Auch in der diesjährigen Motorradsaison ging die Anzahl der Motorradunfälle insgesamt zurück. Die Gesamtzahl der Motorradunfälle ist leicht zurückgegangen (minus 3,3 Prozent, von 4.268 auf 4.128), wie auch die Gesamtzahl der Motorradunfälle mit Personenschaden (minus 4,0 Prozent, von 3.474 auf 3.334). „Die Bilanz der Motorradsaison 2023 zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, in unseren Anstrengungen freilich nicht nachlassen dürfen. Mit einem fein abgestimmten Zusammenspiel aus präventiven und repressiven Maßnahmen gehen wir entschieden gegen schwere Motorradunfälle vor.
Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer bleibt auf dem Niveau des Vorjahres (66 tödlich verunglückte Motorfahrer in der Saison 2023, in der Saison 2022 waren es 64). Ein Viertel der tödlichen Motorradunfälle ereignete sich im sonnenreichen Juni. Hier starben 16 Motorradfahrer, so viele wie in keinem anderen Monat.
Die Anzahl der getöteten Motorradfahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ging gegenüber der Motorradsaison 2022 deutlich zurück (von 16 auf fünf). Dagegen war insbesondere bei den 30- bis 39-Jährigen ein deutlicher Anstieg festzustellen (von vier auf 13). Rund zwei Drittel der tödlichen Motorradunfälle wurden durch die Biker selbst verursacht.
Zur zielgerichteten Bekämpfung schwerer Motorradunfälle setzte die Polizei Baden-Württemberg auch in dieser Saison auf das Zusammenspiel von intensiven Motorradkontrollen und passgenauen Präventionsveranstaltungen. Über die gesamte Saison wurden bei 1.318 Motorradkontrollen rund 5.600 Verstöße festgestellt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Geschwindigkeitsverstößen und der Erkennung technischer Mängel, beispielsweise aufgrund veränderter Auspuffanlagen. Die Kontrollen wurden von mehr als 140 Präventionsveranstaltungen begleitet.
Während viele Maschinen in den Winterschlaf gehen, richtet sich der Blick des Innenministers Thomas Strobl bereits auf die kommende Motorradsaison: „Wir lassen nicht locker und werden uns auch in der kommenden Saison dafür einsetzen, die Motorradsicherheit weiter zu erhöhen. Jedes Jahr steigt im Frühling die Gefahr auf zwei Rädern. Besonders zwischen Mai und Oktober kommt es vermehrt zu Motorradunfällen - mit teils schweren Folgen. Experten raten zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, vor allem im Alter.
Der aktuelle Verkehrssicherheitsbericht der Landesregierung verzeichnet für das Jahr 2024 1.286 Unfälle mit Beteiligung von Motorradfahrern, ein Plus von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 1.183 Personen wurden dabei verletzt, 20 starben.
Laut Verkehrssicherheitsbericht der Landesregierung Schleswig-Holstein kommt es vor allem bei Männern im Alter von 18 bis 25 Jahren und im Alter von 55 bis 65 Jahren zu Motorradunfällen. Die meisten enden mit Verletzungen oder sogar tödlich. Männer verunglücken dabei viermal häufiger als Frauen. Dass Fahrer, die älter als 65 sind, weniger Unfälle verursachen, läge vermutlich daran, dass viele irgendwann entscheiden, sie seien zu alt dafür. Das sei dann auch die richtige Entscheidung, so Pfeiffer.
Er würde älteren Motorradfahrerinnen und Fahrern grundsätzlich auch empfehlen, die eigene Gesundheit checken zu lassen. Denn "Motorradfahren ist ein Sport und dafür muss man fit sein", sagt er. Und: Wer fit bleiben wolle, der müsse trainieren. Er sieht die größte Gefahr für Unfälle, wenn die Saison im Frühling beginnt, "weil wir etwa ein halbes Jahr in der Winterpause nicht gefahren sind. Dann fehlt die Übung". Deshalb empfiehlt er jedem Fahrer und jeder Fahrerin den Sommer über immer wieder zu trainieren: Wiedereinsteiger-, Kurven- oder Brems-Training.
Die zweite große Gefahr sieht Motorradtrainer Pfeiffer darin, dass sich Fahrer ablenken lassen, so wie Villwok. "Bei ihm war es ein äußerer Reiz." Viele seien aber auch abgelenkt, weil sie telefonieren, aufs Navi gucken oder Musik hören. Die Anbieter von Fahrsicherheitstrainings findet man auf der Internetseite des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Hier sind all diejenige gelistet, die zertifiziert sind.
Motorradfahrerinnen und -fahrer verunglücken besonders oft. Der ADAC hat Motorradunfälle analysiert und zeigt, wie sich viele von ihnen vermeiden ließen. Motorradfahren macht Spaß - egal, ob man Touren macht, die sportliche Herausforderung sucht oder einfach nur den Hauch von Freiheit und Abenteuer spüren will.
Im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern sind Motorradfahrerinnen und -fahrer besonders gefährdet. Auf Basis der durchschnittlichen Fahrleistungen - die Deutschen fahren ca. 13.000 Kilometer pro Jahr mit ihrem Pkw und lediglich 2200 Kilometer mit einem Kraftrad - haben motorisierte Zweiräder gegenüber allen Verkehrsteilnehmern ein vierfach höheres Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein. Die Verunglücktenrate, also die Anzahl der Verunglückten je eine Mrd. gefahrene Kilometer, ist sogar siebenmal so hoch.
Allerdings kommen seit dem Jahr 2000 immer weniger Motorradfahrerinnen und -fahrer ums Leben oder werden schwer verletzt. Gleichzeitig steigt jedoch der prozentuale Anteil an getöteten und schwerverletzten Kradfahrerinnen und -fahrern an allen im Straßenverkehr Getöteten und Schwerverletzten. Das bedeutet: Für alle anderen Verkehrsbeteiligten hat sich die Verkehrssicherheit noch deutlich stärker gesteigert.
Insgesamt verzeichnet das Statistische Bundesamt jährlich mehr als 500 tödlich und fast 10.000 schwerverletzte Motorradfahrer und -fahrerinnen. 2021 war ca. jede fünfte im Straßenverkehr getötete oder schwerverletzte Person auf einem Kraftrad unterwegs. Dafür werteten die Fachleute des Clubs ca. 2500 schwere Verkehrsunfälle aus, die sich außerhalb von Ortschaften (Autobahn, Landstraße etc.) ereigneten und an denen Motorradfahrende beteiligt waren.
Das Ergebnis: Insgesamt sind Kradfahrerinnen und -fahrer bei fast jedem vierten Verkehrsunfall außerorts beteiligt. Bei etwas mehr als einem Drittel handelt es sich um Alleinunfälle, bei knapp zwei Dritteln der Unfälle kollidieren die Motorradfahrenden mit anderen Verkehrsteilnehmern. Ein erhöhtes Unfallrisiko haben - gemessen an ihrem Anteil in der deutschen Bevölkerung - junge Motorradfahrerinnen und -fahrer im Alter von 15 bis 24 Jahren. Die Verletzungsschwere steigt dagegen mit dem Alter. Am häufigsten erleiden die Motorradfahrerinnen und -fahrer Schädel-Hirn-Traumata, Thorax-Traumata und Traumata an den Extremitäten. Verletzungen am Kopf, Thorax, Abdomen, Becken und Beinen führen am häufigsten zu schweren bis tödlichen Traumata.
Bei Alleinunfällen, also rund einem Drittel aller Motorradunglücke, verlieren die Motorradfahrenden oftmals auf kurvigen Streckenabschnitten die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Sie verbremsen sich, sind unaufmerksam, stürzen und/oder kommen von der Straße ab. Mit 47 Prozent sind solche Fahrfehler die häufigste Unfallursache. Die zweithäufigste Ursache von Alleinunfällen ist mit 39 Prozent eine überhöhte Geschwindigkeit. Diese führt oft in einer Kurve zum Unfall.
Bei knapp zwei Dritteln der Unfälle prallen die Motorradfahrenden mit anderen Fahrzeugen zusammen. Von Kradfahrerinnen und -fahrern verursachte Kollisionen treten am häufigsten aufgrund von Fehlern beim Überholen, einer unangepassten Geschwindigkeit und einem ungenügenden Abstand auf. Bei fast der Hälfte der Fälle waren die Kradfahrenden nicht die Unfallverursachenden.
Bei jedem zehnten Unfall mit Kradbeteiligung kollidiert ein linksabbiegendes Fahrzeug mit einem entgegenkommenden Motorrad. Da überdies die Hälfte aller Kollisionen beim Abbiegen, Einbiegen oder Kreuzen passieren, könnten Linksabbiegeassistenten und Kreuzungsassistenten bei Pkw das Sicherheitsniveau deutlich erhöhen. Denn durch eine Notbremsung könnten diese einen Zusammenstoß verhüten.
Da die meisten Unfälle auf ein Fehlverhalten von Fahrerinnen und Fahrern zurückzuführen sind, haben Bikerinnen und Biker, aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmenden die Möglichkeit, Unfälle durch ein vorausschauendes, defensives Fahrverhalten zu vermeiden.
Praktische Tipps zur Erhöhung der Motorradsicherheit
- Schütze dich bei jeder Fahrt mit einem ECE-Helm, Motorradhandschuhen, -stiefeln, -jacke, -hose, Rückenprotektor und Nierengurt.
- Achte bei deiner Jacke und Hose auf Protektoren im Bereich der Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Knie.
- Für eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr sind kontrastreiche Kleidung und Fahrzeuglackierungen hilfreich.
- Checke die Bremsen, Reifen, Feder-Dämpfer-Elemente, Fahrwerklager, Beleuchtungsanlage, Antrieb (z.B. Kette), Motor vor jeder Fahrt.
- Übe Bewegungs- und Bedienungsabläufe in Ruhe ein.
- Auch die Reifen brauchen Zeit, bis sie eine Mindesttemperatur erreicht haben.
- Halte dich selbst körperlich fit, damit du auch bei langen Fahrten unter ungünstigen Bedingungen noch Reserven hast.
- Wähle in Linkskurven eine Fahrlinie, die möglichst weit rechts ist. Dadurch hältst du den Abstand zum Gegenverkehr am größten. Außerdem brauchst du in Schräglage mehr Platz.
- Trainiere die spezielle Blickführung für die Kurvenfahrt: Einlenkpunkt, Scheitelpunkt, Kurvenausgang, weiterer Straßenverlauf. Die Blickführung gehört zur den wichtigsten Lenkungsinstrumenten.
Die Straßenverkehrsunfallstatistik erfasst alle von der Polizei aufgenommenen Unfälle, bei denen auf öffentlichen Straßen und Plätzen Personenschaden oder Sachschaden entstanden ist. Die monatlichen Daten über Verkehrstote und Verletzte veröffentlichen wir regelmäßig in Pressemitteilungen. Die Zahl der Verkehrstoten ist seit Jahren stark rückläufig, ebenso die Zahl der Schwerverletzten. Unser interaktiver Unfallatlas veranschaulicht auf einer Deutschlandkarte straßengenau das Unfallgeschehen. Hier können Sie für einen gewählten Straßenabschnitt alle Unfälle mit Personenschaden ablesen.
Die Straßenverkehrsunfälle im Lauf eines Jahres zeigt der Verkehrsunfallkalender. In unseren Tabellen finden Sie neben Daten zu Verunglückten nach Alter, Art des Fahrzeugs (beispielsweise Autounfälle, Motorradunfälle oder Busunglücke) ebenso Unfallursachen. Fahrerbedingte Gründe wie Alkoholfahrten oder Raserei weisen wir ebenso nach wie Verkehrsunfälle durch Eisglätte, Nebel oder Wildunfälle. Neben Autounfällen veröffentlichen wir auch Unfälle von Fußgängern sowie Fahrradunfälle und neuerdings Unfälle mit E-Scootern. Unfälle im Schienenverkehr werden ebenfalls erfasst. Hier unterscheiden wir zwischen Eisenbahnunfällen und Unfällen mit Straßenbahnen. Angaben über Unfälle im Luftverkehr, beispielsweise über Verletzte bei einem Flugzeugabsturz, erhebt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 gab es in Deutschland rund 1,21 Millionen Straßenverkehrsunfälle. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 23 300 oder 2 % weniger als im Vorjahreszeitraum.
Der Verkehrsunfallkalender stellt das Unfallgeschehen der vergangenen Jahre auf Tagesbasis dar. So können Sie sich einen Überblick über besonders unfallreiche Tage verschaffen. Der interaktive Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt das Unfallgeschehen auf regionaler Ebene: Wo passieren in meiner Stadt die meisten Verkehrsunfälle? Wo bin ich auf dem Weg zur Arbeit besonders gefährdet? Wo gab es Unfälle mit Verkehrstoten? Angezeigt werden Unfälle mit Personenschäden unter Beteiligung von PKW, Krafträdern, Fahrrädern und Fußgängern.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Ergebnisse Open-Data-konform maschinenlesbar bereitzustellen. Wir bauen daher das Angebot in unserer Datenbank GENESIS-Online kontinuierlich aus und stellen unsere bisherigen Fachserien und Tabellenbände ein. Für vereinzelte Themenbereiche bieten wir ergänzend die Statistischen Berichte als neues Format in dieser Rubrik "Publikationen" an. Sie enthalten neben Layout-Tabellen auch maschinenlesbare Datensätze (csv). Damit können Sie unsere Daten sachgerecht interpretieren und ihre Aussagekraft besser einschätzen.
Die Statistik dient der Gewinnung zuverlässiger, umfassender, differenzierter, aktueller und bundesweit vergleichbarer Daten zur Verkehrssicherheitslage. Ergebnisse zum Unfallgeschehen sind Grundlage für eine Vielzahl von Maßnahmen im Bereich der Gesetzgebung, der Verkehrserziehung, des Straßenbaus oder der Fahrzeugtechnik. Die Straßenverkehrsunfallstatistik hat das Ziel, Strukturen des Unfallgeschehens und Abhängigkeiten zwischen unfallbestimmenden Faktoren aufzuzeigen. Die Ergebnisse dieser Bundesstatistik dienen der Gewinnung zuverlässiger, aktueller und bundesweit vergleichbarer Daten (insbesondere zu den Unfällen auf der Straße) für vekehrszweigübergreifende Unfallrisikovergleiche und schaffen eine notwendige Grundlage für die staatliche Verkehrspolitik - nicht zuletzt auf dem Gebiet der Infrastruktur- und Verkehrssicherheitspolitik.
Motorrad-Unfallstatistik 2019 :Wenn Motorradfahrer Unfallverursacher sind, dann waren sie häufig zu schnell unterwegs. In den meisten Fällen sind aber auch Autofahrer an den Unfällen beteiligt. Und egal, ob der Motorradfahrer Schuld ist oder nicht, er ist am gefährdetsten. Im Folgenden verwenden wir den Begriff Motorradfahrer für alle Nutzer - Fahrer und Mitfahrer - von Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen. Darunter fallen Nutzer von Motorrädern, Leichtkrafträdern, großen Roller sowie drei- und schweren vierrädrigen Kraftfahrzeugen. Versicherungspflichtige Zweiräder wie Mopeds, Mokicks, Mofas, S-Pedelecs sowie drei- und leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge werden im Folgenden als Kleinkrafträder bezeichnet.
2019 verunglückten 28.426 Motorradfahrer auf deutschen Straßen, wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts (Desatis) hervorgeht. Bei den Kleinkrafträdern zählten die Statistiker 2019 insgesamt 14.213 Unfälle. Im Vergleich zu 2018 ging die Zahl der 2019 verunglückten Motorradfahrer damit um 11,1 Prozent zurück, bei den Kleinkrafträdern ist es ein Minus von 5,8 Prozent. Ums Leben kamen 542 Motorradfahrer, 63 tödlich Verunglückte waren es mit einem Kleinkraftrad. Damit ging die Zahl der getöteten Kraftradfahrer um 12,4 Prozent zum Vorjahr zurück, die Zahl der Kleinkraftradfahrer um 19,2 Prozent.
Motorradfahrer leben gefährlicher als anderer Verkehrsteilnehmer - und zwar, was das Verletzungsrisiko angeht als auch das Risiko, durch einen Unfall zu sterben. Bezogen auf 1.000 zugelassene Krafträder mit amtlichem Kennzeichen verunglückten im Jahr 2019 sechs Motorradfahrer. In der Pkw-Statistik kommen auf 1.000 Pkw fünf Verunglückte.
Auch das Risiko, bei Unfällen im Straßenverkehr tödlich verletzt zu werden, liegt höher: Zwölf getötete Motorradfahrer sind es je 100.000 Krafträder mit amtlichem Kennzeichen. Bei Pkw-Insassen sind es drei Getötete je 100.000 zugelassenen Fahrzeugen.
4,4 Millionen Krafträder mit amtlichem Kennzeichen gab es 2019 in Deutschland. Pkw waren bundesweit 46,6 Millionen gemeldet. Das Risiko als Motorradfahrer getötet zu werden, war im Jahr 2019 also mehr als viermal so hoch wie das Risiko für Autofahrer. Allerdings hat dieses Risiko in den letzten Jahren nicht zugenommen. Bezogen auf den Bestand nahm das Risiko bei einem Verkehrsunfall zu sterben sogar ab.
2019 waren die Monate mit den meisten Motorradunfällen der Juni mit 15,5 Prozent, der August mit 14,1 Prozent, der Juli mit 13,3 Prozent, gefolgt vom September mit 12,3 Prozent der Verunglückten. Im Januar verunglückten mit 1,1 Prozent die wenigsten Motorradfahrer.
35,4 Prozent der verunglückten und 18,3 Prozent der getöteten Kraftradbenutzer waren im Alter von 15 bis 24 Jahren. Bezogen auf den Fahrzeugbestand bedeutet das: je 100.000 zugelassene Krafträder starben im vergangenen Jahr 71 Fahrer im Alter von 15 bis 24 Jahren. Davon waren 60 der Getöteten zwischen 18 und 24 Jahre jung. "Dies ist das Dreifache des Wertes bei den 25- bis 35-Jährigen, die gemessen am Bestand das zweithöchste Todesrisiko haben." In dieser Altersgruppe kamen im Jahr 2019 also insgesamt 23 Motorradfahrer ums Leben. So die Angaben des Statistischen Bundesamts.
31 Prozent der verunglückten und 27,4 Prozent der getöteten Motorradfahrer kamen bei Alleinunfällen zu Schaden, das heißt, es waren keine anderen Fahrzeuge oder Fußgänger beteiligt. Wenn hingegen andere Verkehrsteilnehmer an einem Motorradunfall beteiligt sind, handelt es sich in 80,8 Prozent der Fälle um ein Auto - so die Statistik zum Unfalljahr 2019. Bei 26.221 Zusammenstößen zwischen Auto und Kraftrad verunglückten 1.653 Pkw-Insassen und 22.036 Motorradfahrer. 93 Prozent der Unfallopfer waren also Kraftradfahrer oder -mitfahrer, wobei über die Hälfte, nämlich 68,3 Prozent dieser Unfälle von Pkw-Fahrern verursacht wurden.
Bei 22,2 Prozent der Unfälle mit Personenschaden attestiert die Polizei beteiligten Motorradfahrern eine "nicht angepasste Geschwindigkeit". Auch bei den Fahrern von Kleinkrafträdern war eine "nicht angepasste Geschwindigkeit" die häufigste Ursache bei Unfällen mit Personenschaden (12,6 Prozent). Mit 5,3 Prozent der Unfallbeteiligten standen sie außerdem, im Verhältnis zu anderen Fahrzeugführern, besonders häufig unter Alkoholeinfluss.
Auf Kleinkrafträdern verunglücken besonders häufig Jugendliche und Senioren: Zur Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen gehörten 24 Prozent aller verunglückten und 17,5 Prozent aller getöteten Fahrer und Mitfahrer von Kleinkrafträdern. Aktuell sind in Deutschland 4,7 Millionen Motorräder zugelassen - davon knapp 15 Prozent auch in Frauenhand. Doch Motorradfahrerinnen und -fahrer haben ein deutlich höheres Risiko als Autofahrende: Es fehlen Knautschzonen, Sicherheitsgurte und meist auch ABS. Bei einem Unfall hat dies oft fatale Folgen.
Allein schon auf Basis der durchschnittlichen Fahrleistungen - die Deutschen fahren ca. 13.000 Kilometer pro Jahr mit ihrem Pkw und lediglich 2.200 Kilometer mit einem Kraftrad - haben motorisierte Zweiräder gegenüber allen Verkehrsteilnehmern ein vierfach höheres Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein. Die Verunglücktenrate, also die Anzahl der Verunglückten je eine Mrd. gefahrene Kilometer, ist sogar siebenmal so hoch.
Zwar kommen seit dem Jahr 2000 immer weniger Motorradfahrerinnen und -fahrer ums Leben oder werden schwer verletzt. Gleichzeitig steigt jedoch der prozentuale Anteil an getöteten und schwerverletzten Kradfahrerinnen und -fahrern an allen im Straßenverkehr Getöteten und Schwerverletzten. Das bedeutet: Für alle anderen Verkehrsbeteiligten hat sich die Verkehrssicherheit noch deutlich stärker gesteigert.
Insgesamt verzeichnet das Statistische Bundesamt jährlich mehr als 500 tödlich und fast 10.000 schwerverletzte Motorradfahrer und -fahrerinnen auf deutschen Straßen. 2021 war ca. jede fünfte im Straßenverkehr getötete oder schwerverletzte Person auf einem Kraftrad unterwegs. Danach machen die motorisierten Zweiradfahrer 18 Prozent aller Schwerverletzten und 21 Prozent der Getöteten im Straßenverkehr aus.
Um Potenziale zur Vermeidung von Unfällen mit motorisierten Zweirädern zu identifizieren, wurde eine Analyse auf Basis der ADAC Unfalldatenbank durchgeführt. Dafür werteten die Fachleute des Clubs ca. 2.500 schwere Verkehrsunfälle aus, die sich außerhalb von Ortschaften (Autobahn, Landstraße etc.) ereigneten und an denen Motorradfahrende beteiligt waren.
Das Ergebnis: Insgesamt sind Kradfahrerinnen und -fahrer bei fast jedem vierten Verkehrsunfall außerorts beteiligt. Bei etwas mehr als einem Drittel handelt es sich um Alleinunfälle, bei knapp zwei Dritteln der Unfälle kollidieren die Motorradfahrenden mit anderen Verkehrsteilnehmern. Ein erhöhtes Unfallrisiko haben - gemessen an ihrem Anteil in der deutschen Bevölkerung - junge Motorradfahrerinnen und -fahrer im Alter von 15 bis 24 Jahren. Die Verletzungsschwere steigt dagegen mit dem Alter. Am häufigsten erleiden die Motorradfahrerinnen und -fahrer Schädel-Hirn-Traumata, Thorax-Traumata und Traumata an den Extremitäten. Verletzungen am Kopf, Thorax, Abdomen, Becken und Beinen führen am häufigsten zu schweren bis tödlichen Traumata.
Bei Alleinunfällen, also rund einem Drittel aller Motorradunglücke, verlieren die Motorradfahrenden oftmals auf kurvigen Streckenabschnitten die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Sie verbremsen sich, sind unaufmerksam, stürzen und/oder kommen von der Straße ab. Mit 47 Prozent sind solche Fahrfehler die häufigste Unfallursache. Die zweithäufigste Ursache von Alleinunfällen ist mit 39 Prozent eine überhöhte Geschwindigkeit. Diese führt oft in einer Kurve zum Unfall.
Bei knapp zwei Dritteln der Unfälle prallen die Motorradfahrenden mit anderen Fahrzeugen zusammen. Von Kradfahrerinnen und -fahrern verursachte Kollisionen treten am häufigsten aufgrund von Fehlern beim Überholen, einer unangepassten Geschwindigkeit und einem ungenügenden Abstand auf. Bei fast der Hälfte der Fälle waren die Kradfahrenden nicht die Unfallverursachenden.
Bei mehr als der Hälfte aller Crashs davon handelt es sich um Abbiege- und Kreuzungsunfälle. Zu 80 Prozent kollidieren Motorradfahrer mit Pkw.
In Bezug auf die Fahrzeugtechnik gilt es neben den Sicherheitssystemen für Motorräder auch die für Pkw zu betrachten, ist der ADAC überzeugt: "Bei Motorrädern hätte ein Kurven-ABS in Kombination mit einer Traktionskontrolle ein hohes unfallvermeidendes Potenzial. Dadurch könnte ein großer Teil der Fahrunfälle verhindert werden." Aber auch ein Abstandsregeltempomat (ACC) und ein Totwinkelassistent könnten die Sicherheit der Motorradfahrerinnen und -fahrer erhöhen. Ein eCall-System würde die Hilfeleistung nach dem Crash verbessern.
Bei jedem zehnten Unfall mit Kradbeteiligung kollidiert ein linksabbiegendes Fahrzeug mit einem entgegenkommenden Motorrad. Da überdies die Hälfte aller Kollisionen beim Abbiegen, Einbiegen oder Kreuzen passieren, könnten Linksabbiegeassistenten und Kreuzungsassistenten bei Pkw das Sicherheitsniveau deutlich erhöhen. Denn durch eine Notbremsung könnten diese einen Zusammenstoß verhüten.
Der ADAC empfiehlt Motorradfahrern, passende Schutzkleidung zu tragen, regelmäßige Sicherheitschecks der Maschine durchzuführen und sich und die Technik zu Beginn der Fahrt "warm" zu fahren. Regelmäßige Fahrsicherheitstrainings helfen, um das perfekte Bremsen und die Kurvenfahrt zu trainieren sowie die physikalischen Grenzen des eigenen Motorrads kennen zu lernen.
Maßnahmen, die die Sicherheit von Motorradfahrenden erhöhen könnten, finden sich im Merkblatt "MVMot" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Als große Probleme werden dort eingeschränkte Einsehbarkeit des Streckenverlaufs, ein mangelnder Grip auf der Fahrbahn oder fehlende Linksabbiegestreifen beschrieben."Schon durch kostengünstige Maßnahmen wie das Zurückschneiden der Bepflanzung, das Entfernen von Hindernissen neben der Fahrbahn, das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit oder das Aufstellen von Richtungstafeln in Kurven können Unfallschwerpunkte entschärft werden", sagt der ADAC. Der Nachteil von infrastrukturellen Maßnahmen liege darin, dass ihre Wirkung örtlich begrenzt ist.
Motorradfahrerinnen und -fahrer können sich selbst am besten schützen. Etwa indem sie passende Schutzkleidung, idealerweise sogar eine Airbag-Weste, tragen, sich und die Reifen zu Beginn jeder Fahrt "warm" fahren und einen Sicherheitscheck durchführen. Und indem sie in regelmäßigen Abständen Fahrsicherheitstrainings absolvieren, um die physikalischen Grenzen ihres Motorrads und die eigenen fahrerischen Fähigkeiten kennenzulernen sowie Letztere zu erweitern.
Tabelle: Motorradunfälle nach Altersgruppen (Beispielhafte Daten)
| Altersgruppe | Anzahl der Unfälle | Anteil an Gesamtunfällen |
|---|---|---|
| 15-24 Jahre | X | Y % |
| 25-34 Jahre | X | Y % |
| 35-44 Jahre | X | Y % |
| 45-54 Jahre | X | Y % |
| 55-64 Jahre | X | Y % |
| 65+ Jahre | X | Y % |
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