Tretroller für Kinder im Test bei Stiftung Warentest

Für Kinder gehört der Roller zu den beliebtesten Fahrgeräten. Bei vielen geht schon im Kleinkindalter nichts ohne ihn. Manchmal kommt die Roller-Liebe aber auch erst später. Dementsprechend viele Modelle gibt es. Stiftung Warentest hat 16 Roller für Kinder im Test genauer angeschaut.

Überblick über die Testsieger

Wenn das Laufen schon ziemlich gut klappt, erkunden Kinder ihre Umgebung auch immer öfter auf diversen Fahrgeräten. Noch bevor sie aufs Fahrrad steigen, steht der Roller bei vielen hoch im Kurs. Auf welche Ausstattung, Größe, Gewicht etc.

Testsieger Tretroller für kleine Kinder

  • Puky R1
  • Scoot and Ride Highwaykick 1
  • Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders

Testsieger Tretroller für große Kinder

  • Six Degrees Aluminium Scooter 205 mm
  • Puky Speedus One
  • Decathlon Oxelo Scooter Mid 5 und Hudora Big Wheel 205 (Bronzemedaille)

So hat Stiftung Warentest getestet

Im Roller-Test von Stiftung Warentest, der im November 2022 veröffentlicht wurde, waren 16 Kinder­tret­roller, davon fünf für Kinder ab zwei Jahren und elf für Kinder ab fünf oder sechs Jahren. Wegen Schadstoffen fielen zwei Modelle komplett durch. Andere fahren nur so la la. Insgesamt sieben schnitten immerhin "Gut" ab.

Wichtigstes Testkriterium: Fahren (55 %). Der Praxis­test der kleinen Tret­roller wurde mithilfe von sieben Kindern im Kita-Alter durchgeführt. Die größeren Tret­roller testeten 20 Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren. Die Handhabung macht 15 % des Gesamturteils aus. Hier beurteilte ein Experte auch die Gebrauchsanleitung.

Sicherheit und Haltbarkeit (25 %) wurden ebenfalls genau unter die Lupe genommen. Die Experten checkten die Roller für Kinder in Sachen Belastbarkeit, Dauerhaltbarkeit, Korrosionsbeständigkeit, Verarbeitung, Verletzungsgefahr und Sicherheit von Lenkung und Bremsen. Außerdem wurden die Fahrzeuge auf Schadstoffe (5 %) geprüft.

Um die Sicherheit und Haltbarkeit zu prüfen, wurden die Roller unter anderem mit 200-Kilogramm-Gewichten belastet, mehrfach auf den Lenker geworfen und gegen eine Wand gefahren.

Die Testsieger im Detail

Puky R1 Scooter

Bei den Tret­rol­lern für klei­ne Kin­der setzte sich der Puky R1 mit der Gesamtnote „Gut“ (2,2) durch. Der Roller erhielt in den Kategorien „Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Schadstoffe“ jeweils die Note „Sehr gut“ von der Stiftung Warentest. Für das „Fahren“ gab es die Note „Gut“ (2,4) und die Handhabung ein „Befriedigend“ (3,2).

Ihn können Kinder ab zwei Jahren fahren und er ist einfach ein Klassiker. Preis kann jetzt höher sein. In Sachen Schadstoffe (1,0) und Sicherheit und Haltbarkeit (1,0) kommt das Modell sogar "Sehr gut" weg. Für die Fahreigenschaften gab es eine 2,4. Lediglich die Handhabung muss mit einer "Befriedigend" (3,3) vorlieb nehmen. Der Grund: Die Punkte Rei­nigen, Warten, Reparieren bekamen von den Tester*innen ein MInus.

Auch kleinere Kinder haben auf dem Puky-Roller schon guten Halt dank der drei Räder (eins vorne, zwei hinten) und der Anti-Rutsch-Standfläche. Preis kann jetzt höher sein. Den Komfort der Lenkung und das Fahrverhalten empfanden die Tester*innen als "Befriedigend", was der Grund dafür ist, dass das Testkriterium Fahren insgesamt "nur" mit 2,5 bewertet wurde. Eine schlechte Gebrauchsanleitung führte dazu, dass der Punkt Handhabung insgesamt lediglich "Befriedigend" (2,8) wegkam. "Gut" ist der Roller für Kinder dagegen in den Augen der Expert*innen in Sachen Sicherheit und Halt­bar­keit (2,5) und Schadstoffe (2,0).

Scoot and Ride Highwaykick 1

Nur knapp dahinter liegt mit der Gesamtnote „Gut“ (2,3) der Scoot and Ride Highwaykick 1. Dieser Roller bekam in den Kategorien „Fahren“, Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Schadstoffe“ die Note “Gut“, für die „Handhabung“ gab es ein „Befriedigend“ (2,8).

Auch dieses Modell eignet sich für Kinder ab 2 Jahren. Diese dürfen zwischen 90 cm und 120 cm groß sein. Der Roller wird durch Gewichtsverlagerung gelenkt und darf mit maximal 50 Kilo belastet werden.

Die drei Räder (zwei vorne, eins hinten) sorgen für einen besonders sicheren Stand. Außerdem bietet das Safety Pad zusätzlichen Schutz und verhindert, dass euer Kinder nach vorne rüber fällt, wenn es mal etwas holprig ist. Super praktisch: Mit einem Handgriff wandelt ihr den Roller vom Rutscher mit Sitz in einen Scooter um.

Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders

Auf dem 3. Platz liegt der Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders mit der Gesamtnote „Gut“ (2,4). In den Kategorien „Fahren“, Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Handhabung“ vergab die Stiftung Warentest jeweils die Note „Gut“. In der Kategorie „Schadstoffe“ gab es sogar ein „Sehr gut“ (1,0).

Dieser Roller ist für Kinder ab 2 Jahren mit einer Körpergröße zwischen 80 cm und 115 cm gedacht. Er darf mit maximal 50 Kilo belastet werden. Mit gerade einmal 2,1 Kilo ist das Modell selbst ein Leichtgewicht.

Die beste Note zuerst: In Sachen Schadstoffe konnte dieses Modell eine glatte 1,0 absahnen. Die Handhabung ist "Gut" (2,2), ebenso wie Sicherheit und Haltbarkeit (2,3). Am schlechtesten wurde das Testkriterium Fahren (2,5) bewertet.

Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung. Zusätzlich kann der Lenker festgestellt werden, damit der Roller nur geradeaus fährt. Das kann gerade für Fahranfänger*innen sinnvoll sein. Mit einem Klickverschluss lässt sich der Lenker easy abnehmen. Das ist super, um ihn platzsparend zu transportieren.

Noch mehr Infos zum Hudora-Roller:

  • Rollen aus gegossenem PU
  • Lenkerhöhe verstellbar von ca. 51 bis 66 cm
  • extrem stabiles Zweikomponenten-Deck
  • zweiteilige Friktionsbremse

Six Degrees Aluminium Scooter 205 mm

Testsieger bei den Tret­rol­lern für gro­ße Kin­der ist der Six Degrees Aluminium Scooter 205 mm mit der Gesamtnote „gut“ (2,0). Dieser Roller bekam von den Experten in den Kategorien „Fahren“, Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Handhabung“ die Note „Gut“. In der Kategorie „Schadstoffe“ gab es sogar die Note „Sehr gut“ (1,0).

Das Modell ist für Kinder ab etwa 5 Jahren mit einer Größe zwischen 120 cm und 175 cm geeignet. Belastet werden darf der 5 Kilo schwere Roller mit maximal 100 Kilo.

Puky Speedus One

Der 2. Platz geht an den Puky Speedus One mit der Gesamtnote "Gut" (2,3). Während es in den Kategorien „Fahren“ und „Sicherheit und Haltbarkeit“ jeweils die Note „Gut“ gab, erhielt das Modell in den Kategorien „Handhabung“ und Schadstoffe jeweils nur ein „Befriedigend“.

Der Roller selbst wiegt ca. 5,4 Kilo und kann von Kindern ab etwa 5 Jahren mit einer Körpergröße zwischen 115 cm und 180 cm genutzt werden. Er darf mit maximal 100 Kilo belastet werden.

Decathlon Oxelo Scooter Mid 5 und Hudora Big Wheel 205

Den 3. Platz teilen sich mit der Gesamtnote „Gut“ (2,4) der Decathlon Oxelo Scooter Mid 5 und der Hudora Big Wheel 205. Beide Modelle erhielten in den Kategorien „Fahren, „Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Schadstoffe“ die Note „Gut“, für die „Handhabung“ gab es jeweils ein „Befriedigend“.

Beide Roller wiegen ca. 4,1 Kilo und dürfen mit maximal 100 Kilo belastet werden. Zwar sind beide Roller für Kinder ab 5 Jahren geeignet, der Decathlon Roller darf jedoch nur von Kindern mit einer Größe zwischen 105 cm und 155 cm genutzt werden, während der Hudora Roller nur von Kindern zwischen 125 cm und 175 cm genutzt werden darf.

Weitere empfohlene Roller

Neben den oben genannten Modellen könnt ihr auch bei diesen Rollern nichts falsch machen:

  • Lionelo Luca Roller
  • Scoot One Aluminium Scooter
  • Apollo XXL Wheel Scooter

Wichtige Fragen & Antworten zum Thema Kinderroller

Welche Vorteile haben Roller für Kinder?

So einige. Auf einem Roller zu fahren fördert zum Beispiel den Gleichgewichtssinn, die Koordination und die Motorik. Und die Kids sind richtig stolz, dass sie eigenständig von A nach B kommen. Besonders toll ist natürlich, wenn sie gemeinsam mit Freund*innen unterwegs sind. Und draußen spielen ist immer eine super Sache! Ein guter Nebeneffekt: Wenn euer Kind auf dem Roller mit euch zusammen über die Ampel oder den Zebrastreifen fährt, könnt ihr ihm ganz nebenbei die Regeln im Straßenverkehr erklären.

Ab welchem Alter sind Roller für Kinder geeignet?

Es gibt einige Hersteller, die schon Roller für Kinder ab ca. einem Jahr anbieten. So ein Roller ist also auch ein schönes Geschenk zum ersten Geburtstag. Ihr solltet aber natürlich in erster Linie schauen, wie weit euer Kind motorisch bereits entwickelt ist. Wenn es gerade erst damit angefangen hat, die ersten zaghaften Schritte alleine zu machen, ist es definitiv noch zu früh. Aber wenn das Laufen immer besser klappt und sich euer Kind sicher fühlt, dann könnt ihr es durchaus mal ausprobieren.

Welche Räder sind bei Tretrollern besser?

Es gibt da eigentlich kein richtig oder falsch, sondern es kommt auch darauf an, auf welchem Untergrund euer Kind häufig unterwegs ist. Wenn der Weg meist eben ist, glatter Asphalt zum Beispiel, dann reichen kleine und harte Kunststoffräder vollkommen aus. Es gibt auch Roller mit Luftreifen, ähnlich wie Fahrradreifen. Der Vorteil ist, dass sie gut federn und besser mit unebenen Untergründen und Nässe klarkommen. Dafür sind sie etwas schwerer als Kunststoffräder.

Kaufberatung für Roller

Größe: Neben dem Alter ist natürlich auch wichtig, wie groß euer Kind ist und ob es stabil auf dem Roller stehen und sich gut festhalten kann. Achtet hier bitte auf die Herstellerangaben oder macht am besten eine Probefahrt im Geschäft. Praktisch ist, wenn der Roller mit eurem Kind mit wächst. So habt ihr länger was davon. Schaut aber natürlich auch auf das maximale Gewicht, das auf dem Roller erlaubt ist.

Räder: Für kleinere Kinder (zwischen 1 - 3 Jahren) sind drei oder vier Räder am besten geeignet. Es ist am Anfang nicht ganz so wacklig und die Kleinen sind sicherer unterwegs. Größere Kinder können meist direkt auf zwei Rädern durch die Gegend düsen.

Trittbrett: Schaut bitte, dass auf dem Trittbrett genug Platz ist, damit euer Kind mit beiden Füßen gut stehen kann.

Bremse: Viele Modelle haben eine Trittbremse auf dem Hinterreifen oder ihr stoppt einfach mit dem Fuß auf dem Boden. Es gibt aber auch Roller mit zusätzlicher Handbremse. Das ist natürlich noch sicherer. Den Umgang damit sollte euer Kind aber auf jeden Fall üben, wenn es Fahranfänger ist.

Sicherheit: Auf dem Roller kann euer Kind ziemlich schnell unterwegs sein. Es besteht Sturzgefahr! Zwar ist die nicht so hoch wie auf einem Fahrrad. Trotzdem sollte euer Kind sicherheitshalber einen Helm tragen, gegebenenfalls auch Knie- und Ellbogenschoner.

Wetter: Bei Regen ist die Rutsch- und Verletzungsgefahr natürlich deutlich höher. Deshalb fahrt lieber im Trockenen. Vor allem wenn eure Kids noch nicht so erfahren auf dem Roller sind.

Reisen: Praktisch ist, wenn sich der Roller zusammenklappen lässt. Dann könnt ihr ihn ganz einfach im Auto verstauen, wenn ihr einen Ausflug macht oder in den Urlaub fahrt. Einige Roller haben auch ein Umhängeband. Damit könnt ihr ihn auch ganz einfach transportieren.

Die Verlierer im Roller-Test

Anders sieht es beim Decathlon Oxelo Scooter B1 500 für kleinere Kinder aus: Er kostet zwar nur 50 Euro, lässt sich aber schlecht lenken und ist so kippelig, dass einige kleine Testerinnen und Tester beim Losfahren umgefallen sind. Gesamturteil: „ausreichend“ (Note 3,8).

Der Trittbrettbelag beim Globber enthielt eine höhere Menge der kritischen Substanz Benzo(ghi)perylen, als das GS-Zeichen für Kinderprodukte erlaubt. Der polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff gilt als krebserregend und fortpflanzungsgefährdend. Der Hersteller bietet an, den Belag austauschen zu lassen.

Schadstoffbelastung

Bei unseren Unter­suchungen haben wir unter anderem die Sicherheit von Bremsen und Lenkung geprüft und auf die Verletzungs­gefahr geachtet. Aber wenn die Stiftung Warentest Produkte für Kinder testet, wird stets auch auf Schad­stoffe geprüft. So auch bei den Tret­rollern. Die gute Nach­richt: Keins der Modelle für kleine Kinder war belastet.

Im Griff des einen Rollers wiesen wir eine höhere Menge an kurz­kettigen Chlorparaf­finen nach, als der EU-Grenz­wert erlaubt. Kurz­kettige Chlorparaf­fine können beim Menschen vermutlich Krebs erzeugen. Beim zweiten Modell fanden wir im Tritt­brett­belag eine höhere Menge des kritischen PAK Benzo(ghi)perylen, als das GS-Zeichen für Kinder­produkte erlaubt.

Tabelle: Empfehlungen der Stiftung Warentest im Überblick

Modell Altersempfehlung Räder Gewicht Max. Nutzungsgewicht Geeignet für Körpergröße Art der Lenkung
Puky R 1 Scooter ab 2 Jahren 3 3,2 kg 20 kg 95 bis 125 cm Lenker­ein­schlag
Scoot and Ride Highwaykick 1 ab 2 Jahren 3 3 kg 50 kg 90 bis 120 cm Gewichtsverlagerung
Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders ab 2 Jahren 3 2,1 kg 50 kg 80 bis 115 cm Gewichtsverlagerung

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