TÜV Kosten für 125 ccm Motorrad in Deutschland

Die bestandene Hauptuntersuchung ist Voraussetzung, um in Deutschland öffentliche Straßen zu nutzen. Alle zwei Jahre muss euer Fahrzeug zu TÜV, Dekra oder GTÜ - 2024 wurden die Preise erneut erhöht. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Kosten der Hauptuntersuchung (HU) für Ihr 125 ccm Motorrad.

Kosten der HU - TÜV 2024 & 2025

Einen Festpreis gibt es nicht, viel eher kommt es darauf an, bei welchem Prüfunternehmen und wo ihr euren Termin vereinbart habt. Es kann sich also lohnen zum Vergleich bei euren lokalen Werkstätten und Prüfstellen anzurufen.

Motorräder (Krafträder)

Je nach TÜV-Unternehmen und Bundesland zahlt ihr für euer Motorrad von 72 bis 88 Euro für Prüfungen und die neue Plakette.

Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten nach Bundesland und TÜV-Unternehmen:

KrafträderTÜV Nord (mit AU/ohne AU)TÜV Süd & Hessen (mit AU/ohne AU)
Baden-Württemberg87/62 Euro75,10/47,40 Euro
Bayern87/60 Euro75,10/47,40 Euro
Berlin87/61 Euro87/62 Euro
Brandenburg87/61 Euro87/62 Euro
Bremen75,90 Euro87/62 Euro
Hamburg88/61 Euro75,10/47,40 Euro
Hessen87/60Euro75,20/47,40 Euro
Mecklenburg-Vorpommern88/61 Euro87/62 Euro
Niedersachsen75,90 Euro87/62 Euro
Nordrhein-Westfalen75,90 Euro87/62 Euro
Rheinland-Pfalz87/61 Euro87/62 Euro
Saarland87/61Euro87/62 Euro
Sachsen86,50/61 Euro87/62 Euro
Sachsen-Anhalt88/61 Euro87/62 Euro
Schleswig-Holstein75,90 Euro87/62 Euro
Thüringen87/60 Euro87/60,50 Euro

Vorbereitung auf die TÜV-Prüfung

Was ihr vor der TÜV-Prüfung beachten solltet:

Notwendige Dokumente

  • PFLICHT: Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein)
  • Letzter HU-Untersuchungsbericht (beim Wechsel der Prüfstelle)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (nur falls Fahrzeug aktuell abgemeldet)
  • Allgemeine Betriebserlaubnis (bei technischen Änderungen am Fahrzeug)

Empfohlene Ausstattung

  • Verbandskasten (achtet zur Vorsicht auf das Ablaufdatum)
  • Warndreieck
  • Warnweste

Abgasuntersuchung (AU)

Bei der HU wird seit 2010 auch immer gleichzeitig die Abgasuntersuchung durchgeführt. Ihr könnt zwar die Hauptuntersuchung einzeln durchführen lassen, das macht jedoch nur in wenigen Fällen Sinn. Beispielsweise wenn innerhalb der letzten 2 Monate in einer Werkstatt bereits eine AU durchgeführt wurde. In diesem Fall könnt ihr den Prüfnachweis mitbringen, sodass ihr nicht erneut die Abgasuntersuchung durchführen und bezahlen müsst.

Die Abgasuntersuchung Motorrad, kurz AU Motorrad oder AUK, ist seit 2006 verpflichtender Bestandteil der Hauptuntersuchung. Das heißt: Alle zwei Jahre wird bei der HU Motorrad auch das Abgasverhalten Ihrer Maschine auf den Prüfstand gestellt.

Erfüllt Ihr Kraftrad folgende Merkmale, bringen Sie es regelmäßig zur Abgasuntersuchung:

  • Motorrad-Hubraum von mehr als 50 ccm
  • Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h
  • Erstzulassung nach 1. Januar 1989

Mängel und Nachprüfung

Sollte den Experten etwas auffallen, was keinesfalls so bleiben darf, dann werdet ihr ohne Plakette nach Hause geschickt. Das kann schon der Fall sein, wenn die Bremse schleift, die Reifen zu abgenutzt sind oder zu viel Spiel in der Lenkung ist. Anschließend habt ihr einen Monat lang Zeit, eine Werkstatt aufzusuchen und das Problem zu beheben. Dann müsst ihr mit eurem Wagen zur Nachprüfung.

Da euer Auto schon beim ersten Mal vom Prüfer ordentlich unter die Lupe genommen wurde, dauert die Überprüfung häufig nur wenige Minuten, da nur geschaut werden muss, ob ihr die Mängel behoben habt. Die Kosten halten sich mit rund 20 Euro (je nach Organisation und Bundesland) auch im Rahmen.

Die Nachprüfung ist aber nur so günstig, wenn ihr auch tatsächlich die gegebene Frist von einem Monat einhaltet. Falls ihr diese überschreitet, ist leider eine komplett neue HU fällig, für die ihr dann auch erneut den kompletten Preis zahlt.

Wann ist die HU fällig?

Wenn Sie in Deutschland ein neues Motorrad anmelden, ist die erste Hauptuntersuchung, umgangssprachlich HU oder TÜV genannt, nach 24 Monaten fällig. Im Unterschied zu einem neuen Pkw muss ein neues Motorrad also nicht erst nach drei Jahren das erste Mal zum TÜV, sondern schon nach zwei Jahren.

Wann der nächste Termin für die HU ansteht, erfahren Sie beim Blick in die Fahrzeugpapiere oder auf die Prüfplakette am Kennzeichen - das Jahr steht in der Mitte, der Monat oben. Bei Motorrädern ist dieser Check alle zwei Jahre Pflicht. Das gilt auch für neu angemeldete Bikes.

Haben Sie bereits eine AU machen lassen, darf diese maximal zwei Monate vor dem Monat, in dem die Hauptuntersuchung stattfindet, durchgeführt worden sein.

Was wird geprüft?

Im Detail zeigt das meist erst eine Hauptuntersuchung (HU) inklusive Abgasuntersuchung (AU) bei einer der anerkannten Prüforganisationen. Doch einige Punkte können Sie vor dem Besuch bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS selbst überprüfen.

Hierauf schauen Prüforganisation wie TÜV und GTÜ nach eigenen Angaben bei Motorrädern:

  • Haben Sie Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I/Ihren Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen griffbereit (z.B. ABE)?
  • Funktionieren Beleuchtung und Blinker einwandfrei?

Mängel und wie man sie vermeidet

Mehr als jedes zehnte Motorrad fällt bei der Hauptuntersuchung durch. Wer sein Fahrzeug vorher selbst checkt und die Anforderungen der Prüfdienste beachtet, kann Zeit und Geld sparen.

Am häufigsten treten Mängel an der Beleuchtung, am Fahrgestell und Rahmen oder an Achsen, Rädern und Reifen auf. In vielen Fällen werden defekte Glühlampen, nicht zugelassene Leuchten, falsche oder abgefahrene Reifen und ausgeschlagene Lager an Gabel, Schwinge oder Rädern beanstandet.

Fehlfunktionen an Scheinwerfern und Kontrolllämpchen sowie nicht intakte Leuchtengehäuse oder erblindete Reflektoren sollte nicht erst ein Prüfingenieur feststellen. Auch darüber hinaus kann es für Motorradfahrende vor dem HU-Termin sinnvoll sein, genau hinzuschauen. Manche Mängel sind mit bloßem Auge erkennbar und lassen sich in einer Fachwerkstatt einfach beheben.

Überschreitung der Frist

Ist der HU-Termin mehr als zwei Monate überschritten, darf die Prüforganisation rund 20 Prozent mehr für einen vertieften Check verlangen. Und die Polizei kann bei einer Verkehrskontrolle ein Verwarngeld von 15 Euro verhängen.

Vollabnahme

Ein Vollgutachten nach § 21 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist für Krafträder nur in Ausnahmefällen erforderlich. Wer beispielsweise ein Motorrad aus dem Nicht-EU-Ausland importiert und in Deutschland zulassen möchte, benötigt eine Vollabnahme.

Erforderlich ist eine Vollabnahme auch, wenn Sie Ihre Maschine nach Stilllegung von mehr als sieben Jahren wieder zulassen möchten.

Umbauten am Rahmenheck Ihrer Maschine sind mit vorheriger Absprache und nachträglicher Begutachtung nach § 21 StVZO (Vollabnahme Motorrad) in der Regel erlaubt.

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