Eine Transalp mit dem Rennrad ist die Überquerung der Alpen mit dem Fahrrad, eine Herausforderung, die körperliche Fitness, mentale Stärke und eine gute Vorbereitung erfordert. Der Reiz liegt in der Kombination aus sportlicher Anstrengung und atemberaubenden Landschaften. Eine Transalp ist ein unvergessliches Erlebnis mit allen Höhen und Tiefen.
Vorbereitung und Planung
Die Vorbereitung hat viel Zeit gekostet und einige hier haben darunter gelitten. So richtig ins Training bin ich dann in 2016 eingestiegen. Die Woche vor dem Start war noch recht viel zu tun auf der Arbeit. Ich arbeite in einem Hotel und die Arbeit dort ist doch immer wieder anstrengend, also körperlich. Die beste Zeit für eine Transalp liegt zwischen Juni und September. In diesen Monaten sind die Wetterbedingungen in den Alpen am stabilsten, die Tage sind lang und die Temperaturen angenehm für das Radfahren. Je nach gewählter Route und persönlichem Fitnesslevel solltest Du zwischen 4 und 10 Tagen für eine Transalp einplanen. Die Vorbereitung ist entscheidend: Regelmäßiges Training, das sowohl Ausdauer als auch Bergfahrten umfasst, ist unerlässlich. Ebenso wichtig ist die mentale Vorbereitung, um die langen Anstiege und die wechselnden Bedingungen in den Alpen zu meistern.
Ausrüstung
Neben einem zuverlässigen Rennrad solltest Du folgende Dinge unbedingt dabei haben: eine gut sitzende Radhose, Regenkleidung, eine EC-Karte, ein Smartphone und ein Werkzeugset für Notfälle. Auch ausreichend Verpflegung und Wasser für die Etappen sind wichtig, da es nicht überall Nachschub gibt.
Wer Hab und Gut aus eigener Kraft den Berg hochfahren muss, der verzichtet leicht auf unnötiges Gepäck. Und das Tolle dabei - es wird einem bewusst, dass man eigentlich gar nicht so viel benötigt, wie man immer denkt. Lediglich die breiten Gravelreifen wurden durch schmalere Rennradreifen getauscht. Wie heißt es so schön: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Routenwahl und Erfahrungen
Für Anfänger empfiehlt sich die Via Claudia Augusta oder der Alpe-Adria-Radweg. Landschaftlich ein echter Traum, die Strecke ist auch super schön. Ich habe von einer Beginner Transalb Tour gehört: Freiburg, Bodensee, Arlberg, Reschenpass, Merano zum Gardasee.
Allerdings ist diese Route nicht sonderlich attraktiv. Trotzdem, wie auch Uwe schreibt. Reschen in RIchtung Meran würde ich auch nicht empfehlen. Es ist jetzt Haupturlaubszeit und bis Ende August fährt alles, was nicht über den Brenner nach Italien fährt, über den Reschen. Bis Meran ist das echt ätzend. Es gibt zwar Fahrradwege aber die machen nicht wirklich Spaß.
Einfache, aber namhafte sehr schöne Pässe gibt es in Graubünden, also im Engadin und Umgebung. Da kann man sich als Anfänger austoben ohne Langeweile zu bekommen und ohne unterfordert zu sein. Ich würde eher keine Transalp im eigentlichen Sinn machen, sondern eher einige Tage an einen festen Standort fahren und Tagestouren machen. Ich an eurer Stelle würde die Alpenquerung machen! Ich hab auch immer solche "Projekte" die zum Teil etwas naiv erscheinen und umsogrösser ist danach die Freude wenns klappt, und das tut's meist wenn man etwas Geduld, Vernunft und Biss hat.
Alternative Routen
- Eine Juradurchquerung bringt euch auf jeden Fall 100 Mal mehr Spass als eine Pseudo-Alpenüberquerung via Reschenpass.
- Es gibt eine Radroute von Basel nach Genf die landschaftlich sehr schön ist. Auf dem Chasseral erreicht ihr 1500 Meter und es reiht sich ein Anstieg an den anderen.
- Wenn ihr über die Alpen wollt mit möglichst wenig Pässen würde ich von Freiburg über den Gotthard oder San Bernardino.
Erfahrungen mit bestimmten Pässen
- Hahntenjoch: Die erste Etappe war auch noch gespickt mit dem Hahntenjoch. Wir beiden werden ganz sicher keine Freunde mehr - für mich der schlimmste Anstieg der ganzen Tour. Während ich am Hahntennjoch quasi noch Tränen der Erschöpfung über mich ergehen lassen musste.
- Timmelsjoch: Wir sind über Sölden hoch zum Timmelsjoch gefahren.
- Stelvio: Für mich hat die Tour eigentlich so richtig mit dem Anstieg zum Stelvio begonnen. Für meine Verhältnisse bin ich den Stelvio quasi „hochgeflogen“ - das war echt ein geiles Gefühl, der absolute Hammer. waren es am Stelvio eher Tränen der Überwältigung und der Freude.
- Reschenpass: Speziell, da er ja von Norden käme, geht der Reschen gar nicht, denn da müsste er die sehr stark befahrenen Hauptstraße mit all ihren Tunnels rauf.
Organisation und Geführte Touren
Wie empfandest du die Organisation des Events? Die Orga war für mich persönlich perfekt. Mein Gepäck war immer an Ort und Stelle. Alle Mitarbeiter wussten zudem immer eine Antwort auf meine Fragen. Ja, es gibt zahlreiche Anbieter, die geführte Transalp-Touren für unterschiedliche Fitnesslevel anbieten. Diese Touren bieten den Vorteil, dass die Route bereits geplant ist und Unterstützung während der gesamten Tour gewährleistet wird.
Erfahrungsberichte
Wenn ich am meine erste Transalp mit dem Rennrad zurückdenke, bekomme ich leuchtende Auge. Es ist zwar schon mehr als einen Monat her, dass ich zusammen mit den Markenbotschafterinnnen von Liv Deutschland über die Alpen geradelt bin. Doch die Erinnerungen sind noch ganz lebendig. So eine Rennrad Transalp kann ich definitiv nur jedem empfehlen. Dass man sich im Team gegenseitig pusht und unterstützt, war von Vornherein klar. Vor allem bin ich froh, dass keinem von uns ernsthaft etwas passiert ist und wir sogar trotz mancher Schotterpiste keinen Platten zu verzeichnen hatten. Unter den gegebenen Bedingungen würde ich sofort wieder so eine Aktion starten - gerne auch mit ein paar mehr Höhenmetern und Pässen. Ich muss noch dazu sagen, dass wir wirklich Glück mit dem Wetter hatten. Im Laufe der gesamten Rennrad Transalp sind wir eigentlich in keinen Regenguss gekommen und konnten eigentlich immer kurz-kurz fahren. Mit Schnee auf der Hochalpenstraße oder sonstigen bösen Überraschungen wäre die ganze Angelegenheit vermutlich nicht so spaßig gewesen. Trotzdem glaube ich, dass sich jede Transalp schon alleine wegen der atemberaubenden Landschaft lohnt.
Bei der Tour Transalp habe ich mich fast wie ein Profi gefühlt und es war wie eben gesagt, tausende von Gefühlen dabei, die unbeschreiblich waren.Mega Respekt vor deiner Leistung: 867 km und gute 18.000 Höhenmeter. Ein unvergessliches Erlebnis mit allen Höhen und Tiefen.
Trotzdem glaube ich, dass sich jede Transalp schon alleine wegen der atemberaubenden Landschaft lohnt. Wer das Radfahren und die Berge liebt, für den gibt es keine bessere Kombination. ... oder um es mit den Worten von Bilbo Beutlin aus „Der Hobbit“ zu sagen: Hin und zurück. Mit dem Fahrrad über die Alpen - viele fragen sich wahrscheinlich: Urlaub? Wo bleibt denn da die Erholung? Und genau das sind für uns solche Momente.
Beispiel einer Transalp Route
Eine mögliche Route, die von einem achtköpfigen Frauenteam gefahren wurde:
| Etappe | Wegpunkte | Strecke | Höhenmeter |
|---|---|---|---|
| 1 | von Salzburg nach Bruck | 97,5 km | 1184 m |
| 2 | von Bruck über die Hochalpenstraße nach Lienz | 87,3 km | 2221 m |
| 3 | von Lienz nach Klausen | 122,3 km | 909 m |
| 4 | von Klausen nach Auer | 76,2 km | 997 m |
| 5 | von Auer nach Torbole | 93,1 km | 355 m |
| Total | 476,4 km | 5666 m |
Verwandte Beiträge:
- Transalp mit Rennrad: Der ultimative Guide für Ihre Tour!
- Transalp Mountainbike Touren GPS: Routen, Tracks & Tipps
- Transalp Mountainbike Touren: Anbieter, Preise & Tourenvorschläge
- Mountainbike Transalp Touren: Planung, Routen & Tipps für Ihre Alpenüberquerung
- Ultimativer Fahrradträger Rahmenhalter E-Bike Test – So transportieren Sie Ihr E-Bike sicher und stressfrei!
- Shimano EP8 Licht anschließen – Ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung für perfekte E-Bike-Beleuchtung
Kommentar schreiben