Der Simson Spatz war das kleinste, einsitzige Kleinkraftrad aus der sogenannten Vogelserie des VEB Simson aus Suhl. Er wurde als Nachfolgemodell des Mopeds Simson SR2E entwickelt.
Die Geschichte des Simson Spatz
Im Sommer 1964 kam das neue Simson Moped vom Typ "Spatz" als Nachfolger des SR 2E auf den Markt. Es war das erste Moped der sogenannten "Vogelserie". Die ersten Modelle hatten noch den Zweigangmotor mit Pedaltrieb aus Sömmerda. Außer dem Vordergabel wurde nichts vom SR 2E übernommen.
Nach kurzem Produktionszeitraum wurde der "Spatz" dann mit Kickstarter - Motor angeboten. Ab 1968 wurde dann ein 2 Gang Simson Motor (M52) eingebaut, nur noch mit Kickstarter. 1970 wurde die Fertigung des Spatzes aufgrund stark rückläufigen Absatzes eingestellt.
Die verschiedenen Versionen des Spatz
Die Typbezeichnung lautete SR 4-1 mit zusätzlichen Buchstaben zur weiteren Unterscheidung. Es gab ihn in drei verschiedenen Versionen:
- Eine als Moped mit Tretkurbel und Pedalen (Typ P, für Pedale)
- Zwei als Mokick mit Kickstarter (Typ K (für Kickstarter) bzw. SK (für Simsonmotor + Kickstarter))
Der Simson Spatz wurde von 1964 bis 1967 in zwei Ausführungen gebaut: mit Pedalantrieb (SR 4-1P) und mit Kickstarter (SR 4-1K).
Bei diesem Moped/-kick wurden Rahmen, Sitzbank und Tank völlig neu entwickelt, Motor und Vordergabel waren noch vom SR2, Lenker und Lampe wurden von der neuen Schwalbe „geborgt“.
Der Spatz zeigt gut die Entwicklung von den besseren Fahrrädern SR2 zu richtigen Mopeds, die Anordnung von Tank und Sitzbank war schon fast wie beim Motorrad! (im Gegensatz zu den vorherigen Simson Kleinkrafträdern).
Ab Juni 1964 ging das SR 4-1 P (P = Pedale) als Ablösemodell für das Moped SR2 E in Serie. Es besaß als Antrieb noch den Sömmerdaer handgeschalteten Zweigangmotor mit 2,1 PS Leistung (Sömtron-Motor). Bereits ab Juli 1964 kam das SR 4-1 K (K = Kickstarter) hinzu.
Zul. Ab 1967 konnte im Simson-Werk aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen die Motorenproduktion so erhöht werden, daß der Spatz nur noch mit dem Suhler Motor M 52 KH mit 2,3 PS ausgerüstet wurde.
Da die Nachfrage nach dem Fahrzeug mit Pedalantrieb rapide zurück ging, wurde diese Mopedfertigung ab 1968 generell eingestellt.
Technische Daten des Simson Spatz
Der Spatz besaß einen fahrtwindgekühlten 50-ccm-Zweitaktmotor (letzte Bezeichnung M52) mit Graugußzylinder und erreichte mit einem handgeschalteten Zweiganggetriebe eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h.
Viele Bauteile, Baugruppen und Ersatzteile des Spatz entstammten einem sogenannten Baukastensystem und wurden gleichermaßen auch in den anderen Fahrzeugen der Vogelserie verbaut.
Die recht einfache Fahrzeugelektrik war auf 6 Volt ausgelegt.
Der Simson Spatz wurde im Zeitraum von 1964 bis 1971 (dem Fertigungsbeginn des Simson-Mofas SL1) in einer Gesamtzahl von 152.000 Stück produziert.
Hier eine Übersicht über die technischen Daten der verschiedenen Modelle:
| Modell | Simson Spatz SR 4-1P | Simson Spatz SR 4-1K | Simson Spatz SR 4-1SK |
|---|---|---|---|
| Motor | Rheinmetall Zweitakt Motor | Simson-Zweitakt Motor | Simson-Zweitakt Motor |
| Starter | Pedal | Kickstarter | Kickstarter |
| Kühlung | Fahrtwind | Fahrtwind | Fahrtwind |
| Bohrung | 38 mm | 40 mm | 40 mm |
| Hub | 42 mm | 39,5 mm | 39,5 mm |
| Hubraum | 47,6 cm³ | 49,6 cm³ | 49,6 cm³ |
| Verdichtung | bei Sö 4-1 Motor: 7,5:1, M 52 KH-Motor: 8,5:1 | bei Sö 4-1 Motor: 7,5:1, M 52 KH-Motor: 8,5:1 | bei Sö 4-1 Motor: 7,5:1, M 52 KH-Motor: 8,5:1 |
| Leistung | 2/5200 PS/min | 2,3/5250 PS/min | 2,3/5250 PS/min |
| Getriebe | 2-Gang, Handschaltung | 2-Gang, Handschaltung | 2-Gang, Handschaltung |
| Vergaser | BVF NKJ 134-1 | BVF NKJ 134-3 | BVF NKJ 134-3 |
| Tank | 8,5 Liter | 8,5 Liter | 8,5 Liter |
| Rahmen | Zentralrohr-Schalenrahmen | Zentralrohr-Schalenrahmen | Zentralrohr-Schalenrahmen |
| Bereifung | 20 × 2,75 | 20 × 2,75 | 20 × 2,75 |
| Bremse vorn/hinten | Innenbacken/Vollnaben | Innenbacken/Vollnaben | Innenbacken/Vollnaben |
| Radführung vorn | Kurzschwinge auf Schraubenfedern | Kurzschwinge auf Schraubenfedern | Kurzschwinge auf Schraubenfedern |
| Radführung hinten | Langschwinge mit Federbeinen | Langschwinge mit Federbeinen | Langschwinge mit Federbeinen |
| Gewicht | 65 kg | 68 kg | 68 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 50 km/h (Werksangabe) | 50 km/h (Werksangabe) | 50 km/h (Werksangabe) |
| Bauzeit | von 1964 bis 1967 | von 1964 bis 1966 | von 1967 bis 1970 |
| gebaute Stückzahl | ca. 30.000 | ca. 120.000 | ca. 68.070 |
Lackierungen und Export
Die Farbgebung des Spatz entsprach weitgehend der des Mokicks Star (weinrot / grau-grün), wurde aber im ersten Produktionsjahr in geringer Stückzahl auch in braun (maron) oder blau lackiert.
Der Ladenpreis (EVP) für den Spatz betrug in der DDR stets 1050,- Ost-Mark. Der Spatz wurde aber auch von der Firma Neckermann, einem Versandhaus, nach Westdeutschland importiert und dort zum Neupreis von 598,- DM verkauft.
Ein Neckermann-Spatz hatte keine Hupe, keine Batterie, nur eine Fahrradklingel am Lenker.
Der Simson Spatz 50 als Funbike
Alle Typen stellten für diese Zeit eine Weltklasse dar. Ähnliche Details und Formgebungen sorgten für eine recht große Mopedfamilie, ein ganz besonderes Exemplar war aber der Spatz 50. Dieses wurde als Funbike 1999 entwickelt und erhielt u.a. Der Spatz 50 war mit 1800,00 Euro einen relativ hohen Preis für den Zweiradmarkt, auch deshalb hielten sich die tatsächlichen Verkaufszahlen in sehr bescheidenen Verhältnissen für SIMSON.
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