Fahrradträger für die Anhängerkupplung: Ein umfassender Test

Fahrräder auf das Autodach wuchten? Das machen nur noch die wenigsten Autofahrerinnen und -fahrer.

Auch deshalb, weil häufig die Dachlast für schwere E-Bikes nicht ausreicht, haben sich die praktischeren Heckträger mittlerweile durchgesetzt. Welche Heckträger aktuell zu empfehlen sind, hat der ADAC zusammen mit dem Schweizer Automobilclub TCS untersucht.

ADAC Test von Fahrradträgern für die Anhängerkupplung

Der ADAC hat 13 kipp- und faltbare Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit Platz für zwei Fahrräder getestet. Bei Handhabung, Qualität und Sicherheit gab es geringere Unterschiede, beim Preis jedoch größere. Die Ergebnisse.

Die Preisspanne ist bei Heckträgern groß, doch der Test hat gezeigt, dass ein guter Fahrradheckträger nicht so teuer sein muss.

Zwar wurde das teuerste Model von Uebler für den Preis von 730 Euro Testsieger und erhielt als einziges Modell das ADAC Urteil "sehr gut". Aber auch für rund 400 Euro ist schon ein guter Fahrradträger zu bekommen. Damit sind die Modelle insbesondere auch für den Transport von E-Bikes geeignet.

Testergebnisse des ADAC

Die ADAC Experten bewerteten im Test ein Modell mit "sehr gut", zehn Modelle mit "gut" und zwei Modelle mit "befriedigend".

Hinweis: Das Modell wurde mittlerweile umbenannt, zum Testzeitpunkt hieß der Fahrradträger noch Uebler i21/Variante 90°. Zudem ist der Träger - bewertet mit dem ADAC Urteil "sehr gut" - das leichteste Modell im Test und zusammengefaltet nach der Demontage vom Fahrzeug das Modell mit dem geringsten Platzbedarf in der Garage.

Das hat aber seinen Preis: Der Heckträger von Uebler kostet stolze 730 Euro und liegt im Testfeld damit am oberen Ende. Der aufwendige Erstaufbau und die sperrige Bedienung verhinderten eine bessere Bewertung.

Das Modell von Menabo war mit einem Preis von 327 Euro einer der günstigen Fahrradträger im Test. Das günstigste Modell von Fischer kostete nur rund 280 Euro und erhielt im Test mit einer Gesamtnote von 2,6 das zweitschlechteste Ergebnis.

Montage und Handhabung

Bei der Montage der Fahrradträger auf der Anhängerkupplung gibt es jeweils einige Besonderheiten. Sie ist bei Menabo am schwierigsten, da der Spannhebel nicht seitlich, sondern nach hinten gespannt werden muss.

Eine Montage des zusammengefalteten Modells ist damit schwierig. Es fehlt zudem eine exakte Angabe der benötigten Spannkraft.

Beim Heckträger von Fischer muss die Kraft für die Befestigung auf der Anhängerkupplung mit einem Inbusschlüssel eingestellt werden. Die beiden fast baugleichen Modelle von Oris und MFT müssen gewöhnungsbedürftig auf die Anhängerkupplung aufgesetzt werden, haben aber einen sehr ausgeklügelten Anziehmechanismus.

Ein sehr gut funktionierendes eigenes System für die Montage hingegen bietet der Hersteller vom Testsieger Uebler.

Fix4Bike: Eine neue Variante der Trägerbefestigung

Für den Test wurden zusätzlich drei Fahrradträger (Thule, MFT, Oris) in der Fix4Bike-Variante geprüft und außer Konkurrenz verglichen. Die Erkenntnisse sind allerdings kein Bestandteil der Testergebnisse.

Fix4Bike ist eine neue Variante der Trägerbefestigung, die anstelle der Klemmung am Kugelkopf eine Fixierung über zwei Zapfen unterhalb des Kugelkopfs ermöglicht. Die Handhabung ist sehr einfach: Dank dieses Befestigungssystems wird der Fahrradträger mit nur einem Klick montiert und sofort ausgerichtet.

Dafür ist eine spezielle Anhängerkupplung mit einem geeigneten Kugelkopf nötig, der aber mittlerweile bei aktuellen Volvos und Teslas mit Anhängerkupplung serienmäßig lieferbar ist.

Auch für die meisten anderen Automodelle am Markt gibt es die Möglichkeit, eine Fix4Bike-Variante anstelle der konventionellen zu wählen.

Fix4Bike-Fahrradträger sind für Fix4Bike-Anhängerkupplungen gedacht, die einen speziellen Haltemechanismus mit seitlichen Pins für die Befestigung des Heckträgers aufweisen.

Normale Anhängerkupplungen haben diese seitlichen Zapfen nicht. Daher passen Fahrradträger in der Fix4Bike-Variante nicht ohne Anpassungen auf normale Anhängerkupplungen. Fix4Bike-Anhängerkupplungen sind dagegen mit allen gängigen Fahrradträgern kompatibel.

Gewicht der Fahrradträger beachten

Nicht ganz unwichtig ist, immer auch das Gewicht der Fahrradträger zu beachten, da die Stützlast des Autos nicht überschritten werden darf. Generell gilt: Je leichter ein Träger ist, desto schwerer dürfen die zu transportierenden Fahrräder sein.

Das geringste Eigengewicht mit 13,2 Kilogramm hatte Testsieger Uebler. Die Heckträger der nahezu baugleichen Modelle von Norauto (ATU-Eigenmarke) und Hapro sowie des Modells von Eufab hingegen wiegen dann schon knapp 19 Kilogramm. Das schwerste Modell im Test war der Heckträger von Atera mit 21 Kilogramm.

Aber auch hier ist es kein Problem, zwei durchschnittlich schwere E-Bikes à 25 Kilogramm zu befördern. Einige Modelle verfügen über Riemen, die eher Fahrräder mit dickerem Rahmen (bzw. größere Rohrdurchmesser) umfassen können.

Vor dem Kauf eines Heckträgers sollte stets geklärt werden, ob die Haltevorrichtung zum eigenen Bike passt.

Wichtig ist auch die Breite der Schiene, auf der die Fahrräder montiert werden. Ist diese zu schmal, kann die Montage von dicken Mountainbike-Reifen erschwert sein.

Aber auch sehr schmale Rahmen oder Reifen wie zum Beispiel beim Rennrad sollten vor dem Kauf mit dem Träger probemontiert werden.

Mittlerweile gibt es einfach sehr viele unterschiedliche Fahrradmodelle, Rahmen- und Radgrößen - hier lohnt sich der Gang in den Fachhandel, um die verschiedenen Heckträger auszuprobieren.

Länderspezifische Besonderheiten beachten

Wer im Ausland mit einem Fahrradheckträger unterwegs ist, muss zudem die länderspezifischen Besonderheiten bei überstehender Ladung beachten.

Vor dem Kauf zu beachten

  • Maximal zulässige Stützlast des Autos ermitteln (siehe Fahrzeugschein).
  • In Bedienungsanleitung des Autos auch maximale Stützlast für Fahrradheckträger überprüfen, da diese bei manchen Herstellern von der maximalen Stützlast abweicht.
  • Gewicht zu transportierender Fahrräder ermitteln. Dann prüfen, wieviel Fahrräder auf dem Heckträger transportiert werden dürfen.
  • Bei höherwertigen Fahrrädern oder Pedelecs bzw. E-MTBs darauf achten, dass auch der Heckträger über eine Diebstahlsicherung verfügt.
  • Platz zur Lagerung des Fahrradträgers nach Demontage aussuchen.
  • Auf die passende Steckverbindung achten (7 oder 13 Pole).
  • Zusätzliche Angaben in der Fahrzeug- und Heckträgerbenutzungsanleitung beachten. Zum Beispiel maximaler Überstand nach hinten, maximale Anzahl an Fahrrädern, D-Wert-Anforderungen an die Anhängerkupplung.

Vor der Fahrt zu beachten

  • Anhängerkupplung muss sauber und fettfrei sein.
  • Beladungshinweise des Trägers beachten. Fahrradträger nicht überladen: Eigengewicht Fahrradträger + Gewicht aller Fahrräder ≤ Stützlast.
  • Fahrradträger und Fahrräder auf sicheren Halt überprüfen.
  • Sperrige, schwere oder leicht zu verlierende Teile nach Möglichkeit vom Fahrrad abmontieren, wie zum Beispiel Akkus von Pedelecs.
  • Funktion der Beleuchtungsanlage prüfen. Zudem darf die Ladung laut StVZO nicht weiter als 40 Zentimeter über den Rand der Schlussleuchten des Heckträgers hinausragen. Sonst auf beiden Seiten mit der Beleuchtung durch eine weiße Leuchte nach vorne und eine rote Leuchte nach hinten kenntlich machen.
  • Nach 50 Kilometern anhalten und alle Schrauben und Gurte kontrollieren.
  • Ist eine dritte Bremsleuchte vorhanden, darf diese nicht verdeckt sein.
  • Achtsam fahren: Durch den Träger wird das Fahrverhalten des Fahrzeuges beeinflusst, es kann in Extremsituationen ungewohnt reagieren.
  • Empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h bei Benutzung eines Heckträgers einhalten.
  • Kennzeichen am Auto und Kennzeichen am Fahrradträger müssen gleich sein. Wenn das Hecktragesystem das amtliche Kennzeichen verdeckt, muss ein sogenanntes Wiederholungskennzeichen angebracht werden. Auf dem Wiederholungskennzeichen muss keine Prüfplakette angebracht sein, wenn diese auf dem Originalkennzeichen lesbar ist.
  • Abdeckplanen oder -hüllen nicht über den Fahrradheckträger ziehen, da sie den Luftwiderstand erhöhen, zulässige Kräfte am Träger überschritten werden können und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs beeinträchtigen können.

Methodik des ADAC Tests

Für den Test wurden 13 Heckträgermodelle für zwei Fahrräder anonym beschafft und abwechselnd sechs unterschiedliche Fahrräder darauf montiert. In einem Praxistest wurden die Fahrradträger überprüft auf ihre Handhabung (40 Prozent der Gesamtnote), Qualität (40 Prozent der Gesamtnote) und Sicherheit (20 Prozent der Gesamtnote).

  • Handhabung: Bedienungsanleitung, Erstmontage, Montage und Demontage am Auto, Auf- und Abladen unterschiedlicher Fahrradtypen, Zugang zum Kofferraum, Reparaturfreundlichkeit, Faltmechanismus.
  • Qualität: Material und Verarbeitung, Gewicht, Diebstahlsicherung.
  • Sicherheit: Sicherheitshinweise, Verhalten bei Vollbremsungen, Ergebnis des Bremsschwellentests, Verhalten beim Ausweichen.

Bei Fahrtests wurde der Heckträger mit dem maximal zulässigem Gewicht beladen und Bremstests durchgeführt, eine Schwelle überfahren und Ausweichmanöver gefahren.

Weitere empfehlenswerte Fahrradträger

Neben den ADAC Tests gibt es auch andere empfehlenswerte Fahrradträger für die Anhängerkupplung, die sich durch ihre Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität auszeichnen:

  • Thule EasyFold 3: Bietet bewährt gute Thule-Qualität, ist stabil und transportiert die Räder sicher. Er ist blitzschnell zu montieren und wird fertig zusammengebaut geliefert.
  • Atera Genio Pro Advanced: Der Fahrradträger für die Anhängerkupplung ist zu 100 Prozent montiert. Installation und Bedienkonzept sind sehr durchdacht, die Materialien sind hochwertig und die Verarbeitung klasse.
  • Uebler i21: Kompakt, leicht, blitzschnell zu montieren und sehr hochwertig verarbeitet. Selbst schwere E-Bikes transportiert er ohne zu murren.
  • Thule Epos 3: Flexibler und einfacher als beim Thule Epos 3 lassen sich Fahrräder nicht montieren. Er verzichtet auf den klassischen Bügel mit separaten Haltearmen für jedes Fahrrad.
  • Eufab Poker-F: Transportiert zwei bis zu 60 Kilogramm schwere Velos, lässt sich zum Öffnen des Kofferraums abklappen und zum problemlosen Verstauen in der Garage klein zusammenfalten.

Weitere Fahrradträger-Typen

Es gibt im Wesentlichen drei unterschiedliche Fahrradträger-Typen:

  • Fahrradträger für die Anhängerkupplung
  • Dachgepäckträger
  • Fahrradträger für die Heckklappe

Fahrradträger für die Anhängerkupplung lassen sich sehr einfach montieren und auch das Beladen mit den Rädern funktioniert problemlos. Denn die Velos müssen lediglich wenige Zentimeter angehoben werden, die Montage gelingt somit ohne großen Kraftaufwand.

Dachgepäckträger benötigen zwar keine Anhängerkupplung, jedoch eine Dachreling und die entsprechenden Querstreben. Schließlich muss das Rad auf das Dach gewuchtet werden. Bei Rädern, die mehr als 20 Kilogramm wiegen, ist das kein Vergnügen.

Fahrradträger für die Heckklappe sind teilweise recht labil. Eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb wichtig. Zudem wird der Zugang zum Kofferraum durch an der Heckklappe angebrachte Fahrräder enorm erschwert oder ist gar unmöglich.

Wichtige Aspekte beim Kauf eines Fahrradträgers

Wer sich einen Fahrradträger für die Anhängerkupplung zulegen will, muss vorher die maximale Stützlast der Anhängerkupplung kontrollieren. Checken Sie zudem den Abstand der Radschienen. Kontrollieren Sie außerdem die Breite der Führungsschienen.

Bei Fahrrädern am Heck oder auf der Anhängerkupplung darf das Nummernschild nicht verdeckt werden. Sind die Fahrräder zu breit, so müssen Sie Ihren Fahrradträger mit Zusatzleuchten ausstatten.

Achten Sie darauf, mit welcher Steckverbindung Ihre Anhängerkupplung für die Stromversorgung ausgestattet ist (7 oder 13 Pole). Für wenig Geld sind passende Adapter erhältlich.

Bevor Sie losfahren, sollten leicht zu verlierende Teile, wie die Luftpumpe, vom Rad entfernt werden. Die Akkus von E-Bikes haben zusätzliches Gewicht und gehören idealerweise ins Auto. Kontrollieren Sie bei einem Heckträger die Beleuchtung und ob das Kfz-Kennzeichen gut zu erkennen ist.

Fahrverhalten und Sicherheit

Achtung, das Fahrverhalten des Autos mit einem oder mehreren Fahrrädern an Bord kann deutlich anders sein, speziell dann, wenn Sie die Räder am Heck befestigt haben.

Fahren Sie deshalb nicht schneller als 130 Kilometer pro Stunde und seien Sie in Extremsituationen, wie einer abrupten Vollbremsung oder engen Kurven, darauf vorbereitet, dass Ihr Pkw unerwartet reagiert. Bedenken Sie außerdem, dass der Spritverbrauch mit einem Fahrradträger wegen der schlechteren Aerodynamik in die Höhe schnellt.

Mit 25 Zentimetern fällt der Abstand zwischen den Schienen stattlich aus. Die Reifen stehen beim EasyFold 3 in stabilen Kunststoffschienen, deren Befestigung mit robusten Kunststoffbändern und Ratschen-Verschlüssen erfolgt. Die Rahmen der Bikes werden über zwei unterschiedlich lange Fahrradarme gehalten.

Thule setzt hierbei auf Riemen und einen schwenkbaren Kopf. Während immer mehr Fahrradträger mit Klemmbacken ausgestattet sind, erweisen sich die Riemen als große Stärke. Denn viele E-Bikes sind mit klassischen Fahrrädern nicht mehr zu vergleichen. Rahmen sind mitunter deutlich dicker, weil hier auch die Akkus integriert sind.

Diebstahlschutz

Bei höherwertigen Fahrrädern oder Pedelecs bzw. E-MTBs darauf achten, dass auch der Heckträger über eine Diebstahlsicherung verfügt.

Fahrradträger Test - Ergebnisse

Hier eine Übersicht über einige getestete Fahrradträger mit ihren jeweiligen Bewertungen:

Produkt Faltbar Räder Traglast Note Preis
Thule EasyFold XT 2 2 60 kg gut 739,99 €
Atera Strada E-Bike M - 2 60 kg sehr gut 359,99 €
EUFAB Poker F 2 60 kg gut 259,20 €

Fazit

Die Wahl des richtigen Fahrradträgers hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Fahrzeugtyp, der Anzahl der zu transportierenden Fahrräder und dem Budget. Es ist ratsam, verschiedene Modelle vor dem Kauf zu vergleichen und auf Qualität, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit zu achten.

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