Das Raymon Tarok Ultra ist ein neues E-Mountainbike, das mit dem innovativen ZF CentriX Motor ausgestattet ist. In diesem Artikel werden die Details und die Performance dieses Bikes ausführlich beleuchtet.
Die Marke Raymon
Auch, wenn sich das Unternehmen erst 2024 in Rekordzeit neu formierte, stecken hinter Raymon doch einige sehr erfahrene Köpfe der E-MTB-Szene. Seit ihrer Gründung setzt die Marke auf Qualität, Innovation und vor allem Fahrspaß. Ob E-Bikes, Mountainbikes, Cityflitzer oder sportliche Rennräder - bei Raymon findet jeder das perfekte Bike. Die Philosophie? Fahrräder für alle, die das Leben aktiv gestalten wollen. Raymon denkt an dich, egal ob du gemütlich durch die Stadt cruisen, anspruchsvolle Trails meistern oder lange Touren genießen möchtest.
Die Bikes sind robust, modern und dennoch erschwinglich - perfekt für Einsteiger und ambitionierte Hobbyfahrer. Nutzer loben besonders die hochwertige Verarbeitung und das durchdachte Design. Egal, ob jung oder alt, Abenteurer oder Alltagsfahrer - Raymon hat das passende Modell. Schnapp dir dein neues Bike und werde Teil der Raymon-Community, die das Radfahren in all seinen Facetten liebt.
Das Raymon Tarok Ultra im Überblick
Das neue Raymon Tarok ist ein 160mm-Fully mit 29-Zoll-Vorderrad und einem 27,5 Zoll durch messenden Hinterrad. Vier Modelle stehen zur Wahl, das Tarol, das Tarok Pro und das Topmodell Tarok Ultra, sowie das Tarok Air. Bei diesem und den andren Varianten ist ein Akku mit 756 Wh Kapazität im Unterrohr platziert. Der Rahmen besteht aus Carbon und soll mit hervorragenden Steifigkeitswerten punkten. Die Geometrie ist sportlich, es ist ausreichend Platz für einen Flaschenhalter vorhanden.
Der ZF CentriX Motor: Eine Revolution im E-Bike-Antrieb
Zeitgleich mit dem neuen Raymon Tarok wurde der neue ZF CentriX Motor vorgestellt, der in der CentriX 90-Varianten in den Bikes der Serie verbaut ist. Der ist kompakt, nur etwas größer als eine 0,33 Liter Getränkedose beschriebt ZF die Maßen - in Zahlen 118 Millimeter breit, mit 88 Millimeter Durchmesser. Laut Hersteller wiegt der Motor 2,5 Kilo und hat ein maximales Drehmoment von 90 Nm (in der Centrix 75 Ausführung sind es 75 Nm). Vier Unterstützungsstufen stehen zur Wahl. Der CentriX 90 hat 600 Watt Maximalleistung, beim 75 sind es 450 Watt. Das ZF Bike Eco System basiert auf einer 48-Volt-Architektur, neben den Motoren umfasst es zwei Akku-Varianten (504 bzw.
ZF nutzt ein Wellengetriebe, wie es vor allem in der Robotik zum Einsatz kommt, anstelle der üblichen Stirnradgetriebe. Es soll spielfrei und dadurch hochpräzise sein. Weiterhin soll es keine Freilaufgeräusche geben. Der neue CentriX E-Bike-Antrieb von ZF Micro Mobility entwickelte sich bereits vor der Eurobike 2024 zum Gesprächsthema der Branche. Auf der Weltleitmesse in Frankfurt avancierte das kompakte Antriebssystem dann zu einem der meistgefragten Testprodukte im E-Bike-Segment. Auch wir nahmen dort eine erste Probefahrt vor und ließen uns die technischen Details erläutern.
Der ZF CentriX steht für einen grundlegend neuen Ansatz im E-Bike-Antriebssektor. Dabei liefert die Antriebseinheit ein maximales Drehmoment von 90 Nm bei einer Spitzenleistung von 600 Watt. Eine clever integrierte Kupplung sorgt für den Schutz des Antriebsstrangs vor Überlastungen. Grundlage für den Motor ist das Prinzip eines Wellgetriebes, ein Präzisionsgetriebe mit zahlreichen Vorteilen gegenüber oft verwendeter Planetengetriebe. Beim CentriX liegt die gesamte Konstruktion inklusive Sensorik und Antriebsmotor auf einer Achse, so dass hier eine sehr kompakte Bauform erzielt werden konnte.
Das innovative Gesamtkonzept wird durch ein durchdachtes Komponentensystem vervollständigt: Neben dem CentriX-Motor, der auch als 75 Nm Variante verfügbar ist, bietet ZF zwei Akkuvarianten mit 504 Wh (3,2 kg) oder 756 Wh (4,2 kg) an. Im Zentrum der Technologie steht der Core Controller. Dieses elektronische Herzstück vereint klassische Bedienungsfunktionen über integrierte Tasten mit zukunftsweisender Vernetzung durch eine Bluetooth-Schnittstelle zur zugehörigen App. Ein besonders durchdachtes Feature für längere Touren: Die magnetische Schnittstelle zum Laden von Smartphones während der Fahrt.
In unserem Praxistest konnten wir die versprochene Servicefreundlichkeit direkt vor Ort überprüfen: Motor ausbauen, (wieder einbauen haben wir gelassen 😉 ) - tatsächlich eine Sache von wenigen Minuten und ohne komplizierte Spezialwerkzeuge. Die Zukunftsfähigkeit des Systems wird durch seine offene Plattform-Architektur unterstrichen. Die ausgeklügelte Kabelführung mit strategisch platzierten Steckplätzen am Battery Terminal und im Oberrohr ermöglicht nicht nur kurze Verbindungswege, sondern auch die einfache Integration zusätzlicher Komponenten. Die maximale Ausgangsleistung z.B. Der Technologiekonzern verfolgt dabei eine klare Strategie: Der CentriX wurde von Grund auf als offenes, servicefreundliches System konzipiert. Diese Flexibilität ermöglicht den Einsatz in einem breiten Anwendungsspektrum - vom anspruchsvollen E-Mountainbike bis hin zum professionellen E-Cargobike.
Komponenten und Ausstattung
In Sachen Federung vertraut Raymon auf Premium-Komponenten von FOX: Die Factory-Versionen der 38er-Gabel und des Float X2 Dämpfers sind beeide Herr über 160 Millimeter Federweg. Das Mullet-Setup rollt auf Newmen Phase 30 Carbon-Laufrädern, die mit Continental Kryptotal Reifen bestückt sind. Dabei kommt vorne die SuperSoft-Mischung mit Enduro-Karkasse zum Einsatz, hinten die Soft-Mischung mit verstärkter Downhill-Karkasse. Eine detaillierte Vorstellung des Bikes findet man bereits in unserem separaten Artikel zur neuen Tarok-Baureihe.
Ausstattung im Detail:
- Gabel: Fox Float 38 Factory
- Dämpfer: X2 Factory
- Schaltung: Sram X0 Eagle Transmission
- Bremsen: Sram Maven SLVR, 220/200 mm
- Laufräder: Newmen Phase 30 Carbon
- Reifen: Continental Kryptoptal-F Enduro SuperSoft, 29 x 2,40 / Kryptotal-R Downhill Soft, 27,5 x 2,40
- Sattelstütze / Hub: Raymon Dropper / 170 mm
Fahrverhalten und Performance
Nach der theoretischen Betrachtung war es Zeit für den Praxistest unter realen Trailbedingungen. Das Raymon Tarok, als erstes E-Mountainbike mit dem ZF CentriX, wurde spezifisch für diesen Antrieb entwickelt - eine Symbiose, die sich bereits beim ersten Aufsteigen bemerkbar macht. Die Bedienung der verschiedenen Fahrstufen erfolgt intuitiv über die kompakte Lenkerremote. Statt uns auf die gebauten Flowtrails des Bikeparks Weingarten zu beschränken, wählten wir bewusst die anspruchsvolleren, naturbelassenen Trails der Umgebung. Der CentriX überzeugte dabei auf ganzer Linie: Die präzise Kraftentfaltung bei Steigungen ermöglicht ein kontrolliertes Klettern selbst an technisch anspruchsvollen Passagen.
Bemerkenswert ist der absolut spielfreie, klapperfreie Lauf auch in ruppigem Gelände - ein wichtiger Aspekt für die Langlebigkeit des Systems. Besonders beeindruckend zeigte sich der Antrieb im Wechselspiel zwischen flowigen Abfahrten und technischen Auffahrten. In puncto Akustik zeigt der CentriX ein charakteristisches Profil: Bei moderater Belastung arbeitet er dezent im Hintergrund. Diese ist zwar wahrnehmbar, aber keineswegs störend - sie unterscheidet sich vielmehr von bekannten Antriebssystemen durch ihren einzigartigen Klangcharakter. Diese zeitliche Staffelung zwischen akustischem Feedback und spürbarer Leistungsentfaltung ist ein weiteres charakteristisches Merkmal des Systems.
Interessante Erkenntnisse lieferte auch der Vergleich zwischen aktiviertem und deaktiviertem Nachlauf. Im ebenen Gelände fallen die Unterschiede zwischen den Modi kaum auf, an Steigungen unterhalb der Übergangsgeschwindigkeit wird der Effekt spürbarer. Die Klettereigenschaften des CentriX zeigten sich besonders beim Anfahren am Berg. Der Sport-Modus ermöglicht dagegen ein kontrolliertes, smoothes Anfahren auch in technischem Gelände. Ein Leistungsabfall (Derating) war auch bei längeren Steigungen nicht feststellbar - wobei die moderaten Temperaturen während des Tests berücksichtigt werden müssen.
Das ZF Color Display setzt neue Maßstäbe in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Aus Sicherheitsgründen aktiviert sich ab 5 km/h eine automatische Displaysperre - eine durchdachte Funktion, die die Konzentration auf den Trail gewährleistet.
Praxistest auf den Trails
Gleich im ersten Uphill des Tests kann das Raymon Tarok ordentlich Punkte sammeln. Ein flacher Lenker sorgt für zusätzliche Last auf dem Vorderrad. So zieht das Bike mit schön viel Druck auf der Front über steile Rampen. Wer sich einmal an den monotonen aber kräftigen Schub des lauten Motors gewöhnt hat, findet im Tarok einen sehr fähigen Kletterer. Trotz Full-Power-Konzept passt in Engstellen auch die Agilität. Die leichten Carbon-Laufräder lassen sich gut auf Schwung bringen und präzise platzieren. So fühlt sich das Bike noch leichter an, als es tatsächlich ist.
Die 23,2 Kilo Lebendgewicht des Raymon Tarok Ultra sind in Anbetracht der schweren Batterie und dicken, robusten Ausstattung schon absolut top. Passend dazu bietet der Hinterbau einen definiert-stabilen Gegenhalt und eine solide-unauffällige Traktion. Der sichere Stand im Bike macht Lust auf technische Herausforderungen. Bei erfahrenen Piloten kommt direkt Rennfieber mit Bekenntnis zur Ideallinie auf.
Auch im Downhill fackelt das Raymon Tarok nicht lange und stellt seinen sportlichen, unkomplizierten Charakter offen zur Schau. Die Geometrie trifft ein gelungenes Mittelmaß aus Wendigkeit und Laufruhe. Ohne Extreme erzeugt sie eine ausgewogene Fahrposition und animiert zu allerlei Trail-Spielereien. Problemlos geht das Raymon an Kickern in die Luft und lässt sich für ein ausgewachsenes E-Enduro geschickt durch Wellen surfen.
Auch der souveräne Gegenhalt im Fahrwerk unterstützt den Spieltrieb des Raymon Tarok. Dank starker Federgabel, kraftvollen Bremsen und griffigen Reifen macht das Bike auf dem Trail eine sehr gute Figur. Mit gemäßigtem Reach und Lenkwinkel liegt die passive Fahrsicherheit trotzdem etwas unter der vieler Endurobike-Kollegen. Auch der Hinterbaukomfort ist in dieser Federwegsklasse eher unter Durchschnitt.
Wird es sehr steil, hätten wir uns vom Raymon Tarok Ultra eine etwas höhere Front gewünscht. Dadurch fährt sich das Bike in rauem Geläuf tendenziell etwas anstrengend. So richtig blüht das Bike in fähigen Händen auf, denn das straffe Fahrwerk und die reaktive Geo belohnen eine aktive Fahrweise mit Speed und Fahrspaß. Versierte Trail-Biker werden das Tarok mögen.
Messdaten und Fakten
Hier eine Übersicht der wichtigsten Messdaten zum Raymon Tarok Ultra:
Messdaten zu Raymon Tarok
- Gesamtgewicht: 23,22 kg ohne Pedale
- Akkugewicht: 4374 g
- Gewicht Laufräder: 4920 g (pro Satz mit Reifen, Kassette, Bremsscheiben)
Weitere Fakten:
| Einsatzgebiet | Enduro |
|---|---|
| Federweg | 160 / 160 mm |
| Laufradgröße | 29” |
| Preis | 10.499 Euro |
| Gewicht | 23,2 kg (BIKE-Messung) |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Motor-System | ZF CentriX |
| Akkukapazität | 756 Wh |
| Max. Systemgewicht | 130 kg |
| Garantie | lebenslang |
| Besonderheiten | erstes Serienbike mit ZF CentriX |
Die Konkurrenz im Blick
Der E-MTB-Markt ist voll mit Bikes, die sich nach einem kurzen Blick aufs Spec-Sheet direkt in den Warenkorb klicken lassen. Stärkster Motor, leichtestes Gesamtgewicht, größter Federweg - her damit! Aber Moment: Hört auf, einzelne Parameter zu vergleichen. Es geht nicht um den besten Wert, sondern ums beste Gesamtpaket. Und: Dein perfektes Bike ist nicht automatisch auch meins. Was zählt, sind eure Ansprüche, euer Nutzungsverhalten und eure Prioritäten. Entscheidungen, die ihr vor eurem Kauf treffen müsst, müssen klar überlegt sein. Was will ich und - noch wichtiger - was brauche ich überhaupt?
Fazit
Der ZF CentriX hat in unserem ersten ausführlichen Test auf dem Trail die hohen Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern in vielen Bereichen übertroffen. Die Ingenieure aus Friedrichshafen haben ihre Ankündigungen in die Tat umgesetzt und zeigen mit dem CentriX eine überzeugende Alternative zu den etablierten Antriebssystemen im Premiumsegment. Besonders die durchdachte Servicefreundlichkeit könnte dem System einen entscheidenden Marktvorteil verschaffen. Die Möglichkeit, die Antriebseinheit mit wenigen Handgriffen zu warten oder auszutauschen, dürfte nicht nur beim Fachhandel auf große Zustimmung stoßen. Diese gute Handhabbarkeit, gepaart mit der überzeugenden Performance auf dem Trail, positioniert den CentriX als vielversprechenden Neueinsteiger im umkämpften E-Bike-Antriebsmarkt. Die finale Bewertung wird jedoch der Praxiseinsatz bei den Endkunden liefern.
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