Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Hier ist ein umfassender Test von MTB Laufrädern, der Licht ins Dunkel bringt.
Tune MTB Laufräder: Einleitung
Tune liefert mit dem neuen Cross-Country-Laufradsatz den optimalen Kompromiss aus Gewicht und Stabilität. Optisch elegant verbinden 32 Edelstahlspeichen die Kingkong- bzw. Kong-Nabe mit der 29-Zoll- Carbonfelge und tragen so satte 115 Kilogramm Systemgewicht. Unser Testergebnis zeigt: Das Rezept geht auf.
Tune hat dieses exklusive Aluminium-Laufradset entwickelt, dessen Gewicht trotz einer Innenfelgenbreite von 28mm unter 1,5kg gehalten wird. Leichtgewichtig bietet es in dieser Kategorie unübertroffene Griffigkeit und Aggressivität in Kurven.
Die getesteten Laufräder im Überblick
Im Test wurden verschiedene Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro verglichen, um die besten Optionen für unterschiedliche Fahrstile und Budgets zu ermitteln.
Aluminium-Laufräder
Hier ist eine Übersicht über die getesteten Aluminium-Laufräder:
- Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
- DT Swiss XM 1700 Spline
- Mavic Crossmax XL S 29
- Newmen Evolution SL A.30
- Race Face Aeffect R
- Shimano Deore XT WH-M8120
- Spank 350 Vibrocore
- Veltec ETR Extradrei
Testsieger: Veltec ETR Extradrei
Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut, punktet mit niedrigem Gewicht und einem spitzen Wert bei der Trägheitsmessung. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik.
Kauftipp: Race Face Aeffect R
Dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo ist der Race Face Aeffect R ein Kauftipp.
Carbon-Laufräder
Hier ist eine Übersicht über die getesteten Carbon-Laufräder:
- Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
- Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
- DT Swiss XMC 1501 Spline One
- Newmen Advanced SL A.30
- Race Face Next R31
Testsieger: Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!
Kauftipp: Newmen Advanced SL A.30
Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.
Detaillierte Testergebnisse
Die folgenden Abschnitte bieten detaillierte Informationen zu den einzelnen Laufradsätzen.
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy
Preis pro Paar: 600 Euro
Gewicht: 2024,5 g
Testfazit: Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test. Trotz des hohen Gewichts erreichen sie bei der Trägheitsmessung gute Werte, da die recht leichte Alu-Felge die schweren Naben kaschiert.
Testurteil: Gut
DT Swiss XM 1700 Spline
Preis pro Paar: 719 Euro
Gewicht: 1890 g
Testfazit: Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. Das Vorderrad überragt bei der Seitensteifigkeit die Konkurrenz.
Testurteil: Sehr gut
Mavic Crossmax XL S 29
Preis pro Paar: 750 Euro
Gewicht: 1891 g
Testfazit: Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl. Für ein Alu-Rad relativ leicht, glänzt die wie gehabt sehr gute Mavic-Aufbauqualität.
Testurteil: Gut
Newmen Evolution SL A.30
Preis pro Paar: 680 Euro
Gewicht: 1802 g
Testfazit: Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen.
Testurteil: Sehr gut
Race Face Aeffect R
Preis pro Paar: 600 Euro
Gewicht: 1993,5 g
Testfazit: Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. In Sachen Beschleunigung gehört das Race-Face-Rad zu den besten im Alu-Testfeld. Auch daher ein Kauftipp!
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Shimano Deore XT WH-M8120
Preis pro Paar: 430 Euro
Gewicht: 2012 g
Testfazit: Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. Die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test.
Testurteil: Gut
Spank 350 Vibrocore
Preis pro Paar: 699 Euro
Gewicht: 2036 g
Testfazit: Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll. Generell eher schwerer, "nur" gut zu beschleunigender Satz, dessen Hinterrad die schlechtesten Seitensteifigkeiten im Test zeigt.
Testurteil: Gut
Veltec ETR Extradrei
Preis pro Paar: 549 Euro
Gewicht: 1792 g
Testfazit: Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze. Die Seitensteifigkeiten sind ebenfalls bar jeder Kritik.
Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Acros Enduro-Carbon-LRS 29"
Preis pro Paar: 1199 Euro
Gewicht: 1550 g
Testfazit: Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau. Der auch preislich äußerst attraktive Satz aus Baden-Württemberg ist auch für Non-Boost erhältlich.
Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger)
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon
Preis pro Paar: 1699 Euro
Gewicht: 1846 g
Testfazit: Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test. Dafür sind die Crankbrothers rundherum sehr gut aufgebaut, und sie glänzen dank massiver Bauweise mit nahezu perfekten Seitensteifigkeiten.
Testurteil: Sehr gut
DT Swiss XMC 1501 Spline One
Preis pro Paar: 1599 Euro
Gewicht: 1629 g
Testfazit: Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht. Die Steifigkeiten liegen auf sehr gutem Niveau, und wie (fast) alle Carbonis im Test beschleunigen die DTs super.
Testurteil: Überragend
Newmen Advanced SL A.30
Preis pro Paar: 1450 Euro
Gewicht: 1579,5 g
Testfazit: Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. Die Laufräder beschleunigen nur minimal schlechter als Testsieger Acros, auch beim Aufbau gibt es keinen Grund zur Kritik. Aufgrund der etwas schlechteren, aber immer noch sehr guten Steifigkeiten "nur" Zweiter.
Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)
Race Face Next R31
Preis pro Paar: 1699 Euro
Gewicht: 1728 g
Testfazit: Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau. Dafür überzeugt der Aufbau der breiten Felgen, auch die ermittelten Steifigkeitswerte des teuren Next-R-Satzes sind durch die Bank sehr gut. Lässt sich zudem Carbon-typisch prima beschleunigen.
Testurteil: Sehr gut
Einflussfaktoren auf das Fahrgefühl
Das Fahrgefühl wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter:
- Gewicht
- Steifigkeit
- Material der Felgen und Speichen
- Dämpfung
- Schwingungsverhalten
Die gemessene Seitensteifigkeit spiegelt also nur einen Teil des Fahrgefühls wider.
Tune Blackburner Enduro Carbon Laufradsatz im Detail
Der Tune Blackburner Enduro Carbon Laufradsatz wurde ebenfalls getestet und hier sind die Ergebnisse:
- Naben: TUNE King und Kong Naben mit 28 Löchern
- Felgen: Hakenlose Blackburner Carbon Felgen mit einer Außen- und Innenweite von 35 bzw. 29 mm, Tubeless ready
- Speichen: Sapim D-Light Speichen
- Gesamtgewicht: 1.493 Gramm (gewogen)
Der Laufradsatz wurde als steif, breit und superstabil befunden. Die Beschleunigung, Lenkpräzision und das geringe Gewicht wurden positiv hervorgehoben. Die Tubeless-Montage der Reifen wurde als einfach und problemlos beschrieben.
Alu vs. Carbon
Die Wahl zwischen Alu- und Carbonlaufrädern hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Carbonlaufräder bieten in der Regel ein geringeres Gewicht und eine höhere Steifigkeit, während Aluminiumlaufräder oft gutmütiger und fehlerverzeihender sind.
Methoden der Testung
Um der Qualität eines Laufrades auf den Grund zu gehen, setzt BIKE auf umfangreiche Labortests. Ob das Zusammenspiel der gewonnenen Daten passt und damit das Fahrgefühl, zeigt unser Popometer im Praxistest.
Blindtest auf dem Trail
Ohne die Laborwerte (Steifigkeit, Gewicht, Trägheit) zu kennen, fuhren drei erfahrene Tester alle Laufräder mit Einheitsreifen und identischen Luftdrücken auf einem selektiven Rundkurs. Die gewonnenen Fahreindrücke zum Fahrkomfort, zur Präzision und zum allgemeinen Handling flossen zu 20 Prozent in die Endnote ein. Überraschend: Die Seitensteifigkeit allein schlägt sich nicht immer im Fahreindruck nieder.
Schlagtest
Bei dem von BIKE im Newmen-Testlabor durchgeführten Schlagtest trifft ein 7,5 Kilo schwerer, runder Kunststoffzylinder einseitig im 20-Grad-Winkel auf ein Felgenhorn. Es wird jeweils das hintere Laufrad getestet, das an der Nabe fixiert wird. Jeder neue Schlag trifft auf eine intakte Stelle auf der Felge. Die Schlagenergie/-höhe wird ausgehend von 3,09 Joule bis zum Defekt gesteigert.
Trägheit und Gewicht
Für einen explosiven Antritt und effizientes Klettern ist nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch die Verteilung der Masse von entscheidender Bedeutung. Je weiter das Gewicht von der Nabe entfernt ist, desto größer ist der Einfluss auf das Beschleunigungsverhalten.
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Test zusammengefasst:
- Veltec ETR Extradrei ist der Testsieger unter den Alu-Laufrädern.
- Race Face Aeffect R ist der Kauftipp unter den Alu-Laufrädern.
- Acros Enduro-Carbon-LRS 29" ist der Testsieger unter den Carbon-Laufrädern.
- Newmen Advanced SL A.30 ist der Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern.
- Das Fahrgefühl wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, nicht nur durch die Seitensteifigkeit.
- Die Wahl zwischen Alu- und Carbonlaufrädern hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab.
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