Die richtige Übersetzung für dein Rennrad: Ein umfassender Leitfaden

Kommst du keinen Berg mehr hoch oder wirst du auf der Geraden nicht schneller? Dann kann das an einer falschen Übersetzung liegen. Bei der Übersetzung handelt es sich um die Abstufung der Schaltung, also die Kombination aus der Anzahl der Zähne an den Kettenblättern und der Kassette. Diese entscheidet, wie schwer und leicht du treten musst. In Kombination mit dem Umfang des Reifens kannst du für jeden Gang die entsprechende Entfaltung pro Kurbelumdrehung berechnen.

Was ist die Entfaltung?

Es sollte auch auf die Entfaltung der jeweiligen Schaltung geachtet werden. Die Entfaltungs-Werte sind die wichtigsten Parameter für die Berechnung der passenden Übersetzung. Sie sagen aus, wie viel Weg man pro Kurbelumdrehung zurücklegt. Dafür multipliziert man den Radumfang mit der reinen Übersetzung (Quotient aus Zähnen von Kettenblatt und Ritzel).

Generell kann man sagen, dass Gänge mit einer Entfaltung von weniger als 2,5 m besonders bergtauglich sind. Entfaltungen im Bereich von 5 m sind besonders gut für leicht wellige Regionen, während im Flachland rund 7 m Entfaltung bevorzugt werden. Die restlichen Entfaltungen über 7 m sind für sehr sportliche Fahrer oder Bergabfahrten interessant.

Was möchtest du an der Übersetzung ändern?

Diese Frage ist sehr wichtig. Daher sollte man sich vorab bewusst sein, was anders sein soll. Wenn du aktuell ein Fahrrad besitzt, dann stell dir die Frage, ob die Übersetzung so gut ist, oder ob die Gänge eventuell zu schwer sind und du viel lieber leichter treten würdest; oder gehen dir die Gänge aus und du könntest eigentlich viel schneller fahren? Mach dir darüber Gedanken und überlege, wo und wie du das Fahrrad hauptsächlich nutzt. Diese Faktoren spielen eine große Rolle.

48-36-26 Kurbel und 11-34 Kassette - was ist das?

Die Hersteller geben die Zähnezahl der Kurbel und Kassette an. Diese Angaben sind wichtig, um zu wissen, wie leicht und schwer die Gänge sind. Bei der Angabe der Kurbel sieht man hier zunächst, dass es sich um eine 3-Fach-Kurbel handelt, da 3 Angaben gemacht werden (48-36-26). Somit hat das große Kettenblatt 48, das mittlere Kettenblatt 36 und das kleinste Kettenblatt 26 Zähne. Damit ist die Abstufung der Kurbel bekannt.

Bei der Kassette hingegen findet man nur die Angaben des kleinsten und größten Ritzels. In diesem Fall verfügt das kleinste Ritzel über 11 und das größte Ritzel über 34 Zähne. Somit ist die Bandbreite der Kassette bekannt. Hierbei sollte man jedoch noch darauf achten, um wie viele Ritzel (Gänge) es sich handelt. Denn es ist möglich, dass es die 11-34 Kassetten in verschiedenen Ausführungen gibt - so kann es sich z.B. um ein 8,- 9,- 10,- oder 11-Fach-System handeln. Je mehr Ritzel (Gänge) eine Kassette hat, desto feiner ist sie in der angegebenen Bandbreite abgestuft.

Die richtige Übersetzung für dein Rennrad und Triathlonrad

Im Rennrad-Segment gibt es von der Industrie 3 festgelegte Kurbelabstufungen: die Standard Kurbel mit 53-39, die Semi-Kompakt mit 52-36 und die Kompaktkurbel mit 50-34 Zähnen. Am häufigsten ist an Rennrädern eine Kompaktkurbel verbaut, entsprechend ist eine klare Tendenz des Einsatzgebietes festgelegt. Hier kann man zwischen einigen verschiedenen Kassetten wählen: Von 11-25 bis 11-36 ist alles möglich. Häufig ist eine 11-28 Kassette verbaut, da diese ein guter Kompromiss zwischen leichten Gängen und einer feinen Abstufung ist.

Das Triathlonrad ist für das Fahren gegen die Uhr konzipiert, daher ist die Übersetzung meist sportiv gewählt. Häufig sind 53-39 oder Semi-Kompaktkurbeln mit 52-36 verbaut, kombiniert mit einer 11-28 Kassette. Auch hier lassen sich wie beim Rennrad nahezu alle möglichen Kombinationen fahren.

Die Gravel und Cyclocross Übersetzung

Das Gravel Bike hat meist eine Kompakt- oder 1-Fach-Kurbel mit einer größeren Kassette. 11-36 oder sogar 11-42 sind hier gut möglich und eine ideale Möglichkeit, um auch im Gelände flott unterwegs zu sein. Im Cyclocross-Bereich sind 2-Fach- und 1-Fach-Kurbeln das Maß der Dinge. Jedes hat seine Berechtigung sowie Vor-, und Nachteile.

Das 2-Fach-System ist meist mit einer Abstufung 46-36 und einer 11-28 oder einer 11-32 Kassette ausgestattet, sodass es für einen sehr breiten Einsatzbereich eingesetzt werden kann. Durch eine Änderung der Kettenblätter und Kassette kann man das persönlich anpassen.

Im sportiven Segment wird immer mehr auf die 1-Fach Variante gesetzt. Hier ist die Abstufung durch die Kassette schon stärker vorgegeben. Trotzdem kann diese durch das Kettenblatt nochmals individuell angepasst werden. So kann zwischen einem 34er bis hin zu einem 42er Kettenblatt gewählt und so die Übersetzung individuell angepasst werden. Für den Beginn empfehlen wir eine leichte Abstufung von 38 Zähnen in Kombination mit einer 11-42 Kassette. Schwerere Übersetzungen sind nur für sehr sportliche Fahrer zu empfehlen.

Welche Rolle spielt die Schaltwerkslänge?

Als ob es nicht schon genug wäre, dass es für die unterschiedliche Anzahl an Gängen verschiedene Schaltwerke gibt, kommen auch noch unterschiedliche Längen des Schaltwerks hinzu. In Extremfällen bieten Hersteller bis zu 3 unterschiedliche Schaltwerkslängen an. Diese unterscheiden sich meist zwischen kurz, mittel und lang.

Wieso die unterschiedlichen Längen benötigt werden, kann einfach erklärt werden. Das Schaltwerk ist nicht nur für das Schalten selbst zuständig, sondern es spannt auch die Kette. Je mehr Gänge das Rad hat und je größer die Kassette und die Anzahl der Kettenblätter ist, desto länger muss die Kette sein. Entsprechend muss auch das Schaltwerk länger sein, damit die Kette ausreichend gespannt werden kann.

Wann welches Schaltwerk benötigt wird, ist leichter herauszufinden als man denkt. Jedes Schaltwerk verfügt über verschiedene Angaben. Neben dem maximal größten Ritzel, was gefahren werden kann, ist auch die Gesamtkapazität angegeben. Diese ist entscheidend, ob das Schaltwerk passt.

Wie kann man die Kapazität berechnen?

Kurbel: Die Kurbel hat eine Abstufung von 42-32-22 Zähnen. Subtrahiere das größte durch das kleinste Kettenblatt, also 42 - 22 = 20.

Kassette: Dasselbe macht man bei der Kassette. Wenn diese z.B. eine Abstufung von 12-32 hat, rechnet man auch hier: 32 - 12 = 20.

Um nun die Gesamtkapazität zu erhalten, werden beide Werte addiert. Die Gesamtkapazität ist also 20 + 20 = 40. Das Schaltwerk muss also eine Gesamtkapazität von 40 aufweisen, damit die im Beispiel genannte Abstufung gefahren werden kann.

Umwerfer

Beim Umwerfer gibt es, wie auch beim Schaltwerk, verschiedene Modelle für 2- und 3-Fach-Kurbeln. Hier werden zwei wichtige Angaben gemacht, die für die maximale Zähneanzahl des großen Kettenblatts sowie die Kapazität des Umwerfers. Im Gegensatz zum Schaltwerk bezieht sich die Kapazität des Umwerfers nur auf die Kettenblätter der Kurbel. Bei einer Abstufung von 50-34 Zähnen muss der Umwerfer eine Kapazität von 50 - 34 = 16 haben. Somit sieht man auch direkt, ob der Umwerfer für den Antrieb geeignet ist.

Kette

Wechselt man den Antrieb, muss meist auch die Kette gewechselt werden. Dies macht Sinn, da neue Komponenten verbaut werden und oftmals die alte Kette zu kurz ist und schon einige Kilometer in Betrieb war. Sollte die Kette mal zu lang sein, könnte man diese passend für den neuen Antrieb kürzen.

Welche Übersetzung muss ich für mein Rennrad wählen?

Diese Frage stellen sich viele Radfahrer. Leider gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Möchtest du eine entspannte Fahrt durchs Flachland machen? Oder stellst du dich den Herausforderungen des Hochgebirges? Diese beiden Fahrten erfordern natürlich unterschiedliche Anstrengungen und eine unterschiedliche Schaltstrategie.

Die Übersetzung des Rennrads hat, einfach gesagt, Einfluss auf die bei einer einzelnen Umdrehung der Fahrradkurbel zurückgelegte Strecke. Das Verhältnis zwischen den Zähnen an den vorderen Kettenrädern (Kettenblätter) und den Zähnen an den hinteren Kettenrädern (Ritzel) wird als Übersetzung bezeichnet. Je nachdem, wo und wie du fährst, ist das richtige Verhältnis zwischen Kettenblättern und Ritzel wichtig. Je größer das Kettenblatt, desto höher die Übersetzung, desto schwerer musst du treten und desto schneller fährst du.

Die Kurbelgarnitur deines Rennrads ist eines der wichtigsten Fahrradteile. Sie besteht aus dem Kettenblatt und dem Pedal. Eine Kurbelgarnitur mit einem Kettenblatt kann aus 50 bis 38 Zähnen bestehen. Dieser Typ von Kurbelgarnitur wird nicht oft bei Rennrädern verwendet, ist jedoch besonders vorteilhaft bei Offroad-Disziplinen wie Mountainbiken, Gravelbiken oder Cyclocrossen. Die Kurbelgarnitur mit zwei Kettenblättern kann aus 53/39, 52/36 oder 50/34 Zähnen bestehen und eine Kurbelgarnitur mit drei Kettenblättern kann aus 50/39/30 Zähnen bestehen. Wir empfehlen eine Zweifachkurbel, da insbesondere diese Art von Kurbelgarnitur die meisten Vorteile bietet. Kurbelgarnituren mit zwei Kettenblättern sind beispielsweise leichter als Garnituren mit drei Kettenblättern, da sie ein Kettenblatt weniger haben. Außerdem schaltet es sich mit zwei Kettenblättern deutlich besser als mit einer Kurbelgarnitur mit drei Kettenblättern.

Bei Kurbelgarnituren mit zwei Kettenblättern kannst du zwischen einer Kompaktkurbel (50/34), einer Semi-Kompaktkurbel (52/36) und einer klassischen Zweifachkurbel (53/39) wählen.

  • Hat schwerere Gänge, die das Treten bei schnellen Fahrten und in Abfahrten erleichtern.
  • Kleine Schritte zwischen den verschiedenen Gängen.
  • Bei ca. 30 km/h liegt die Kette auf dem kleinen Kettenblatt.
  • Für viele Radfahrer sind die Gänge zu schwer in den Bergen.
  • Die schwersten Gänge werden nur bei Abfahrten, Wettkämpfen oder schnellen Gruppenfahrten verwendet.

Es gibt verschiedene Kassettenabstufungen. Zum Beispiel gibt es eine 11/25 und eine 12/25 für die Fahrten im Flachen. Die 11/28- oder 11/30- Kassetten eignen sich für hügelige Strecken und für einige Radfahrer bereits für Fahrten in den Bergen. Hier kannst du deine Vorlieben für verschiedene Kurbelgarnitur - und Kassettentypen eingeben, um verschiedene Situationen zu skizzieren.

Es ist natürlich schwierig, die optimale Übersetzung für alle Radfahrer für alle Situationen zu wählen. Die richtige Übersetzung hängt davon ab, welcher Fahrertyp du bist. Es ist wichtig zu bedenken, dass die Vorliebe für eine bestimmte Übersetzung von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Zum Beispiel bietet es die Möglichkeit, in einen schweren Gang zu schalten, um richtig schnell zu fahren. Diese Übersetzung gibt dir die Möglichkeit, in einem etwas hügeligeren Gebiet zu fahren. Wenn du in der Eifel mit derselben Übersetzung zurechtkommst wie beim städtischen Müllberg, ist ein Kassettenwechsel natürlich nicht nötig.

Der etwas erfahrenere Rennradfahrer kann in seinem Radurlaub auch höhere Berge in Angriff nehmen. Wenn die Anstiege im Schwarzwald und Bayerischen Wald nicht mehr anspruchsvoll genug sind, ist es Zeit fürs Hochgebirge. Nachdem du den Mut gesammelt hast, einem dieser mystischen Berge zu trotzen, ist es sehr wichtig, dass du dir Gedanken über die richtige Bergübersetzung machst.

Kurbeln mit drei Kettenblättern sind mittlerweile selten und sie sind schwerer. Es kommt immer häufiger vor, dass Radfahrer ihre Kurbelgarnitur oder Kassette wechseln, wenn sie ihr Fahrrad mit in die Berge nehmen. Wenn du eine zu große Kassette montierst, ist der Schaltwerkkäfig möglicherweise nicht lang genug, um die Kette ausreichend unter Spannung zu halten. Außerdem kann es vorkommen, dass die Kette zu kurz ist. Im schlimmsten Fall kann das Schaltwerk vollständig abbrechen. Achte also beim Montieren einer anderen Kassette darauf.

Das Wechseln der Kassette oder Kurbel kann sehr nützlich sein, wenn du in einer anderen Umgebung fahren möchtest als gewöhnlich. Die in diesem Blog vorgestellten Kassetten- und Kurbelgarnituren für die verschiedenen Situationen sind lediglich Vorschläge. Sie gehen davon aus, dass du ein durchschnittliches Trainingsniveau hast.

Die Tabellen zeigen dann die Übersetzung und die Entfaltung bzw. die Ablauflänge, d.h. die Wegstrecke, die bei einer Kurbelumdrehung zurückgelegt wird, und die Geschwindigkeit bei der eingestellten Trittfrequenz an.

Als Übersetzung wird das Verhältnis der Zähneanzahl zwischen Kettenblatt (vorne) und Ritzel (hinten) bezeichnet. In unserem Beispiel haben wir eine Übersetzung von 4 (40/10 = 4.). Das bedeutet: Das Ritzel dreht sich 4x, während sich in dieser Zeit das Kettenblatt nur 1x dreht.

Eine Umdrehung des Kettenblatts entspricht einer Kurbelumdrehung - beim hierbei zurückgelegten Weg spricht man von Entfaltung (m). Also wieviele Meter werden bei einer Kurbelumdrehung zurückgelegt. Eine Umdrehung des Ritzels entspricht einer Umdrehung des Reifens. In unserem Beispiel wird das Ritzel (und somit der Reifen) bei einer Kurbelumdrehung 4x gedreht, somit ergibt sich: 4 x 2,31 m = 9,24 m.

Die Trittfrequenz (auch Kadenz genannt) gibt Auskunft über die Drehzahl der Tretkurbeln. Diese wird meist in Umdrehungen pro Minute (U/min) angegeben. Eine angenehme Kadenz liegt bei ca. 60 U/min - das entspricht einer kompletten Pedalumdrehung pro Sekunde. Das wird von den meisten Radfahrern als angenehm empfunden. Die optimale Kadenz liegt laut verschiedener Studien bei ca. 100 U/min.

Mit diesen Werten lässt sich nun die mögliche Geschwindigkeit berechnen. In unserem Beispiel wissen wir nun, wieviele Meter wir pro Kurbelumdrehung (= Entfaltung) zurücklegen - nämlich 9,24 m. Bei einer angenehmen Kadenz von 60 Umdrehungen pro Minute ergibt das: 9,24 x 60 = 554,4 Meter. 554,4 m/min x 0,06 = 33,26 km/h. Bei dieser Trittfrequenz schaffen wir also eine Geschwindigkeit von ca. Diese Zahl ist allerdings nur theoretisch vorhanden, solange die dafür notwendige Leistung nicht erbracht werden kann. In der Praxis kommt nämlich noch der Parameter „Leistung“ hinzu.

Grober Richtwert: Hobbyfahrer schaffen meist ca. 2,5 - 3,5 Watt/kg (Profisportler liegen bei ca. 6-7 Watt/kg), womit die Leistung bei ca. 200-300 Watt liegt (wiederum abhängig von Dauer usw.).

Frequenz ist alles beim Bergfahren mit dem Rennrad: Lockeres Treten schont Beine und Rücken und erhöht die Reichweite. Streben Sie bergauf eine Trittfrequenz von 75 bis 85 Umdrehungen pro Minute an, um auch nach mehreren Kilometern bergan noch frisch zu bleiben.

Je nach Grad der Steigung und Länge des Anstiegs kann es für den Erhalt der Trittfrequenz notwendig sein, echte Berggänge an der Rennrad-Schaltung nachzurüsten.

Grundsätzlich sind an den meisten Rennrädern Übersetzungen vorgesehen, d.h. das Hinterrad dreht sich immer schneller als die Kurbel. An wenigen Einsteigerrennrädern finden sich aber auch 34 Zähne sowohl am Ritzel hinten als auch am kleinen Kettenblatt vorne. Im kleinsten Gang drehen sich Kurbel und Hinterrad dann synchron. Wenn sich das Rad langsamer als die Kurbel drehen soll, spricht man von einer Untersetzung.

Wenn Sie ihre Übersetzung am Rennrad anpassen wollen, müssen Sie in den meisten Fällen die komplette Kurbelgarnitur samt der Kettenblätter austauschen.

Leichtere Berggänge am Rennrad: größere Ritzel oder kleinere Kettenblätter

Fast alle Rennrad- oder Gravelbike-Schaltungen lassen sich aufrüsten, doch es gibt Einschränkungen. Günstigste Option ist der Wechsel auf eine größere Kassette hinten, also zum Beispiel ein Ritzel mit 32 oder 34 Zähnen. Aber Achtung: Bei älteren Schaltgruppen muss dann meist auch das Schaltwerk getauscht und die Kettenlänge angepasst werden!

Kleinere Kettenblätter erleichtern ebenfalls das Klettern über Pässe und lange Berge: Die in TOUR 2/19 getesteten neuen Sub-Kompaktkurbeln (48-32 und 46-30 Zähne) können sogar eine Untersetzung realisieren, bei der das kleine Kettenblatt kleiner ist als das größte Ritzel - damit sollte selbst mit Gepäck am Rad jede steile Nebenstraße zu bezwingen sein. Eine 50/34-Kompaktkurbel vorne und eine Kassette mit 30 oder 32 Zähnen bleibt für trainierte Rennradfahrer eine gute Lösung, wenn Sie sich an den flacheren Hauptverkehrsrouten orientieren.

Wichtiger Tipp fürs Umrüsten der Rennrad-Übersetzung: Bei größeren Ritzeln die Kette verlängern, bei kleineren Kettenblättern passend kürzen. Sonst wird im schlimmsten Fall ihr Schaltwerk oder der Rahmen zerstört!

Kettenlänge, Schaltwerklänge und Umwerfermontagehöhe müssen auch nach dem Umbau der Rennrad-Schaltung gut aufeinander abgestimmt sein.

Bergübersetzung am Rennrad: Größere Ritzel

Die Schaltwerkskapazität begrenzt die Ritzelgröße - längere Käfige schaffen mehr Zähne am Ritzel. Vor allem die Top-Rennrad-Schaltgruppen sind beschränkt, kleinere Gänge findet man oft in preiswerteren Gruppen. Je hochwertiger die Kassetten, umso leichter und haltbarer sind sie, umso besser ist auch das Schaltverhalten.

Shimano-Schaltungen

Bis Neunfach: Die Rennrad-Schaltwerke schaffen meist maximal 28 Zähne. Hier passen MTB- Schaltwerke und -Kassetten bis 34 Zähne der gleichen Baujahre, sie sind mit den Rennrad-Hebeln kompatibel.

Zehnfach-Schaltungen: Dura-Ace-Schaltwerke sind begrenzt bis max. 28 Zähne. Die erste Di2-Generation muss mit einem Ultegra-Käfig umgebaut werden, um maximal 32 Zähne zu schaffen. Für andere Shimano.Gruppen bieten lange Ultegra-Schaltwerke (mechanisch oder Di2) der letzten Generation bis zu 32 Zähne, aktuelle Tiagra-Schaltwerke bis zu 34.

Elffach-Schaltungen: Die Dura-Ace schafft 28, ab 2016 dann 30 Zähne. Jüngere Shimano-Schaltwerke aus der Ultegra- oder 105-Reihe können in der Langversion (die heißt bei Shimano "GS") bis 34 Zähne bewältigen, beim kurzen Käfig ("SS") ist bei 28 Zähnen Schluss.

SRAM-Schaltungen

Sram bietet für alle Schaltungsgenerationen Zehn- und Elffach sogenannte WiFli- Schaltwerke, die maximal 32 Zähne schaffen. Die Sram 12fach-Schaltungen gibt es mit kurzem und langem Käfig, wobei bereits der kurze Käfig bis 36 Zähne funktioniert. Die neuen elektronischen 1x12 XPLR eTap AXS-Gruppen sind mit Kassetten mit einer Bandbreite von 10-44 Zähnen kombinierbar.

Campagnolo-Schaltungen

Bis Zehnfach sind alle Campagnolo-Schaltungen auf maximal 29 Zähne begrenzt, jüngere Schaltwerke ab 2011 (Centaur, Veloce) schaffen noch 30 Zähne. Elffach-Schaltungen können mit Potenza-Schaltwerken auf bis zu 32 Zähne gebracht werden.

Rennrad-Kurbeln: Kompaktkurbeln für kleinere Berggänge

Kurbeltyp Zähne Beschreibung
Standard Kurbel 53/39 Übersetzung für Profis und starke Hobby-Rennradfahrer, die überwiegend im Flachland unterwegs sind
Semi-Kompaktkurbel (oder Mid-Compact) 52/36 Für trainierte Hobby-Rennradfahrer, die in flachem bis hügeligem Gelände radeln
Kompaktkurbel 50/34 Typische und sinnvolle Kombination für Hobbyfahrer, in Kombination mit großen Ritzeln am Hinterrad auch fürs Hochgebirge oder schwere Berg-Radmarathons wie einen Ötztaler geeignet
Sub-Kompaktkurbel 48/32 oder 46/30 Ideal für weniger trainierte Rennradler, in den Bergen oder am Reiserad mit Gepäck

Das müssen Sie bei neuen Kettenblättern beachten: Die Lochkreise der Befestigungsschrauben geben vor, welche Kettenblätter an der Kurbel montiert werden können. Bei sehr kleinen Kettenblättern kann es vorkommen, dass sich der Umwerfer nicht tief genug montieren lässt. Oft helfen dann Umwerfer aus moderneren, preiswerteren Schaltgruppen.

Eine Umrüstung auf Kompaktkurbeln (50/34) ist ab Achtfach in den meisten Fällen möglich, alle Anbieter haben die Abstufung in verschiedenen Qualitäten im Programm. Achtung: Ältere Kurbeln mit 53/39 (bis ca. 2012) haben größere Lochkreise - kleinere Kettenblätter lassen sich deswegen nicht einfach montieren, es muss dann die komplette Kurbel getauscht werden. Anbieter wie Stronglight oder TA Specialités haben auch Einzelkettenblätter mit 38 (Standard-Lochkreis) oder 33 Zähnen (Kompakt-Lochkreis) für Neun-, Zehn- oder Elffach.

Elffach: Jüngere Kurbeln von Shimano und Campagnolo (erkennbar an vier statt fünf Kettenblattschrauben) können einfach auf Kompakt-Kettenblätter umgerüstet werden. Die ovalen Blätter von AbsoluteBlack lassen 48/32 auch an modernen Shimano-Kurbeln zu. Andere Hersteller bieten kleinere Abstufungen bis 46/30 als komplette Kompaktkurbeln an. Den Test finden Sie unten zum Download. Doch Vorsicht: Bevor Sie ihre Traumkurbel kaufen, sollten Sie unbedingt auch hier die Kompatibilität zu ihrem montierten Umwerfer sowie dem Tretlagerstandard ihres Rennrad-Rahmens überprüfen!

Diese Kompaktkurbeln mit Bergübersetzung hat TOUR getestet

Marke Modell Preis in Euro (Kurbel/Innenlager) Kurbel-Abstufung
Easton EC90 SL 630 Euro/70 Euro 47/32 Zähne
FSA Energy Modular 289/60 Euro 48/32 Zähne
FSA K-Force Modular 669/60 Euro 48/32 Zähne
FSA SL-K Modular 379/60 Euro 46/30 Zähne
Praxis Works Alba M30 175/45 Euro 48/32 Zähne
Praxis Works Zayante Carbon M30 325/45 Euro 48/32 Zähne
Praxis Works Zayante M30 240/45 Euro 48/32 Zähne
Rotor Vegast 355/50 Euro 46/30 Zähne
Rotor Aldhu 355/50 Euro 46/30 Zähne

Mit den kleineren Kettenblättern lässt sich das Rennrad-Getriebe besser an die Bedürfnisse von weniger trainierten Hobbyfahrern anpassen: Sie ermöglichen leichtere Berggänge oder kleinere Gangsprünge als mit den Standard-Schaltungen. Das geht zu Lasten wirklich schneller Gänge, die viele Rennradfahrer ohnehin nicht brauchen. Auch für Gravelbikes und Reiseräder sind sie daher eine gute Option. Beim Schaltverhalten konnten alle Modelle überzeugen, große Unterschiede gibt es beim Gewicht der Sets und beim Preis.

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