Umrüstung auf E-Bike: Kosten und Erfahrungen

Der Gedanke, das eigene Fahrrad durch entsprechende Anbauten zum E-Bike werden zu lassen, klingt durchaus verlockend. Im Zuge des Trends zu mehr E-Mobilität wird das Fahrrad zum E-Bike umbauen über einen Umbausatz beliebter. Rein theoretisch kann jedes Fahrrad mit einem E-Bike Umbausatz zum Pedelec umgebaut werden. Das Angebot an entsprechenden E-Bike Umrüstsätzen ist auf jeden Fall riesig. In der Praxis sind allerdings einige Punkte - auch aus rechtlicher Sicht - zu beachten.

Vorteile und Nachteile der Umrüstung

Was spricht für den Umbau eines Fahrrades zum E-Bike?

  • Nachhaltigkeit: Du brauchst kein neues E-Bike kaufen und dein altes Fahrrad verschrotten, um ein E-Bike zu fahren.
  • Verbundenheit: Wer leidenschaftlich Fahrrad fährt, baut eine Verbindung mit seinem Fahrrad auf.

Allerdings gibt es auch Nachteile:

  • Montage: Einen Umbausatz zu montieren, ist nicht immer einfach. Du brauchst häufig spezielles Werkzeug und Fahrradkenntnisse.
  • Kosten: E-Bikes werden immer günstiger. Ein Neukauf kann unter Umständen günstiger sein als ein Umbau.

Pedelec vs. E-Bike: Rechtliche Aspekte

In unserem Test benutze ich beide Worte als Synonyme, jedoch bezeichnen beide Begriffe etwas anderes. Auch rechtlich gesehen macht es einen Unterschied, ob du mit einem Pedelec oder einem echten E-Bike fährst.

Pedelec

Definition: Bei einem Pedelec unterstützt der Motor erst, wenn du in die Pedale trittst. Eine Anfahrhilfe bis 6 km/h ist erlaubt. Der Motor darf bis maximal 250 Watt Leistung besitzen, was einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h entspricht.

Rechtliche Bedingungen: Für ein Pedelec ist keine Versicherungsplakette, keine Zulassung und auch kein Führerschein notwendig. Darüber hinaus kann jede Person mit einem Pedelec Umbausatz sein Fahrrad umrüsten.

S-Pedelec

Definition: In unserem E-Bike Umbausatz Vergleich haben wir auch Pedelecs, die bis zu 45 km/h erreichen können und deutlich mehr Leistung aufweisen. Schaltet der Motor erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab, zählt das S-Pedelec als Kleinkraftrad.

Rechtliche Bedingungen: Um ein S-Pedelec bis 45 km/h fahren zu dürfen, brauchst du eine Betriebserlaubnis oder eine Einzelzulassung des Herstellers vom Kraftfahrtbundesamt. Außerdem werden eine Versicherungsplakette mit passender Versicherung und ein Führerschein der Klasse AM benötigt. Somit ist ein Mindestalter von 16 Jahren notwendig, um das S-Pedelec zu fahren. Laut aktuellen Vorschriften besteht eine Helmpflicht.

E-Bike

Definition: Das klassische E-Bike besitzt einen Motor, den du jederzeit auch ohne in die Pedale zu treten, aktivieren kannst. Mit einem Schaltknopf oder einem Drehgriff wird die Geschwindigkeit bestimmt. Je nach maximaler Geschwindigkeit ergeben sich unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen, die du beachten musst.

Nur Pedelecs können ohne Anmeldung und Versicherung wie ganz normale Fahrräder auf Radwegen benutzt werden. Die Umbausätze in unserem Test sind zum großen Teil laut Definition Pedelec Umbausätze.

Kriterien für den E-Bike Umbausatz Test

Nicht jeder Umbausatz ist gut.

  • Montage/Kompatibilität: Wie einfach ist der Einbau? Wo sitzt der Motor und wie ist der Akku befestigt?
  • Art des Motors: Wie effizient ist der Motor und wo ist er verbaut? Der Motor entscheidet letztendlich über das Fahrgefühl.
  • Leistung: Wie viel Watt hat der Motor?
  • Akku: Der Akku legt die Voraussetzung für die Weitergabe an den Motor. Auch hier gibt es viele verschiedene Ausführungen und Halterungen, wo sich der Akku befinden kann (Trinkflaschenhalterung, Gepäckträger, Mittelstrebe,…). Danach sollte die Kapazität des Akkus näher betrachtet werden. Insgesamt sorgt ein stärkerer Akku für mehr Reichweite.
  • Preis: Das E-Bike nachrüsten sollte nicht zu teuer werden. Hochpreisige Produkte müssen nicht immer effizienter, schneller oder einfacher zu montieren sein.

Wichtige Hinweise vor dem Umbau

Durch einen Pedelec oder E-Bike Nachrüstsatz ändert sich nicht nur das Fahrgefühl und Gewicht des Fahrrads, sondern auch der Wert sowie mögliche Maximalgeschwindigkeiten.

  1. Fahrradhelm: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten ein höheres Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden. Der Fahrradhelm ist damit umso wichtiger.
  2. Versicherungen: Ein Umbausatz wertet dein Fahrrad auf und erhöht den Wert.
  3. Wartung Fahrrad & Anbauteile: Motor, Akku, Sensoren, Fahrradcomputer, E-Bike Sattel und andere Bauteile können zu einem erheblichen Risiko werden, wenn sie nicht mehr rund laufen. Von einem explodierenden Akku bis hin zu dem Blockieren eines Mittelmotors können erhebliche Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr auftreten. Auch der Rahmen oder die Laufräder müssen durch die neue Belastung mehr aushalten. Eine eigene E-Bike Wartung oder durch den Fachmann, ist für langfristigen Fahrspaß unabdinglich. Ich empfehle dir eine E-Bike Wartung vor allem vor dem E-Bike fahren im Winter.
  4. StVO beachten: Du kannst alles richtig machen und doch im Straßenverkehr andere behindern, wenn du die Straßenverkehrsordnung nicht einhältst.

Eignung des Fahrrads prüfen

Ob das Fahrrad umgerüstet werden kann und sollte, hängt vorrangig mit der Qualität des Rades und dem aktuellen Zustand zusammen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, wer mit dem nachgerüsteten E-Bike letztlich in welchem Rahmen unterwegs sein wird. Dabei ist auch das Gewicht des Fahrers zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, im Fachhandel die Meinung eines Experten einzuholen. Dieser kann am besten erkennen, ob sich der Umbau rentiert.

Alter, Zeitwert, Fahrleistung: Für die Nachrüstung eignen sich Räder, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Zeitwert sollte bei 500 Euro oder darüber liegen. Aluminium-Fahrräder sollten noch nicht mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt haben. Stark verschlissene Räder eignen sich generell nicht für eine Umrüstung zum E-Bike.

Stabilität: Nur ein intaktes Rad wird den Belastungen als E-Bike standhalten. Wenn der Nachrüstsatz verbaut ist, nimmt das Rad an Gewicht zu. Abhängig vom jeweiligen Modell können Motor und Akku bis zu zehn Kilogramm wiegen. Nur stabile Räder werden dieser Mehrbelastung gerecht.

Bremsen: E-Bikes sind mit hochwertigen hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen ausgestattet. Dies ist wichtig, denn die schweren Räder, die mit entsprechend hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, verlangen nach einer zuverlässigen Bremsleistung. Ist das Rad nicht mit Scheibenbremsen ausgerüstet, sollten die Bremsen ebenfalls umgerüstet werden.

Rahmenbeschaffenheit: Der Motor muss am Rahmen verbaut werden. Nicht jede Rahmengeometrie ist mit jedem Nachbausatz kompatibel.

Bestandteile eines E-Bike Umrüstsatzes

Ein E-Bike Umrüstsatz besteht typischerweise aus folgenden Komponenten:

  • Motor: Die Vorgehensweise ist abhängig von der Art des Motors. Das Vorder- oder Hinterrad muss dabei durch ein Rad mit Motor ersetzt werden. Alternativ wird das Innenlager durch ein Motor-Innenlager ausgetauscht.
  • Akku: Der Akku ist unerlässlich und wird zusätzlich verbaut. Akkus dienen dazu, den Motor mit Strom zu versorgen.
  • Steuertechnik: Der Controller übernimmt die Steuerung der Energieleistung, die an den Motor weitergegeben wird und gibt damit auch die Drehzahl vor.

Motorarten im Überblick

Die Nachrüst-Sets unterscheiden sich in der Art des Motors. Am häufigsten werden Heckmotoren verwendet. Die meisten Bikes sind so konstruiert, dass eine Mehrbelastung der Nabe keine Probleme mit sich bringt. Heckmotoren lassen sich allerdings nicht verbauen, wenn eine Rücktrittbremse vorhanden ist.

Mittelmotoren können bei Ketten- und Nabenschaltungen verwendet werden und sind auch mit Rücktrittbremsen kompatibel.

Die Möglichkeit, Frontmotoren nachzurüsten, ist allgemein weniger beliebt. In der Praxis zeigt sich, dass durch das Gewicht der Motoren der Schwerpunkt sich nach vorn verlagert und damit das Fahrgefühl negativ beeinflussen kann.

Wichtige Parameter und CE-Kennzeichnung

Damit das E-Bike wirklich als Pedelec und damit als rechtlich normales Fahrrad gilt, müssen wichtige Parameter eingehalten werden. So darf der Motor eine Nennleistung von 250 Watt nicht überschreiten. Der Antrieb darf zudem nur beim Treten aktiv unterstützen. Die Tretunterstützung ist ferner auf maximal 25 km/h begrenzt. Daumenschalter oder ähnliches, die einen Vortrieb ohne Tretbewegung ermöglichen, sind am Pedelec nicht erlaubt - Ausnahme bildet hier lediglich die Schiebehilfe bis max. 6 km/h.

Es empfiehlt sich zudem unbedingt auf eine CE Kennzeichnung zu achten.

Kosten und Aufwand

Der Umbau des Fahrrades zum E-Bike erscheint wirtschaftlich, schließlich kann das gewohnte Bike weiterhin genutzt werden und die Anschaffung eines weiteren Rades wird überflüssig. Zu bedenken gilt es die Kosten für den Umbausatz und den Aufwand für die Umbaumaßnahme. Wer sich den Umbau selbst nicht zutraut, muss einen Fachhändler finden. Dieser befindet sich dann auch in der Produkthaftung.

Wer sein Bike selbst umbaut, verliert die Gewährleistung für das Rad durch den Hersteller. Der Versicherungsschutz durch die private Haftpflichtversicherung erlischt laut bussgeldkatalog.org bei leichten Modifikationen nicht. Kommt es mit einem umgebauten Rad zu einem Unfall und Dritte kommen zu Schaden, zahlt der Versicherer - so unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org weiter.

Eignung und Kompatibilität

Das Umrüsten ergibt Sinn, wenn es sich um ein stabiles Rad neueren Datums handelt und der Nachrüst-Satz zum Bike passt.

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen keine Rechtsberatung! Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Hersteller von E-Bike Umbausätzen

Am Markt findet man mittlerweile zahlreiche Umbausätze / Nachrüstsätze, um sein Rad zum E-Bike beziehungsweise zum Pedelec nachzurüsten. Das reicht von Hinterrad- über Vorderrad-Motoren bis hin zu waschechten Mittelmotoren, die am Tretlager angebracht werden. Damit du die Übersicht nicht verlierst, stellen wir dir hier die gängigsten Hersteller mit Umbausätzen / Nachrüstsätzen vor.

Pendix

Beim Pendix System handelt es sich um einen Mittelmotor, der mittels eines speziellen Tretlagers samt Drehmomentabstützung befestigt wird. Der 250 Watt starke Motor sitzt am linken Kurbelarm, während am rechten Arm ganz normal mehrere Kettenblätter montiert werden können. Der formschöne Akku wird mit einer Halterung an den Trinkhalterschrauben befestigt. Zudem bietet sich direkt am Akku die Möglichkeit, zwischen drei Fahrmodi zu wechseln. Hierfür dreht man einfach die Kappe des Akkus. Man hat die Auswahl zwischen einem Eco- (ca. 100km Reichweite), Smart- (ca. 70km Reichweite) und einen Sport-Modus (ca. 40km Reichweite). Den Akku gibt es als 300 und als 500 Wh Version, wobei das Set mit kleinem Akku 1490€ kostet und das Set samt großem Akku 1690€. Das sind natürlich stolze Summen, aber das Pendix System gehört dank seiner smarten Fahrmodi und dem tollen Design sicher zu den hochwertigsten Umrüst-Möglichkeiten am Markt. Mit dem Pendix Umbausatz wird dein Fahrrad wahlweise zum Pedelec oder S-Pedelec.

Senglar

Senglar ist Experte für kräftige Nabenmotoren, die bereits fertig eingespeicht samt Akku, Kabelsätzen und Montagezubehör gekauft werden können. Mit 869€ bzw. 949€ ist der Umbausatz auch nicht ganz so teuer wie die Systeme von Pendix. Preislich bewegen sie sich im Mittelfeld der Nachrüstsatz Lösungen, allerdings bekommt man absolute Spitzentechnik. Die günstigere Variante kommt mit einem 418 Wh Akku, die teurere sogar mit einem 489 Wh Akku, die beide jeweils einen 250 Watt starken Motor antreiben. Senglar bietet dabei Akkus für die Sattelstütze, die Trinkhalterbefestigung und den Gepäckträger. Außerdem gibt es Naben für Scheibenbremsen und eine Kassette findet auch noch Platz. Senglar bietet also mit seiner Lösung maximale Auswahlmöglichkeiten, so dass für jeden Pedelec Umbau die passende Variante vorhanden sein sollte.

Go Swiss

Freunde von Heckmotoren werden bei Go Swiss fündig. Die Schweizer Tüftler bieten nämlich feinste Ingenieurskunst, die bis zu 500 Watt Unterstützung bietet (Vorsicht: Damit fährt man kein Pedelec mehr!). Natürlich gibt es auch Motoren mit den klassischen 250 Watt Unterstützung, die dich spielend auf 25 km/h beschleunigen. Formschöne Akkus und Displays gibt es bei Go Swiss aus einer Hand, so dass das Gesamterlebnis dieses Umrüstkits einfach genial ist. Kluge Algorithmen steuern den Motor nämlich so, dass sich die Beschleunigung ganz natürlich anfühlt. Zudem gibt es Versionen die Disc-kompatibel sind - und eine Aufnahme für eine 11-fach Kassette ist auch noch vorhanden. Die Kits aus der Schweiz bieten also massig Flexibilität und für jeden Kunden das passende Teil.

Bafang

Bafang ist ein chinesischer Hersteller, der zahlreiche Heck- und Frontmotoren anbietet, die sich als nachträglichen Umbausatz eignen. Vom 250 Watt bis zum 500 Watt Motor, über Displays, Sensoren und Akkus gibt es hier alles, was das E-Bike-Herz begehrt. Die Qualität ist natürlich hervorragend, weshalb Bafang-Systeme sehr häufig als OEM-Ausstattung zu finden sind. Dank der großen Verbreitung gibt es auch zu beinahe jedem Achsstandard ein Modell. Es sollte also kein Problem darstellen, den passenden Nachrüstsatz für das eigene Fahrrad zu finden.

Ansmann

Ansmann ist seit vielen Jahren Experte in Sachen Batterie-, Lade-, Akku- und Antriebstechnologie. Dementsprechend funktionell und hochwertig sind die E-Bike-Systeme des renommierten deutschen Herstellers. Man hat hier die Wahl zwischen zwei verschiedenen Heckmotoren und einem Frontmotor-Modell. Betrieben werden die leistungsstarken Motoren entweder mit einem Flaschen- oder einem Gepäckträgerakku. Die Integration ist hier also simpel und optisch ansprechend gelöst. Zudem gibt es ein großes Touch-Display, das dich nicht nur mit allen wichtigen Informationen zum Antrieb versorgt, sondern gleichzeitig als Navigationsgerät fungiert.

Vivax

Der Vivax Assist ist mit 1,8kg Gewicht der vermeintlich leichteste E-Antrieb am Markt - wohlgemerkt inklusive Akku. Zudem verschwindet die ganze Antriebseinheit im Sattelrohr, während der Akku in eine kleine Satteltasche wandert. Das bietet dann genügend Energie, um bei 120 Watt Unterstützung eine Stunde Gas zu geben. Genau das richtige, um an einem quälenden Aufstieg die entscheidende Extraportion Power zu haben. Damit der Einbau möglich ist, wird nur ein gerades, durchgehendes Sitzrohr mit 31,6 mm oder 30,9 mm Innendurchmesser benötigt. Mit 2849,00 € (ohne Einbau) ist das Vivax System dann zwar mit Sicherheit kein Schnäppchen, aber eleganter kriegt man vermutlich keinen E-Motor in ein Fahrrad eingebaut.

Binova

Bei Binova setzt man in Sachen Motor auf eine permanent erregte Synchronmaschine. Was zunächst wie ein pubertierender Junge klingt, ist in Wahrheit ein Motoren System, das durch die Wechselwirkung eines konstant magnetisierten Läufers (daher permanent erregt) und einem magnetischen Drehfeld für das Rotieren der Achse sorgt. Der Motor bietet 250 Watt Unterstützung bei einem Drehmoment von 65 Nm - Kraft ist also genug vorhanden. Damit auch immer genügend Saft da ist, kannst du zwischen zwei Unterrohr- (417 Wh oder 576 Wh) und einem Gepäckträgerakku (460 Wh) wählen. Außerdem gibt es noch ein praktisches Display, das mit intuitiver Bedienbarkeit und guter Lesbarkeit besticht. Alles in allem also ein sehr durchdachtes, zuverlässiges und wartungsarmes System für einen Pedelec Umbausatz.

Add-e

Das Add-e-System kennen vielleicht manche aus der Puls4 Start-Up Sendung 2 Minuten 2 Million. Dort stellte das Unternehmen aus Kärnten sein Add-e Nachrüstset vor und begeisterte die Jury. Der leistungsstarke Motor (250 oder 600 Watt) wird nämlich einfach an der Gepäckträgeraufnahme oder am Tretlager montiert und passt somit an eine Vielzahl von Rädern. Durch die ausgeklügelte Befestigungsmöglichkeit ist der Motor dabei kaum zu sehen. Gleiches gilt für den 160 Wh Akku, der als Trinkflasche getarnt quasi nicht auffällt. Trotz des geringen Gesamtgewichts von gerade einmal 2,2 kg bringt dich dieser Motor aber gute 50 Kilometer weit. Ein echtes Kraftpaket und das für einen Preis von 890 bis 1100 €.

Electron Wheel

Leichter als bei Electron Wheel geht die Nachrüstung nicht. Hier kauft man nämlich ein komplett vormontiertes Vorderrad, das nur noch in die Gabel eingehängt werden muss, bevor es losgehen kann. Keine Kabel, kein Werkzeug, kein Ärger. Die smarte Lösung unterstützt dich dabei bis zu einer Geschwindigkeit von 32 km/h (bis 25 km/h in der Europa konformen Variante) - und das 50 Kilometer weit. Apropos smart: Der Electron Wheel Pedelec Umbausatz kommt mit einer intuitiven App, die dich mit allen notwendigen Informationen über den Antrieb versorgt und zudem auch eine Navigationsfunktion bietet. Wenn du also auf der Suche nach einer möglichst stressfreien Möglichkeit zur Umrüstung bist, ist der Electron Wheel Pedelec Nachrüstsatz dein System.

Vergleich verschiedener Antriebsarten

Bei E-Bike Umbausätzen hast du die Wahl zwischen verschiedenen Antriebsarten.

  • Mittelmotor: Diese Antriebsform ist am geläufigsten und wird unter oder auf dem Tretlager angebracht. Die Gewichtsverteilung ist ebenfalls unproblematisch und beeinträchtigt das Fahrgefühl kaum.
  • Heckmotor: Der Motor befindet sich am Hinterrad und ist vor allem beim Antritt sehr effektiv. Die Gewichtsverteilung liegt größtenteils auf dem Hinterrad.
  • Frontmotor: Hier sitzt der Motor entweder direkt im Vorderrad oder wird an der Felge bzw. Bereifung des Rades befestigt.
  • Reibrollenantrieb: Bei einem Reibrollenantrieb sitzt eine kleine Rolle an dem Hinterrad oder Vorderrad auf. Der Motor des Reibrollenantriebs beschleunigt durch Reibung das Rad und dient so als Antriebshilfe. Tipp: Da der Antrieb Am Reifen liegt und durch Reibung die Geschwindigkeit erzeugt, ist der Verschleiß des Fahrradreifens tendenziell höher.

Empfehlungen für Umbausätze

  • ELFEI Mittelmotor: Der Mittelmotor, auch Tretlagermotor genannt, ist ein beliebter Allrounder und der gängigste E-Bike Motor. Er wird, wie der Name schon sagt, in der Mitte des E-Bikes im Tretlagergehäuse montiert, sodass sich das Gewicht gleichmäßig auf das Vorder- und Hinterrad verteilt. Dadurch verbessert sich das Handling und die Fahrdynamik und das E-Bike kann schnell auf ein sich änderndes Fahrverhalten reagieren. Er ist in der Stadt sowie im Gelände nutzbar. Es wird jedoch ein stabiler Rahmen benötigt, der den gesamten Motorblock aufnimmt. Meine Empfehlung: Der ELFEI Umbausatz mit Mittelmotor, da er leicht im Handling ist, für ein angenehmes Fahrgefühl sorgt, auch für Anfänger geeignet ist und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
  • Yose Power Umbausatz mit Heckantrieb: Der Motor befindet sich bei einem Heckantrieb im Hinterrad. Der Heckantrieb, auch Hinterradmotor, wird ans Heck des E-Bikes angebracht. Dadurch verteilt sich das Gewicht des Fahrrads nach hinten und ist beim Antritt sehr effektiv. Das ist zum Beispiel dann praktisch, wenn man mit seinem E-Bike seinen Einkauf transportieren will. Ansonsten ist das Fahrverhalten gerade auf hügeligen Strecken etwas schwieriger. Der Heckantrieb eignet sich eher auf flachen Strecken und in der Stadt. Er ist für Ketten- und Nabenschaltung kompatibel. Hier fällt der Verschleiß vor allem an Nabe und Rahmen an und weniger an der Kette. Meine Empfehlung: Der Yose Power Umbausatz mit Heckantrieb kommt im Kit für mit allem daher, was man für die Umrüstung braucht, inklusive starken Motor zwischen 250 bis 350 Watt, Kabel und Werkzeug. Das Kit gibt es mit oder ohne Batterie.
  • Yose Power Umbausatz mit Frontmotor: Bei dem Frontmotor liegt der Motor im Vorderrad. Beim Frontantrieb wird der Motor vorne ans Fahrrad montiert und ist damit sehr unauffällig. Viele beschreiben das Fahrverhalten mit dem Schwerpunkt vorne als gewöhnungsbedürftig. Besonders bei Nässe erhöht sich die Gefahr, dass das Vorderrad durchdreht oder man wegrutscht. Der Vorteil am Frontmotor: Dieser ist sowohl mit Ketten- und Nabenschaltung als auch mit einer Rücktrittbremse kompatibel und der Verschleiß fällt nur an der Gabel an. Meine Empfehlung: Auch hier finde ich den Yose Power Umbausatz mit Frontmotor am besten. Dieses Kit kommt ebenfalls mit allem daher, was man für die Umrüstung benötigt - wahlweise mit oder ohne Batterie.
  • Revos E-Bike Kit: Der kleine Motor wird am Hinterrad befestigt und treibt so das Fahrrad an. Beim Reibrollenantrieb sitzt eine kleine Rolle am Vorder- oder Hinterrad auf. Der Verschleiß fällt vor allem am Reifen an (spezielle E-Bike Reifen halten übrigens länger als „normale“ Reifen) und die Leistung kommt nicht ganz an die der anderen Motorarten heran. Meine Empfehlung: Beim Revos E-Bike Kit überzeugte mich der Reibrollenantrieb mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und kompakter Größe mit einem Gewicht von 2kg. Außerdem wird für jedes Kit ein Baum gepflanzt.

Kostenübersicht

Hier eine Kostenübersicht für die Umrüstung auf ein E-Bike:

  • ELFEI Mittelmotor Umbausatz: ca. 749€
  • Yose Power Umbausatz mit Heckantrieb (ohne Akku): ca. 219€ (zusätzlich ca. 200€ für einen kompatiblen Akku)
  • Yose Power Umbausatz mit Frontmotor (ohne Akku): ca. 219€
  • Yose Power Umbausatz mit Frontmotor (mit Akku): ca. 429€

Wie du siehst, ist das Fahrrad zum E-Bike umrüsten günstiger, als sich ein neues E-Bike zu kaufen, das es ab ca. 1.000€ zu erwerben gibt. Im günstigsten Fall zahlst du für einen Umbausatz von Yose Power 219€, hier kommt noch der Preis eines neuen Akkus hinzu. Mit rund 500€ kannst du dein Fahrrad also schon umrüsten.

Do-it-yourself oder Fachmann?

Ich würde dir empfehlen, dein Fahrrad selbst auf ein E-Bike umzurüsten. Zum einen bieten nur sehr wenige Werkstätte den Umbau an, zum anderen kann das ganz schön teuer werden. Fahrradhändler, die Umbausets am Fahrrad einbauen, werden dadurch rechtlich zum Hersteller eines komplett neuen Fahrzeugs und stehen so voll in Haftung. Das ist vermutlich auch der Grund, warum viele Werkstätten den Umbau nicht anbieten: Sie möchten für das umgebaute E-Bike nicht haften, da es ihnen teuer zu stehen kommen könnte.

Fazit

Meiner Meinung nach ist das Fahrrad zum E-Bike umrüsten vor allem dann sinnvoll, wenn man ein tolles, hochwertiges und einwandfrei funktionierendes Fahrrad zur Verfügung hat, das auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist und man sich nicht extra ein E-Bike zulegen will. Außerdem muss das Fahrrad robust genug und mit dem Umbausatz kompatibel sein.

Tipp: Ich würde den E-Bike Umbau eines normalen Fahrrades erst ab einem Fahrradwert von mindestens 400€ empfehlen.

Das Fahrrad zu E-Bike umrüsten gelingt dann, wenn du dein Fahrrad vorher gründlich auf Eignung und Kompatibilität prüfst. Außerdem solltest du Lust aufs Werkeln am Fahrrad haben.

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