Thule Fahrradträger für E-Bikes im Test: Ein umfassender Überblick

Der schwedische Hersteller Thule hat sich längst einen Namen in der Outdoor-Branche gemacht und bietet in seinem Portfolio neben Dachträgern, Kinderwagen und Gepäckboxen auch eine breite Auswahl an Heckträgern an. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Fahrradträger, insbesondere wenn es um den Transport von E-Bikes geht.

Warum Thule Fahrradträger?

Als Anbieter klassischer Transporthilfen fürs Autodach - etwa in Form von Grundträgern und Dachboxen - genießt der schwedische Hersteller Thule nicht nur bei Fahrradfans einen exzellenten Ruf. Dieser wird nicht zuletzt durch den Testsieg der Dachbox Thule Motion 3 in unserem großen Dachboxen-Test untermauert.

Thule greift mit dem Werbeslogan nicht zu hoch und bietet den vielseitigsten Fahrradträger für alle Fahrradtypen. Wenn schwere E-Bikes am Auto mit auf die Reise kommen, sind Fahrradträger für die Anhängerkupplung wie der Thule Easyfold 3 erste Wahl.

Die verschiedenen Thule Fahrradträger-Systeme

Es gibt im Wesentlichen drei unterschiedliche Fahrradträger-Typen:

  • Fahrradträger für die Anhängerkupplung
  • Fahrradträger für die Heckklappe
  • Fahrradträger für das Dach

In diesem Testbericht konzentrieren wir uns auf Fahrradträger für die Anhängerkupplung, denn sie erfreuen sich großer Beliebtheit und sind unserer Meinung nach die beste Lösung. Fahrradträger für die Anhängerkupplung lassen sich sehr einfach montieren und auch das Beladen mit den Rädern funktioniert problemlos.

Denn die Velos müssen lediglich wenige Zentimeter angehoben werden, die Montage gelingt somit ohne großen Kraftaufwand. Viele Fahrradträger, die sich abklappen lassen, bieten zudem freien Zugang zum Kofferraum.

Fahrradträger für die Anhängerkupplung

Für die Mitnahme von bis zu drei E-Bikes empfehlen sich Fahrradträger für die Anhängerkupplung (AHK), die wir unlängst einem großen Fahrradträger-Vergleichstest unterzogen haben. Hier erklären wir die verschiedenen Fahrradträgersysteme im Überblick.

Dachträger

Ein Fahrraddachträger von Thule kommt vor allem dann in Betracht, wenn Sie leichte Räder transportieren wollen. Ihre Belastung ist entsprechend, je nach Modell, auf 17 oder 20 kg begrenzt. Schließlich müssen Sie die Bikes ja auch auf das Autodach heben. Der Vorteil von Thule-Fahrraddachträgern ist, dass sie der preiswerteste Fahrradträger-Typ sind.

Allerdings braucht er, wie alle Dachträger, einen Grundträger, auf den er dann montiert werden kann. Das können im Prinzip auch Grundträger anderer Hersteller sein. Dachträger haben aber auch ihre Haken: So sind sie etwa dem Fahrtwind besonders ausgesetzt und machen sich sowohl im Fahrverhalten als auch dem Benzinverbrauch des Fahrzeugs besonders bemerkbar.

Heckträger

Ein Thule Fahrrad-Heckträger ist die Option für Besitzer von Vans und Kombis, die nicht über eine Anhängerkupplung verfügen. Ähnlich wie bei Dachträgern sind aber auch sie in ihrer Belastungsfähigkeit begrenzt: Pro Fahrrad liegt das Maximalgewicht sogar nur bei 15 kg. Der Grund liegt vor allem in der Befestigung am Fahrzeug selbst. Der Träger wird nur an der Heckklappe von Van oder Kombi eingehakt. Sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen können höhere Gewichte nicht mehr stabil fixiert werden.

Top-Modelle im Detail

Thule Epos 3

Der schwedische Hersteller Thule verspricht mit dem Epos 3 den vielseitigsten Fahrradträger für alle Fahrradtypen. Der rund 1.200 € teure Heckträger ist der einzige im Test für drei Bikes und bietet obendrein eine Vielzahl an optionalem Zubehör. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Thule Epos 3, dem Top-Modell der Schweden.

Obwohl der Thule Epos 3 mit 22,7 kg der schwerste Heckträger im Test ist, punktet er mit der einfachsten Handhabung - und das mit Abstand! Warum? Weil die Schweden dem Epos 3 einige clevere Features verpasst haben! Und zwar lässt er sich super schnell und unkompliziert an der Anhängerkupplung montieren.

Denn mit den integrierten Rollen ist er bequem aus der Hofeinfahrt zum Auto zu ziehen, das Gewicht wird dabei zur Nebensache. Auch das simple Absetzen des Heckträgers auf der Anhängerkupplung und das Arretieren über den Hebel tragen zur einfachen Montage bei.

Kein Heckträger im Test hat so eine hohe Kompatibilität wie der Thule Epos 3, denn egal, welche Rahmenform das Bike auch hatte, ein „passt nicht“ gab es beim Thule bis dato nicht. Denn durch die höhenverstellbaren Greifarme, die seitlich ausklappbar sind, erreicht man fast jede Position am Rahmen und verhindert so nerviges Justieren der Bikes.

Auch die Ratschenbänder sind lang genug und sichern die Bikes gut in den Schienen. Nur eine Gummierung der Ratschenbänder gibt es nicht. Das erste Bike muss etwas weiter hinten über die vorderen Schienen auf die erste Schiene gehoben werden oder kann seitlich über die Loading Ramp hochgeschoben werden.

Langfinger werden beim Thule Epos 3 enttäuscht, da er den besten Diebstahlschutz im Test bietet. Sowohl Greifarmköpfe als auch Anhängerkupplung lassen sich per Schlüssel absperren. Zudem können über ein optionales ABUS Fahrradschloss die Bikes zusätzlich gesichert werden. Auch beim Abklappwinkel hat der Thule Epos 3 die Nase vorn: Kein Heckträger im Test lässt sich weiter abklappen.

Thule EasyFold 3

Ein sehr gut für den Transport von E-Bikes geeigneter Fahrradträger für die Anhängerkupplung ist der Thule Easyfold 3. Er transportiert standardmäßig bis zu zwei, optional auch drei E-Bikes und bietet eine maximale Zuladung von 60 kg.

In unsere Redaktion kommt der Thule Easyfold 3 teilmontiert und nicht als loses Bausatz-Konvolut. Dank der gut bebilderten Anleitung ist der Heck-Fahrradträger in Sekundenschnelle in den Endzustand gebracht. Gleiches gilt für das Anbringen des E-Bike-Trägers an der Ausklapp-Anhängerkupplung des Volvo XC90, das uns weniger als 30 s kostet.

Aus der aufrechten Grundposition lassen sich der Träger samt Ladung mit einem Handgriff nach hinten kippen, sodass der Kofferraum zugänglich bleibt. Wird der Träger gerade nicht benötigt, lässt er sich zur Aufbewahrung auf Rollkoffer-Format zusammenfalten. Zwischenfazit: Zwar recht groß und schwer im Packmaß, dafür richtig leicht im Handling.

Auch ohne die optional erhältliche faltbare Thule-Auffahrrampe geht das Aufladen der Testfahrräder, zwei schwere E-Bikes der Marke Canyon, leicht von der Hand. Wenn die Klemmvorrichtung eingerastet ist, sitzt die Aufnahme für die Rahmenhalterung bombenfest. Einmal aufgeladen, haben die E-Bikes mit 24 cm Schienenabstand genug Platz auf dem Träger, um sich nicht gegenseitig ins Gehege zukomme.

Mit einer Aufnahmebreite von maximal sieben Zentimeter (sechs Zentimeter bei der Zusatzschiene) eignen sich die Trägerschienen auch für überbreite Fahrradreifen, etwa von E-Mountain-Bikes. Ebenfalls vorbildlich: Dank einer Schienenlänge von 126 cm hat der Thule Easyfold 3 auch mit dem Transport von 29-Zoll-Fahrrädern mit entsprechend langem Radstand kein Problem.

Bei unserem Fahrdynamiktest auf der Teststrecke erweist sich der bis hier hin solide Träger allerdings in einem Punkt als überraschend instabil. Beim sportlichen Durchfahren des Slalom-Parcours durch die Pylonen zeigt der Thule Easyfold 3 wiederholt die Tendenz zum seitlichen Verrutschen auf der Anhängerkupplung - und zwar bis an den Stoßfänger des Testwagens heran.

Thule VeloSpace XT

Thule VeloSpace XT: Er wurde für große und schwere Fahrräder entwickelt, wie etwa E-Bikes, Fatbikes und Downhill-Mountainbikes, ist jedoch ebenso gut für Stadt- und Kinderfahrräder geeignet.

Der Thule VeloSpace XT 3 ist eine ausgezeichnete Fahrradträgerlösung für den Transport von bis zu drei Fahrrädern. Mit seiner robusten Konstruktion, einfachen Montage und benutzerfreundlichen Funktionen bietet es eine sichere und stabile Befestigung für Fahrräder aller Art. Die erweiterbaren Funktionen und die Möglichkeit, den Träger auch als Gepäckträger zu nutzen, machen ihn vielseitig und praktisch.

Die maximale Belastbarkeit des Fahrradträgers des Herstellers Thule beträgt insgesamt 60 Kilogramm, wobei jede Schiene eine Last von höchstens 30 Kilogramm standhält. Mit letzterem Wert zählt das Produkt im Vergleich zu ähnlichen Modellen zu den robusteren Artikeln.

Der Abstand zwischen den einzelnen Fahrrädern beträgt beim Thule VeloSpace XT 3 circa 19 cm.

Weitere getestete Modelle

Neben den genannten Modellen wurden auch andere Fahrradträger getestet, darunter:

  • Atera Genio Pro Advanced
  • Uebler i21
  • Eufab Poker-F

Diese Modelle bieten jeweils eigene Vor- und Nachteile in Bezug auf Montage, Handhabung, Gewicht und Preis.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Wer sich einen Fahrradträger für die Anhängerkupplung zulegen will, muss vorher die maximale Stützlast der Anhängerkupplung kontrollieren. Diese findet man im Fahrzeugschein unter Ziffer 13. Möchten Sie zwei E-Bikes transportieren und die Stützlast wie in unserem Beispiel bei maximal 75 Kilo liegt, sollten Sie eine möglichst leichte Halterung nehmen.

Checken Sie zudem den Abstand der Radschienen. Fällt dieser zu gering aus, können die Gabeln der Räder aneinander scheuern. Mindestens 190 Millimeter sollten es sein. Kontrollieren Sie außerdem die Breite der Führungsschienen. Speziell, wenn Sie Mountainbikes besitzen, kann es bei Standard-Schienen zu eng werden und die Reifen passen nicht hinein.

Bei Fahrrädern am Heck oder auf der Anhängerkupplung darf das Nummernschild nicht verdeckt werden. Andernfalls müssen Sie ein drittes Schild am Fahrradträger montieren. Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) darf zusätzliche Ladung nicht weiter als 40 Zentimeter über den Rand der Rückleuchten hinausragen.

Achten Sie darauf, mit welcher Steckverbindung Ihre Anhängerkupplung für die Stromversorgung ausgestattet ist (7 oder 13 Pole). Für wenig Geld sind passende Adapter erhältlich.

Bevor Sie losfahren, sollten leicht zu verlierende Teile, wie die Luftpumpe, vom Rad entfernt werden. Die Akkus von E-Bikes haben zusätzliches Gewicht und gehören idealerweise ins Auto.

Kontrollieren Sie bei einem Heckträger die Beleuchtung und ob das Kfz-Kennzeichen gut zu erkennen ist. Nach 50 Kilometern sollte man noch einmal checken, ob sich Schrauben oder Spanngurte gelockert haben.

Achtung, das Fahrverhalten des Autos mit einem oder mehreren Fahrrädern an Bord kann deutlich anders sein, speziell dann, wenn Sie die Räder am Heck befestigt haben. Fahren Sie deshalb nicht schneller als 130 Kilometer pro Stunde und seien Sie in Extremsituationen, wie einer abrupten Vollbremsung oder engen Kurven, darauf vorbereitet, dass Ihr Pkw unerwartet reagiert.

Tipps für die Montage

Die gute Nachricht: Der EasyFold 3 ist nach dem Auspacken fast sofort einsatzbereit. Lediglich müssen die beiden Haltearme noch am U-Bügel befestigt werden, den man einstecken und festschrauben muss.

Der EasyFold 3 wird einfach auf die Anhängerkupplung gesetzt. Jetzt drückt man nur noch den stabilen Spannhebel nach unten, fertig! Bei uns im Test benötigen wir zunächst zu viel Kraft, der Bügel lässt sich nicht umlegen. Über einen kleinen Regler lässt sich die Öffnung am Thule-Träger für den Kugelkopf der Anhängerkupplung vergrößern oder verkleinern.

Diebstahlschutz

Langfinger werden beim Thule Epos 3 enttäuscht, da er den besten Diebstahlschutz im Test bietet. Sowohl Greifarmköpfe als auch Anhängerkupplung lassen sich per Schlüssel absperren. Zudem können über ein optionales ABUS Fahrradschloss die Bikes zusätzlich gesichert werden.

Vor- und Nachteile verschiedener Modelle

Thule Epos 2

  • Pro: Perfekt verarbeitet, hält auch modern-lange E-MTBs, Greifarm-Konzept in der Praxis eine Wohltat, auch nach 15.000 Kilometern mustergültige Funktion
  • Contra: Ausgesprochen teuer, keine Transporttasche im Lieferumfang

Thule EasyFold 3

  • Pro: In Sachen Verarbeitung und Detailliebe kaum zu übertreffen, auch beim Handling überzeugt der Schwede
  • Contra: Dickschiff für dickes Budget

Vergleichstabelle ausgewählter Thule Fahrradträger

Modell Anzahl Fahrräder Max. Zuladung Eignung für E-Bikes Abklappbar Zusammenklappbar
Thule Epos 3 3 60 kg Ja Ja Ja
Thule EasyFold 3 2 (optional 3) 60 kg Ja Ja Ja
Thule VeloSpace XT 3 3 (optional 4) 60 kg Ja Ja Nein

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