Triathlon Laufräder im Test: KYZR und mehr

Laufräder beeinflussen am deutlichsten das Fahrverhalten eines Triathlon- und Rennrads. Insbesondere bei der aerodynamischen Optimierung kommt der Laufradwahl eine entscheidende Bedeutung zu. Wer beim Radfahren das Stundenmittel nach oben treiben will, der benötigt neben richtig guten Beinen vor allem eine optimierte Aerodynamik.

Unsere Carbon Laufräder findest Du regelmäßig in Tests der bekannten Fachmagazine aus Radsport und Triathlon. Umfangreiche Tests in den Printmedien gab es bisher in der Zeitschrift Triathlon, dem TriTime Magazin bei BikeBoard und dem Rennrad Magazin. Viele weitere Tests der KYZR Carbon Laufräder findest Du darüber hinaus auf unterschiedlichen Online Plattformen.

KYZR Laufräder im Fokus

Seit der Gründung 2016 hat KYZR sich auf die Fahne geschrieben Qualität, Performance und Handwerkskunst bei einem guten Preis-Leistungsverhältnis für Rennradfahrer und Triathleten anzubieten. Schon dieser Umstand allein rechtfertigt es sich einen genaueren Blick auf die Berliner Laufräder zu werfen. Stefan Hintze-Karsten als Gründer von KYZR war selbst erfolgreicher Triathlet und so lohnt sich ein genauerer Test gleich doppelt.

Neben den Laufradtests in Zeitschriften und Magazinen, werden unsere Laufräder aber auch regelmäßig in externen Laboren geprüft. Darunter z.B. das Zedler Institut, dass für uns die ISO Norm Prüfungen und verschiedene Performance Tests übernimmt.

Seit dem Jahr 2016 ist die Marke KYZR auf dem Laufradmarkt vertreten. Hinter dem vierbuchstabigen Zungenbrecher, der ganz einfach “Kaiser” ausgesprochen wird, steht die Berliner Firma HK Carbon-Tech GmbH. Die Berliner Firma verfolgt das Ziel, Carbon-Aerolaufräder mit tadelloser Funktion und besten Fahreigenschaften zu einem fairen Preis sollen Triathleten und Rennradfahrer bei KZYR bekommen. Das junge Berliner Unternehmen KYZR bietet verschiedene Aero-Laufräder von 38 bis 88 Millimeter an und hat daneben auch ein Scheibenlaufrad im Sortiment. Das Besondere: Die Qualität soll trotz des niedrigen Preises nicht auf der Strecke geblieben sein. Die Laufräder werden zumindest per Hand in Berlin aufgebaut.

Aktuelle KYZR Modelle im Test

Nun, nach eineinhalb Jahren Entwicklungszeit, startet KYZR mit der neu vorgestellten RC Serie die Neuaufstellung seines gesamten Laufradportfolios. Renn- und Triathlonräder mit Scheibenbremsen sind aktuell immer öfter auf der Straße zu sehen. Grund genug, die KYZR Elite SLR 60 Aerolaufräder in der Disc-Version ausgiebig unter die Lupe zu nehmen, nachdem wir die Felgenbremsversion bereits im Vorjahr getestet hatten.

Wie damals angekündigt, stellten uns die Berliner auch einen Testlaufradsatz - den KYZR Elite SLR 60 Disc - zur Verfügung. 60 mm in der Höhe, weniger als 1.650 g auf der Waage und ein Minus von 1.049 Euro am Konto. Eckdaten, die sich vielversprechend lesen und uns eines Einsatzes am edlen Specialized Venge würdig erschienen.

Der Berliner Laufradhersteller KYZR hat für die Saison 2021 seine Aerolaufräder komplett neu konzipiert. Die neue RC und RC Pro-Serie gibt es in drei Felgenhöhen, von allroundtauglichen 45 mm, über 60 mm, bis hin zur hohen 82 mm-Ausführung.

Allgemeine Erkenntnisse aus Aero-Laufradtests

Aero-Laufräder machen schneller - dies ist ein Fakt. Doch um wie viel und mit welchen Nachteilen? Letztlich geht es den meisten Radsportlern darum, bei den Laufrädern einen möglichst optimalen Kompromiss aus Aero-Vorteilen und einem in der Relation dazu niedrigen Gewicht und einer geringen Seitenwindanfälligkeit zu finden. Die „goldene Mitte“ bilden hier in der Regel die Varianten mit Felgenhöhen zwischen 45 und 55 Millimetern. In diesem Aero-Laufräder-Test fokussierten wir uns deshalb auf Modelle mit Felgenhöhen zwischen 55 und 65 Millimetern. Die Preisrange: von 899 bis 2700 Euro.

Alle getesteten Laufräder sind mit Carbonfelgen aufgebaut und für Scheibenbremsen ausgelegt. Auch mit diesen Aero-Laufrädern geht man Kompromisse ein: Bedingt durch die Felgenhöhe, können sie zum Beispiel nicht extrem leicht sein. Zudem nimmt die Seitenwind-Empfindlichkeit spürbar zu.

Testkriterien im Detail

Die Aerodynamik-Messungen nahmen wir im GST-Windkanal in Friedrichshafen vor. Die beiden Parameter, die im Mittelpunkt standen: Luftwiderstand und Seitenwind-Empfindlichkeit. Deshalb verglichen wir die Test-Modelle auch mit einem „normalen“ Referenzlaufradsatz: den DT Swiss E 1800 Spline mit 23 Millimeter hohen Alufelgen und einem Gewicht von 1697 Gramm. Diese Laufräder sind häufig in Rennrädern im mittleren Preissegment um 3000 Euro verbaut.

Bei allen Windkanal-Tests nutzten wir einen 25 Millimeter breiten Continental-GP-5000-Reifen. Wir zogen immer den gleichen Reifen auf, da bei den Messungen die Serienstreuungen bei gleichen Reifenmodellen für Unterschiede von bis zu einem Watt sorgen können.

Bei der alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus - das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht. Somit ist es für aussagekräftige Ergebnisse ausreichend, nur die Vorderräder im Windkanal zu messen, was auch den üblichen Testverfahren entspricht.

Messergebnisse und Interpretation

Die Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde durchgeführt, wobei die Räder mit der gleichen Geschwindigkeit durch eine Walze angetrieben wurden, um realistische Verhältnisse zu erhalten. Damit auch Seitenwindverhältnisse beurteilt werden können, dreht sich der Prüfstand während der Messung von plus nach minus 20 Grad.

Die Messwerte lagen hier zwischen 11,5 und 15,7 Watt. Je kleiner die benötigte Leistung ist, desto besser. Die 11,5 Watt wurden von dem „Aero-Sieger“-Modell dieses Tests erzielt, den Swiss Side Hadron² Ultimate 625 Disc. Folgend berechnet das Programm die „gewichtete Leistung“ in Abhängigkeit vom Anströmwinkel.

Dabei wird jeder einzelne Winkel mit der dazugehörigen Leistung in dem Maße prozentual gewichtet, wie er in Realität draußen auf der Straße vorkommt. Der Referenzlaufradsatz erzielte hier 19,4 Watt, der „Aero-Sieger“ Swiss Side 10,4 Watt - damit zeigte sich ein Leistungsgewinn von ganzen neun Watt bei 45 Kilometern pro Stunde.

Da der Leistungsbedarf in dritter Potenz mit der Geschwindigkeit zunimmt, halbiert sich bei 35 km/h der Leistungsbedarf gegenüber 45 km/h ungefähr.

Seitenwindanfälligkeit

Mit der Höhe der Felgen nimmt die Seitenwind-Empfindlichkeit zu - auch dies kann gemessen werden. Ursprünglich gehörte der GST-Windkanal zu den Dornier-Flugzeugwerken. Er wurde entwickelt, um Flugobjekte und Tragflügel zu messen.

Die GST-Auswertung weist hier noch einen „Lenkmoment-Beiwert“ für die Vorderräder aus: Je größer dieser Wert ist, desto stärker beeinflusst der Seitenwind das Lenkverhalten. In der nebenstehenden Grafik finden Sie die entsprechenden Kurven. Aufgetragen wurde das Lenkmoment in Abhängigkeit vom Winkel des Seitenwindes von -20 bis +20 Grad.

Je geringer die Kurven nach oben oder unten ausschlagen, desto geringer ist die Seitenwindanfälligkeit des getesteten Laufrades bei den jeweiligen Anströmwinkeln. Dies ist positiv zu werten, da es vorteilhaft für ein gutes Handling ist.

Ein wichtiges Ergebnis: Die 65-Mililimeter-Modelle weisen gegenüber den flacheren Felgen mit 50 bis 55 Millimetern Höhe einen rund doppelt so großen Lenkmomentbeiwert auf, was auf der Straße bei böigem Seitenwind sehr deutlich spürbar und bei Stürmen teils kaum noch beherrschbar ist. Die DT-Swiss- und die Swiss-Side-Modelle erreichten jedoch mit ihren 62,5 Millimeter hohen Felgen in dieser Disziplin auffallend gute Werte, die sich kaum von den 55er-Felgen unterscheiden.

Gewicht und Steifigkeit

Ein wichtiges Testkriterium ist aber auch das Gewicht. Leichte Laufräder beschleunigen besser und haben bei höhenmeterreichen Touren und Radmarathons Vorteile. Das Gewicht aller Laufräder wurde einschließlich der aufgezogenen Felgenbänder ermittelt - dies erklärt teilweise die Differenzen zu den Herstellerangaben.

Testsieger beim Gewicht wurden die Aero-Laufräder von Newmen mit 1429 Gramm - gefolgt von den Engage-, 1487, und den Specialized-Roval-Modellen, 1503 Gramm.

Die Lösung ist plausibel und smart zugleich: In beiden Laufrädern befinden sich jeweils 21 Carbon-Speichen. Newmen spricht in diesem Zusammenhang von 140 Gramm Gewichtsersparnis. Speichen aus Carbon sind aktuell ein neuer Trend im Laufradbau.

Wir belasteten die Laufräder seitlich mit einem Gewicht von fünf Kilogramm beziehungsweise 50 Newton, maßen dabei die Nachgiebigkeit ergo Elastizität der Felge und verrechneten dies zur Seitensteifigkeit. Sie gibt an, welche Kraft in Newton nötig ist, um die Felge seitlich um einen Millimeter zu bewegen. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute Werte darüber. Bis 40 Newton pro Millimeter gilt: je mehr, desto besser. Darüber ergibt es wenig Sinn.

Die besten Seitensteifigkeiten lieferten die Modelle von DT Swiss, Edvelo und Swiss Side mit je 24 Speichen - sowie die Newmen mit ihren 21 Carbon-Speichen.

Weitere Aspekte

Bei Engage und Leeze können die Laufräder aufpreisbehaftet mit Keramik-Lagern bestellt werden, serienmäßig damit ausgerüstet sind hier im Test die Modelle von Specialized Roval und Swiss Side. Bei DT Swiss sind die Premium-Varianten damit ausgestattet. Je nach dem Fahrergewicht und der Geschwindigkeit können durch eine reduzierte Lagerreibung rund zwei bis vier Watt nötige Leistung „eingespart“ werden.

Wir notierten auch das Innenmaß der Felgen, die Maulweite - üblich sind Maße zwischen 19 und 21 Millimetern. Mit der Zunahme der Maulweite nimmt auch die effektive Reifenbreite zu und damit auch der Komfort.

Fast alle Hersteller geben für ihre Laufräder je ein maximal zugelassenes Gewicht an. Das Fahrergewicht ist selbsterklärend, das Systemgewicht beinhaltet Fahrer, Rennrad, Trinkflaschen und etwaiges Gepäck.

Reifenbreite und Aerodynamik

Etwas losgelöst vom eigentlichen Test prüften wir im Windkanal auch den Einfluss von verschieden Reifenbreiten. Breitere Reifen erhöhen die angeströmte Stirnfläche, folglich nimmt der Luftwiderstand beziehungsweise die erforderliche Leistung für die gefahrene Geschwindigkeit zu.

Zumindest bei einer reinen Frontalanströmung relativieren sich die etwas höheren Leistungen der breiteren Reifen, da sie dem Unterrohr einen größeren Windschatten bieten. Zudem ergeben die 28 und 30 Millimeter breiten Reifen mit ihrem erhöhten Volumen ein Plus an Komfort. Aus rein aerodynamischer Sicht ist ein 25 Millimeter-Modell die beste Wahl.

Zusammenfassende Tabelle: Aero-Rennrad-Laufräder im Test (TOUR Magazin)

Modell Preis pro Satz Breite x Höhe / Innenbreite (mm) Speichen (vorne/hinten) tubeless-tauglich / Freilauf Gewichtslimit / Garantie* Fazit
Bontrager Aeolus RSL 62 2.498 Euro 33 x 62 / 23 Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja / Shimano, SRAM XDR keine Angabe / lebenslang; CR Sehr gute Aerodynamik. Beste Abstimmung im Testfeld.
Campagnolo WTO Ultra 60 3.149 Euro 26,5 x 60 / 21 Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja / Campagnolo, Shimano, SRAM XDR 120 kg Systemgewicht Schnell, aber nicht so stabil im Seitenwind.
DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 62 2.389 Euro 30 x 62 / 20 Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja / Shimano, SRAM XDR 110 kg Systemgewicht / lebenslang; CR Sehr schnell, mit bauchigem Profil.
Shimano Dura-Ace C60 1.999 Euro 28 x 60 / 21 Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja / Shimano keine Angabe Sehr schnell und mit mittlerer Seitenwindstabilität.
Vision Metron 60 2.058 Euro 33 x 60 / 21 Messerspeichen, ungekröpft 24/24 ja / Shimano, SRAM XDR keine Angabe / lebenslang; CR Schnell, aber nicht so spurstabil im Wind.
ZIPP 454 NSW 3.599 Euro 28 x 55 / 23,6 Messerspeichen 24/24 ja / Shimano, SRAM XDR, Campagnolo 115 kg Fahrer / lebenslang; CR Sehr leichtes Set mit großer Innenbreite. Sehr gute Aerodynamik.

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