Shimano GRX FD-RX810 2x11-fach Umwerfer im Test

Die Shimano GRX ist die erste Gravel-spezifische Komponentenfamilie, die für schnelles Fortkommen und sicheres Bike-Handling auf losem Untergrund konzipiert wurde. Das Ergebnis ist ein intensiver und umfangreicher Forschungs-, Test- und Entwicklungsprozess, bei dem Informationen und Feedback unzähliger Fahrer einflossen, die auf der ganzen Welt auf Trails, Forstwegen, Schotterpisten oder Asphalt unterwegs sind.

Technische Details und Eigenschaften

Passend zu den Shimano GRX Kurbelgarnituren ist auch der GRX FD-RX810 2 x 11-fach Umwerfer für eine 2,5 mm breitere Kettenlinie ausgelegt und ermöglicht so Reifenbreiten bis zu 42 mm fürs raue Gelände. Die RX800 Umwerfer sind dafür ausgelegt, die 17-Zähne-Kettenblattdifferenz der RX800 48/31Z-Kurbel zu bewältigen, während der FD-RX400 Umwerfer mit den 16 Zähnen Differenz der RX600 Kurbel für 10-fach mit 46/30 Zähnen ideal harmoniert. Alle Umwerfer bieten selbstverständlich die SHIMANO-typische Schaltperformance und -präzision.

Der Di2-Umwerfer lässt sich über die integrierten Steuerungsfunktionen einfach und intuitiv einstellen, die mechanischen Umwerfer bestechen durch leichtgängige Funktion mit einer sehr ergonomischen Kraftkurve sowie die Integration von Zugklemmung und Einstellfunktion.

Produktmerkmale im Überblick:

  • Einsatzbereich: Gravel, Road, Cyclocross
  • Gruppe: GRX
  • Modell: FD-RX810-F
  • Befestigung: Anlöt
  • Zugführung: Down-Pull
  • Schaltstufen vorne: 2-fach
  • Schaltstufen hinten: 11-fach
  • Größtes Kettenblatt: 46-50 Zähne
  • Gesamtkapazität: 17 Zähne
  • Kompatible Kette: HG-EV 11-speed, HG-X11

Weitere Features:

  • Ergonomische Leistungskurve
  • Integrierte Einstellung der Zugspannung
  • Natürliches Schaltweggefühl
  • Kettenlinie +2,5 mm gegenüber konventionellem Rennrad Umwerfern
  • Kompatibel mit bis zu 42 mm Reifen
  • Mehr Optionen bei der Zugführung
  • Höheres Radspaltmaß
  • Frontschaltung mit weiterem Bereich
  • Präzise und einfache Umwerfereinstellung

Shimano GRX im Praxistest

Die Shimano GRX Schaltgruppe ist seit einiger Zeit auf dem Markt und hat großes Interesse geweckt, da es sich um die einzige Gruppe von Shimano handelt, die ausdrücklich für Gravel-, Bikepacking- und Cyclocross-Bereiche vorgesehen ist. Aber auch Reiserennradler und Randonneure dürften sich von ihrem breiten Übersetzungsspektrum angesprochen fühlen.

Die Shimano GRX RX800 bietet eine Schaltgruppe speziell für Gravel-Bikes und deren Anforderungen an. Shimano möchte mit der GRX-Familie die perfekte Basis für endlosen und sorgenfreien Gravel-Spaß liefern - sowohl beim Schalten als auch beim Bremsen. Und das zu jeder Zeit, an jedem Ort und ohne zu meckern.

Die Shimano GRX-Gravel-Schaltgruppe ist in drei Abstufungen erhältlich und setzt sich aus der hochpreisigen RX800, die auf Shimano ULTEGRA-Niveau einzuordnen ist, der RX600 (105-Niveau) und der günstigen RX400 (Shimano TIAGRA-Niveau) zusammen.

Schaltperformance und Ergonomie

Zum Schaltverhalten lässt sich sagen: Es funktioniert einwandfrei, ohne große Schaltfehler. Gangwechsel erfolgen sowohl am Umwerfer, als auch am Schaltwerk jederzeit geschmeidig, zuverlässig und schnell. Mit oder ohne Handschuhe klappt die Bedienung hervorragend.

Die Zugführung des GRX Umwerfers wurde angepasst, um die Krafteinwirkung beim Schalten weiter zu reduzieren. Die Shimano GRX Schaltgruppe ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt. Die Aufregung um die Gruppe war von Anfang an gewaltig und das Interesse an ihr ist nach wie vor groß. Es handelt sich hierbei nämlich um die einzige Gruppe von Shimano, die ausdrücklich für die wachsende Gravel-, Bikepacking- und Cyclocross-Sparte vorgesehen ist.

Die ST-RX810-Schalthebel mit mechanischem Schaltsystem und hydraulischer Bremsanlage fallen wirklich groß aus, gerade im Vergleich zu den ST-RX815-Hebeln der elektronischen GRX Di2-Schaltgruppe. Optisch sind sie definitiv Geschmackssache. Fahrer, die entweder in der kalten Jahreszeit mit Handschuhen fahren oder große Hände besitzen, werden sich jedoch über das große Volumen freuen, ermöglicht es doch viele Griffpositionen.

Vor- und Nachteile im Detail

Ein nicht zu verachtendes Vertrauens-Plus, sollte man nicht in den Unterlenker gehen wollen! Neben dem optischen Aspekt, der vor allem an kleinen Gravel-Bikes ins Gewicht fällt, ist leider auch die Qualität der Beschichtung der Bremshebel negativ aufgefallen. Bereits der kleinste Kontakt zieht sofortige Kratzer mit sich, wodurch die ST-RX810-Bremshebel schnell mitgenommen aussehen. Auch wenn man hier tröstend sagen könnte, dass jede Narbe eine Geschichte erzählt: Wirklich schön sieht das nicht aus. Positiv ist jedoch die Funktion der Beschichtung hervorzuheben. Auch ohne Handschuhe hat man bei nassen Bedingungen stets genügend Grip.

Bei der Langlebigkeit gibt es Abzüge: Zum einen löste sich recht schnell die „Anti-Rutsch-Beschichtung“ an den Hebeln, die laut Werbeaussage von Shimano für extra „Grip“ sorgen soll. Zum anderen stellt sich mir die Frage, warum die Bauweise der Hebel „halboffen“ ausgeführt ist. Dadurch gelangt sehr viel Sand und Staub in die Mechanik.

Alternativen zur Shimano GRX

Die Antriebe ohne Umwerfer wurden durch SRAM vor allem an Gravelrädern populär - die Amerikaner erreichten bei hochpreisigen Bikes eine beachtliche Marktpräsenz, die Shimano eigentlich stören müsste. Campagnolo setzte noch eins drauf und stellte 2020 die Ekar vor, die zwar nicht elektronisch schaltet, aber mit 13 Ritzeln das bislang kompletteste Einfach-Getriebe fürs Gelände darstellt.

Fazit

Die Übersetzungsbandbreite der GRX eröffnet zweifellos neue Möglichkeiten. Dabei erwies sich die Gruppe nicht nur für Räder abseits der Straße geeignet: Sie passt auch hervorragend ins Lastenheft der modernen Randonneure und Bikepacker auf der Straße. Selbst mit Gepäck sollte die GRX-Übersetzung jeglichen Bergen und Passfahrten ihren Schrecken nehmen. An der Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität muss Shimano allerdings noch arbeiten.

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