Von jeher spielt das weibliche Geschlecht in der Männerwelt der Rocker augenscheinlich eine sehr wichtige Rolle, wenn auch zumeist auf eine recht spezielle Weise. Bis heute lassen sich Frauen im Umfeld von Rockern vor allem mit dem Zeigen von viel Haut und in erotischen Posen auf den Titelseiten von Zeitschriften assoziieren, die in Szenekreisen beliebt sind. Aber welche Rolle spielen Frauen in der Realität der Rockerclubs tatsächlich? Was macht Biker im Allgemeinen und Rocker im Besonderen für manche Frauen scheinbar so attraktiv? Und gibt es so etwas wie weibliche Rocker?
Die Rockerszene als Subkultur
Die Biker-Welt lässt sich für Außenstehende oft nur schwer abgrenzen vom kriminellen Milieu der „Rocker“ im polizeilich relevanten Sinn, auch wenn diese Abgrenzung sicher wesentlich ist. Der Begriff „Rocker“ wird dabei als Synonym für Angehörige von OMCG bzw. sog. Onepercenter verwendet. Mitglieder von OMCG mögen die o.g. Aspekte grundsätzlich teilen, treten jedoch im Gegensatz zur großen Mehrheit der oben charakterisierten Motorradclubs regelmäßig mit Straftaten in Erscheinung.
Der deutsche Aussteiger Ulrich Detrois etwa hatte über die Welt der OMCG Folgendes zu sagen: „Ihre Interessen sind […] vor allem materiell: Viele ihrer Mitglieder weltweit betreiben Drogen-, Waffen-, oder Menschenhandel, andere beuten Prostituierte aus. Und so machen sie Profit. Nicht wenige gehen dabei über Leichen“. Während dies früher undenkbar war, kommt es heute vor, dass Mitglieder von OMCG im Einzelfall kein Motorrad und womöglich nicht einmal einen entsprechenden Führerschein besitzen. OMCG und ihre Mitglieder sind aber auch in legalen Geschäftsbereichen aktiv. Hierzu zählt vor allem das Sicherheits- und das sogenannte Rotlichtgewerbe oder das Betreiben von Tattoo-Shops.
Charakteristisch für OMCG sind streng hierarchisch geführte Organisationsformen, eine in der Regel hohe Gewaltaffinität und das Fehlen jeglicher Kooperation mit Strafverfolgungsbehörden. Die Mitglieder von OMCG bezeichnen sich traditionell als „Brüder“. Nach außen verdeutlichen sie ihre enge Verbundenheit durch das Tragen ihrer Kutten mit den darauf befindlichen Aufnähern, den sogenannten „Patches“, aber auch mittels Tätowierungen mit oft spezifischer Bedeutung. Levi verortet OMCG im Oxford Handbook of Organized Crime auf der Ebene der sog. pseudomafiösen Strukturen.
Historische Entwicklung der Outlaw Motorcycle Gangs
Die Geschichte des OMCG-Begriffes begann im Jahr 1947: Am amerikanischen Nationalfeiertag kam es auf einem Motorradtreffen in Hollister im US-Bundesstaat Kalifornien zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern und der Polizei, die große Aufmerksamkeit in Öffentlichkeit und Medien fanden. Unmittelbar nach den Ausschreitungen soll die American Motorcycles Association (AMA) erklärt haben, dass 99 Prozent der US-amerikanischen Motorradfahrer rechtschaffene Bürger seien. Diese Erklärung wird als Geburtsstunde der „Onepercenter“ betrachtet, die sich selbst als gesetzlos („Outlaws“) bezeichnen und auf ihren Kutten ein „1%“-Symbol tragen, das sich direkt auf die Erklärung der AMA bezieht und sie sichtbar von den darin bezeichneten rechtschaffenden Bürgern abgrenzen soll.
1948, ein Jahr nach den Ausschreitungen in Hollister, wurde das erste Charter des Hells Angels MC mit dem Symbol des geflügelten Totenkopfes in San Bernadino, ebenfalls im US-Bundesstaat Kalifornien, gegründet. Ein erstes europäisches Charter der Hells Angels, deren Name an eine Kampffliegereinheit des Zweiten Weltkriegs angelehnt ist, wurde nach jahrelanger Expansion 1969 in London gegründet, 1973 folgte in Hamburg das erste deutsche Charter. 1966 entstand der traditionell mit dem Hells Angels verfeindete Bandidos MC, der nach dem Hells Angels MC als zweitgrößte Rockergruppierung weltweit gilt.
Während sich die meisten der o.g. kriminellen Aktivitäten ihrem Wesen entsprechend überwiegend im Verborgenen abspielen, zogen OMCG in zurückliegenden Jahren nicht zuletzt auch in Deutschland wegen einer Zunahme gewalttätiger Auseinandersetzungen mittels Hieb- und Stichwaffen, aber auch unter Einsatz von Schusswaffen und Sprengstoff, die vielfach unter verfeindeten OMCG stattfanden, öffentliche und mediale Aufmerksamkeit auf sich.
Die Rolle der Frau innerhalb der Subkultur
Damit das Zusammenleben in einer Subkultur - wie auch in der übergeordneten Gesellschaft - reibungslos funktioniert, werden innerhalb einer Subkultur Richtlinien geschaffen, die für die Mitglieder bindend, zugleich aber zumindest teilweise inkompatibel mit den Regeln der Bezugsgesellschaft sein können. Entsprechend sind auch Mitglieder von OMCG durch ein solches eigenes Regelwerk verbunden, das sie gleichsam von der übergeordneten Gesellschaft abgrenzt. Sie prägen zudem auch einen besonders charakteristischen Stil. In der öffentlichen Wahrnehmung gehören dazu wohl Lederwesten mit Clubaufnähern, Tätowierungen, lange Haare oder Bärte, martialisches Auftreten, harte Rockmusik und traditionell sicher auch die obligatorischen schweren Motorräder bzw. Chopper.
Ein solcher Stil ist sowohl Identifizierungs-, als auch zusätzliches sichtbares Abgrenzungsmerkmal, er verstärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder und signalisiert zugleich die bereits angesprochene Abgrenzung von den Normen der übergeordneten Gesellschaft und die Zugehörigkeit zur Subkultur auch unmissverständlich an Außenstehende. Das Werte- und Normensystem der OMCG korrespondiert mit dem Ausdruck zugespitzter Maskulinität und Härte.
Traditionelle Rollenbilder und Weibliche Inferiorität
Stil und Selbstverständnis der OMCG wirken sich unmittelbar auf deren Sicht auf die Rolle der Frau aus. Spezifische, der OMCG-Subkultur immanente Werte wie Stärke, Mut und expressive Männlichkeit, aber auch Gewaltbereitschaft und unbedingte Loyalität werden in der Welt der OMCG immer wieder getestet, das Bekennen dazu wird - einschließlich entsprechender Demonstrationen - offensiv eingefordert. Traditionell geht damit oft auch, gleichsam als subkultureller „Wert“ ein extremer Ausdruck weiblicher Inferiorität einher. Zahlreiche subkulturelle Bräuche und Zeremonien involvieren folgerichtig Frauen, wobei die ihnen zugeschriebene Inferiorität demonstrativ zur Schau gestellt wird.
Besonders deutlich kann das etwa im Rahmen von Aufnahmeritualen sichtbar werden. In der Literatur finden sich ferner Schilderungen von Frauen, die zu Gruppensex gezwungen wurden, wenn sie etwa ihrem Mann Widerworte gaben, sein leeres Bier nicht rechtzeitig bemerkten oder bei der Aufgabe scheiterten, sein Motorrad sauber zu halten. Bestenfalls werden Frauen in OMCG demzufolge in der Regel als eine Art Begleiterin geduldet, die dem Mann zu Diensten ist, keinesfalls aber als potenziell gleichwertiges Mitglied angesehen. Ihre Rollen sind beschränkt entweder auf die der festen Partnerin einzelner Mitglieder (meist „Old Ladies“ genannt) oder die eines allgemein verfügbaren „Lustobjekts“.
Diese traditionell im subkulturellen Jargon auch als „Mamas“ bezeichneten Frauen werden quasi als Clubeigentum betrachtet und müssen aus Sicht der Mitglieder dauerhaft und jederzeit für jedes Mitglied „verfügbar“ sein. Eine „Old Lady“ zu sein bedeutet dagegen die wohl höchstmögliche Stellung als Frau innerhalb einer OMCG erreicht zu haben. Im Gegensatz zu den „Mamas“ ist die Zugehörigkeit der jeweiligen Frau hier auf ein Mitglied beschränkt. Die Frau ist damit für die übrigen Mitglieder grundsätzlich „tabu“. Doch der Status einer Old Lady bedeutet keineswegs immer, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Anziehungskraft und Abhängigkeitsverhältnisse
Vor diesem gesamten Hintergrund stellt sich die Frage, warum sich Frauen überhaupt zu OMCG hingezogen fühlen, sich scheinbar freiwillig eine solche Rolle zuweisen lassen. Ein wichtiger Grund dürfte neben der demonstrativ überzogenen „Männlichkeit“ und einer wie auch immer verwegenen „Bad Boy-Erotik“ sicher auch die Perzeption von persönlicher und materieller „Macht“ sein. Entromantisiert auf den Punkt gebracht handelt es sich um eine Art generelles und allgegenwärtiges Einschüchterungskapital, über das Rocker in der Regel verfügen. Sie pflegen eine Aura, die von patriarchalischer Dominanz und zugleich von nonkonformistischer Rebellenhaftigkeit geprägt ist.
Allerdings muss dabei unterstrichen werden, dass manche Frauen für diese Art von Zugehörigkeit bereit sind, sich in gefährliche Abhängigkeitsverhältnisse zu begeben und offenbar schwerste Demütigungen und auch physische Verletzungen in Kauf zu nehmen. Frauen, die mit den Gangs assoziiert sind, neigen dazu, illegale Drogen zu konsumieren und werden häufig dazu gezwungen, Sex anzubieten, um etwa Schulden zu bezahlen oder Betäubungsmittel, Nahrung oder Unterkunft zu erhalten. Sie erleben ein hohes Maß an sexueller Gewalt in Form von Zwangspraktiken, ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit unterschiedlichen Partnern und auch Vergewaltigungen, die sie einem erheblichen Risiko körperlicher und seelischer Verletzungen aussetzen.
Tattoo Bedeutungen
In der zivilen Welt der Schul-Begriffe wird alles rein sachlich beschrieben. Begriffe von Tattoo-Vorlagen, -Bildern und -Motive haben meist ganz andere Bedeutungen. Die einzelnen Tattoo Motive kommen zum Teil aus verschiedenen Kulturen oder Erdteilen. So kann es sein, dass bestimmte Motive, Bilder oder Vorlagen nicht genau die gleiche Bedeutung haben, sondern in Asien andern gewertet oder gedeutet werden als in Europa.
Allgemeine Tattoo-Motive und ihre Bedeutung
- Aces of Spade: Glück, Ass im Ärmel
- Adler: Kraft, Energie, die Zukunft besser bestehen
- Anker: ewig währende Lieben, Hoffnung, Schutz vor Schwankungen im Leben
- Baum: Kreislauf Leben, Tod, Wiedergeburt
- Biene: Tapferkeit, Moral, Organisationstalent, Reinlichkeit, Geselligkeit, Fleiß, Bescheidenheit Weisheit
- Blume: Lichtsymbol, das weibliche Prinzip, Jugendlichkeit, Schönheit, Vergänglichkeit
- Brennendes Herz: Warmherzigkeit, hingebungsvolle Liebe, Reinheit, Neugebinn, Umwandlung
- Buddha: positive Eigenschaften, Nächstenliebe, Fürsorge, Weisheit und die unverfälschte Liebe für alles Lebendige auf Erden
- Chrysantheme: ein langes Leben, Glücksbringer
- Claddagh Ring: Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Loyalität, Treue
- Comic: keine spezielle Bedeutung
- Dämonen: Angstbewältigung oder Schutz vor den eigenen Dämonen
- Delphin: Gesundheit, Klugheit, Weisheit, Freiheit, Liebe zum Leben
- Devil: Verführung, Sünde, das Böse
- Drache: Glücksbringer, Weisheit, Friedfertigkeit, Männlichkeit, sowie Kraft, Macht, Übersinnliches und Stärke
- Eight Ball Kugel: Das Leben ist ein Spiel - und ich will es spielen
- Einhorn: Das Fantasy Motiv Einhorn steht für das Gute und für Heilung
- Elefant: Stärke, Kraft, Dankbarkeit und Klugheit
- Elfe: Romantik, Begabung, Naturverbundenheit, Unbesiegbarkeit
- Engel: Hoffnung, himmlischen Schutz
- Eule: Unheil
- Faust: Rachedurst oder Racheschwur
- Feuer: Reinigung , die Umwandlung und die Erneuerung
- Fisch: Gesundheit, Glück, gutes Auskommen
- Flamme: Reinigung, Umwandlung und auch Erneuerung
- Fledermaus: Tod und Unterdrückung
Motorrad Sprüche und Tattoos
Motorradsprüche sind mehr als nur einfache Zitate. Sie vermitteln das Gefühl von Freiheit, Abenteuerlust und die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Maschine. Ein klassischer Motorradspruch könnte lauten: „Vier Räder bewegen den Körper, zwei Räder die Seele.“
Für viele Biker ist das Motorradfahren so tief in ihrem Leben verankert, dass sie es durch Tattoos verewigen. Ein passender Spruch kann ein Tattoo noch bedeutungsvoller machen. Beliebte Tattoo-Sprüche sind: „Ride or die“ oder „Live to ride, ride to live.“
Beispiele für Motorrad Sprüche
- „Vier Räder bewegen den Körper, zwei Räder die Seele.“
- „Freiheit beginnt da, wo der Asphalt aufhört.“
- „Born to ride“
- „Zwei Räder, ein Herz.“
- „Auf zwei Rädern durchs Leben, mit Gedanken über den Wolken“
- „Manche Menschen träumen vom Fliegen, ich lebe es“
- „Motorradfahren ist die Kunst, eine Kurve zu tanzen“
- „Das Leben ist eine Reise, genieße jede Kurve“
- „Ein Leben ohne Motorrad ist möglich, aber sinnlos“
- „Es gibt nichts Besseres als den Duft von Benzin am Morgen“
- „Mein Herz schlägt im Takt des Motors“
- „Meine einzige wahre Liebe hat zwei Räder“
Harley-Davidson Tattoos
Ein Harley-Davidson Tattoo steht für weit mehr als nur eine Motorradmarke. Es ist ein Symbol für Freiheit, Rebellion und den unbändigen Willen, das Leben auf eigene Faust zu gestalten. Die Harley-Davidson ist nicht nur ein Motorrad, sondern ein Lebensstil. Ein Tattoo mit diesem Motiv ist eine Hommage an Abenteuerlust, Unabhängigkeit und Gemeinschaft. Es verkörpert das Gefühl, Grenzen zu überwinden, eigene Regeln zu schreiben und niemals stillzustehen.
Rockabilly Tattoos
Rockabilly-Tattoos werden meist in einem Retro-Stil entworfen und tätowiert. Dabei orientieren sich die Tattoo-Motive an alten Tattoo-Vorlagen und plakativen Designs der 50er- und 60er-Jahre. Zu den beliebtesten Rockabilly-Tattoos gehören neben der Schwalbe, dem Anker und dem Dolch vor allem Würfel, Kirsche, Pokerkarten, Billardkugel, Tikkimotiv, Teufel, aber auch das eiserne Kreuz, der Totenkopf, Betty-Boop und vieles mehr. Träger dieser Tattoos möchten das Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre teilen.
Bekannte Rockabilly Tattoo Motive
- Segelschiff
- Schwalbe
- Pin-up Girl
- Hula-Mädchen
- Kartenspiel
- Würfel
- 8-Ball
- Kirschen
- Elvis Presley
- Totenschädel
- Panther
- Hot Rod-Auto
- Herz
- Tiki-Gesicht
- Schlagring
- Zahl 13
- Pik-Ass
- Stern
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