„Tief im Westen... So schnell hat man einen Ohrwurm und denkt automatisch an das Ruhrgebiet. Nordrhein-Westfalen ist angefüllt mit sehenswerten Schätzen, die sich dem Betrachter während einer Radtour offenbaren.
Industrielle Kulturdenkmäler konkurrieren mit den landschaftlichen Schätzen des Münsterlandes. Ob der Kölner Dom, die Zeche Zollverein oder die romantischen Schlösser im Münsterland, jedes Denkmal hat seinen ganz eigenen Charme. So wird hier eine Radreise zum puren Genuss mit abwechslungsreicher Landschaft und viel Kultur.
„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt“, sang Herbert Grönemeyer im Jahr 1984. Der Musiker beschrieb damit den Grauschleier, der Deutschlands Industrieregionen einst überzog. Klar, an erster Stelle denkt man dabei ans Ruhrgebiet. Aber auch der südlich des namengebenden Flusses angrenzende Großraum zwischen den Städten Düsseldorf, Wuppertal und Leverkusen zählt zu den ältesten Wirtschaftszentren weltweit. Das Bergische Land steht für Metallverarbeitung, Werkzeugherstellung, Maschinenbau und Textilindustrie.
Radtouren abseits von Fabrikhallen
Bonjour Tristesse? Radfahren zwischen Fabrikhallen und durch öde Häuserschluchten? Mitnichten. Bereits seit unserem Start in Wermelskirchen rollen wir auf der Balkantrasse durch einen Tunnel aus sattem Grün. Natur statt Grauschleier.
Der Radweg ist eine von zahlreichen Routen, die das Bergische Land auf ehemaligen Eisenbahnlinien durchziehen. Mit moderaten Steigungsprozenten und abseits von Stadthektik und verkehrsreichen Straßen. Bis Anfang der Achtzigerjahre schnaufte hier der Balkanexpress durch die Hügel, so genannt, weil der dünn besiedelte Abschnitt zwischen Leverkusen und Lennep die Menschen wohl ans gleichnamige Gebirge im Südosten Europas erinnerte. Es mag auch eine ordentliche Prise Fernweh hineingespielt haben, man weiß es nicht.
Fest steht hingegen, dass wir bereits nach wenigen Kilometern begeistert sind von dieser unbeschwerten Art des Radfahrens. Die alten Bahndämme zeugen zwar einerseits vom Niedergang des Schienenverkehrs, vor allem in strukturschwachen Regionen. Andererseits werden sie mit ihrer Reaktivierung wieder Teil eines umweltfreundlichen Verkehrssystems der Gegenwart und Zukunft. Auch mein Fahrradpartner Klaus, der im benachbarten Ruhrgebiet zu Hause ist, berichtet von zahlreichen herrlichen Rad-Bahnrouten durch sein Heimrevier.
Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Fast unbemerkt haben wir uns inzwischen auf der Balkantrasse Remscheid genähert, der immerhin drittgrößten Stadt des Bergischen Landes. Am Bahnhof des Ortsteils Lennep zweigen wir für eine Kaffeepause vom Radweg ab und parken unsere E-Bikes am pittoresken Marktplatz. Lennep, einst sogar Hansestadt, lag an einer wichtigen Fernhandelsstraße und erlangte als ein Zentrum der Tuchindustrie große Bedeutung.
Die kreisförmige, unter Denkmalschutz stehende Altstadt ist ein bergisches Kleinod. Dicht an dicht drängen sich die schiefergetäfelten Häuschen mit grün gestrichenen Fenstern und Türen in den engen Gassen um die Stadtkirche. Nur für einen Besuch des Röntgen-Museums reicht unsere Zeit nicht, schließlich warten noch gut 50 Kilometer bis zum ersten Tagesziel.
Zwischen Lennep und Wuppertal umkurvt der Radweg die noch intakte Bahntrasse. Wir rollen durch Bauernland, idyllische Niederungen und entlang plätschernder Bäche. Hier lässt uns die Route die hügelige Topografie des Bergischen Landes spüren. Noch eine rauschende Abfahrt durch den Marscheider Wald, und wir stehen urplötzlich vor den Toren Wuppertals. Überraschung gelungen!
Einmal mehr helfen uns die E-Motoren hinauf zum Stadtteil Langerfeld, wo wir einfädeln in die Trasse der Schwarzbahn. Der Abschnitt wurde erst im Jahr 2020 eröffnet und führt in einem großen S zur legendären Nordbahn. Ein erstes spektakuläres Viadukt vermittelt einen Vorgeschmack auf die nächsten Kilometer. Denn die Nordbahn ist mit ihrer Hochtrasse mindestens so einmalig wie die Stadt selbst.
Geschuldet der unwegsamen Landschaft im engen Flusstal, realisierte die Rheinische Eisenbahngesellschaft im Jahr 1879 dieses beispiellose Projekt. Fast einhundert Jahre lang sorgte der Güterverkehr für Wohlstand, und doch war der wirtschaftliche Niedergang letztlich nicht aufzuhalten. Nachdem 1991 der letzte Zug über die Brücken und durch die Tunnels gerattert war, verwilderte die Trasse im Dornröschenschlaf. Erst 15 Jahre später besannen sich Stadt und der Verein Wuppertalbewegung eines Besseren. Und so gleiten heute Radler, Skater, Jogger und Spaziergänger in schwindelnder Höhe über die Dächer der Stadt.
Wir machen Halt auf dem Steinweg-Viadukt und genießen das Panorama. Tief unter uns pulsiert der motorisierte Verkehr durch die vielspurigen Adern der Metropole. Ein Moloch. Und doch freuen wir uns schon auf morgen, wenn wir am Ende der zweiten Etappe in das hektische Treiben eintauchen werden.
Entlang der Ruhr: Industriegeschichte und Natur
Der nächste Tag. Die Trasse der Niederbergbahn hat uns am Ufer der Ruhr ausgespuckt. Ihr Lauf wird uns die nächsten 35 Kilometer flussaufwärts bis Hattingen geleiten. Der Ruhrtal-Radweg ist zwar keine alte Bahntrasse, weiß aber nicht minder spannende Geschichten zu erzählen. Denn was man kaum glauben kann: Wo die Menschen heute ihre Freizeit verbringen, wo die Natur aus allen Nähten platzt, begann einst die Industrialisierung der Region.
Im 16. Jahrhundert entdeckte man, dass die horizontal liegenden Kohleflöze an den Steilhängen direkt an die Erdoberfläche traten. Beste Voraussetzungen, um den begehrten Rohstoff bequem abzubauen. Erst als die Kohlevorräte am Fluss erschöpft waren, bildete sich Richtung Norden das heutige Ruhrgebiet mit dem Untertagebau. Ein Zeugnis dieser Vergangenheit passieren wir am Baldeneysee, wo der grüne Förderturm der Zeche Carl Funke vom anderen Ufer herübergrüßt.
Von 1897 bis 1973 wurden dort Hunderttausende Tonnen Steinkohle aus den Schächten gefördert. Aber längst hat die Natur das Gelände zurückerobert und die Zeche in Rente geschickt. Oder um es mit den Worten von Klaus zu sagen: „Wer Ruß und qualmende Schlote sehen will, ist 30 Jahre zu spät in diese Region gekommen.“
„Authentische Städte und spannende Industriekultur im Kilometertakt. Diese Fahrradtour durchs Bergische Land ist an Abwechslung kaum zu toppen.“ Matthias Rotter, MYBIKE-Autor
Wir folgen weiter den Schlingen der Ruhr, vorbei am Städte-Konglomerat zwischen Essen und Bochum, das sich unsichtbar hinterm Hochufer verbirgt. Selten ist der Kontrast zwischen Grün und Grau größer.
In Hattingen endet unsere Stippvisite im Pott, und wir lenken unseren E-Zug auf die Trasse der ehemaligen Kohlenbahn, die noch bis 1984 das Ruhrgebiet mit Wuppertal verband. Ein Musterbeispiel für die Baukunst der Bahningenieure. Denn der Radweg überwindet 180 Höhenmeter mit einer Maximalsteigung von gerade einmal zwei Prozent. Höhepunkt der Trasse ist der über 700 Meter lange Scheetunnel, dessen Röhre mit frostiger Temperatur für Gänsehaut sorgt.
Kontraste und Panoramen
Die dritte Etappe zieht noch einmal alle Register in puncto Kontrastprogramm. Wir starten in Wuppertal, die Köpfe noch voll von den Eindrücken dieser faszinierenden Stadt. Wie an einer Perlenkette reihen sich die zahlreichen Stadtviertel über eine Länge von rund 15 Kilometern aneinander. Die Schwebebahn bildet die Schnur der Kette, eine geniale Idee der historischen Verkehrsplaner.
In Sonnborn rauschen ihre Triebwagen ein letztes Mal unmittelbar über unsere Köpfe hinweg. Dann fädeln wir ein in die Korkenziehertrasse, deren Kurven uns über Gräfrath und Solingen zum letzten großen Highlight führen. Oder besser gesagt, darunter hindurch. Denn die Schienen über die Müngstener Brücke zählen noch zum aktiven Bahnnetz. Und das ist in Anbetracht der beängstigenden Höhe wahrscheinlich besser so. Außerdem eröffnet die Perspektive von unten spektakuläre Einblicke in das Labyrinth aus Stahlträgern.
So richtig spürbar wird die Höhe der Brücke aber erst, als wir ein paar Kilometer weiter selbst aus dem Tal der Wupper aufs Niveau der Bahntrasse klettern müssen. Ein letztes Mal sind wir dankbar für die Motorunterstützung der E-Bikes. Doch die Aussicht von Schloss Burg über die grünen Hügel des Bergischen Landes bildet ein würdiges Finale unseres Achters.
Details zur Tour
Die gesamte Achterrunde ist 166 Kilometer lang. Wenngleich die Bahntrassen kaum Gefälle und Steigungsprozente aufweisen, kommen doch rund 900 Höhenmeter zusammen. Das liegt hauptsächlich an den Transfers zwischen den Trassen, wo man die extrem hügelige Topografie des Bergischen Landes zu spüren bekommt. Bestes Beispiel ist das fast 200 Meter tiefe Tal der Wupper, das es südlich von Solingen zu durchqueren gilt. Ein Großteil der Wege ist asphaltiert, bis auf einen kurzen Abschnitt mit Naturbelag zwischen Hattingen und Wuppertal (Etappe 2).
Die Route verläuft ab Wermelskirchen chronologisch auf folgenden Radwegen: Balkantrasse // Nordbahntrasse Wuppertal // Niederbergbahn // Ruhrtal Radweg // Glückauf-Trasse // Nordbahntrasse Wuppertal // Korkenziehertrasse
166 Kilometer und rund 900 Höhenmeter kommen auf der Radreise durchs Bergische Land zusammen.
Etappen- und Unterkunftstipps
Wir haben die Tour mit E-Trekkingbikes in drei Etappen absolviert. Der städtische Großraum bietet zahlreiche Unterkünfte entlang der Strecken. Spezielle Informationen zu allen Bett + Bike Betrieben unter www.bettundbike.de
- Tag 1: Wermelskirchen (oder Lennep Bhf.) - Heiligenhaus (60 km/320 Hm)
- Hotel zum Schwanen Wermelskirchen, www.zumschwanen.com
- Fahrradfreundliches Hotel mit regionalem Touch. Einzelzimmer ab 55 Euro inkl. Einzelzimmer ab 104 Euro inkl. Frühstück.
- Tag 3: Wuppertal - Wermelskirchen (41 km/330 Hm)
- Vienna House Easy Wuppertal, www.viennahouse.com
- Modernes Stadthotel im Herzen der City. Einzelzimmer ab 95 Euro inkl. Frühstück.
Wir haben unser Auto in Wermelskirchen abgestellt, rund 40 Kilometer von Köln, verkehrsgünstig an der A 1 gelegen. Wer mit dem Zug anreist, kann beispielsweise am Bahnhof Remscheid/Lennep optimal in die Runde einsteigen. Der Bahnhof liegt direkt am Radweg Balkantrasse.
Kulinarische Tipps
Die traditionelle bergische Küche serviert bodenständige, einfache Gerichte, die einen Arbeiter schnell und nachhaltig sättigen mussten. Teures Fleisch kam selten auf den Tisch. Populär ist die sogenannte bergische Kaffeetafel, bei der Herzhaftes mit Süßem gemischt wird. Das Angebot reicht von Rosinenbrot über Zwieback und Milchreis bis hin zu Kottenbutter, Schwarzbrotschnitten, belegt mit geräucherter Mettwurst. Die Kaffeetafel ist quasi eine Art historischer Brunch. Und nicht vergessen: Currywurst Pommes bei der Stippvisite am Südrand des Ruhrgebiets, zum Beispiel an Adrians Trinkhalle am Baldeneysee.
Ein Muss im Ruhrgebiet: Currywurst mit Pommes
Besichtigung-Tipps auf der Radtour durchs Bergische Land
- Zeittunnel Wülfrath: Der ehemalige Kalk-Steinbruch liegt unmittelbar an der Strecke (erste Etappe, letztes Drittel) und verbindet auf außergewöhnliche Art Industrie- mit Erdgeschichte. Im 160 Meter langen Tunnel, der in dem kraterartigen Bruch endet, wandert man auf einem Zeitstrahl entlang von 400 Millionen Jahren Existenz unseres Planeten. www.zeittunnel.com
- Schwebebahn Wuppertal: Seit 1901 verbindet diese einzigartige Bahn die wie auf einer Perlenkette aufgereihten Viertel der Stadt. Geschuldet dem Platzmangel im engen Tal der Wupper, schweben die Triebwagen auf Stelzen, meist über dem Fluss entlang. 13,3 Kilometer lang ist die Strecke zwischen Oberbarmen und Vohwinkel. Sehenswert sind nicht nur die Bahnkonstruktion selbst, sondern auch die Bahnhöfe in verschiedenen Baustilen. Besonders klassisch restauriert an der Haltestelle Werther Brücke. www.schwebebahn.de
- LVR Industriemuseum Solingen: Die ehemalige Gesenkschmiede Hendrichs in der Messerstadt Solingen ist eines von sieben Museen im industriellen Großraum des Städtedreiecks Köln, Dortmund und Duisburg. www.industriemuseum.lvr.de
- Historische Ortskerne: Auch wenn das industrielle Ambiente an vielen Ecken dominiert, findet man im Bergischen Land durchaus schmucke Orte. Wie zum Beispiel Lennep, das zu Remscheid gehört, und Gräfrath, ein Bezirk von Solingen. Auf Höhe dieser beiden typisch bergischen Fachwerkperlen lohnt es sich definitiv, vom Radweg abzuzweigen und eine Rast auf dem Marktplatz einzulegen. Lennep liegt am Beginn der ersten, Gräfrath eröffnet die dritte Etappe.
Weitere Radtouren im Ruhrgebiet
Fahrradfahren im Ruhrgebiet :Lange her sind die Zeiten, in denen Rauch und Kohlenstaub das Bild des Ruhrgebietes bestimmt haben. Jetzt erwartet Radfahrer eine spannende Mischung aus spektakulärer Industriekultur, entschleunigender Natur, aufregenden Städten und einem innovativen Orientierungssystem.
Urlaub im Ruhrgebiet? Das hört sich auf den ersten Blick nicht besonders verlockend an. Großstadt neben Großstadt, Straßen, Lärm, Industrie - das verbinden die meisten wohl mit dem urbanen Zentrum rund um Essen, Dortmund und Duisburg. Wenig erholsam, besonders für Fahrradurlauber. Aber das Ruhrgebiet hat sich gewandelt. Viele alte Bergbau-Anlagen sind in Natur- und Kulturparks umgewandelt worden, durchzogen von 1200 Kilometern Radwegen. Der Ruhrtal-Radweg gilt sogar als einer der beliebtesten Flussradwege in Deutschland. Wir stellen eine besondere Radreiseregion vor, die auch in Sachen Navigation neue Wege geht.
Das Radrevier Ruhr
„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt. Ist es besser, viel besser, als man glaubt.“ Wer Industrieromantik mag, wird im Radrevier Ruhr fündig. Das Ruhrgebiet liegt ganz im Westen von Deutschland, im Herzen von Nordrhein-Westfahlen. Der Fluss, der der Region ihren Namen gibt, ist der natürliche Fixpunkt. Die Ruhr zieht sich von ihrer Quelle im bergigen Sauerland bis nach Duisburg, wo sie nach 220 Kilometern in den Rhein mündet. Glücklicherweise sind ihre Ufer größtenteils von Bebauung und Industrie verschont geblieben, sodass man heute auf den ausgebauten Uferpfaden ganz entspannt radeln kann.
Das Radrevier Ruhr war die erste urbane Radreiseregion, die vom ADFC zertifiziert wurde. Heute gibt es über 1200 Kilometer Radwege - meist fernab des Straßenverkehrs. Geradelt wird zum Beispiel auf stillgelegten Bahntrassen, Kanaluferwegen und entlang der Industriedenkmäler und Halden. Besonders ist: Die Navigation erfolgt nach niederländischem Vorbild nach einem Knotenpunktsystem. Das bedeutet, Radwegkreuzungen, Bahnhöfe und Sehenswürdigkeiten haben Nummern, die auf Schildern, Wegweisern und Karten zu finden sind. Radreisende können sich so sehr einfch von Nummer zu Nummer navigieren.
Top-Radrouten für E-Bike und Trekkingrad im Ruhrgebiet
Inspiration für den Radurlaub im Westen der Republik gesucht? Hier kommen drei unterschiedliche Tourenvorschläge.
- Ruhrtal-Radweg - 240 Km / 980 hm
Einer der beliebtesten Radwege in NRW. Dank guter Beschilderung und Parallelverlauf zum Fluss ist Verfahren fast unmöglich.
Der Ruhrtal-Radweg ist DER Radfernweg im Ruhrgebiet. Kein Wunder, folgt er doch dem namensgebenden Fluss auf Schritt und Tritt. Und zwar ab vom großen Verkehr auf ruhigen Uferwegen. Von der waldreichen Landschaft des Rothaargebirges wechselt die Tour erradelt man langsam die industrielle Kulturlandschaft der Metropole Ruhr.
Die Radtour ist eine vom ADFC ausgezeichnete 4-Sterne-Qualitätsroute, die Natur und Kultur verbindet, die 2006 offiziell eröffnet wurde.
Top: Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Fahrrad-Service-Stationen, Trinkwasser-Säulen, sowie E-Bike-Ladestationen
- Start/Ziel: Ruhrquelle bei Winterberg/Duisburg
- Gesamtlänge: 230 km/271 hm
- Etappen: 3-5
- Highlights: Bikepark "The Mother" Winterberg für MTB-Interessierte, Ruhrtalfähre Hardenstein (Fährzeiten beachten, es gibt aber auch eine nahegelegene Brücke), Arnsberger Schlossruine besichtigen, Boot fahren auf dem Seilersee
- Perfekt für: Radfernweg-Einsteiger dank schöner Natur und perfekte Infrastruktur
- Grubenfahrt: Bergbaugeschichte per Rad - 38,3 km/160 hm
Die Zeche Zollverein wird auch „Eiffelturm des Ruhrgebietes“ genannt und kann auf dieser Tagestour entdeckt werden. Die "Grubenfahrt" beginnt und endet beim absoluten Highlight der Tour: Dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Der Denkmalpfad, für den interessante Führungen angeboten werden, veranschaulicht den Weg der Kohle. Auch das Ruhr Museum, welches sich ebenfalls auf dem Industriegelände befindet, sollte auf dieser Tagestour nicht ausgelassen werden. Die gut ausgebaute Bahntrasse Nordsternweg führt im Anschluss weiter nach Gelsenkirchen. Die Schurenbachhalde in Essen sowie der Nordsternpark in Gelsenkirchen sind empfehlenswerte Abstecher abseits der Tour.
Weiter geht die Tour zum Tetraeder Bottrop. Die Auffahrt ist anstrengend, oben angekommen werdet Ihr aber mit einer einzigartigen Aussicht über das westliche Ruhrgebiet belohnt. Auch das Gelände der Zeche Prosper Haniel kann von der Halde aus gut eingesehen werden. In Oberhausen verläuft die Revier-Route dann wieder in Richtung Süden und führt über die Rheinische Bahn zurück nach Essen.
- Start/Ziel: Zeche Zollverein zwischen Essen und Gelsenkirchen
- Gesamtlänge: 38,3 km/160 hm
- Etappen: 1
- Highlights: Führungen in der Zeche Zollverein (z.B. von ehemaligen Bergleuten), baden im Werksschwimmbad auf der Kokerei Zollverein
- Perfekt für: Eine Reise in die Welt des Bergbaus
- Auenland - Den Rhein erfahren 60 km/110 hm
Die Tour im Grünen unterscheidet sich stark von den klassischen Industriekultur-Touren im Radrevier Ruhr.
Im Ruhrgebiet lässt sich nicht nur an der namensgebenden Ruhr entlang radeln, sondern auch den Rhein vom Rad aus entdecken. Die weitläufigen Rheinauen bieten sich für ausgiebige Radtouren auf und neben den Deichen an. Gerade im Frühling lohnt sich ein Besuch, wenn die artenreiche Flora und Fauna seitwärts des Rheins in bunten Farben erblüht.
Die Rundtour startet und endet in Wesel und führt auf rund 53 Kilometern am Rhein entlang in Richtung Süden. In Orsoy angekommen setzt ihr mit der Rheinfähre zum gegenüberliegenden Flussufer über. Von dort aus geht es durch beschauliche Ortschaften und offene Landschaften zurück. Das beeindruckende Lippe-Mündungsdelta ist das letzte große Highlight der Radtour, bevor ihr wieder in Wesel eintrefft. Die 130 Höhenmeter der Tour sind ohne große Mühe zu bewältigen. Lediglich der mitunter kräftige Wind kann in der Nähe des Gewässers die ein oder andere Schweißperle auf die Stirn treiben.
- Start/Ziel: Bahnhof Wesel
- Gesamtlänge: 60 km/110 hm
- Etappen: 1 oder 2
- Highlights: Rheinfähre Walsum - Orsoy, malerische Deichwege
- Perfekt für: Naturentdecker in der Industrieregion
Radurlaub im Radrevier Ruhr: 3 Tipps
Ob kulinarisch oder kulturell - das Ruhrgebiet hat mehr zu bieten, als man sich das vorstellen mag. Hier kommen drei kleine Tipps.
- Prost! Tour de Trinkhalle
Rund 18.000 Trinkhallen - also Kioske - gibt es im Ruhrgebiet. Sie sind nicht nur willkommener Zwischenstopp für Radfahrer auf längeren Touren, sie sind auch echte Kult-Institutionen im Pott. Um sie zu feiern, gibt es den offiziellen Tag der Trinkhallen jedes Jahr im August. Und die lassen sich bestens mit dem Rad besuchen - 5 Touren haben die Veranstalter zusammengestellt: Trinkhallen-Radtouren.
- Currywurst mit Pommes Schranke
Ursprünglich wurde die Currywurst zwar in Berlin erfunden, doch im Ruhrgebiet hat sich durch die vielen Arbeiter, die nach ihrer Schicht schnell noch etwas essen wollten, eine richtiggehende Imbisskultur entwickelt: an jeder Ecke findet man eine Wurst- oder Imbissbude, und jeder Einwohner des Ruhrgebiets kann wahrscheinlich seine favorisierte Currywurstbude in der Nähe benennen. Im Ruhrgebiet wird die Wurst, der schon Herbert Grönemeyer ein Lied widmete, extra scharf gegessen, und die traditionelle Beilage sind "Pommes Schranke", also Pommes mit Ketchup und Mayonnaise.
- Halde Hoheward
Halden sind menschengemachte Hügel, die aus Schüttungen des Steinkohleabbaus entstehen. Die Halde Hoheward zwischen Herten und Recklinghausen ist eine der größten im Ruhrgebiet und mittlerweile komplett für die Öffentlichkeit freigegeben. Mit einem Himmelsobservatorium, einer Brücke in Form eines Drachen-Skeletts, einer Sonnenuhr mit einem riesigen Obelisken ist sie ein riesiger Abenteuerspielplatz - für Kinder und Erwachsene. Außerdem lockt eine über 6,5 km lange Mountainbike-Trasse der Kategorie Cross Country, die kaum nennenswerte Schwierigkeiten aufweist und somit von Jedermann befahren werden kann.
Radrevier Ruhrgebiet: Anreise
Wohl kaum eine Urlaubsregion ist so einfach zu erreichen wie das Ruhrgebiet. Die Metropolregion ist bestens angeschlossen ans Schienennetz der Deutschen Bahn und das Autobahnnetz. Große Hauptbahnhöfe mit überregionalen Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen des Reviers gibt es etwa in Essen, Duisburg oder Dortmund. Mit den Flughäfen Düsseldorf und Dortmund ist auch die Anreise aus der Ferne gut machbar. Als Straßen führen dich unter anderem die Autobahnen A2, A3, A40, A42 und A52 ins Ruhrgebiet.
Mehr Infos zu Radurlaub im Radrevier Ruhr
Die beste Plattform für Reisetipps im Ruhrgebiet ist Ruhr-tourismus.de. Dort gibt’s Eventtipps, Ausflugsvorschläge, sowie Hotel- und Gastro-Empfehlungen.
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