus Malaysia wird gewartet, sowie in den nächsten Tagen in Dresden eine weitere Obduktion erfolgen wird.
Marcel Schrötter hatte unmittelbar nach Bekanntmachung von Stefan Kiefers Tod erklärt, am Wochenende für den allseits beliebten Teamchef zu fahren.
Auf einem Banner stand neben dem Foto des 51-Jährigen: „Stefan, wir werden dich nicht vergessen“.
Nach der Gedenkminute kondolierten die Versammelten dem Bruder und Teilhaber Jochen Kiefer.
Im Qualifying war dann Moto2-Pilot Marcel Schrötter bester deutscher.
Er hatte bereits unmittelbar nach Bekanntmachung von Kiefers Tod erklärt, an diesem Wochenende für den allseits beliebten Teamchef zu fahren.
Schrötter belegte Rang sieben, sein Dynavolt IntactGP-Teamkollege Sandro Cortese wurde 13.
Die erste Reihe bilden WM-Spitzenreiter Franco Morbidelli aus Italien, der Portugiese Miguel Oliveira und Fabio Quartararo aus Frankreich.
In der Moto3-Kategorie kam Philipp Öttl nicht über Rang 24 hinaus.
Er hatte in seiner schnellsten Runde über 2,6 Sekunden Rückstand auf den als Weltmeister bereits feststehenden Spanier Joan Mir, der die Bestzeit markierte.
Neben ihm starten sein Landsmann Jorge Martin und der Brite John McPhee aus der ersten Reihe.
Der Spanier Daniel Pedrosa gewann das Qualifying in der Königsklasse MotoGP.
Er setzte sich vor dem Franzosen Johann Zarco und Andrea Dovizioso aus Italien durch.
WM-Spitzenreiter Marc Marquez, der in Sepang am Sonntag seinen Titel verteidigen könnte, startet nur von Rang sieben.
Das Erbe von Stefan Kiefer
Die weitere Geschichte des von Stefan mit seinem Bruder Jochen gegründeten Kiefer Racing Teams war ein Drama in mehreren Akten.
Dauernde Sponsoren-Probleme und eine gescheiterte Übernahme durch einen dubiosen englischen „Geschäftsmann“ aus Wien plagten das nach Stefans Tod von seinem Bruder Jochen geführte Team.
In der Saison 2019 platzte die Bombe beim GP von Österreich am Spielberg.
Vor dem Rennen wurde der Rauswurf vom Kiefer Racing Team aus der MotoGP zum Saisonende 2019 bekannt gegeben.
Die Supersport WM-Pläne mit Lukas Tulovic (links im Bild) und Thomas Gradinger (rechts) wurden letztlich endgültig abgeblasen.
Zu Jahresbeginn 2020 wurde es leider amtlich, was viele bereits im Herbst befürchtet hatten.
Nach dem früh bekanntgegebenen Rauswurf aus der Moto2 wurde viel zu lange zugewartet.
Zuerst wollte Jochen Kiefer aufhören und später begann er mit Plänen für einen Einstieg in der WorldSBK.
Als klar wurde, dass dafür zu viel Geld fehlte, kam die Idee zur SSP 600 WM.
Doch Kiefer Racing Team beerdigte auch dieses Vorhaben.
Der Hintergrund war eher dubios, es gab kurz davor sogar noch eine Crowdfunding Aktion.
Laut Insidern war das von Kiefer veranschlagte Budget von angeblich einer Million Euro für eine Saison mit 2 Fahrern in der Supersport 600 WM viel zu hoch gegriffen.
Etwas mehr als die Hälfte sollte laut Informationen etablierter Teams in der Serie ausreichen.
Kiefer Racing hätte sich auch auf die ESS (Europäische Supersport Meisterschaft) ohne die Übersee-Rennen in Australien, Qatar und Argentinien beschränken können.
Vor allem beim Heimrennen in Oschersleben am 1./2. August wäre schon ein riesiger Werbeeffekt durch ein im Paddock vertretenes deutsches Team gegeben gewesen.
Die Bedeutung für den deutschen Motorsport
Der Name Kiefer steht im Motorradsport für gute Nachwuchsarbeit - und auch für die letzten großen deutschen Erfolge.
Seit 2003 waren die Brüder Jochen und Stefan mit ihrem Team in der WM, mit Stefan Bradl gewann der Rennstall 2011 die Moto2-WM, 2015 die Moto3 mit Fahrer Danny Kent.
Nur noch Marcel Schrötter, 26, wird übrig bleiben, beim deutschen Intact-Team in der Moto2, das mit dem Schweizer Tom Lüthi ein gutes Jahr hatte und nur knapp den Sieg in der Team-Wertung verpasste.
Prüstel, das deutsche Team in der Moto3, geht auch im nächsten Jahr ohne einheimische Piloten an den Start.
"Eine Katastrophe" ist für den letzten deutschen Weltmeister Sandro Cortese die Situation.
Er gewann 2012 den Titel in der Moto3 und hofft im Moment, noch in der Superbike-Serie unterzukommen.
Für ihn tragen die Verbände die Schuld am fehlenden Nachwuchs: "Man hat in vielen Belangen versagt."
Ohne vielversprechende deutsche Piloten haben es die heimischen Teams schwerer, Sponsoren aufzutreiben.
Und die wenigen Plätze im Starterfeld lassen sich die Rennställe oft mit einer teuren Mitgift bezahlen.
Tabelle: Erfolge von Kiefer Racing
| Jahr | Klasse | Fahrer | Erfolg |
|---|---|---|---|
| 2011 | Moto2 | Stefan Bradl | Weltmeistertitel |
| 2015 | Moto3 | Danny Kent | Weltmeistertitel |
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