Motorrad-Hauptuntersuchung (HU): Ablauf und Vorbereitung

Die Hauptuntersuchung (HU) - umgangssprachlich auch „TÜV“ genannt - ist ein regelmäßiger Termin, bei dem dein Motorrad geprüft wird. Durch die Hauptuntersuchung (HU) - im Volksmund auch einfach nur „TÜV“ genannt - soll sichergestellt werden, dass nur Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen, die keine erheblichen Mängel aufweisen und daher keine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen. Die Hauptuntersuchung ist seit dem 1. Dezember 1951 in Deutschland für Kraftfahrzeuge vorgeschrieben.

Fälligkeit der HU

Nach der Zulassung ist die erste HU nach 24 Monaten fällig. Der Rhythmus von zwei Jahren bleibt auch nach der ersten Hauptuntersuchung bestehen. Wann Ihr KFZ zur HU muss, erkennen Sie an der runden Plakette auf dem hinteren Kennzeichen und im Fahrzeugschein. Die Zahl in der Mitte der Plakette steht für das Jahr der Fälligkeit (z.B. 2024). Die senkrecht stehende Zahl am oberen Rand benennt den Prüfungsmonat (z.B. hier Januar). Sie können den Tag der Prüfung im gesamten Monat frei wählen.

Bei Motorrädern ist dieser Check alle zwei Jahre Pflicht. Das gilt auch für neu angemeldete Bikes. Wann der nächste Termin für die HU ansteht, erfahren Sie beim Blick in die Fahrzeugpapiere oder auf die Prüfplakette am Kennzeichen - das Jahr steht in der Mitte, der Monat oben.

Die Abgasuntersuchung ist bei allen Pkws - für Benziner ab Erstzulassung 1.7.1969 und für Dieselfahrzeuge ab Erstzulassung 1.1.1977 - und bei Motorrädern ab Erstzulassung 1. Januar 1989 - Teil der Hauptuntersuchung. Seit dem 1. Januar 2010 ist die Abgasuntersuchung integraler Bestandteil der Hauptuntersuchung und somit durch den HU-Bericht abgedeckt. Die UMA (= Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems) - früher AU genannt - darf aber auch von anerkannten Werkstätten durchgeführt und separat dokumentiert werden. Allerdings darf die Abgasuntersuchung frühestens einen Monat vor der Durchführung der Hauptuntersuchung durchgeführt werden.

Wo kann die HU durchgeführt werden?

Wichtig ist, dass du die Prüfung nur bei einer anerkannten Prüforganisation durchführen lassen kannst. Längst dürfen aber auch andere technische Prüfstellen und amtlich anerkannte Überwachungsorganisationen wie zum Beispiel DEKRA, GTÜ oder KÜS die HU durchführen. Nur amtlich anerkannte Sachverständige, Prüferinnen und Prüfer oder Prüfingenieurinnen und Prüfingenieure dürfen die HU vornehmen.

Ablauf der Hauptuntersuchung

Bei der Hauptuntersuchung erfolgt eine Sicht-, Funktions- und Wirkprüfung der Fahrzeuge. Bei der Hauptuntersuchung prüft ein Sachverständiger oder eine Sachverständige die Bauteile und Funktionen deines Motorrads. Diese Prüfung findet in Form einer Sichtprüfung statt. Anschließend folgt eine Probefahrt, um die Brems- und Lenkfunktion sowie die elektronischen Sicherheitsassistenten zu kontrollieren. Im Rahmen einer Probefahrt werden u.a. Lenk- und Bremsfunktion sowie die Funktionen elektronischer Sicherheitsassistenten - wie das Antiblockiersystem (ABS) - geprüft.

Prüfpunkte

  • Allgemeiner Fahrzeugzustand: Hier ist wichtig, dass die Angaben in den Fahrzeugdokumenten zutreffen. Beispielsweise dürfen technische Veränderungen das vordefinierte zulässige Gesamtgewicht nicht beeinträchtigen.
  • Bremsen: Weisen die einzelnen Bauteile Mängel auf? Das könnten beispielsweise Rost oder zu wenig Bremsflüssigkeit sein.

Vorbereitung auf die HU

Damit du die TÜV-Plakette für dein Motorrad erhältst, muss dein Fahrzeug die wichtigsten TÜV-Kriterien erfüllen. Dazu sollte es gepflegt und in einem technisch einwandfreien Zustand sein. Um die Kosten beim TÜV für dein Motorrad so niedrig wie möglich zu halten, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Mit dieser Vorbereitung sparst du Zeit und Kosten. Gut zu wissen: Du bist dir bei optischen Mängeln unsicher? Dann frage deinen Motorrad-Beifahrer:in nach ihrer Meinung.

Wer sein Fahrzeug vorher selbst checkt und die Anforderungen der Prüfdienste beachtet, kann Zeit und Geld sparen. Doch einige Punkte können Sie vor dem Besuch bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS selbst überprüfen. Mit unserer Checkliste können Sie Ihr Motorrad schon vor Ihrem HU-Termin bei TÜV Rheinland überprüfen. Sollten Sie Mängel feststellen, können Sie sie rechtzeitig beheben und vermeiden eine zusätzliche Nachuntersuchung Ihres Kraftrades.

Hierauf schauen Prüforganisation wie TÜV und GTÜ nach eigenen Angaben bei Motorrädern:

  • Haben Sie Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I/Ihren Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen griffbereit (z.B.
  • Prüfzeugnisse über Änderungen am Fahrzeug, die nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen sind, müssen Sie im Fahrzeug mitführen.

Checkliste zur Vorbereitung der HU

Ist Ihr Motorrad noch verkehrssicher, in einem vorschriftsmäßigen Zustand und umweltverträglich unterwegs? Wer eine andere Reifenpaarung als in den Papieren angegeben montiert hat, darf die entsprechenden Unbedenklichkeitsbescheinigungen nicht vergessen. Egal ob TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS - wir zeigen, was geprüft wird und wie eine gute Vorbereitung aussieht.

  • Beleuchtung/elektrische Anlage: Alle Lampen müssen ein E-Zeichen haben, voll funktionsfähig sein, und Gläser oder Gehäuse dürfen keine Beschädigungen aufweisen.
  • Bremsen: Die Bremsscheiben dürfen nicht riefig oder stark abgenutzt sein, Bremsleitungen keine Undichtigkeiten, Scheuerstellen oder Knicke ­haben.
  • Radlager und Lenkung: Eine einfache Prüfung der Radlager erfolgt bei aufgebockter Maschine.
  • Federelemente: Ist auf den Standrohren der Telegabel ein Ölfilm sichtbar, sind die Gabelsimmerringe defekt und müssen erneuert werden.
  • Reifen: Die Reifen müssen eine ausreichende Profiltiefe (mindestens 1,6 Millimeter) ­haben.
  • Abgas-Untersuchung für Motorräder: Wer unsicher ist, sollte folgende Punkte prüfen: Nicht richtig sitzende oder poröse Ansaugstutzen festziehen, abdichten oder wechseln, verschmutzte Luftfilter reinigen oder tauschen.
  • Auspuffanlage: Lockere Schrauben an Verbindungsstellen und defekte Dichtungen sorgen für einen erhöhten Lärmpegel und können zu Schwierigkeiten führen.

Kosten der HU

Die Kosten für den TÜV sind beim Motorrad normalerweise niedriger als bei Pkw oder Kfz bis 7,5 Tonnen. Sie liegen in der Regel zwischen 75 und 100 Euro. Die konkreten Gebühren hängen jedoch vom Bundesland und deiner Prüfstelle ab. Ein Vergleich lohnt sich also.

Ist der HU-Termin mehr als zwei Monate überschritten, darf die Prüforganisation rund 20 Prozent mehr für einen vertieften Check verlangen. Und die Polizei kann bei einer Verkehrskontrolle ein Verwarngeld von 15 Euro verhängen.

Was passiert bei Mängeln?

Mehr als jedes zehnte Motorrad fällt bei der Hauptuntersuchung durch. Ihr Fahrzeug weist StVZO-relevante Mängel auf, bei denen eine zeitnahe Verkehrsgefährdung nicht zu erwarten ist. Sie müssen die festgestellten Beanstandungen unverzüglich und vollständig beheben lassen, sonst droht ein Bußgeld bei einer Polizeikontrolle.

Ihr Fahrzeug weist „keine erkennbaren Mängel“ auf und befindet sich in einem verkehrssicheren Zustand. Die Prüfplakette wird sofort zugeteilt. Manchmal stellen unsere Sachverständigen kleinere Mängel fest. Trotzdem erhalten Sie die Plakette. Eine Nachprüfung ist nicht notwendig. Allerdings sind Sie verpflichtet, die besprochenen Beanstandungen möglichst schnell beheben zu lassen.

Ihr Fahrzeug ist wegen Mängeln beim TÜV durchgefallen? Dann ist eine Nachuntersuchung erforderlich. Es ist sozusagen eine zweite TÜV-Untersuchung, bei der die Prüforganisation die behobenen Mängel erneut kontrolliert. Den Termin zur Nachuntersuchung solltest du unbedingt wahrnehmen. Andernfalls drohen Bußgelder. Andernfalls muss das Motorrad erneut die komplette Hauptuntersuchung absolvieren und Sie müssen noch einmal die vollen Kosten dafür zahlen. Außerdem droht ein Verwarngeld.

Überziehen der HU-Frist

Den TÜV zu überziehen ist keine gute Idee. Denn in diesem Fall fallen die Motorrad TÜV-Kosten höher aus, sowohl beim Auto als auch beim Motorrad. Deshalb solltest du dir den Termin vormerken. Die HU mehr als zwei Monate zu überziehen ist nicht ratsam, wenn du die TÜV-Kosten im Rahmen halten möchtest. Im schlimmsten Fall riskierst du einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von bis zu 60 Euro. Hast du den TÜV versäumt, musst du bei einer Polizeikontrolle mit Strafen und Bußgeldern rechnen. Ihre Höhe hängt davon ab, wie lange du ohne zulässige TÜV-Plakette fährst. Ist sie erst seit Kurzem abgelaufen, fallen 15 Euro an.

Versäumt der Fahrzeughalter die HU um mehr als zwei Monate, wird die Prüfung um eine Ergänzungsuntersuchung erweitert - und die Gebühr erhöht sich aufgrund des erhöhten Prüfumfangs um 20 Prozent. Die nächste Hauptuntersuchung ist somit für Pkw grundsätzlich immer 24 Monate nach der letzten Hauptuntersuchung fällig.

Auswirkungen eines abgelaufenen TÜV auf die Versicherung

Ist dein TÜV abgelaufen, hat das zunächst keine direkte Auswirkung auf deine Kfz-Haftpflichtversicherung. Dein Versicherungsschutz bleibt bestehen. Allerdings bekommst du Probleme, wenn du in einen Unfall gerätst, der aufgrund technischer Mängel entstanden ist.

Sonderfälle

Die Einzelabnahme ist eine spezielle Untersuchung, für die ebenfalls TÜV-Kosten anfallen können. Sie ist immer dann notwendig, wenn du an deinem Motorrad etwas verändert hast. Weichen Bauteile von den ursprünglich zugelassenen Teilen ab, musst du die Verkehrssicherheit deines Fahrzeugs prüfen lassen. Gut zu wissen: Die Kosten für die Einzelabnahme sind unabhängig von den allgemeinen TÜV-Kosten.

Fällt Ihr nächster Termin für eine Hauptuntersuchung in die zulassungsfreie Zeit, können Sie die Untersuchung auf den Beginn der neuen Saison verschieben. Fällt die Untersuchung in den "Ruhezeitraum", ist sie im ersten Monat des nächsten Betriebszeitraums nachzuholen. Beispiel: Ist die HU im Januar abgelaufen, das Auto darf aber erst ab April wieder genutzt werden, dann muss es auch erst im April zur Überprüfung.

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