Motorradanhänger im Test: Die beste Lösung für den sicheren Transport Ihres Bikes

Der private Motorradtransport erfreut sich wachsender Beliebtheit. Anstatt die Abfahrt im Kurvenrevier stumpf mit dem Bike auf der Autobahn runterzuspulen, geht es auch komfortabler. Unsere Marktübersicht zeigt, dass es mittlerweile bestechend einfache Lösungen für den privaten Motorradtransport gibt, so wie die im Folgenden gezeigten Motorradanhänger.

Das sagen die Anhängerprofis

Gabriele und Jean Eiler, Inhaber eines Fachgeschäfts für Fahrzeuganhänger und Baumaschinen, geben seit zehn Jahren ihrer Kundschaft etwas Passendes an die Hand.

Anhänger kaufen oder mieten: Gibt es eine Faustregel, ab wann sich was mehr lohnt?

Nein. Denn im Prinzip stellt sich eher die Frage, was mit dem Anhänger passiert, wenn er nicht genutzt wird. Gerade in Großstädten hat man keine geeignete Unterstellmöglichkeit. Überhaupt halten sich die Mietkosten im Rahmen. Für eine 14-tägige Urlaubstour müssen maximal 200 Euro kalkuliert werden, die bei Gruppentouren auch noch unter den Mitfahrern aufgeteilt werden können. Für diese Gelegenheitsfahrer ist die Miete die eindeutig bessere Wahl.

Wem würden Sie den klassischen Motorradanhänger mit Schienen empfehlen?

Die Schienenlösung ist ein reiner Motorradanhänger - nicht mehr und nicht weniger. Deshalb eine gute Lösung für alle, die häufig und mit stets gleicher Beladung zu Rennstrecken oder Crosspisten unterwegs sind. Bei der Auswahl kann der Hänger genau auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt werden. Was die Kosten im Rahmen hält: Mit guter Ausstattung ist solch ein Trailer bereits für weniger als 1000 Euro zu bekommen. Allerdings kann er kaum für andere Einsatzzwecke genutzt werden.

Und was sollte sich der Gelegenheits­transporteur hinters Auto hängen?

Dem würden wir einen multifunktionalen Anhänger mit praktischer Kippfunktion empfehlen. Zum einen kann er damit auch seinen Grünschnitt wegbringen oder Brennholz holen. Zum anderen erhöht die geschlossene Plattform die Sicherheit bei der Motorradverladung. Mit Vorderradwippen, Standschienen oder Antirutschmatte, richtig gesetzten Verzurrpunkten und 100-km/h-Zulassung kostet ein Trailer, auf den zwei ausgewachsene Bikes passen, zwischen 2000 und 2500 Euro. Das klingt zunächst nach viel. Relativiert sich aber, wenn man die Nutzungsdauer berücksichtigt. Denn ein solcher Anhänger ist meist eine Anschaffung fürs Leben.

Was sind typische Fehler der Hobby-Spediteure?

Dass falsch verzurrt wird, Gurte oder Fixierpunkte zu schwach ausgelegt sind und das Zuladungslimit nicht beachtet wird. Im Idealfall bringt der Kunde sein Bike zum Anhängerkauf bzw. der Anmietung mit. So kann man gemeinsam besprechen, wie das Motorrad optimal verladen und sicher transportiert wird.

Marktübersicht: Motorradanhänger verschiedener Hersteller

Im Folgenden werden verschiedene Hersteller von Motorradanhängern und deren Besonderheiten vorgestellt:

  • Airtrailer: Die Plattform aus durchgehend geriffelter Aluplatte lässt sich zum Be- und Entladen komplett absenken. Das soll auch einer Person den Umgang mit besonders schweren Motorrädern erleichtern.
  • Barthau Anhängerbau: Bei den Motorradanhängern der MO-Reihe hat man laut Hersteller auf eine umfangreiche Serienausstattung geachtet. Durch die geprägte Lochung von Auffahr- und Standschiene sowie die verstellbare Radwippe soll sich der Trailer auch von einer Person beladen lassen.
  • Böckmann Fahrzeugwerke: Böckmann gilt als Spezialist bei Pferdeanhängern, für die Stahlrösser vertreibt der norddeutsche Trailerhersteller die Motorradanhänger der slowenischen Marke TPV.
  • Boxer-Design: Die süddeutschen BMW-Zubehörspezialisten vertreiben einen Zweiradanhänger, der sich für den Nichtgebrauch mit wenigen Handgriffen komplett zerlegen lässt und mit einem Packmaß von 119 x 57 x 55 cm sogar kofferraumtauglich ist.
  • Brenderup: Die dänische Anhängermarke hat für den Motorradtransport ein durch die Bank klassisches Modell mit zwei Standschienen plus Bügel und vier Verzurrösen im Programm.
  • Hermann Harbeck Fahrzeugbau: Der Plattformtrailer des bayerischen Herstellers lässt sich dank zahlreicher Extras für mehr als den reinen Zweiradtransport nutzen.
  • Heku-Fahrzeugbau: Ankuppeln und auffahren - so das Prinzip der Heku-Kippanhänger. Nach Lösen der Verriegelung senkt sich der Rahmen über eine Gasdruckfeder ab.
  • Humbaur: Vom simplen Schienen-Anhänger bis hin zum wettergeschützen Koffermodell hat Humbaur als einer der größten Anhängerhersteller Europas auch für Motorradfahrer ein breites Sortiment aufgefahren.
  • Koch Anhängerwerke: Bei Koch gibt es sowohl den klassischen Plattform-Trailer mit 100 km/h-Zulassung wie auch die absenkbaren Anhänger mit besonders flachem Auffahrwinkel von rund drei Grad.
  • Ostmann Fahrzeugbau: Der nordwestdeutsche Hersteller fertigt die Anhänger im Regelfall individuell nach den jeweiligen Kundenwünschen an.
  • Pongratz Trailer-Group: Auch der österreichische Anbieter will mit dem absenkbaren Trailer PLL das Laden selbst von schweren Motorrädern zum Kinderspiel machen.
  • SMV AG: Bei den Modellen Alu Star und Space Extender steht das Zweirad nämlich quer zur Fahrtrichtung.
  • Stema Metalleichtbau: Der ostdeutsche Hängerspezialist bietet ein besonders breit gefächertes Programm.
  • Unsinn Fahrzeugtechnik: Für den bayerischen Trailer-Hersteller steht die komfortable Verladung ganz oben im Lastenheft.
  • Wörmann: Anhänger für jeden Geldbeutel - so das Angebot von Wörmann aus dem Großraum München.
  • Wolf Anhänger-Großmarkt: Die Hessen vertreiben nicht nur diverse Motorradanhänger von Pongratz oder Humbaur und rüsten diese nach Kundenwünschen um, sondern fertigen seit bereits 25 Jahren den zerlegbaren Trailer „Follow me“.

Motorradtransport ohne Motorradanhänger

Neben speziellen Motorradanhängern gibt es auch multifunktionale Anhänger, die für den Motorradtransport geeignet sind. Ein Beispiel ist der HA Multi von Humbaur. Mit einer Ladefläche von 2,51 x 1,31 Meter ist er lang genug, um auch große Motorräder darauf zu verladen.

Welcher Motorradanhänger für mein Motorrad / unsere Motorräder?

Neben der Frage nach dem Reisekomfort für mich bzw. meinen Motorradanhänger stellt sich oft auch die Frage, wie groß muss mein Anhänger eigentlich sein und welche Gewichtsklasse brauche ich? Die Frage „ich brauche einen 2er Motorradanhänger - was habt ihr da?“ lässt sich so pauschal nicht (mehr) beantworten.

Hier ein paar Standardwerte ohne Sonderausstattung oder Sonderanfertigungen:

  • Roller ca 2 m Länge und zwischen 150 kg + 200 kg Eigengewicht - Lenkerbreite etwa 60 cm bis 80 cm
  • Normales Motorrad ca 2,2 m Länge und zwischen 230 kg + 280 kg Eigengewicht - Lenkerbreite etwa 80 cm
  • BMW GS ca 2,4 m Länge und zwischen 250 kg + 280 kg Eigengewicht - Lenkerbreite etwa 110 cm
  • Harley´s ca 2,5 m Länge und zwischen 280 kg + 400 kg Eigengewicht - Lenkerbreite je nach Modell zwischen 100 cm + 150 cm
  • Goldwing ca 2,6 m Länge und zwischen 350 kg + 420 kg Eigengewicht - Lenkerbreite ca. 100 cm bis 120 cm

Bereits hier lässt sich vermuten, dass Sie je nach Motorrad unterschiedliche Anhänger brauchen für Ihr Bike / Ihre Bikes.

Wenn Sie unsicher sind welcher Anhänger der Richtige für Ihre Maschinen ist gilt grundsätzlich die Faustformel: Der Anhänger ist besser zu groß als zu klein.

750-kg-Anhänger im Test

Ungebremste Anhänger der 750-Kilogramm-Klasse werden auch gerne für den Motorrad-Transport hergenommen. Der ADAC hat sechs Einachser mit Preisen bis zu 770 Euro einem Test unterzogen. Zwei davon fielen glatt durch.

Das Testergebnis ernüchtert: Drei der einachsigen Anhänger zeigen deutliche Schwächen, zwei davon fallen sogar durch.

Testsieger mit dem ADAC Urteil „gut“ ist der Stema Variolux 750, der mit dem bestem Fahrverhalten und guten Noten in der Handhabung glänzt. Zweitplatzierter ist der Brenderup 1205SUB750 mit der Note 2,5.

„Befriedigend“ (Note 2,7) lautet das Urteil zum günstigsten Pkw-Anhänger im Test: Den Humbaur Steely gibt es bereits für 429 Euro.

Welche Möglichkeiten gibt es, ein Motorrad zu transportieren?

Je nach Motorrad, Fahrzeugtyp und Transportbedarf kommen unterschiedliche Lösungen für den Transport infrage:

  • Anhänger: Ideal für große oder schwere sowie mehrere Maschinen und längere Strecken.
  • Trägersysteme: Praktisch für Roller oder leichte Motorräder - besonders bei geringem Platzbedarf.
  • Transport im Transporter/Kastenwagen: Kommt vor allem bei vorhandener Ladefläche infrage.

Auch Lagerplatz, Wetterschutz und Nutzungsfrequenz spielen eine Rolle bei der Wahl der passenden Transportlösung.

Was kostet ein Motorradanhänger?

Einfache, offene Modelle sind bereits ab rund 600 Euro erhältlich. Absenkbare, geschlossene oder besonders robuste Varianten liegen je nach Ausstattung und Hersteller zwischen 1500 und 4000 Euro.

Arten von Motorradanhängern

Es gibt verschiedene Arten von Motorradanhängern, die sich in Bauweise und Funktionalität unterscheiden:

  • Offene Motorradanhänger: Einfache und preisgünstige Lösung für den gelegentlichen Transport bei trockenem Wetter.
  • Klappbare oder kompakte Motorradanhänger: Platzsparend zusammenfaltbar, ideal für Nutzer mit begrenztem Stauraum.
  • Absenkbare Motorradanhänger: Erleichtern das Be- und Entladen, besonders bei schweren Motorrädern.
  • Querstehende Motorradanhänger: Sparen Platz in der Länge und eignen sich für enge Stellplätze.
  • Geschlossene Motorradanhänger: Schützen das Motorrad vor Diebstahl, Witterung und Schmutz.

Wichtige Zubehörprodukte für den Motorradtransport

Unabhängig von der Transportlösung ist geeignetes Zubehör entscheidend für einen sicheren und stabilen Transport eines Motorrads. Die wichtigsten Produkte im Überblick:

  • Spann- und Zurrgurte
  • Vorderradwippe oder Radhalter
  • Auffahrrampe
  • Radstopper oder Keile
  • Antirutschmatten
  • Schloss oder Diebstahlsicherung
  • Regenhauben oder Transportabdeckungen

Alternative zum Anhänger: Motorradträger für Pkw und Wohnmobile

Motorradträger sind eine platzsparende Alternative zum Anhänger und besonders für leichtere Zweiräder geeignet. Sie lassen sich unterteilen in verschiedene Bauformen mit jeweils spezifischen Vorteilen:

  • Kupplungsträger: Wird direkt an der Anhängerkupplung montiert und eignet sich für Roller und leichte Motorräder.
  • Absenkbare Trägersysteme: Bieten mehr Komfort beim Handling schwererer Zweiräder.
  • Motorradträger für Wohnmobile: Werden fest mit dem Aufbau verschraubt und sind für höhere Lasten ausgelegt.

Vorschriften und Fahrerlaubnis für Motorradanhänger

Wer mit einem Anhänger unterwegs ist, muss gesetzliche Vorgaben beachten. Dazu gehören unter anderem die zulässige Gesamtmasse des Anhängers, die Anhängelast des Zugfahrzeugs sowie ggf. eine Tempo-100-Zulassung. In den meisten Fällen genügt der Führerschein der Klasse B.

Gewicht eines durchschnittlichen Motorradanhängers

Offene Einachsanhänger wiegen leer meist zwischen 150 und 300 kg. Absenkbare oder geschlossene Modelle bringen durch zusätzliche Technik und Aufbau deutlich mehr Gewicht auf die Waage, teilweise über 500 kg.

Motorradanhänger für Anfänger

Klappbare Anhänger oder kompakte Trägersysteme eignen sich gut für Einsteiger. Sie erfordern wenig Platz, sind einfach in der Handhabung und lassen sich schnell montieren.

Motorradanhänger oder Motorradträger - was ist besser?

Die Entscheidung hängt stark vom Einsatzprofil ab:

  • Motorradanhänger bieten mehr Platz, Schutz und Flexibilität. Sie sind besser für größere Maschinen, längere Strecken oder mehrere Fahrzeuge geeignet.
  • Motorradträger punkten durch kompakte Bauweise, geringes Gewicht und einfache Lagerung. Sie eignen sich für Roller oder leichte Motorräder im Freizeitbereich.

Multifunktionaler Anhänger für Haus und Motorrad

Es gibt auch multifunktionale Anhänger, die sowohl für den Motorradtransport als auch für andere Aufgaben wie Gartenarbeit oder Hausbau geeignet sind.

Kostenbeispiele verschiedener Motorradanhänger

Die folgende Tabelle zeigt Preisbeispiele für verschiedene Motorradanhänger:

Hersteller Modell Preisbeispiel
Airtrailer Airtrailer Mono 2.964 Euro
Barthau Anhängerbau Barthau MO 750 1.345 Euro
Böckmann Fahrzeugwerke TPV MB2 1.049 Euro
Boxer-Design Klappanhänger 1.990 Euro
Brenderup MC 2 1.016,62 Euro

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0