Fahrrad Trinkflasche mit Halterung: Der ultimative Test

Wer sportlich Rad fährt, sollte bei jeder Tour mindestens eine Trinkflasche dabei haben. Die Trinkflasche ist neben dem Helm das wichtigste Tool beim Radfahren. Wie groß und aus welchem Material sie sein sollte, hängt von vielen Faktoren ab. Bei Radfahrern sind das vor allem Kohlenhydrate, die die Muskulatur bei Laune halten. Die können in Form von fester Nahrung wie Müsliriegeln, als Energiegels oder Getränken zugeführt werden. Für Letzteres haben gut organisierte Bikerinnen und Biker eine oder mehrere Trinkflaschen an Bord.

Material, Form und Größe

Klassische Trinkflaschen fürs Fahrrad werden aus Kunststoff gefertigt. Die allermeisten sind BPA-frei, viele können recycelt werden. Kunststoff wird vor allem verwendet, um Gewicht zu sparen. Weil die meisten Flaschenhalter genormt sind, gibt es bei der Form kaum Spielraum. Der Durchmesser ist bis auf wenige Ausnahmen mehr oder weniger identisch. Gleiches gilt für die Größe. Viele Hersteller bieten ihre Top-Modelle in zwei oder mehr Varianten an. Los geht's häufig mit etwa 500 Millilitern.

Verschluss & Mundstück

Hier gilt es, sich zwischen dem Push-Pull-System und dem selbst schließenden Jet-Valve-Ventil zu entscheiden. Ersteres öffnet die Schleuse, indem man das Mundstück mit den Lippen oder Zähnen nach oben zieht. Im Gegensatz dazu beißt man beim Jet-Valve-System zum Öffnen auf das Mundstück, das in der Regel aus Silikon besteht. Für welches man sich entscheidet, ist aus unserer Sicht Geschmacksache.

Innovative Systeme

Los geht's mit einem Modell, für das man keinen klassischen Flaschenhalter braucht. Das System besteht aus einer unauffälligen Halterung mit zwei Magnetknöpfen, der sogenannten Base. Das Gegenstück, also der Connector, wurde in die Flasche integriert. Eine raffinierte Idee, die sich unter Mountainbikern, aber auch anderen Radsportlern immer größerer Beliebtheit erfreut. Ein simpler Dreh genügt, um die Fidlock Twist Single Bottle während der Fahrt aus der Halterung zu lösen. Nach dem Schluck aus der Pulle rastet selbige auch zuverlässig wieder ein. Zum Drehverschluss fürs Auffüllen gesellen sich ein Mundstück mit selbst schließender Membran (bekannt von den Soft Flasks, die viele Läufer nutzen) sowie eine fest verbaute Schutzkappe, die verhindern soll, dass das Silikon-Mundstück während der Fahrt verdreckt. Wer statt Wasser auch selbst gemixte Sportdrinks in die Flasche füllt, kann und sollte sie zu Hause in die Spülmaschine verfrachten. Bis zu 50 Grad sind für die Fidlock kein Problem.

Von technischer Seite ist die kleine Fidlock Twist Bottle 590 identisch mit der zuvor beschriebenen. Sie hat ebenso eine antibakterielle Wirkung und ein funktionelles, angenehmes Mundstück. Die Twist Bottle setzt allerdings bei der Befestigung am Rad auf das von Fidlock angebotene magnetische Halterungssystem - genannt Twist Base. Das spart zwar ein wenig Gewicht, wenn man nur den Teil des Systems am Rahmen betrachtet. Die Base wiegt laut Fidlock nur 16 Gramm. Die Flasche muss aber das Gegenstück montiert haben, was noch mal ein paar Gramm wiegt - aber vor allem den kleinen Nachteil hat, dass die Trinkflasche weniger Volumen fasst. Durch die Einwölbung mit einigen Vertiefungen im Inneren der Fidlock Trinkflasche wird auch das Reinigen etwas erschwert. Wer den magnetischen Twist-Verschluss nicht kennt: Zwei starke Magnete und ein drehbarer Verschluss halten die Trinkflasche sagenhaft fest. Kein Wackeln, kein Gefummel während der Fahrt, um die Pulle in einen Flaschenkäfig zu zwängen. Und selbst mit Dreck funktioniert das noch sehr zuverlässig.

Details zur Fidlock Fidguard Twist Bottle 590 Fahrradflasche

  • 590 Milliliter Fassungsvermögen
  • Material: PE (Antibakteriell, BPA-frei, lebensmittelecht), PP (Antibakteriell), TPE (Antibakteriell), Silikon, BPA-freies Polyethylen (PE)
  • Schneller Durchfluss dank selbstschließender Membran für Tropffreiheit
  • Spülmaschinentauglich bis 50 °C
  • Kompatibel mit allen Twist Base
  • Preise: Als Replacement (ohne Base und Halterung an der Flasche) - 19,99 Euro

Einen Schritt oder viele Kilometer weiter geht die Quell Nomad Filterflasche. Während man mit herkömmlichen Trinkflaschen doch immer auf einen Wasserhahn mit Trinkwasser angewiesen ist, hat die Quell Trinkflaschen einen eingebauten Wasserfilter. Sie passt dennoch in die meisten Flaschenhalter am Bike, sie ist dabei in etwa genauso lang wie die 750-ml-Flasche von Fidlock oben.

Der Filter muss zu Beginn nach Herstellerangaben zwei mal mit einem kompletten Flascheninhalt durchgespült werden und ist dann einsatzbereit für “optisch klare Gewässer”. Das heißt jeder Bergbach, wohl die meisten deutschen Badeseen können nun einfach zum Nachfüllen der Nomad Flasche herhalten!

Details zur Quell Nomad Trinkflasche mit Filter

  • Flaschenvolumen 700 ml
  • Flaschenhalter-kompatible Größe (23 x 7,5 cm)
  • Spülmaschinenfest (außer Filtereinsatz)
  • Hergestellt aus BPA-freiem Lebensmittelmaterial
  • 100 % recyclebar (außer Filtereinsatz)
  • Filtert u. a. Bakterien, Mikroplastik, Viren, Parasiten, Spurenelemente von Arzneimitteln, Chlor und Schwermetalle (Blei, Kupfer, Eisen)
  • Meerwasser kann nicht gefiltert werden
  • Filtereinsatz nach ca. 300 Füllungen (ungefähr 200 Liter) oder 2-3 Monate austauschen
  • Preis: 39,95 Euro

Weitere Modelle im Überblick

Für einen handelsüblichen Flaschenhalter ist die Pulsar Glacier vom Schweizer Trinkflaschen-Spezialisten Sigg vorgesehen. Auch sonst ist diese Flasche abgesehen von der beliebten Retro-Optik nichts Außergewöhnliches. Entwickelt wurde sie allerdings mit Swiss Cycling, dem Rad-Nationalteam der Schweiz, was dafür spricht, dass sie auch den Ansprüchen von Profisportlern genügt. Auffällig: Das besondere ergonomische Design der Einkerbung im oberen Teil, damit die Flasche sicherer gegriffen werden kann und noch besser in der Hand liegt. Die Pulsar Glacier fasst 750 Milliliter Flüssigkeit, wiegt ohne Inhalt nicht einmal 100 Gramm und ist laut Sigg frei von BPA und anderen Schadstoffen. Schön: Die Produktentwickler durften sich austoben und haben mehr als zehn Designs entworfen.

Die Fly Tex, ein Standardmodell, gibt es in drei Größen - von 550 bis 950 Milliliter. Ausgerüstet ist auch sie mit einem Push-Pull-Ventil, das ohne die Hände geöffnet und wieder verschlossen werden kann. Optisch versprüht dieses Modell in den Ausführungen Grau, Schwarz und Smoke italienische Eleganz. Inklusive Schutzkappe, die gibt's allerdings nur in der MTB-Version dazu, fällt die Fly Tex mit gerade einmal 63 Gramm am Rahmen nur marginal ins Gewicht. Für den optimalen Durchfluss hat Elite die Fly Tex am Boden und dem Hals sehr stabil gebaut. In der Mitte, wo die Flasche gegriffen wird, sparte man Material, was die Flasche dort viel weicher und flexibler macht.

Wie bei der Trinkflasche von Fidlock spendierte Camelbak seiner Podium Chill einen selbst schließenden Jet-Valve-Verschluss. Das hat Vor- und Nachteile. Das Silikon-Ventil fürs Trinken öffnet sich, sobald man den Flaschenkörper zusammendrückt. Kleiner Nachteil: Vergisst man, den Verschluss vor dem Start der Tour in Richtung "Open" zu drehen, bleibt die Kehle trocken. Diesen Sicherheitsmechanismus hat Camelbak bei der Podium Chill eingebaut. Ansonsten kommt auch diese Trinkflasche im klassischen Format und fühlt sich in fast jedem Flaschenhalter wohl. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen ist sie nicht transparent, was die Pulle optisch sehr edel wirken lässt.

Gute Trinkflaschen müssen nicht teuer sein. Das beweist die Sense Soft 80 von Zéfal. Die ist für deutlich unter zehn Euro zu haben und mit ihr haben Radfahrer sogar noch einen Extra-Schluck an Bord. 800 Milliliter Wasser oder andere Getränke passen in die Trinkflasche mit klassischem Push-Pull-Verschluss nebst Silikon-Mundstück, das etwas schmaler daherkommt als bei anderen Herstellern. Schön: Auch die Sense Soft 80 kann optional mit einer praktischen Schutzkappe ausgerüstet werden, die dann fest mit dem Deckel verbunden wird. Noch besser: Flaschenkörper und Deckel sind laut Hersteller zu 100 Prozent recycelbar. Auch Ersatzteile sind erhältlich.

Reinigung und Pflege

Wer nur Wasser in seine Trinkflasche füllt, ist fein raus. In diesem Fall muss man sich über das Thema Trinkflasche reinigen nämlich kaum den Kopf zerbrechen. Ganz ohne Pflege geht es aber auch hier nicht. Vor allem, wenn die Flasche mit Wasser aus der Leitung befüllt wird, lagern sich nach und nach Kalkreste ab. Hin und wieder sollte der Behälter deshalb mit etwas Essigessenz und heißem Wasser entkalkt werden. Wichtig: Das Mundstück muss aus hygienischen Gründen separat gereinigt werden - und zwar unabhängig davon, ob nur Wasser daraus getrunken wurde. Bei Flaschen, die auch mit Sport- oder Fruchtsaftgetränken befüllt werden, darf es auch mal die Spülmaschine sein. Vorausgesetzt, der Hersteller lässt das ausdrücklich zu.

Idealerweise reinigt man aber auch diese Trinkflaschen per Hand und mit heißem Wasser. Alternative für Radfahrer mit "Spüli-Allergie" sind spezielle Reinigungstabletten, die nach jeder Tour mit Wasser in der Trinkflasche aufgelöst werden.

Fahrrad Trinkflaschenhalter

Bei Trinkflaschenhaltern ist die Auswahl sicherlich fast so groß wie bei den Flaschen selbst. Allerdings gehen die Preise für besonders grazile und leichte Carbon-Flaschenhaltern in deutlich andere Bereiche als die besten aller Fahrradflaschen.

Der Klassiker unter den Flaschenhaltern

Der klassische Flaschenhalter wird aus 6,5 Millimeter starkem Alu-Draht gebogen und mit dem Sockelblech für die Befestigungsschrauben verschweißt - fertig. Gehalten wird die Flasche von einem Bogen mit etwa 70 Millimeter Durchmesser und dem eingezogenen langen Ende, das in die Flaschentaille greift. Das millionenfach bewährte Teil wiegt gut 50 Gramm und kostet im Zubehörhandel etwa zehn Euro. Teurer und etwas leichter sind filigranere Metallexemplare aus Titan. Vorteil der simplen Konstruktion: Man kann den Drahtkäfig - behutsam und maßvoll - biegen, damit auch eine Pulle ohne Norm-Maße gehalten wird, ohne zu wackeln.

Der Leichtbau-Getränkehalter

Carbon ist das Material der Wahl, wenn’s besonders leicht sein soll, auch beim Flaschenhalter. Die leichtesten Modelle wiegen weniger als 10 Gramm, gutes Mittelmaß sind 20 Gramm. Nachteile: Sie sind teuer und verkratzen häufig die Flasche; sehr flexible Halter, die sich leicht verwinden, geben die Flasche außerdem oft nur widerwillig frei.

Fasermixhalter fürs Mixgetränk

Halter aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind relativ leicht und in vielen Formen verfügbar. Wegen des steifen Käfigs muss die Flasche für sicheren Sitz und leichte Entnehmbarkeit exakt zum Halter passen. An den flächigen Streben kleben Flaschen mit Getränkeresten schnell fest, und man bekommt sie nur mit Gewalt wieder raus.

Trinkflaschenhalter mit Öffnung zur Seite

Bei sehr kleinen Rahmen oder mit montierten Rahmentaschen bleibt kaum Platz, um die Flasche von oben in den Halter zu stecken. Flaschenhalter mit seitlichem Eingriff können das Problem lösen. Es gibt sie mit der Öffnung nach links oder rechts.

Flaschenkunde

Abgesehen von den Fahrradflaschen, die beim ersten Öffnen diesen sauren, chemischen Geruch verströmen, und die wir sowieso am besten gar nicht in die Hand nehmen, gibt es auch bei den Trinkflaschen einige wichtige Merkmale zu beachten. Denn nicht nur Fahrradflasche und Halterung müssen zueinanderpassen - auch der Mensch hat Vorlieben.

Die Form der Fahrradflasche

Die Standardflasche hat eine zylindrische Form mit einem Durchmesser von knapp 74 Millimetern; kleine Flaschen mit einem halben Liter Inhalt sind 153 Millimeter hoch, große mit 750 Milliliter 215 Millimeter. Die Taillierung, in die der Flaschenhalter greift, liegt bei beiden Größen 130 Millimeter über dem Flaschenboden. Bei 0,5-Liter-Flaschen geht sie meist direkt in den Flaschenhals über; Bidons mit abweichenden Maßen, wie beispielsweise von Tacx, passen nicht in Standard- sondern nur in spezielle Tacx-Halter.

Welches Material ist das beste für eine Trinkflasche?

Beim Material vertrauen die meisten Hersteller auf Polyethylen, erkennbar an der Prägung “PE” auf dem Flaschenboden. Trägt diese den Zusatz “LD” für geringe Dichte, ist das Material besonders weich und lässt sich leicht zusammendrücken, wodurch viel Flüssigkeit mit geringem Kraftaufwand durchs Ventil schießen kann. Flaschen aus Polypropylen (PP) gibt es ebenfalls, sind jedoch weniger verbreitet und lassen sich aufgrund des steiferen Materials weniger leicht drücken als das PE-Pendant. Im Sinne der Nachhaltigkeit wächst das Angebot an Flaschen aus Kunststoffen mit einem Anteil an nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr, beispielsweise vom Anbieter Euro Bottle aus den Niederlanden. Ob das beim Recycling Vorteile bringt, ist unter Fachleuten zumindest umstritten.

Der Verschluss

Beim Verschluss bietet die Schraubvariante deutliche Vorteile gegenüber dem Schnappdeckel, da diese leichter zu bedienen ist und besser abdichtet. Sitzt der Schnappdeckel minimal schräg auf der Dichtlippe der Flasche, kleckert’s sofort raus. Zudem lassen sich Trinkflaschen mit separatem Schraubverschluss besser in die Spülmaschine sortieren.

Die Fahrradflschenpflege

Aus Hygienegründen sollten Trinkflaschen unmittelbar nach dem Gebrauch gereinigt werden, insbesondere das Mundstück, in dem sich schädliche Bakterien am leichtesten einnisten. PE-Flaschen können bedenkenlos in die Spülmaschine, das Mundstück sollte dabei geöffnet sein.

Fahrrad Flaschenhalter Test - Verschiedene Modelle im Überblick

Bild Produkt Gewicht Bewertung Preis Anbieter
SKS Flaschenhalter Topcage 55 g sehr gut 5,51 € Amazon
Elite Flaschenhalter Custom Race 42 g gut 15,29 € Amazon
HiLo Sports (2 Stück) gut 14,99 € Amazon
HiLo Sports gut 9,99 € Amazon
JABs Trinkflaschenhalter 57 g sehr gut 9,99 € Amazon
Tacx Flaschenhalter 57 g gut 15,99 € Amazon
AOBETAK 7,89 € Amazon
M-Wave 31 g 3,72 € Amazon
M-Wave sehr gut N/A Amazon
Bulls gut 9,99 € Amazon

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0