Der E-Bike-Boom hält an und es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Angeboten auf dem Markt. Um die Auswahl zu erleichtern, können Interessierte auf Allroad-, Crossover-, Trekking- oder SUV-Bikes zurückgreifen. Doch auch der Markt für Mountainbikes ohne Motor ist größer und bunter als je zuvor.
Aktuelle Tests von Stiftung Warentest
Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 6/2024 insgesamt 11 Elektrofahrräder mit Preisen von 1100 bis 4500 Euro getestet. Die 31 Pedelecs im Test schneiden gut bis mangelhaft ab. Auch die Empfehlenswerten unter ihnen haben individuelle Stärken und Schwächen. Die Räder kosten zwischen 1 100 und 4 500 Euro. Gute kosten ab rund 3 200 Euro. Die Wahl des richtigen E-Bikes ist jedoch nicht ganz einfach, da sie keine Alleskönner sind. Im Test erhielten sechs Pedelecs die Gesamtwertung "gut", während die restlichen fünf Modelle immerhin noch "befriedigend" abschnitten. Die Räder setzen unterschiedliche Schwerpunkte, mal sind sie sportlicher, mal komfortabler. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie keine Mountainbikes sind und nicht für Sprünge geeignet sind, da die Rahmen nicht darauf ausgelegt sind.
Testsieger
Die beiden Testsieger des Stiftung Warentest sind das Kalkhoff Endeavour 5 Advance+ und das KTM Macina Gran 610. Beide Trekking-E-Bikes erhalten die Note 1,8 und werden von den Testern als "famos, robust und sicher" beschrieben. Auf dem dritten Platz landet das Cube Kathmandu Hybrid One 625 mit der Note 2,0, das als Preistipp gilt, da es fast genauso gut ist wie die Testsieger, aber mit einem Preis von 3150 Euro deutlich günstiger ist. Unter den Modellen mit Hinterradmotoren schneidet das Maxtron MT-11 mit der Note 3,2 ("befriedigend") noch am besten ab.
Zum Vergleich: Im letzten Test und mit gleicher Gesamtnote 1,8 ist das KTM Macina Aera 671 LFC ab rund 3.900 Euro Sieger gewesen. In Sachen Sicherheit & Haltbarkeit holt sich das hochwertig verarbeitete Pedelec die Bestnote "sehr gut". Auch die Handhabung ist beim KTM-Modell recht einfach, der Akku lässt sich leicht laden, die Einstellungen sind selbsterklärend.
City-E-Bikes im Test
In der Juli-Ausgabe von "Test" standen tatsächlich 15 Elektroräder mit tiefem Rahmendurchstieg auf dem Prüfstand. Sieben Mal gab es ein "gut", doch auch fünfmal die Note "mangelhaft". Die anderen drei Modelle erhielten jeweils ein "befriedigend". Testsieger wurde das "BS.1" von Flyer vor dem "E-Manufaktur 7.9" von Victoria und dem Decathlon-Modell "City Nexus" von Riverside. Die Gründe für die mangelhaften Bewertungen waren unterschiedlich. Beim Pegasus-Modell kritisieren die Prüfer, dass die Bremsen so schwach sind, "dass wir das Rad nicht empfehlen können, und während des Dauertests brach der Gepäckträger".
E-Bike-Typen im Überblick
Die Vielfalt auf dem E-Bike-Markt ist riesig: Fast jeder Fahrradtyp - vom klassischen Tiefeinsteiger bis hin zum Lastenrad - wird mittlerweile auch mit Elektromotor angeboten. Hier eine Übersicht der gängigsten E-Bike-Typen:
- City-E-Bikes: Eignen sich für bequeme Radler, die keine größeren Strecken zurücklegen wollen.
- Trekking-E-Bikes: Eine gute Allround-Lösung für Menschen, die viel radeln und das Bike sowohl im Alltag als auch auf Touren nutzen wollen.
- E-Mountainbikes: Der am häufigsten verkaufte E-Bike-Typ in Deutschland.
- SUV-E-Bikes: Eine Mischform, die Radlern eine Entscheidung zwischen Komfort und Sportlichkeit abnehmen soll.
- Lasten-E-Bikes: Die Packesel unter den E-Rädern.
- S-Pedelecs: Unterstützen elektrisch das Fahren durch Muskelkraft bis zu 45 km/h.
Rahmenformen
Die Rahmenform beeinflusst Fahrstabilität und Komfort:
- Diamantrahmen: Sorgt für eine hohe Fahrstabilität und wird häufig bei sportlichen E-Bikes eingesetzt.
- Wave-Rahmen: Erleichtert das Auf- und Absteigen.
- Trapezrahmen: Bietet einen komfortableren Aufstieg als der Diamantrahmen.
Antrieb und Motor
Beim Kauf eines E-Bikes spielen Akku und Motor eine entscheidende Rolle:
- Akku-Kapazität: Für Kurz- und Mittelstrecken reicht ein Akku mit 500 Wattstunden in der Regel aus.
- Motorposition:
- Frontmotor: Fast ausschließlich bei eher günstigen E-Bikes zu finden.
- Hinterradantrieb: Oft leise und bewirkt wenig Verschleiß an der Kette.
- Mittelmotor: Sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung.
- Drehmoment: Wenn Sie auf dem Fahrrad nicht ganz so fit oder lange nicht gefahren sind, wählen Sie einen moderaten Motor mit rund 50 Newtonmeter Drehmoment.
Weitere wichtige Aspekte
Neben Rahmen, Motor und Akku gibt es noch weitere wichtige Aspekte beim Kauf eines E-Bikes:
- Bremsen: Grundsätzlich sind hydraulische Scheibenbremsen für die schnellen und schweren Pedelecs eine sichere Wahl.
- Schaltung: Eine Kettenschaltung erlaubt oft einen dynamischeren Fahrstil, darum ist sie an sportlicheren Rädern wie Trekking- oder Mountainbikes beliebt.
- Beleuchtung: Der Frontscheinwerfer sollte Wege hell, breit und gleichmäßig ausleuchten (mindestens 50 Lux).
- Gesamtgewicht: Achten Sie beim Kauf stets auf das zulässige Gesamtgewicht und die Zuladung des Gepäckträgers.
Mountainbike-Typen
Mountainbikes lassen sich grob in folgende Typen einteilen:
- Hardtail: Der Klassiker unter den MTBs, Hinterrad nicht gefedert, leicht und wartungsarm.
- Fully (vollgefedertes Mountainbike): Mit Federwegen von 140 bis 160 mm, geeignet für schwieriges Gelände und Geschicklichkeitsprüfungen.
- Freeride-Bike: Vollgefederte Mountainbikes mit langen Federwegen von 150 bis 200 Millimetern, für Fahrten bergab und Sprünge.
- Race-Fully: Leicht und mit gestreckter Sitzposition, für schnelle Höhenkilometer und Wettkämpfe.
Tipps für den Kauf
Hier sind einige Tipps, die Ihnen bei der Suche nach dem richtigen E-Bike oder Mountainbike helfen:
- Probefahrt: Machen Sie unbedingt eine Probefahrt mit verschiedenen Modellen und Antriebssystemen.
- Gepäck: Bringen Sie Ihr übliches Gepäck mit zur Probefahrt.
- Tragekomfort: Wenn Sie Ihr Rad beispielsweise in den Keller oder in die Wohnung tragen müssen, sollten Sie es vor Ort unbedingt anheben und ein paar Meter tragen.
- Händler: Checken Sie, ob ein lokaler Händler bei Ihnen vor Ort die Marke betreut.
Die richtige Rahmengröße und Sitzhaltung
Unabhängig vom Fahrradtyp muss ein Rad vor allem zum Körperbau und Fahrstil der Fahrerin oder des Fahrers passen. Die richtige Rahmengröße und Sitzhaltung sind entscheidend für Komfort und Effizienz.
Preis-Leistungs-Verhältnis bei Mountainbikes
Bei Mountainbikes gibt es eine große Bandbreite an Preisen. Im Allgemeinen sind teure Bikes besser als günstige Bikes, aber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet oft das günstige Giant-Hardtail.
Tabelle: Empfehlenswerte Mountainbikes nach Typ und Einsatzbereich
| Mountainbike-Typ | Einsatzbereich | Empfehlenswertes Modell |
|---|---|---|
| Hardtail | Leichtes Gelände, Touren | Giant XTC SLR 1 |
| Trailbike-Fully | Vielseitig, Trails | Canyon Neuron CF 8.0 |
| Racebike-Fully | Cross Country, Marathon | Bulls Wild Edge Team |
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