Beim Triathlon spielt das Rad eine entscheidende Rolle. Ein spezielles Triathlonrad kann helfen, wertvolle Minuten in der Wechselzone zu sparen und die Leistung auf der Radstrecke zu steigern. Doch wie finden Triathlon-Neulinge das richtige Bike?
Was ist ein Triathlonrad?
Ein Triathlonrad ist ein speziell für den Triathlonsport entwickeltes Fahrrad. Es zeichnet sich durch eine aerodynamische Sitzposition und ein leichtes, steifes Rahmenmaterial aus. Die meisten Triathlonräder haben außerdem einen integrierten Aerolenker, der es dem Athleten ermöglicht, in einer aerodynamischen Position zu fahren und so den Luftwiderstand zu minimieren.
Triathlon-Bike vs. Zeitfahrrad
Obwohl Triathlonräder oft mit Zeitfahrrädern verwechselt werden, gibt es einen Unterschied. Während Triathlonräder speziell für den Triathlonsport entwickelt wurden, sind Zeitfahrräder für Einzelzeitfahren oder Zeitfahren bei Rennen konzipiert.
Unterschiede kurz erklärt
Vor allem der Unterschied zwischen Triathlonrädern und Zeitfahrrädern ist für viele nicht gleich ersichtlich, da sie sich optisch stark ähneln. Der Lenkeraufsatz am Zeitfahrlenker darf nur maximal 75cm vom Tretlager (in vertikaler Linie) weg reichen (Ausnahmen für besonders kleine / große Fahrer müssen bei der UCI beantragt werden).
Da Triathlon-Rennen nicht diesen UCI-Richtlinien unterliegen, können Hersteller bei ihren Triathlon-Fahrrädern kreativ werden und diese in den Bereichen Aerodynamik und Gewicht noch weiter verbessern. Deswegen findet man häufig Modelle mit noch weiter nach vorne gerichtetem Sattel und Lenkeraufsatz, Verkleidungen am Rahmen, welche die Aerodynamik verbessern sowie teilweise sogar Modelle ohne Sitzrohr und -streben, sprich mit einem komplett futuristischen Rahmendesign, was auch nicht mehr der 3:1 Regel entspricht.
Triathlonrad vs. Rennrad
Zu Beginn steht für viele Triathlon-Neulinge die Frage im Raum, ob es direkt ein spezielles Triathlonrad sein muss. Ein Triathlonrad zeichnet sich durch einen in der Regel sehr flächig konzipierten, aerodynamischen Rahmen aus. Der größte Unterschied zu einem normalen Rennrad liegt im Cockpit.
Klassische Rennräder verfügen über einen Dropbar, einen klassischen Rennlenker, der unterschiedliche Griffe zulässt und - wie es der Name schon sagt - zwischen dem oberen (Oberlenker) und unteren (Unterlenker) Teil des Lenkers über ein Drop (Höhenunterschied) verfügt. Ein Triathlonlenker ist hingegen gänzlich anders geformt. Auch hier kann in einer aufrechten Position im Oberlenker gefahren werden, an dessen Ende die Bremshebel montiert sind.
Geschaltet wird jedoch an den Extensions, auch Auflieger genannt. Damit muss die aerodynamisch getrimmte Position mit deutlich geringerer Wind-Angriffsfläche nicht verlassen werden. Zudem markant für reinrassige Triathlon-Gefährte sind hohe Laufrad-Profile oder gar Scheibenräder, das macht die Laufräder windschnittiger.
All das macht zwar schneller, muss jedoch für Neulinge im Triathlon nicht sein. Als Einsteigerin oder Einsteiger bevorzugen Sie womöglich ein solides Rennrad mit einigermaßen bequemer Sitzposition, mit dem Sie sowohl im Training als auch im Triathlon Spaß haben und das mit einem breiten Einsatzspektrum gut zurechtkommt.
Als Alternative zu beiden ist für viele Triathleten natürlich noch das Rennrad erste Wahl. Im Zusammenspiel mit nachrüstbarem Lenkeraufsatz lässt sich auch hier eine ähnlich nach vorne gestreckte "Aero"-Position wie beim Triathlonrad erreichen, ohne sich gleich ein komplett neues Bike kaufen zu müssen (vorausgesetzt natürlich, man besitzt bereits ein Rennrad). Was dir allerdings fehlt sind die bereits angesprochene spezielle Rahmengeometrie, die verbesserte Aerodynamik und die Integration von Aufbewahrungssystemen.
Worauf sollte man beim Kauf eines Triathlonrades achten?
Bei der Wahl des perfekten Triathlonrades sind einige Faktoren zu berücksichtigen. Zunächst solltest du deine Körpergröße und deine individuelle Sitzposition berücksichtigen. Ein guter Fahrradhändler kann dir helfen, das richtige Rad zu finden und es an deine Bedürfnisse anzupassen. Auch das Material des Rahmens ist wichtig - Carbon und Aluminium sind die gängigsten Materialien für Triathlonräder.
Die Rahmengeometrie
Jedes Fahrrad hat eine dem Einsatzzweck angepasste Rahmengeometrie. Das Triathlonrad macht da natürlich keine Ausnahme. Triathleten müssen lange Streckenabschnitte in einer stark gestreckten Sitzposition zurücklegen und benötigen deshalb ausreichend Komfort. Daraus ergeben sich in der Geometrie zwei große Unterschiede zum klassischen Rennrad - der Sitzrohrwinkel und die Länge des Oberrohrs.
Triathlon Fahrräder haben einen weitaus steileren Sitzrohrwinkel, der in der Regel zwischen 74° und 80° liegt. Aber es geht noch mehr: Das neue Cervelo P5X kommt beispielsweise mit 81° Sitzrohrwinkel. Doch was bringt das? Die stark nach vorne geschobene Sitzposition aktiviert beim Pedalieren andere Muskelgruppen wie die z.B. hintere Oberschenkelmuskulatur, um den Quadrizeps, der beim anschließenden Laufen gebraucht wird, zu schonen. Weiterhin ist die Position aerodynamischer, da weniger Körperfläche dem Wind ausgesetzt ist.
Diese sehr aggressive Sitzhaltung erhöht zwar deine Performance, doch der geringe Komfort macht sich schnell bemerkbar und es wird mit jedem Kilometer schwerer, diese Position zu halten, besonders bei Athleten mit weniger Flexibilität in den Hüften und dem unteren Rücken. Um dem entgegenzuwirken haben viele Triathlon-spezifische Fahrräder eine kürzere Kurbellänge und werden mit einem speziellen Sattel ausgerüstet, dessen Neigung besser zu der gebeugten Sitzposition passt. Mit diesen kleinen Änderungen wird die Hüfte spürbar entlastet und der Fahrer kann auch längere Strecken mit ausreichend Komfort zurücklegen.
Das verlängerte Oberrohr und der damit verbundene längere Reach (horizontaler Abstand zwischen Tretlagermitte und Steuerrohr) hilft ebenso bei der gestreckten, flacheren Sitzposition und führt zu einer besseren Aerodynamik auf dem Fahrrad. Außerdem wird so das Fahrergewicht ausgeglichen auf die beiden Räder verteilt.
Aerodynamik
Die Aerodynamik ist ein Schlüsselfaktor beim Triathlon: Jede Verbesserung in diesem Bereich summiert sich mit jedem Kilometer im Sattel und führt zu deutlichen Zeiteinsparungen. Und da Triathlon-Strecken eher flach und mit wenigen Anstiegen versehen sind, ist das Gewicht des Fahrrads weniger entscheidend als die Aerodynamik. Wie bereits angesprochen: Triathlonräder unterliegen keiner Regulierung durch die UCI, sodass die Entwickler immer wieder aufs Neue mit innovativen Lösungen aufwarten können.
Allerdings benötigen Triathleten aufgrund der hohen Beanspruchung und der großen Distanzen mehr Möglichkeiten, um Equipment unterzubringen., was natürlich neue Anforderungen an das aerodynamische Konzept des Fahrrads stellt. Triathlonräder werden deswegen genauso wie Rennräder mit modernen Technologien wie Computational Fluid Dynamics und Windtunnel-Tests auf ihre Windschnittigkeit geprüft, und zwar "Race Ready" wie man so schön sagt, also mit vollständigem Equipment.
Viele Hersteller nutzen übergroße Rohrprofile, um in Sachen Aerodynamik nachzubessern. Marken wie Specialized und Felt nutzen diesen Ansatz schon seit langem, um Wind ohne Verwirbelungen am Triathlonrad vorbeizulenken. Dieses Konzept wird vor allem an der Gabel, dem Unterrohr und dem Sitzrohr angewandt.
Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Verkleidung bzw. Integration von Anbauteilen wie zum Beispiel Bremsen oder Kabelzügen. Die Bremsen bei Triathlonrädern befinden sich in der Regel hinter der Gabel bzw. in der Gabel integriert oder hinter einer Abdeckung vor der Gabel. Am Heck findet man die Bremsen unter dem Bereich des Tretlagers oder vor dem Wind versteckt in Aussparungen an den Sitzstreben. Die interne Verlegung der Züge ist mittlerweile der Standard im gehobenen Preissegment und bietet neben dem Beitrag zur besseren Aerodynamik auch eine Schutzfunktion vor äußeren Einflüssen.
Die komplette Überarbeitung der Rahmenform ist ein weiterer Ansatz einiger Marken, um dem Triathlonrad weniger Windwiderstand auszusetzen. Etablierte Marken wie Cervelo sind hier besonders aktiv und haben Modelle im Programm, welche komplett auf ein Sitzrohr oder Sitzstreben verzichten.
Zum Abschluss noch ein Wort zu den Laufrädern von Triathlon Bikes. Diese verfügen in der Regel über eine deutlich höhere Felge als Rennräder und sind so gleichzeitig aerodynamischer, aber auch anfälliger für Seitenwinde. Die Felgen sind außerdem aufgrund des zusätzlichen Materials steifer und nicht so nachgiebig, was zu einem etwas härteren Fahrgefühl führt. Auch hier wird deutlich: Auf massig Komfort sollte man bei einem waschechten Triathlon Fahrrad nicht hoffen - hier dreht sich alles um die Funktionalität und Geschwindigkeit.
Integration und Aufbewahrung
Die Integration von Aufbewahrungsmöglichkeiten ist sowohl aerodynamisch als auch funktionell ein wichtiger Teil des Triathlonrads. Während früher häufig noch zusätzliches Zubehör wie Flaschenhalter und Satteltaschen an das Bike geklatscht wurden, bieten moderne Modelle von Haus aus intelligente Lösungen und integrieren diese elegant in das Rahmendesign.
Giant hat hier beispielsweise das AeroVault System entwickelt, ein Flüssigkeitssystem, das es erlaubt, die gleiche Menge an Wasser wie eine Trinkflasche mitzuführen und dabei gleichzeitig die Aerodynamik des Bikes noch zu verbessern. Cervelos P5X verfügt dagegen über ein Storage System für Werkzeug zwischen dem Vorder- und Hinterrad, während Trek mit seiner Draft Box hinter dem Sitzrohr ein verbessertes Strömungsverhalten erzeugt und gleichzeitig wertvollen Platz für Schläuche, Werkzeuge etc. bietet. Specialized hat ebenfalls ein Flüssigkeitssystem, das in das Unterrohr integriert wird und ebenfalls den Flaschenhalter obsolet macht.
Natürlich haben diese innovativen Features ihren Preis. Je mehr Integration ein Triathlonrad aufweist, desto unschöner liest sich in der Regel auch das Preisschild. Dies lässt sich bereits an der Front des Bikes erkennen. Einsteigermodelle verfügen häufig über ein einfaches Cockpit mit Gabel, Vorbau, Steuerrohr und Lenker, ohne integrierte Storage Systeme oder aerodynamische Abdeckungen. Dies ist auf der anderen Seite bei der Wartung und Pflege ein Vorteil, da die Teile einfacher nachjustiert und getauscht werden können.
Komfort
Der Komfort beim Radfahren ist auf jedem Fahrradtyp ein wichtiges Kriterium, doch beim Triathlon ist er nahezu überlebenswichtig. Schließlich bist du auf einigen Strecken mehr als 90km auf dem Bike unterwegs, was auch mal bis zu 6 Stunden (Ironman) dauern kann. Außerdem ist nach dem Radfahren noch das Laufen an der Reihe, weswegen eine komfortable Fahrt auch die Muskeln schonend sollte.
Die Geometrie eines Triathlon Fahrrads hilft dir schon mal dabei, doch diese drei Komponenten sollten bei deinem Kauf ebenfalls eine wichtige Rolle spielen:
- Anpassbares Cockpit: Jeder Athlet verfügt über einen einzigartigen Körperbau. Die Möglichkeit, dass Bike auf diesen abzustimmen, ist also äußerst wichtig, um die maximale Performance zu erreichen. Die richtige Rahmenhöhe zu finden ist dabei der erste Schritt, danach solltest du in der Lage sein, die Sitzposition auf dem Rad deinen Vorstellungen anpassen zu können. Deswegen solltest du nach einem Modell Ausschau halten, bei dem du das Cockpit nach Belieben einstellen kannst.
- Form des Triathlonlenkers: Die Form des Lenkeraufsatzs ist unterschiedlich und sollte vor dem Kauf ausgiebig getestet werden. Auf dem Markt finden sich gerade, gekrümmte oder leicht angehobene Anbauten. Dein Ziel muss es sein, in der gestreckten Sitzhaltung dein Handgelenk in eine neutrale Position zu bekommen und mit den Ellbogen einen rechten Winkel zur Schulter zu bilden. So wird dein Oberkörper optimal unterstützt und es gibt keine Einschränkungen in der Blutzirkulation.
Schaltung & Antrieb
An dieser Stelle diskutieren wir in der Regel über das Übersetzungsverhältnis und die optimale Gangzahl, doch bei Triathlonrädern steht für uns die Wahl zwischen mechanischer und elektrischer Schaltung im Vordergrund.
Elektronische Schaltungen sind wie gemacht für den Triathlon-Einsatz, da sie zum einen den Schaltprozess verkürzen und zum anderen das lästige umgreifen zum Lenker eliminieren, wenn geschalten werden muss. Shimano, Campagnolo und SRAM ermöglichen es dir, auch von den Lenkeranbauten zu schalten. Shimano geht mit der Synchro Shift Technologie sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht automatisches Schalten beim vorderen Kettenblatt basierend auf der Kettenposition auf der hinteren Kassette.
Was die Übersetzungsbandbreite angeht unterscheiden sich Triathlon Bikes kaum von Rennrädern. Auch hier gilt: Je länger die Strecke, desto mehr Gänge und eine höhere Bandbreite willst du haben.
Was kostet ein Triathlonrad?
Zusätzlich zum deutlich spezifischeren Einsatzgebiet eines Triathlonrades sind diese zumeist teurer als klassische Rennräder. Triathlonräder fangen in der Regel erst ab Preisen um 3.000 bis 4.000 Euro an. Nach oben sind wie so oft die Grenzen offen. Die absoluten Top-Modelle der namhaften Hersteller sind für einen fünfstelligen Betrag zu haben. Doch auch für Rennräder können bei entsprechendem Budget über 10.000 Euro hingelegt werden.
Der Unterschied liegt jedoch im geringeren Preis für Einstiegs-Modelle. Als Anfänger oder Anfängerin können Sie auch mit einem Aluminium-Rennrad für rund 1.000 Euro viel Spaß haben - und das nicht nur beim Triathlon, sondern auch in den vielen Stunden des Trainings.
Welches Rennrad passt zu mir?
Das passende Modell zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Ausstattung und Charakteristiken eines Rennrades sollten den Anforderungen einer Triathletin bzw. eines Triathleten bestmöglich entsprechen. Für Einsteigerinnen und Anfänger, denen es hauptsächlich um den Spaß an der Bewegung geht, genügt ein relativ günstiges Rad mit Aluminium-Rahmen (statt Carbon) und preisgünstiger Schaltgruppe. Die bekanntesten Hersteller sind hier Shimano, Campagnolo und SRAM.
Shimano bietet beispielsweise eine gute Handvoll unterschiedlicher Gruppensets an, also von den Schalt- und Bremshebeln, über die Kurbelarme, Kassette, Umwerfer etc. bis zu den Bremsen. Für den Einstieg eignet sich etwa die Shimano Tiagra, wohingegen das 105-Gruppenset schon zur Mittelklasse zählt. Räder mit Ultegra-Ausstattung sind meist erst ab 2.500 Euro aufwärts zu haben. Für ganz Ambitionierte wird darüber noch das Gruppenset Dura-Ace angeboten (auch elektronisch), das in den Top-Rädern verbaut wird. Vom 105-Gruppenset aufwärts gibt es diese auch als elektronische Variante, die für eine erhöhte Schaltpräzision sorgt. Ein Akku versorgt die Schaltmechanik, die Gangwechsel sind schneller und erfordern nur einen Fingertipp am Schalthebel.
Aluminium oder Carbon?
Im Einstiegsbereich sind bereits Modelle um 2.000 Euro mit Carbon-Rahmen erhältlich mit vergleichsweise günstigen Schaltgruppen. Carbon zeichnet sich vor allem durch ein noch geringeres Gewicht und sehr gute Steifigkeitswerte aus. Da Carbon ein Verbundwerkstoff ist und somit nicht so einfach wie Aluminium hergestellt bzw. gewonnen werden kann, wird im unteren Preissegment meist auf Aluminium gesetzt.
Sobald die Anforderungen geklärt sind, können Sie Rennräder unterschiedlicher Hersteller mit ähnlicher Ausstattung vergleichen. Gerade im etwas ambitionierteren Bereich werden oftmals schon die Rahmen aerodynamisch optimiert oder auch auf Laufräder mit Hochprofil gesetzt, die besonders bei seitlichem Wind einen Vorteil in Sachen Aerodynamik bringen. Nachteil: Die Räder sind auch Seitenwind-empfindlich.
Wie finde ich die richtige Rahmengröße?
Sobald Sie sich für ein Modell entschieden haben, gilt es, die richtige Größe auszuwählen. Am besten ist es, wenn Sie direkt im oder um den Radladen eine Testfahrt machen können. Dann haben Sie Gewissheit, wie sich das Rad wirklich anfühlt, und Sie können Räder vergleichen. Ansonsten werden zu jedem Modell zahlreiche Daten zur Geometrie angegeben, an denen Sie sich orientieren können. Die charakteristischste Größe ist dabei die Rahmengröße, gemessen von der Mitte des Tretlagers bis zum oberen Ende des Sitzrohres.
Rahmengröße ist entscheidend
Rahmengröße M entspricht hier je nach Hersteller zumeist einer Rahmenhöhe von 54 Zentimetern. Mindestens genauso wichtig sind die Größen Stack und Reach. Stack bezeichnet den Höhenunterschied von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Vorbaus bzw. Lenkers. Reach bezeichnet die horizontale Distanz. Je kleiner das Verhältnis aus Stack zu Reach ist, desto gestreckter und somit sportlicher bzw. unkomfortabler ist die Sitzposition.
Beinlänge ausmessen
Wer sein Rennrad online bestellt, kann anhand der Beininnenlänge oder der Körpergröße auf die Empfehlung des Herstellers setzen und so die richtige Größe auswählen. Als Faustregel gilt: Multipliziert man die Innenbeinlänge mit dem Faktor 0,665, so erhält man die passende Rahmengröße. Mit Abstufungen in Schritten von zwei bis drei Zentimetern und - etwa im Fall des deutschen Herstellers Rose Bikes - bis zu zehn unterschiedlichen Größen findet jeder sein individuell passendes Rennrad.
Wo lohnt es sich am Rennrad aufzurüsten?
Wenn Sie Ihr Traumrad für Ihre Anforderungen gefunden haben, lassen sich weitere Dinge optimieren. Am sinnvollsten bei einem Rennrad, das Sie bei einem Triathlon verwenden möchten, ist ein Lenkeraufsatz. Für vergleichsweise wenig Geld lässt sich so die Aerodynamik erheblich verbessern, indem der Oberkörper deutlich flacher positioniert wird und die Unterarme möglichst nahe zusammen gebracht werden, was die Stirnfläche signifikant verringert.
Leichter rollen
Auch die Reifenwahl kann überdacht werden. Viele Hersteller wie Continental oder Schwalbe bieten eigens für den Triathlon konzipierte Reifen mit geringerem Rollwiderstand. Jedoch wird hier das Plus an Geschwindigkeit oftmals mit einem Verlust an Pannenschutz bezahlt. Daher gilt es, ganz individuell die Vor- und Nachteile für einen selbst abzuwägen. Über höherpreisige Investitionen wie einen Satz Aero-Laufräder brauchen sich Einsteigerinnen und Einsteiger hingegen weniger Gedanken machen. Für den Preis eines gutes Laufrad-Satzes erhält man nicht selten ein komplettes Einstiegs-Rennrad.
Empfehlungen für Rennräder aus Aluminium (ab 1.299 Euro)
Die Preise für Fahrräder haben während der Corona-Zeit und danach kräftig angezogen. Qualitativ hochwertige Rennräder unter 1.000 Euro sind daher Mangelware. Trotzdem hält der Markt für deutlich unter 2.000 Euro langlebige und zuverlässige Einsteiger-Rennräder bereit.
Radon R1 Disc Tiagra (Preis: 1.299 €)
Noch mehr Rennrad für weniger Geld ist eigentlich nicht möglich. Ausgestattet ist das Aluminium-Rennrad (Gewicht rund 10 Kilogramm) mit Shimanos einsteigerfreundlichen Kettenschaltung Tiaga (2x10 Gängen).
Canyon Endurace 6 (Preis: 1.399 €)
Das Endurace vom Radhersteller Canyon aus Koblenz ist für längere Touren konzipiert. Gerade Anfängern und Anfängerinnen in den Rennrad- oder Triathlonsport dürfte die moderate Sitzposition des Alu-Renners entgegenkommen. Triathletinnen aufgepasst: Das Endurace gibt es in frauenspezifischen Größen mit kompakterer Sitzgeometrie. Verarbeitung (unkenntliche Schweißnähte) und Ausstattung (Shimano Tiagra) lassen keine Wünsche offen.
Rose Blend Gravel (Preis: 1.399 €)
Das Rose Blend Gravel ist eine interessante Option für diejenigen, die ein Rennrad mit einem breiten Einsatzzweck suchen. Preislich auf Höhe mit Canyons Endurace 6, kann das Aluminium-Sportfahrrad von Rose mit bis zu 40 Millimeter breiten Reifen ausgestattet werden und so zusätzlich als Pendel- oder Offroadrennrad glänzen. Gemeinsamkeit mit Canyon und Radon: Die Gravelschaltung GRX von Shimano bietet 2x10 Gänge.
Empfehlungen für Rennräder aus Carbon (von 1.899-2.800 Euro)
Carbon als Werkstoff ist im professionellen Rennradbereich die Nummer eins - es ist leicht, steif und ästhetisch ansprechend. Cube ist es gelungen, ein solches Rennrad für unter 2.000 Euro auf den Markt zu bringen. Für uns der klare Preis-Leistungs-Tipp:
Cube Attain GTC Race (Preis: 1.899 €)
Man muss sich erstmal die Augen reiben: Ein Carbonrennrad für 1.899 Euro mit Scheibenbremsen und Shimanos Sportschaltgruppe 105 mit insgesamt 22 Gängen? Mit Blick aufs Preis-Leistungs-Verhältnis lässt der deutsche Hersteller die Konkurrenz alt aussehen. Das Design ist zudem schnörkellos und die Geometrie trifft dank des leicht geslopten Oberrohrs den Sweetspot zwischen Sport und Komfort. Das Gewicht gibt Cube mit knapp 9 Kilogramm an - das ist solide, aber nicht herausragend.
Van Rysel NCR CF Carbon 105 (Preis: 2.199 €)
Van Rysel ist die Eigenmarke des französischen Sportgiganten Decathlon. Alle Experten sind sich einig, dass Decathlon entgegen vieler Vorurteile hochwertige Rennräder baut. Das NCR CF Carbon bildet dabei keine Ausnahme. Das Gesamtpaket soll auf dem Papier mit knapp unter 9 Kilogramm minimal leichter sein als das Cube Attain, und mit Blick auf die Schaltung (Shimano 105 mit 2x12 Gängen) ist das Van Rysel moderner unterwegs.
Specialized Roubaix SL8 (Preis: 2.800 €)
Der US-amerikanische Hersteller Specialized schießt preislich von jeher nach oben raus. Dafür bekommen Interessenten nicht nur eine tadellose Verarbeitung der formschönen Rennboliden geboten. Specialized lässt sich seine Innovationen gut bezahlen, im Falle des Roubaix die erprobte und beliebte Lenkerfederung zwischen Vorbau und Steuerrohr (Future Shock). Im Zusammenspiel mit der Bewegungsfreiheit der Sattelklemme entstehen so herausragende Komfortwerte.
Vor dem Kauf - Informiere dich ausführlich!
Um deinen Traumbike ein Stück näher zu kommen, solltest du dich ausführlich informieren. Erstelle dazu eine Liste deiner 5 Lieblingsbikes in deinen Preisbereich und gehe auf die Jagd nach mehr Infos. Hier bieten sich an: YouTube Videos, Testportale, Beschreibung vom Hersteller, Blogs, Foren und andere radaffine Communities. Wer Freunde im Radsport-Bereich hat, ist hier natürlich am besten aufgehoben.
Nicht vergessen: Probefahrt
Wenn immer möglich solltest du eine Probefahrt mit den zur Wahl stehenden Triathlonrad machen. Je nach Preisklasse und Zeit musst du dann selber abschätzen, wie lange du es testen möchtest. Für ein Einsteiger-Bike reichen ein paar Runden um den Block, um das Gefühl für das Bike zu bekommen und einzuschätzen, ob Größe und Geometrie für dich angenehm ist.
Wenn du aber zwei Monatsgehälter in dein Bike investieren möchtest, solltest du versuchen, dass Bike mal für einen ganzen Tag oder das Wochenende auszuleihen.
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