Mountainbike-Abenteuer beginnen dort, wo der Schotterweg endet und der Trail beginnt. Unabhängig davon, welches Ziel du auf deinem Bike verfolgst, alle Ziele haben eine identische Voraussetzung: Deine individuelle und ideale Position von dir auf deinem Bike. Viele Mountainbiker verstehen das Radfahren als bloße Belastung für die Beine.
Grundlagen für Einsteiger
Bevor du mit intensivem Training beginnst, solltest du dir eine stabile Grundlagenausdauer aufbauen. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel: 3-5 Trainingseinheiten pro Woche jeweils 1 bis 3 Stunden bei unter 75 % deiner maximalen Herzfrequenz. Maximale Anstrengung bringt in dieser Phase keinen Vorteil. Stattdessen: kontinuierlich & kontrolliert trainieren.
Erholung ist genauso wichtig wie das Training 2-3 Ruhetage pro Woche sind Pflicht! Dein Körper braucht diese Pausen, um sich anzupassen und Fortschritte zu machen.
Welche Geräte brauche ich für mein Training?
Als Einsteiger brauchst du nicht viele Tools, aber ein Pulsmesser ist sehr hilfreich:
- Pulsmesser: Ein einfacher Brustgurt oder eine Sportuhr genügt. Damit kannst du die Herzfrequenz kontrollieren und dein Training präziser steuern.
- Powermeter (optional): Ein Leistungsmesser liefert exakte Watt-Daten, ist aber meist kostspielig und eher für ambitionierte Racer gedacht.
Trainingsbereiche für Fortgeschrittene
Nach den ersten Trainingswochen stagniert häufig der Fortschritt - spätestens dann wird eine gezielte Trainingssteuerung nötig. Die Einteilung erfolgt in Trainingsbereiche, die sich an deiner maximalen Herzfrequenz orientieren:
- Kompensationsbereich (Regenerationstraining):
- Intensität: unter 60 % der maximalen Herzfrequenz
- Dauer: 20-60 Minuten
- Ziel: schnellere Regeneration durch leichte Bewegung
- Effekt: bessere Durchblutung, beschleunigter Abbau von Stoffwechselprodukten
- GA1 - Grundlagenausdauer 1:
- Intensität: 60-75 % der maximalen Herzfrequenz
- Dauer: 30-300 Minuten
- Ziel: Entwicklung der aeroben Kapazität
- Effekt: Verbesserung der Sauerstoffnutzung & Fettverbrennung
- GA2 - Grundlagenausdauer 2:
- Intensität: 75-85 % der maximalen Herzfrequenz
- Dauer: 20-60 Minuten
- Ziel: Kapillarisierung und Ausdauersteigerung
- Effekt: bessere Nährstoffversorgung, verzögerte Ermüdung
- Entwicklungsbereich (Schwellenbereich):
- Intensität: 85-90 % der maximalen Herzfrequenz
- Dauer: 3-10 Minuten (Intervallform)
- Ziel: Laktattoleranz erhöhen
- Effekt: mehr Leistung bei harten Belastungen (z. B. Sprints, Rampen)
- Spitzenbereich:
- Intensität: 90-100 % der maximalen Herzfrequenz
- Dauer: maximal 1 Minute
- Ziel: Verschiebung der anaeroben Schwelle
- Effekt: maximale Leistungsfähigkeit über kurze Zeit - hart, aber effektiv
Training für Unterschiedliche Disziplinen
Beim Cross Country kann man zwischen Marathon (XCM) und Olympischen Cross Country (XCO) unterscheiden. Wer mehr Leistung bringen kann und entspannter am Berg oder im Tal ankommt, ist nicht nur sicherer unterwegs, sondern auch mit deutlich mehr Freude.
Je größer die Langzeitausdauer-Komponente, desto wichtiger die Grundlagenausdauer und das Training im GA1- und GA2- Bereich, z.B.: XCM. Je kürzer und intensiver die Belastung, desto wichtiger ist das Training im Entwicklungs- und Spitzenbereich, z.B.: XCO.
Auch im Downhill ist die Kraftausdauer eine der wichtigsten Komponenten. Auf anspruchsvollen Strecken brennen selbst die Unterarme der Worldcup-Profis nach kürzester Zeit. Hier zeigt sich, wessen Muskeln der Ermüdung bei Maximalkraft am längsten trotzen können.
Es zeigt sich also, dass bei allen Disziplinen ein umfassendes und abwechslungsreiches Training von Nöten ist. Ein XCM-Fahrer setzt verstärkt auf den Grundlagenbereich, ein XCO-Fahrer baut auf der Basis einer guten Grundlage eine hohe individuelle anaerobe Schwelle auf und ein Downhiller setzt vermehrt auf Kraftausdauer- und Krafttraining.
Intervalltraining für mehr Effizienz
Das Intervalltraining zählt zu den effizientesten Trainingsmethoden im Ausdauersport. Es kombiniert intensive Belastungsphasen mit sogenannten lohnenden Pausen - also aktiven Erholungsphasen mit leichter Bewegung, wie lockerem Pedalieren. Ziel ist es, den Körper gezielt zu ermüden, um effektive Anpassungen zu erreichen.
Vorteile und Ziele
- Verbesserung der Laktattoleranz
- Erhöhung der maximalen Sauerstoffaufnahme
- Verschiebung der anaeroben Schwelle nach rechts
- Steigerung der Grundlagenausdauer durch gezielte Reize
- Effektive Trainingsergebnisse mit minimalem Zeitaufwand
Trainingsplan: Struktur für den Erfolg
Ein systematisches Training anhand eines Plans, in den wertvolle Messdaten über die eigene Fitness sowie ein paar Gedanken zu Ruhetagen und Belastungsvariation einfließen, hilft daher ungemein.
Tipps zur Umsetzung
- Trainingspläne helfen in Sachen Motivation und Regelmäßigkeit
- In Trainingspläne kann viel Expertenwissen einfließen, wodurch das Training effektiv wird
- Trainingspläne müssen zur jeweiligen Disziplin passen
- Konkrete Trainingstage helfen beim Zeitmanagement im (stressigen) Alltag
Krafttraining für Mountainbiker
Tatsächlich ist die Belastung auf Rumpf und Arme auf Grund der Haltung (gerade auch auf Trails) sehr hoch. Krafttraining ist daher absolut notwendig zur Prävention von Schmerzen und der Steigerung der Performance.
Übungsbeispiele
- Stabilitäts-Training mit Sling-Trainern oder Pezzi-Bällen schaffen Abhilfe.
- Einbeinige Bankkniebeuge im Ausfallschritt
- Beinbeuger & Wadendehnung
Fahrtechnik verbessern
Theoretische Inhalte gekonnt in die Praxis umsetzen ist die Kunst. Trainiere Fahrtechnik auf Trails.
Einige Anbieter von Fahrtechnikkursen sind:
- Trailacademy
- Bike Therapy
- Rock my Trail
- Allgäu Bikers
Diese Schulen bieten Kurse für verschiedene Könnensstufen an, von Basic-Kursen für Anfänger bis zu Expertenkursen für Fortgeschrittene.
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