Smartwatches sind heute wahre Alleskönner und begleiten uns nicht nur im Alltag, sondern auch bei sportlichen Aktivitäten. Doch wie gut eignen sie sich eigentlich fürs Fahrradfahren? BILD-Redakteur Stefan Netzebandt machte den Selbsttest - und stellte fest: Manche Antworten sind überraschend kompliziert.
Getestet wurden fünf aktuelle Modelle: die Apple Watch Ultra 2, die Garmin Venu 3, die Gesundheitsuhr Scanwatch 2 von Withings, die GT 5 Pro von Huawei und die Samsung Galaxy Watch 7.
Die simple Ausgangsfrage: Zählt die Uhr meine Fahrradkilometer so automatisch wie das iPhone meine Schritte? Schließlich radel’ ich täglich acht Kilometer mit dem Rad zur Arbeit und zurück, am Wochenende oft noch 20 bis 40 sportliche Kilometer durchs Grüne.
Das Ergebnis: Alle Geräte erfassen Fahrradfahrten samt Kreislaufdaten und Ortung - allerdings nur, wenn das Training vor dem Start manuell aktiviert wird. Eine automatische Aufzeichnung? Bisher noch die Ausnahme.
Nur zwei Uhren (Samsung und Withings) erfassen die Touren wirklich komplett und unaufgefordert, eine weitere (Garmin) zeichnet die Dauer und Intensität auf, aber keine Strecke.
Die Top-Modelle im Detail
Platz 1: Samsung Galaxy Watch 7
Nachdem die Ortung freigegeben wurde, überzeugte diese Smartwatch komplett. Bereits nach drei Minuten Fahrt zeichnete die Samsung Galaxy Watch 7 automatisch alles auf - Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit, Puls und eine Karte der Route. Alle Daten landen übersichtlich in der App „Samsung Health“. Praktisch: In den Einstellungen lässt sich festlegen, dass kurze Stopps, etwa an Ampeln, automatisch pausiert werden.
Mit Einstiegspreisen von deutlich unter 250 Euro zählt die Samsung Galaxy Watch 7 zu den günstigeren Modellen. Zwei Nachteile: Die Akkulaufzeit ist eher kurz - und die Uhr funktioniert ausschließlich mit Android-Geräten, nicht mit Apple-Produkten. Umgekehrt laufen Apple-Watches ebenfalls nicht auf Samsung-Smartphones.
Platz 2: Apple Watch Ultra 2
Die teuerste Uhr im Test bietet fast alles, was iPhones ausmacht - am Handgelenk! Deshalb gaben die Tester von COMPUTER BILD auch eine Bestnote. Diese Apple Watch gewährt Zugriff auf Apple Music, ermöglicht Anrufe, Navigation mit Google Maps. Sie misst u.a. Herzfrequenzen und Blutsauerstoff und erstellt sogar EKGs. Aber immerhin erfassen die Sensoren nach jeweils etwa drei Minuten, dass ich radele - und schlagen mir vor, ein Training aufzuzeichnen.
Platz 3: Garmin Venu 3
Garmin gilt als Platzhirsch unter den Herstellern von Sport-Trackern. Die Garmin Venu 3 wirkt eher wie eine hochkarätige Stoppuhr als ein Mini-Smartphone am Handgelenk. Die Uhr ist leicht, robust und bietet Trainingsprogramme speziell für Radfahrer - inklusive Livetracking für Freunde oder Mitstreiter.
Schwachpunkt: Die automatische Erfassung per „Move IQ“-Technologie hinkt hinterher. Erst nach etwa zehn Minuten Fahrt startet die Aufzeichnung, und das ohne GPS-Daten. Es werden nicht mal die geleisteten Kilometer erfasst. Die Tour findet sich anschließend etwas versteckt im „Kalender“ der Garmin-App auf dem Smartphone.
Platz 4: Withings Scanwatch 2
Diese Uhr ist eigentlich keine Smartwatch, sondern eine elegante, klassische Armbanduhr mit zahlreichen Gesundheitsfunktionen. Sie erstellt etwa EKGs ohne zusätzliche Geräte. Unter den Funktionen wie Schlafüberwachung und Blutsauerstoffmessung versteckt sich tatsächlich auch eine automatische Erfassung der Fahrradfahrten - samt Streckenkarte, Pulsmessung, Geschwindigkeit und Höhenmetern.
Da die Uhr über kein eigenes GPS verfügt, bezieht sie die Daten vom gekoppelten Telefon. Im Test gelang das mit einem Samsung Galaxy S 25 Ultra einigermaßen, mit einem iPhone 15 Pro Max eher unregelmäßig.
Platz 5: Huawei GT 5 Pro
Die chinesische Smartwatch fühlt sich hochwertig an, hat ein tolles Display und einen Akku, der tagelang hält. Die GT 5 Pro erfasst zwar Radfahrten auf Kommando - sie erkennt sie aber nicht von allein.
Ein Feature hat begeistert: Von aufgezeichneten Touren erstellt die Uhr in der App animierte Videos auf einer Landkarte - schick! Leider werden die Apps weder in der Android- noch in der Apple-Welt wirklich unterstützt. Auch mit Google-Produkten gibt es keinerlei Konnektivität.
Die überraschende App-Entdeckung
Unabhängig vom Test der Uhren wurde eine Smartphone-App entdeckt, die ohne mein Dazutun alle Strecken erfasst: „Love to Ride“. Ohne jede Smartwatch zeichnet dieser Dienst alle Fahrten auf.
Weitere Empfehlungen für Sportuhren
Neben den getesteten Modellen gibt es noch weitere empfehlenswerte Sportuhren für Laufeinsteiger und ambitionierte Sportler:
- Suunto Race S: Bietet ein unschlagbares Gesamtpaket für eine AMOLED-Multisportuhr mit Top-Ausstattung und -Verarbeitung.
- Coros Pace 3: Eine tolle Alternative zu deutlich teureren Uhren, da sie alle wichtigen Funktionen bietet.
- Apple Watch Series 9: Mehr Smartwatch als Sportuhr, bringt aber dennoch eine beeindruckende Anzahl an Gesundheitsfunktionen mit sich.
- Garmin Fenix 7X Pro: Die perfekte Wahl für Outdoor-Sportler und Abenteurer.
Worauf sollte man beim Kauf einer Laufuhr achten?
Als Laufanfänger und -einsteigerin kann man die Möglichkeiten moderner Uhren - sei es eine GPS-Sportuhr, eine Smartwatch oder ein Activity-Tracker - nicht alle kennen. Deshalb hier ein schneller Überblick:
- GPS: Wer wissen möchte, wie weit und wie schnell er läuft, braucht eine Uhr mit GPS-Sensor.
- Herzfrequenzmessung: Wer sein Training nach Puls steuern und überwachen möchte, muss auf dieses Feature achten.
- Akkulaufzeit: 5 bis 6 Stunden im GPS-Modus sollte eine Uhr schon durchhalten.
- Navigation: Manche Uhren haben eine Navi-Funktion, teils mit Kartendarstellung.
- Preis: In der Regel gilt: Je teurer eine Uhr ist, desto mehr Funktionen und Sensoren stecken in ihr.
Vergleich von Sportuhren
Die Preisspanne bei Sportuhren ist enorm, sie reicht von knapp unter 200 bis weit über 1.000 Euro. Bei welcher Sportart setzt Du die Uhr ein? Der Vergleich lohnt sich, damit Du keine Features einkaufst, die für Dich gar nicht relevant sind.
Viele Sportuhren bieten in der Basis ähnliche Features an wie eine mehr oder weniger genaue Herzfrequenzmessung am Handgelenk, Schlafauswertung, Stressmonitoring, Trainingssteuerung oder Navigation.
Die 10 besten Sportuhren für Damen und Herren im Test und Vergleich:
- Fitbit Versa 3
- Garmin Fenix 6
- Huawei Watch Fit
- Garmin Forerunner 945
- Samsung Galaxy Watch Active 2
- Apple Watch Series 6
- Polar Vantage M2
- Garmin vivoactive 3 Music
- Honor Watch GS Pro
Die neue Garmin Fenix 8
Die neue Garmin Fenix 8 ist da und setzt mit einigen Neuerungen neue Maßstäbe in der Welt der Multisportuhren. Neben dem bisherigen transflektiven MIP-Display setzt Garmin erstmals in der Fenix-Reihe auch auf ein hochauflösendes AMOLED-Display, das mit hervorragender Ablesbarkeit bei Tag und Nacht punktet. Zu den Highlights gehören auch die Sprachsteuerung und die Möglichkeit der Telefonie in Verbindung mit einem Smartphone.
Die Fenix 8 gibt es in drei Größen (43, 47, 51 mm). Wer eher die maximale Akkulaufzeit haben möchte, greift zur großen Fenix 8 Solar, die dank eines effizienteren Solarmoduls bis zu 48 Tage Laufzeit im Smartwatch-Modus bieten soll.
Die GPS-Navigation ist nach wie vor hervorragend und liefert auch in schwierigem Gelände präzise Daten. Neu ist die dynamische Routenberechnung, die nun ähnlich wie bei Google Maps beim Verlassen des Tracks eine neue Route berechnet und nicht einfach zur alten zurücknavigiert.
Für Sportler, die ihre Leistung optimieren wollen, bieten Fitnessmetriken, der Morgenbericht und Funktionen wie "Hillscore" oder Wetterkarten-Overlays wertvolle Einblicke.
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