Suzuki Motorrad Rückrufaktionen: Eine Übersicht

BMW, Honda, Moto Guzzi, Suzuki, Triumph und Yamaha: Das "Who is who" der Motorradbauer hat derzeit mit Rückrufaktionen zu tun.

Aktuelle Rückrufaktionen bei Suzuki

Zwei Rückrufmeldungen gibt es im Hause Suzuki Motorrad, leider ohne Informationen vom Importeur.

Für die Modelle DL650 und SV650 wird vom Kraftfahrt-Bundesamt eine fehlerhafte Programmierung der On-Board-Diagnose (OBD) bei in diesem Jahr gebauten Maschinen gemeldet.

Dadurch könnten vorliegende Störungen vom Motorsteuergerät nicht erkannt und an den Fahrer übermittelt werden.

Rückrufe bei Suzuki Motorrad - DL 650 und SV 650 wegen Problemen mit der On-Board-Diagnose in die Werkstätten einbestellt.

Das zweite Problem betrifft den Roller Address (UK110), gebaut Anfang 2015 bis Mitte 2016.

Hier kann aufgrund mangelhafter Schutztüllen Wasser in den Gasseilzug eindringen, bei Kälte einfrieren und den Seilzug blockieren.

Zur Abhilfemaßnahme liegen in beiden Fällen keine genaueren Angaben vor.

Rückruf wegen defekter Hinterradreifen

Grund ist ein womöglich defekter Hinterradreifen.

Suzuki rät Haltern in Deutschland, das Motorrad nicht zu fahren, die Auslieferung ist gestoppt.

Im Frühjahr des Jahres bekam Suzuki in Japan vereinzelt Meldungen, dass bei den DE-Modellen der Modelljahre 2023 und 2024, die Hinterradreifen vom Typ Dunlop Trailmax Mixtour in der OE-Version von Suzuki schadhaft wären.

Lauffläche und Karkasse hätten sich voneinander gelöst.

Am 17. Juni wurden vorerst alle Lieferungen der Motorräder weltweit eingestellt.

Seit dem 25. Juli im Rückruf beim KBA.

Insgesamt 1.050 Motorräder sind betroffen und sollen auf Anraten von Suzuki Deutschland nicht mehr gefahren werden, wenn sie noch die werkseitige Hinterradbereifung haben.

In der KW 31, zwischen dem 29. Juli und 2. August, wurde der Rückruf öffentlich gemacht.

Grund des Rückrufs sind Meldungen an Suzuki Japan über Schäden am Hinterreifen über die ganze Welt verteilt.

Die Schadenbilder reichen laut NHTSA, KBA und Haltern von Rissen und Verformungen der Lauffläche, bis zum Ablösen der Lauffläche vom Reifen.

Davon 1.050 Stück in Deutschland, weitere 1.688 Stück in den USA und laut britischen Medien stehen in UK 304 V-Strom auf der Liste der potenziell betroffenen Modelle.

Und wie in Deutschland raten die Landesvertretungen von Suzuki vom Betrieb des Motorrads mit originaler, werkseitigen Bereifung ab.

Reifentausch bei Suzuki

Eine delikate Randnote in diesem Rückruf: Wie gelangt ein Motorrad zum Händler, von dessen Betrieb der Hersteller abrät?

Bleibt eigentlich nur der Transport per Hänger oder der Ausbau des Rads, was beides mit Aufwand für den geschädigten Halter einhergehen würde.

Ebenso ist noch unklar, ob Suzuki kommentarlos jeden betroffenen Hinterradreifen ersetzt, unabhängig des Zustands und der Laufleistung.

Weitere Rückrufaktionen

Suzuki muss alle SX4 S-Cross-Fahrzeuge seit Produktionsbeginn zurück in die Werkstätten beordern.

Unter Umständen können sich die Seitenairbags nicht richtig entfalten.

Bei gleich mehreren Suzuki-Modellen wurden die Halteschrauben für die Hinterachse nicht ausreichend gesichert.

Dies kann beim Lösen zu „unsicheren Fahrzuständen“ führen.

Suzuki ruft in Deutschland rund 769 Fahrzeuge des Typs Address zurück.

Bei dem Modellreihe UK110NE/NX L5 aus dem Jahr 2015 kann der Hauptscheinwerfer ausgehen und durch einen Kurzschluss auch der Motor während der Fahrt ausfallen.

Eine Korrosion im Zündschlossverbindungsstecker kann bei der Suzuki V-Strom 1000 zum Motorausfall und zum Ausfall der Elektrik führen.

Am Kabelbaum kann ein Kurzschluss entstehen und der Startermotor kann aufgrund schlechter Positionierung des Batteriemassekabels auch ausfallen.

Der japanische Kleinwagenspezialist Suzuki Motor ruft in Deutschland rund 15.752 Ignis-Modelle vom Typ FH der Baujahre 2000 bis 2002 zurück in die Werkstatt.

Schmierfett im Zündschalter kann verkoken und zu einem Brand führen.

Suzuki tauscht im Rahmen einer Rückrufaktion in Deutschland bei insgesamt 2.444 Fahrzeugen vom Typ SX4 Classic (Typ RW) und SX4 S-Cross (Typ AKK) die Kraftstofftank-Haltegurte aus.

Suzuki ruft seit Ende September in Deutschland 886 Swift (Typ NZ) und 69 Splash (Typ EX) aus ungarischer Produktion (Baujahr 2013 und 2014) zurück.

Bei den Fahrzeugen ist die Befestigung der Wasserpumpen-Riemenscheibe unter Umständen unzureichend sein, was final zu Motorschäden führen kann.

Suzuki ruft in Deutschland 7.303 Einheiten des Jimny (Typ SN) zurück.

Die Befestigungsschraube des Panhardstabes an der Vorder- sowie der Hinterachse wurde nicht richtig befestigt.

Dadurch kann es zu einer Beeinträchtigung des Kurvenfahrverhaltens, zu Vibrationen im Lenkrad und zu verminderter Lenkfähigkeit des Fahrzeugs kommen.

Suzuki ruft weltweit knapp 11.000 Fahrzeuge der Modellreihen Swift (Typ NZ), Splash (Typ EX) und SX4 (Typ EY) zurück, davon 826 Einheiten in Deutschland.

Die betroffenen Autos wurden im vergangenen und in diesem Jahr im ungarischen Werk gebaut.

Bei der Montage wurde unter Umständen die Lenksäule nicht korrekt mit dem Lenkgetriebe verbunden, so dass es zum Verlust der Lenkfähigkeit kommen könnte.

Wegen einer möglichen Fehlfunktion des ESP-Systems aufgrund eines Produktionsfehlers beordert Suzuki einige im vergangenen Jahr in Ungarn produzierte Swift (Typ NZ) in die Vertragswerkstätten.

In extremen Fahrsituationen kann es zum Eingreifen des ESP Systems außerhalb des definierten Kennfeldes kommen.

Eine nach eigenen Angaben freiwillige, kostenlose Serviceaktion wegen des möglichen Ausfalls der Lenklkraftunterstützung hat derzeit Suzuki in Deutschland für 3.687 Fahrzeuge des Jimny (Typ „FJ“), für 1.325 Fahrzeuge des Grand Vitara (Typ „JT“), sowie für drei Fahrzeuge des Grand Vitara XL7 (Typ „HAT“) durchzuführen.

Der Suzuki Swift (Baujahr 2005 - 2008) muss wegen möglicher Probleme mit dem Kraftstoffschlauch in die Werkstätten. Betroffen sind 6340 Fahrzeuge.

Der Suzuki Alto wird in die Werkstätten gerufen, weil es aufgrund zu großer Toleranzen des Tanks zu Undichtigkeiten bei der Kraftstoffpumpe kommen kann.

Das Kraftfahrt-Bundesamt sieht durch den Fehler eine Brandgefahr für die betroffenen Fahrzeuge.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr bittet Suzuki zahlreiche Halter von Swift-Modellen zu einer Rückrufaktion.

Grund sind die Spätfolgen eines Feuchtigkeitseintritts im Heck.

Nachdem die Fahrzeuge bereits im Februar einen unfreiwilligen Stopp in den Vertragswerkstätten einlegen mussten, um einem möglichen Schmorbrand vorzubeugen, müssen nun die hinteren Gurtlaschen überprüft werden.

Überblick über weitere Hersteller-Rückrufe

Gleich drei Motorradhersteller rufen Modelle in die Werkstätten.

Bei BMW Motorrädern des Typs R 1200 GS kann es zum Ölaustritt aus dem Getriebe kommen, bei den Suzuki-Modellen V-Strom 650 ABS L4 und GSX650F kann die Antriebswelle brechen und Zero kämpft mit Motorausfällen.

Suzuki hat Ende Oktober eine Aktion für die GSX-R Modelle gestartet, um im Rahmen eines etwa zweistündigen Werkstattaufenthalts den Hauptbremszylinder des Vorderrads auszutauschen.

Bei den Honda ATV-Modellen TRX500FE und TRX500FM muss die Lenkwelle überprüft und ggf. getauscht werden.

Dazu gibt es einen Reifenrückruf bei Savatechs Marke MITAS und einen aus dem Verkauf genommenen Motorradhandschuh der Firma POLO.

Drei aktuelle Rückrufe im Zweiradbereich: Peugeot Scooter Sum Up 125, Suzuki GSX-R 1000 und Triumph Rocket III Touring sind betroffen.

Opel hat einen Rückruf für den Agila A der Modelljahre 2003 bis 2007 gestartet.

Wie ein Sprecher bestätigte, muss bei 25.731 in Deutschland registrierten Fahrzeugen der Tank überprüft und wenn nötig getauscht werden.

Beispiele für Rückrufe anderer Hersteller

  • Yamaha ruft Motorräder aus den Modelljahren 2024 und 2025 in die Werkstätten zurück.
  • Moto Guzzi ruft weltweit 2.791 Fahrzeuge des Modells V100 Mandello aus den Baujahren 2022 und 2023 zurück.
  • BMW Motorrad hat zwei sicherheitsrelevante Abhilfemaßnahmen für verschiedene Motorradmodelle gestartet.
  • Honda ruft weltweit rund 50.897 Motorräder des Typs CRF1100 aus den Baujahren 2021 bis 2024 zurück.
  • Triumph ruft weltweit rund 1.600 Motorräder wegen erhöhter Sturzgefahr zurück.

Tabellarische Übersicht der Rückrufaktionen

Modell Baujahre Grund des Rückrufs
DL650 und SV650 Aktuelles Jahr Fehlerhafte Programmierung der On-Board-Diagnose (OBD)
Address (UK110) 2015-2016 Wasser im Gasseilzug, Blockade bei Kälte
V-Strom 800DE 2023-2024 Defekter Hinterradreifen (Dunlop Trailmax Mixtour)
SX4 S-Cross Seit Produktionsbeginn Seitenairbags entfalten sich möglicherweise nicht richtig
Address (UK110NE/NX L5) 2015 Ausfall des Hauptscheinwerfers, Kurzschluss, Motorausfall
V-Strom 1000 Unbekannt Korrosion im Zündschlossverbindungsstecker, Motorausfall, Ausfall der Elektrik
Ignis (FH) 2000-2002 Schmierfett im Zündschalter kann verkoken, Brandgefahr
Jimny (SN) Unbekannt Falsch befestigte Schraube des Panhardstabes
Swift (NZ), Splash (EX), SX4 (EY) 2013-2014 Mögliche Fehlfunktion des ESP-Systems

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