Tektro vs. Shimano Bremsen im Vergleich

Wer richtig schnell sein will, muss auch schnell langsam werden können. Starke Bremsen helfen, maximale Verzögerung auf den Boden zu bringen und die Kontrolle auf immer anspruchsvolleren Strecken zu behalten. Aber nicht nur für Racer und Sekundenjäger ist eine starke Bremse, die wenig Fingerkraft erfordert, wichtig. Gerade Einsteiger tendieren dazu, mehr auf der Bremse zu hängen - das geht nicht nur aufs Material, sondern auch auf die Unterarme.

Wer viel Kraft zum Bremsen braucht, kriegt schnell Arm-Pump. Das kostet Sicherheit und zwingt euch dazu, langsamer zu werden oder sogar stehen zu bleiben, während eure Kumpels davon ziehen - mies. Die Lösung dafür lautet starke Bremsen, die dennoch gut zu dosieren sind. Sie muss zuverlässig, einfach zu warten, leicht und am besten auch noch erschwinglich sein. Reine Power hilft nicht, solange sie nicht fein dosierbar ist.

Hydraulische Scheibenbremsen: Das Prinzip

Im Test finden sich nur hydraulische Scheibenbremsen, wie sie schon seit Jahren in modernen MTBs als Standard gelten. Bremsen besitzen immer eine Gebereinheit: Das ist der Teil, der am Lenker befestigt ist und umgangssprachlich auch häufig nur Hebel genannt wird. Am Rahmen bzw. der Gabel ist dann die Nehmereinheit montiert. Verbunden sind die beiden Komponenten über die Bremsleitung, die den Druck vom Geber- auf den Nehmerkolben überträgt.

Der Druck entsteht im Geber, wo vom Bremshebel ein kleiner Kolben vorgeschoben wird. Weil sich die Bremsflüssigkeit nicht komprimieren lässt, steigt der Druck im System an und wird auf den Bremssattel übertragen, wo die größeren Bremskolben sitzen. Um die Handkraft zu verstärken, ist das Oberflächen-Verhältnis der Kolben von Geber- zur Nehmereinheit entscheidend. Die physikalische Grundlage dafür sind das Pascalsche Gesetz und die Formel für Druck = Kraft/Oberfläche.

Das bedeutet, wenn man den Durchmesser im Geberkolben verkleinert, erhöht sich der Druck im System. Vergleichen könnt ihr das mit einer Dämpferpumpe, die extrem hohe Drücke erzeugen kann. Hydraulisch betätigte Bremsen bedeutet, dass diese die Kraft durch eine Flüssigkeit übertragen. Derzeit sind zwei Arten von Bremsflüssigkeit vertreten: Mineralöl und DOT. Der Vorteil von Flüssigkeiten: Sie lassen sich im Gegensatz zu Luft nicht komprimieren, die Kraftübertragung findet also nahezu verlustfrei statt.

Bremsflüssigkeiten: DOT vs. Mineralöl

DOT-Bremsflüssigkeit kommt ursprünglich aus dem Kfz-Bereich. Die DOT-Flüssigkeit ist in Nummern unterteilt, wobei hauptsächlich DOT 4 und 5.1 bei MTBs vertreten sind. Je höher die Zahl, desto höher ist die Siedetemperatur der Flüssigkeit. Das wichtigste Merkmal von DOT-Bremsflüssigkeit ist, dass sie hygroskopisch ist. Das heißt, DOT bindet Wasser (unter anderem aus der Luft) und bildet eine homogene Flüssigkeit. Dadurch ändern sich die Eigenschaften von DOT und der Siedepunkt sinkt. Darum sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig getauscht werden. Zudem ist DOT gesundheitsschädlich und aggressiv gegenüber Lack, Haut und Klamotten. Hier macht nicht unbedingt die Menge, aber die Dauer das Gift: Spült man DOT gleich mit ausreichend Wasser ab, ist es kein Problem.

Mineralöl als Bremsflüssigkeit ist die Alternative zu DOT. Es ist nicht gesundheitsschädlich oder schlecht für den Lack, nur der Kontakt mit den Bremsbelägen sollte unbedingt vermieden werden. Mineralöl zieht kein Wasser an, bindet es aber auch nicht: Wie beim Salatdressing schwimmt das Öl einfach oben - eine typische Emulsion. Die Wahl der Bremsflüssigkeit obliegt in jedem Fall dem Hersteller, einfaches Wechseln zwischen den verschiedenen Flüssigkeiten ist nicht möglich. Dabei können Dichtungen und auch Bremsleitungen zu Schaden kommen. Der Einfluss aufs Bremsgefühl ist zudem marginal. Mineralöl sollte ebenso herstellerspezifisch gewählt werden, wie DOT nur mit der richtigen Nummer verwendet werden kann.

Bremsbeläge: Organisch vs. Metallisch

Prinzipiell gilt, dass jeder Bremsenhersteller auch seine eigenen Beläge anbietet. Meist sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Zudem sind Nachrüst-Beläge von Drittherstellern wie z. B. Sinter, GALFER oder Kool-Stop verfügbar. Hiermit lässt sich häufig vergleichsweise günstig die Bremspower steigern. Zudem gibt es meist zwei Arten von Belägen: metallische und organische. Wobei sie sich in den Grund-Bestandteilen nicht unterscheiden. Diese sind Reibmaterial, Gleitmittel und Fasern.

Das Reibmaterial ist für die Reibung verantwortlich und erzeugt dadurch auch die Bremspower, die man am Ende spürt. Das Reibmaterial besteht aus einem Mix aus harten Materialien wie Metalloxiden und Carbiden und sorgt somit auch für den meisten Verschleiß an der Bremsscheibe. Das Gleitmittel wiederum versucht, den Verschleiß zu begrenzen und den Reibungskoeffizienten stabil zu halten. Die Fasern unterscheiden sich in organischen Materialien wie Kevlar und Carbon oder metallischen Materialien wie Kupfer oder Stahl.

Bremsscheiben: Unterschiede und Befestigung

Die Bremsscheiben für MTB-Bremsen bestehen alle aus Stahl - zumindest die Reibfläche, an der die Beläge anliegen. Die Dicke der Bremsscheiben variiert hingegen und ist vor allem mit der Wärmeableitung gekoppelt. Shimano setzt zum Beispiel bei den XTR ICE-TECH-Bremsscheiben auf einen Kern aus Aluminium, der die Wärmeableitung und das Gewicht verbessern soll. Das Labor hat gezeigt: Die Sandwich-Struktur der Bremsscheibe ergibt Sinn und die Shimano XTR-Bremsen bleiben am kältesten. Besonders mit Sinter-Belägen wird der Effekt noch verstärkt.

Noch ein wesentlicher Unterschied bei den Bremsscheiben: Es gibt ein- und zweiteilige. Letztere sind auf einem „Stern“ in der Mitte vernietet und schwimmend gelagert. So wird verhindert, dass sich die Reibscheiben bei Wärme ungleichmäßig ausdehnen und verziehen können. Kommt es zur Befestigung der Bremsscheiben am Rad, ist der Markt zwischen Shimano und dem Rest der Bremsenwelt gespalten. Stichwort 6-Bolt vs. Centerlock. Für uns hat sich die Variante mit den 6 Schrauben als besser herausgestellt. Zwar ist die Montage etwas aufwändiger, dafür haben die Bremsscheiben kein Spiel auf der Nabe.

Wartung und Pflege von Tektro Bremsen

Wenn Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, sollten Sie sich immer zu 100 % auf die Bremswirkung der Fahrradbremsen verlassen! Wenn plötzlich eine Gefahrensituation da ist, müssen Sie sich auf das präzise und zuverlässige Verringern der Geschwindigkeit absolut verlassen können, um so Unfälle zu vermeiden. Wenn Sie feststellen, dass Sie sich nicht mehr absolut auf die Bremswirkung verlassen können, da sie schwächer geworden ist, müssen Sie dringend etwas tun.

Es kann verschiedene Gründe haben, dass die Tektro Scheibenbremsen auf einmal nachlassende Wirkung haben:

  1. Verschlissene Bremsbeläge: Nach einer gewissen Abnutzung müssen die Beläge getauscht werden. Die Bremsbeläge sollten 1 mm Dicke nicht unterschreiten!
  2. Verschmutzung: Andauernde Verschmutzungen mindern sonst die Bremskraft an Ihrem Fahrrad und beschleunigen noch dazu den Verschleiß. Die Bremsbelags-Oberfläche kann vorsichtig mit feinem Schmirgelpapier gesäubert werden. Um dann die Bremsscheibe und den Sattel zu reinigen und von Schmutz zu befreien, ist es nötig, die Beläge auszubauen.
  3. Verglaste Bremsbeläge: Oftmals hören Sie auch ein unangenehmes Quietschen oder fühlen ein Vibrieren. Verglaste Bremsbeläge können durch schlechtes Einbremsen neuer Beläge entstehen. Wenn nur eine leichte Verglasung an den Belägen vorliegt, können Sie Glück haben und versuchen, die oberste Schicht mit Schleifpapier zu beseitigen.
  4. Neue Bremsbeläge: Haben Sie neue Bremsbeläge für Tektro Scheibenbremsen an Ihrem Fahrrad, müssen diese unbedingt und immer eingebremst werden.
  5. Ungenügender Druckpunkt: Oftmals befindet sich Luft im System. Wenn dies so ist, müssen Sie die Fahrradbremse entlüften.
  6. Fading: Hiermit ist meist eine bestimmte Art von nachlassender Bremswirkung gemeint: Eine verringerte Bremsleistung durch starkes Überhitzen / Dauerbremsen. Scheibenbremsen von Tektro benötigen zwischendurch immer wieder ausreichend Gelegenheit um Abzukühlen.
  7. Schleifende Bremsen: Schleifende Bremsen können auch auf eine unzureichende Montage zurückzuführen bzw. kann es passieren, dass die Schrauben am Tektro Bremssattel sich im Laufe der Zeit durch Vibrationen gelockert haben. Ein Seitenschlag in der Tektro Bremsscheibe kann ein punktuelles Schleifen verursachen.

Tektro vs. Shimano: Ein Vergleich

Einige Bikes hatten Bremsen von Tektro verbaut, habe ich bisher weder gesehen noch gehört. Der Händler meinte, die Qualität sei gleichbedeutend wie Shimano. Viele Teile sind mit Shimano kompatibel, so auch Bremsbeläge und Leitungen mit Zubehör. Je nach dem welche Tektro verbaut ist, bremsen die auch ordentlich.

Tektro sehe ich als Hersteller günstiger Bremsen in diesem Bereich bei den einfachen gleichauf mit Shimano. Die Marke ist in China ansässig und dort präsenter als in Europa. Im Highend-Bereich hat Shimano ganz klar die Nase vorn. Die Teile machen an meinem Rad auch trocken Geräusche, was für mich auch ein Zeichen von "Qualität" ist.

Ich erlaube mir das Adjektiv günstig, weil Tektro an Fertigrädern eher in diesem Segment vertreten ist als im Bereich Highend. Im Web habe ich einen Test der Auriga Comp gefunden, die im Vergleich zu den anderen Kandidaten als "extrem günstig" beschrieben wird, und sehr gut abgeschnitten hat.

Habe eine Tektro HD-M290. Die Sinterbeläge neigen zum Rattern, gegen Semi-Metallische getauscht und seitdem kein Rattern und kein Quietschen mehr und ein Stoppie ist mit 2 Fingern problemlos möglich.

Bremsentypen für Pedelecs und E-Bikes

Pedelecs und E-Bikes fahren schneller und sind schwerer als „normale“ Fahrräder. Deshalb ist es besonders wichtig, dass leistungsfähige Fahrradbremsen zum Einsatz kommen. Billige Elektroräder fallen durch einfache mechanischen Felgenbremsen oder Rollenbremsen gepaart mit einer Rücktrittbremse auf. Empfehlen können wir Ihnen hydraulische Scheibenbremsen von Shimano, Tektro oder Magura die jeweils mit Mineralöl gefüllt sind.

Überblick über verschiedene Bremsentypen:

  • Rücktrittbremse: Kann optional als dritte Bremse verbaut werden.
  • Rollenbremse: Eine Weiterentwicklung der Rücktrittbremse mit Handhebelbedienung per Seilzug.
  • Trommelbremse: Wird in der Ausführung als Simplex-Bremse mit durch Hebel betätigtem Spreiznocken verwendet.
  • Klotzbremse: Über einen einfachen Hebelmechanismus wird ein Gummiklotz auf die Lauffläche des Reifens gedrückt.
  • Rekuperationsbremse: Hier wirkt der Motor als Generator und wandelt die kinetische Energie in elektrische Energie um.
  • Mechanische und hydraulische Scheibenbremsen: Die im Bremssattel liegenden Bremsbeläge werden gegen die auf der Nabe montierte Bremsscheibe gedrückt.

Empfehlungen und Fazit

Bremsen sind ein entscheidender Faktor für Kontrolle und Sicherheit auf dem Fahrrad. Trotzdem schenken ihnen die meisten Radfahrer kaum Beachtung. Eine oft gehörte Frage beim Radkauf: „Hat das Rad eine XT-Schaltung?“ Gemeint ist das XT-Schaltwerk, auf das die Kundschaft stark achtet. Die Bremsanlage? Egal. Dabei sorgt diese doch für eine kontrollierte Entschleunigung und damit Sicherheit.

Testsieger und Empfehlungen:

  • Hayes Dominion T4: Testsieger mit enormer Performance und sehr gutem Bremsgefühl.
  • Shimano SLX: Überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und einer starken Verzögerung.
  • Sram G2: Durchweg gute Noten und ein Liebling der Tester.
  • TRP DH-R Evo: In Hinblick auf Zuverlässigkeit und Standfestigkeit die Nummer eins auf dem Markt.

Die Firma Tektro ist vermutlich der größte Bremsenhersteller der Welt. Da Tektro-Bremsen - logo - vor allem an "Massenrädern" vorkommen, hängt den Taiwanern ein Billig-Image an. Dass dies zu Unrecht ist, beweist die Edel-Eigenmarke TRP.

Vor der Montage zu beachten:

  • Bevor die Bremsen an Gabel und Rahmen angebaut werden, sollten die Aufnahmen und Adapter mit einem Spezialwerkzeug plangefräst werden.
  • Beim Arbeiten an Bremsanlagen sollte zudem mit der nötigen Sorgfalt und mit passendem Spezialwerkzeug gearbeitet werden.
  • Auf Tour ist dann wichtig, dass der Bremshebel angenehm in der Hand liegt, die Bremse für gute Kontrolle fein dosierbar ist, eine ausreichende Bremskraft anliegt und die Bremse auch unter hoher Belastung nicht ausfällt.

Eigenschaften von Bremsbelägen:

  • Auf dem Markt gibt es organische, semi- oder Sintermetallbeläge.
  • Die meisten Hersteller haben verschiedene Belagstypen im Portfolio.
  • Nur bei Trickstuff verliert man bei Fremdbelagsnutzung die Garantie der Bremse nicht!

Einbremsen von Bremsbelägen:

  1. Auf circa 20 km/h beschleunigen, im Sattel sitzen bleiben und langsam, gleichmäßig bis auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen.
  2. Wichtig: Bremsungen bis zum Stillstand vermeiden!
  3. Nun auf 30 km/h beschleunigen und erneut bis auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen.
  4. Vor der ersten Ausfahrt das Bremssystem abkühlen lassen.

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