Fahrradkette Kettenschaltung Wartung: So geht's richtig

Die Fahrradkette ist das am meisten beanspruchte Bauteil am Fahrrad. Beim Treten wirken schließlich riesige Kräfte auf die filigranen Glieder. Quietschen oder Reiben beim Treten von unten? Dann ist es höchste Zeit, einen Blick auf die Fahrradkette zu werfen.

Wie kommt es zu Kettenverschleiß?

Alle drei Kurbelumdrehungen ist die Kette einmal komplett im Kreis gelaufen. Wenn man sich überlegt, wie viele Runden das im Jahr sind, kann man besser einschätzen, welche Belastungen, aber auch, welche Bedeutung das mit sich bringt. Bei einer Leistung von 3000 Kilometern pro Jahr und einer Entfaltung von ungefähr vier Metern kommen wir auf eine Viertelmillion Kettenrunden. Eine beeindruckende Zahl, selbst bei optimaler Schmierung und Reinigung.

Mit dem täglichen Sand, Dreck, Regen und Salz im Winter kommen selbst qualitativ gute Ketten und auch Ritzel (Zahnrad oder Zahnräder an der Hinterradnabe) und Kettenblätter (Zahnrad oder Zahnräder an der Kurbel) an ihre Grenzen. Die Herstellerangaben bezüglich dieser Teile und ihrer Haltbarkeit sind sehr unterschiedlich. Zusätzlich macht die Breite der Kette einen großen Unterschied. Deshalb gibt es Unterschiede bei Singlespeed-Antrieben und solchen mit mehreren Ritzeln am Hinterrad.

Durch Abrieb der Kettenoberflächen und minimalste Verformungen zwischen Laschen und Bolzen dehnt sich jedes Glied um einen Hauch. Eine Messlehre erfasst die “Längung” von sieben Gliedern und zeigt den Verschleißzustand in Stufen: 0% / 0,5% / 0,75% / 1%.

Methoden zur Feststellung von Kettenverschleiß

  • Verschleißlehre: Ein simples aber effektives Werkzeug ist die Verschleißlehre. Die beiden hinteren Dorne werden zum Messen fest in die Kette gesteckt. Fällt der vordere zur Hälfte oder komplett in die Öse, ist die Kette fast oder komplett verschlissen.
  • Nach Herstellerangaben: Es gibt eine klare Empfehlung für jedes Kettenmodell, an die man sich halten kann. Im Allgemeinen sind diese Kilometerintervalle aber recht kurz bemessen, eher so wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum.
  • Zupftest (nur für Kettenschaltungen): Hinten das kleinste Ritzel auflegen, vorne das größte Kettenblatt, an dessen in Fahrtrichtung vorderstem Ende versuchen, die Kette Richtung Vorderrad wegzuziehen. Entsteht ein Spalt größer als ein Streichholzkopf, sollte die Kette runter.

Sicherer und günstiger: Rechtzeitige Ketten-Wartung

Man könnte meinen, mit dem Tausch der Kette könne man warten, bis die Funktion wirklich spürbar durch den Ketten-Verschleiß leidet. Aber wem schon mal beim Treten die Kette gerissen ist, weiß einen zuverlässigen Antrieb sehr zu schätzen. Meistens geht dieser Worst Case mit einem Unfall einher, von dem Totalausfall des Antriebs mal ganz abgesehen.

Rechtzeitige Wartung hat aber noch einen großen Vorteil: Bei einer “gelängten” Kette passen die Abstände der Glieder nicht mehr zu denen der Zahnräder. Dadurch reiben die Metallteile beim Umlauf hart aneinander. Der Verschleiß der Zahnräder steigt exponentiell. Die Rechnung ist einfach: Lieber tauscht man doch eine Kette für 20 oder 30 Euro als die Ritzel für das Drei- oder Vierfache.

Ein schlecht laufender Antrieb mit dreckiger oder verschlissener Kette kostet rund 20 Watt Tretleistung, für den Normalradler sind das 15 bis 20 Prozent seiner Power! Regelmäßiges Säubern und Schmieren der Kette verlängert deren Lebenszeit um das Vielfache. Lange Standzeiten im Regen dagegen beschleunigen den Ketten-Verschleiß. Akribisch gepflegt, halten Ketten auf Shimano-XT-Niveau schon mal 15.000 Kilometer statt der empfohlenen 2.000!

Ketten an Einfach-Schaltungen halten länger

Singlespeed-Ketten sind breiter und auch ohne dieses Maß an Zuwendung ziemlich robust. Ein gewisser Abrieb am Metall der Glieder beeinflusst weder den Schaltkomfort noch die Zugstabilität negativ. Auch dass solche Ketten bei großer Pedalkraft übers Zahnrad rutschen, kommt nur vor, wenn deren Spannung nicht ausreichend ist. Getauscht werden müssen die breiten Modelle erst bei einem Ketten-Verschleiß von einem Prozent oder wenn sie durch Dreck und Wetter steif geworden sind.

TIPP: in rostfreies Material investieren! Gerade weil Singlespeed-Ketten länger auf dem Rad bleiben und um die Wartungsfreundlichkeit des Antriebs zu erhalten, lohnt sich hier ein rostfreies Modell für 30 bis 40 Euro!

Bei Kettenschaltungen mit acht, neun oder zehn Ritzeln “darf” die Kette bis 0,75 Prozent verschleißen, also länger werden, so unsere sowie die Empfehlung von Werkstatt-Experte Park Tool. Moderne Schaltungen mit elf oder zwölf Zahnrädern am Hinterrad arbeiten mit so wenig Toleranz, dass hier schon bei einem halben Prozent getauscht werden sollte, außerdem wären die ebenfalls schmalen Zahnräder nochmals teurer, wenn man zu lange wartet.

Shimano- und Sram-Produkte sind offiziell untereinander kompatibel, die Erfahrung zeigt aber, dass gerade bei Letzteren die hauseigenen Ketten am besten funktionieren. Und keine Angst vor “Fremdprodukten”, KMC oder Connex zum Beispiel liefern hervorragende Qualität, sie müssen nur Shimano-/Sram-kompatibel etikettiert sein. Im Fachgeschäft wird man genau das beim Kettenkauf fragen - und wie viele Ritzel das Rad hat.

So funktioniert der Fahrradketten-Tausch

Ab Werk bekommt ein Rad meist eine endlose Kette, es gibt also keine Stelle, die zum Öffnen vorgesehen ist. Um das zu tun, muss man irgendeinen der Bolzen mit dem Kettennieter wie mit einer Schraubzwinge aus der Kette herausdrücken. Achtung: Liegt der neuen Kette kein Verschlussstück oder ein neuer Bolzen bei, den Niet nicht ganz herausdrücken!

Nach dem Entfernen der alten Kette ist übrigens ein sehr guter Zeitpunkt, alle Zahnräder gründlich mit einer Bürste und idealerweise einem Kettenreiniger zu säubern, auch die vom Schaltwerk. Wenn klar ist, dass die Kette entsorgt werden soll, kann man sie natürlich auch mit einem Bolzenschneider öffnen. Die alte Kette vor dem Wegwerfen aber erst als Blaupause für die Länge der neuen nutzen. Neue Ketten sind nämlich fast immer etwas zu lang. Die überschüssigen Glieder müssen - ebenfalls durch Herausdrücken des Nietstifts - entfernt werden, spätestens jetzt braucht man das entsprechende Werkzeug.

Das passende Werkzeug

Achtung: Soll ein Kettenschloss verwendet werden, müssen zwei Innenlaschenglieder übrig bleiben, also die schmaleren Teile der Kette. Soll der Verschluss mittels Niet beziehungsweise Bolzen geschehen, je ein Paar Innenlaschen und ein Paar Außenlaschen. Bevor man die Ketten endgültig verschließt, sollte man die Länge testen. Ein superpraktisches Tool dazu kann man sich leicht selbst aus etwas festerem Draht bauen, dessen Enden man umbiegt und so provisorisch die Kette schließt.

Um die korrekte Länge der Kette zu testen, muss sie über die jeweils kleinsten Zahnräder des Antriebs laufen, also am Hinterrad ganz nach rechts und am Tretlager - falls es mehrere gibt, aufs linke Kettenblatt. Der Kettenspanner des Schaltwerks sollte nun etwa waagerecht stehen und die Kette nicht durchhängen, sondern schon unter Spannung stehen. Hängt sie durch, müssen zwei oder vier Glieder mehr raus. Zeigt das Schaltwerk bereits deutlich nach unten, probiert man es lieber noch mal mit zwei Gliedern mehr.

Ist die neue Kette nach dem Wechsel zu lang, lässt sie sich in manchen Gängen nicht mehr spannen und fällt von der Kurbel.

Kettenverschluss

Es gibt viele Wege beziehungsweise Produkte, eine Kette wieder zu verschließen. Das macht es etwas unübersichtlich. Die Auswahl der Verschlussteile im folgenden Bild zeigt rechts einen neuen Kettenniet mit Einführhilfe, die nach dem Eindrücken mit einem Kettennietdrücker oder einem vergleichbaren Tool mittels Zange einfach abgebrochen wird. Links daneben sieht man ein Kettenschloss, bei dem eine der Außenlaschen abnehmbar ist.

Die beiden Stifte an der festen Lasche werden durch die Enden der neuen Kette geschoben, die einzelne Lasche wird aufgesetzt und der silberne Sicherungsschieber von vorne über die Stiftenden geschoben, bis er einrastet.

Rechts oben im Bild sieht man eine von zwei identischen, zusammengehörigen Außenlaschen mit je einem festen Kettenniet. Sie werden spiegelverkehrt in die Kette eingesetzt, die sollte dabei mittels Haltedraht entspannt werden. Die Stifte passen genau in die verbreiterte Aussparung des Gegenstücks, durch Zug auf der Kette ziehen sich die Stifte in den schmaleren Teil der Ösen und rasten ein.

Zum Öffnen müssen die Enden des Verschlussglieds zueinander gedrückt werden, bis die Bolzen sich aus der Arretierung lösen und an der breiteren Stelle der Öffnung herausnehmbar sind.

Zuletzt das einfachste Verschlussstück oben links: Auch hier gibt es eine Außenlasche mit zwei festen und eine ohne Kettenbolzen. Das hintere Teilstück wird in die Kettenenden eingeschoben, die „freie“ Außenlasche passt nur auf beziehungsweise über die Stiftenden, wenn man die Kette zur offenen Seite hin krümmt. Sitzen beide Löcher auf den Einkerbungen der Bolzenenden und lässt man die Kette wieder los, reicht das tatsächlich, um einen festen Sitz zu gewährleisten. Den meisten Ketten liegt übrigens ein Verschlussstück bei, man kann sie aber auch separat für durchschnittlich einen Euro kaufen.

Was passiert nach dem Tausch der Kette?

Fahrer der meisten Nabenschaltungen und Getriebe müssen dran denken, nach der Kettenmontage deren Spannung wieder herzustellen. Dazu muss im Allgemeinen das Hinterrad wieder etwas weiter hinten im Ausfallende fixiert werden. Ab Werk kommen Ketten schon mit Schmierung. Wurden die Ritzel nicht mit getauscht, kann das Laufgeräusch der Kette auf den ersten Kilometern etwas rau sein, das gibt sich aber. Die entfernten, überzähligen Glieder heben sich einige Radler auf, um eine optische Referenz zum Zustand ihrer Kette zu haben.

Werkzeug für den Kettenwechsel

Sinnvolles Werkzeug bei Ketten-Verschleiß: Park Tool Verschleißlehre CC-4, Parktool Kettennietendrücker CT-3.3 und Parktool MLP-1.2-Zange.

Die Verschleißlehre CC-4 wird mit den beiden rechten Stiften von oben in die Kette eingelegt, der rechte von beiden sorgt für korrekten Sitz. Bei neuen Ketten setzt dann der Dorn ganz links auf einem Kettenbolzen auf. Je weiter die sieben Glieder zwischen den Messstiften ausgeleiert sind, desto tiefer sinkt er in vier Stufen in die Kette.

Der Kettennietendrücker CT-3.3 öffnet und schließt Ketten ohne separates Verschlussglied, indem der versenkbare Dorn den Niet aus seiner Buchse drückt; dabei werden Innen- und Außenlaschen der Kette aber vom Tool abgestützt.

Die MLP-1.2-Zange zum Öffnen von bereits vorhandenen Kettenschlössern ist kein Muss, mit herkömmlichen Spitz- oder Kombizangen haben sich dabei viele Hobbyschrauber aber schon mal die Finger eingeklemmt. Die leicht krallenartigen Spitzen passen genau um die zwei Kettenbolzen eines solchen Verschlussglieds.

Reinigung und Schmierung der Fahrradkette

Bevor es an das Reinigen deiner Kette geht, solltest du prüfen, ob sich die Länge der Fahrradkette durch die Nutzung verändert hat. Diese Längung siehst du mit bloßem Auge meist nicht, deshalb ist es sinnvoll, mit einer Verschleißlehre den Abstand der Kettenglieder zu prüfen. Die Verschleißlehre ist ein vordefiniert langes Metallstück, das, wenn die Kettenlänge stimmt, zwischen den Gliedern einrastet. Zögerst du den Tausch der Fahrradkette zu lange hinaus, schmirgelt sich die gelängte Kette die Zähne von Kettenblatt und Kassette zurecht und eine neue Kette springt ab.

Wie viele Kilometer du mit einer Kette radeln kannst, hängt davon ab, wie du schaltest, bei welcher Witterung du unterwegs bist und auf welchem Untergrund, wie hochwertig die Kette ist - und wie gut du sie pflegst. Manche müssen nach 1.000 Kilometer runter vom Fahrrad, andere halten gut 3.000 Kilometer und mehr.

Ob Mountainbike, Rennrad oder E-Bike: Nach Fahrten im Gelände oder bei Regenwetter lagert sich ein Schmutzfilm auf deinem Fahrrad und besonders auf deiner Fahrradkette ab. Staub, gestreutes Salz und schmutziges Wasser greifen die Kette ebenso an wie Waldboden.

Reinigungsschritte

  1. Mit dem Reinigen der Fahrradkette beginnst du am besten, indem du den gröbsten Schmutz trocken entfernst. Bürste einfach mit einer alten Zahnbürste locker über die Kette.
  2. Mit einem trockenen Lappen kannst du nun die verbliebenen Verschmutzungen lösen. Verwende einen alten Lappen, denn das Schmiermittel bleibt selbst nach dem gründlichsten Waschgang im Stoff haften.
  3. Nach der Reinigung geht es an das Schmieren deiner Fahrradkette. Zum Ölen deiner Fahrradkette solltest du nur spezielle Produkte fürs Fahrrad verwenden, etwa das Kettenöl oder Kettenspray.

Tipp: Willst du auf Hausmittel zurückgreifen, kannst du vorsichtig einen Tropfen Spülmittel statt Kettenreiniger verwenden. Wenn du dir für die Reinigung neues Kettenöl zulegst, kannst du dir überlegen, auf eine umweltfreundliche Alternative umzusteigen.

Prinzipiell solltest du die Fahrradkette nach jeder Reinigung ölen. Spätestens wenn die Fahrradkette nicht mehr geräuschlos läuft, ist es an der Zeit, sich um sie zu kümmern. Wenn du dein Fahrrad oder E-Bike jahrelang nicht benutzt hast oder ein altes Schätzchen aus Omas Garage wieder zum Fahren bringen möchtest, prüfe die Fahrradkette auf rostige Stellen.

Spezifische Empfehlungen für die Pflege von Fahrradketten je nach Fahrradtyp

Was die spezifischen Empfehlungen für die Pflege von Fahrradketten je nach Fahrradtyp betrifft, so variieren die Anforderungen tatsächlich ein wenig. Rennräder, die oft auf sauberen und trockenen Straßen gefahren werden, benötigen möglicherweise weniger intensive Reinigungszyklen als Mountainbikes, die regelmäßig schlammigen und feuchten Bedingungen ausgesetzt sind. E-Bikes, mit ihrem zusätzlichen Drehmoment, das auf die Kette wirkt, können ebenfalls spezielle Überlegungen hinsichtlich der Schmierung und des Verschleißschutzes erfordern.

Im Allgemeinen schiebt man die Verschleißlehre zwischen die Kettenglieder, um zu messen, ob die Kette über ihre ursprüngliche Länge hinaus gedehnt wurde. Wenn die Lehre ohne Widerstand in den Spalt zwischen den Gliedern passt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Kette ausgetauscht werden muss.

Die regelmäßige Wartung deiner Fahrradkette beugt nicht nur Korrosion, sondern auch dem Verschleiß und der Neuanschaffung anderer Bauteile vor.

Aufbau und Funktion der Fahrrad Kettenschaltung

In der Regel besteht die Kettenschaltung aus folgenden Komponenten:

  • Kettenblätter: die Zahnräder an der Tretkurbel
  • Kassette: das Ritzel-Paket an der Hinterrad-Achse
  • Umwerfer: Schaltsystem an den Kettenblättern
  • Schaltwerk: Schaltsystem an der Kassette
  • Kette: überträgt die Antriebsleistung von der Tretkurbel auf das Hinterrad
  • Schalthebel: die Betätigung der Schaltung am Lenker im Bereich der Griffe
  • Bowdenzüge: sie übertragen den Schaltvorgang vom Schalthebel zu Umwerfer bzw. Schaltwerk

Qualitätsstufen bei der Fahrrad Kettenschaltung

Die beiden größten Anbieter für die Fahrrad Kettenschaltung sind Shimano und Sram. Beide Hersteller bieten für alle gängigen Fahrradtypen und Qualitätsstufen eine Vielzahl von Schaltgruppen an. Je nach persönlichem Anspruch und dem gewünschten Einsatzzweck kommen dabei ganz bestimmte Schaltgruppen für dein Fahrrad infrage. So zählen bei Shimano Altus und Acera zu den Einsteiger-Schaltgruppen, SLX und XT zu den hochwertigen Schaltungen und Saint oder XTR zu den High-End-Gruppen.

Tipps zur Nutzung der Fahrradkettenschaltung

Um die gesamte Technik so schonend wie möglich zu behandeln, solltest du die folgenden Empfehlungen beherzigen:

  • Praktikable Gänge: Achte bei der Wahl der Gänge vorne und hinten auf eine annähernd unverschränkte Führung der Kette, um einen erhöhten Verschleiß an Kette, Kettenblättern und Ritzeln zu vermeiden.
  • Schalten unter Last: Vermeide auch das Schalten unter Last, auch wenn das bei der Hyperglide-Schaltung ausdrücklich möglich ist. Es beschleunigt den Verschleiß.
  • Der Umgang mit den Verschleißteilen: Die Fahrradkette ist das Haupt-Verschleißteil in einer Fahrrad Kettenschaltung.

Pflege, Einstellung, Wartung und Reparatur der Gangschaltung

Der erste Arbeitsschritt im Zusammenhang mit Pflege und Wartung einer Fahrrad Kettenschaltung ist immer die Reinigung des gesamten Systems Kette-Kassette-Kettenblätter-Schaltwerk-Umwerfer. Danach erfolgt das Schmieren der Kette und zum Schluss das Einstellen der Schaltung.

Pflege und Austausch der Fahrradkette

Bei einer Fahrrad Kettenschaltung lässt sich die Fahrradkette nicht kapseln. Sie benötigt ja sehr viel Raum für alle Gänge. Folglich ist die Kette der Witterung und vor allem jeder Art von Staub und Schmutz ausgeliefert. Du musst sie also sehr häufig reinigen und bei Bedarf schmieren. Doch mit jeder „Behandlung“ im Rahmen der Pflege dringt ungewollt auch Schmutz in die Lagerstellen, was wiederum den Verschleiß beschleunigt.

Reinigung der Kettenblätter und der Kassette

Sobald du die Fahrradkette reinigst, solltest du auch gleichzeitig Kettenblätter, Kassette, Schaltwerk und Umwerfer säubern. Denn sonst verschleppst du alten Schmutz gleich wieder in die gereinigte Kette. Nutze hierfür fusselfreie Lappen und ausgediente Zahnbürsten.

Die Einstellung der Fahrrad Kettenschaltung

Achte stets darauf, dass die Schaltung sauber eingestellt ist. Das ist der Fall, wenn Umwerfer und Schaltwerk die Fahrradkette bei jedem Gangwechsel sehr zügig auf die betreffenden Zahnräder schieben und es nach dem Abschluss eines Gangwechsels keine schabenden Kontakte zwischen der Kette und dem Schaltwerk bzw. Umwerfer gibt.

Schaltwerk korrekt einstellen

Platziere das Fahrrad so, dass das Hinterrad ohne Bodenkontakt frei läuft. Lege die Kette per Umwerfer auf das mittlere Kettenblatt. Schalte nun einmal alle Gänge rauf und wieder runter und achte darauf, in welche Richtung die Kette Schwierigkeiten hat, den nächsten Gang zu treffen. Springt die Kette beim Gangwechsel nicht weit genug oder zu weit, musst du an einer der beiden Stellschrauben entsprechend die Spannung des Bowdenzugs erhöhen oder reduzieren.

Umwerfer korrekt einstellen

Platziere das Fahrrad wieder so, dass das Hinterrad ohne Bodenkontakt frei läuft. Betätige den Schalthebel für den Umwerfer und beobachte, in welche Richtung der Umwerfer in seiner Position korrigiert werden muss. Drehe an der betreffenden Stellschraube hinter dem Schalthebel in die erforderliche Richtung um einen Zahn weiter und prüfe das Schaltverhalten erneut.

Die Bowdenzüge

Du solltest regelmäßig die Bowdenzüge und die entsprechenden Zughüllen auf Verschleiß oder Beschädigungen kontrollieren. Aufgespleißte Bowdenzüge, Knicke oder Risse in den Zughüllen oder zu enge Biegeradien im Verlauf der Züge beeinträchtigen die Sicherheit oder die Schaltkräfte. Öffne in diesem Zusammenhang auch die Schalthebel am Lenker, um nachzusehen, ob Schaltzug und Schaltmechanik dort ohne Beeinträchtigung ihren Dienst verrichten.

Zusammenfassung

Eine regelmäßige und sachgemäße Wartung der Fahrradkette, insbesondere bei Kettenschaltungen, ist entscheidend für die Lebensdauer und die Leistungsfähigkeit des gesamten Antriebssystems. Durch die Beachtung der hier aufgeführten Tipps und Anleitungen können Radfahrer sicherstellen, dass ihre Kette optimal funktioniert und teure Reparaturen vermieden werden.

Aspekt Empfehlung
Reinigung Regelmäßig, besonders nach Fahrten im Gelände oder bei schlechtem Wetter
Schmierung Nach jeder Reinigung und bei Bedarf, um Reibung zu minimieren
Verschleißprüfung Regelmäßig mit einer Verschleißlehre
Austausch Bei Erreichen der Verschleißgrenze, um Schäden an Ritzeln und Kettenblättern zu vermeiden

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