Urban Bike Herren mit Riemenantrieb im Test

Urbanbikes - das klingt zunächst nach einem Synonym für Stadtrad oder Citybike. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die gleichen Räder. Denn Ähnlichkeiten sind außer dem gleichen Revier kaum vorhanden.

Bei den Cityrädern haben wir meist eher klassische Optiken mit geschwungenen Rahmen und teils femininen Designs. Breitere Reifen, aufrechte Sitzposition mit stark gebogenem Lenker prägen das Bild und den hohen Komfort. Dagegen stehen die Urbanbikes für sportliche Gangarten.

Sie sind Leichtgewichte mit einer Ausstattung, die so reduziert wie gerade notwendig ist und die teilweise auch ganz weggelassen wird. Die Rahmengeometrien zitieren Rennräder, Gravelbikes oder sogar minimalistische Kurierräder. Die Sitzhaltung ist klassentypisch geprägt von einer klaren Sattelüberhöhung, mit leichter Variation.

Viel Druck auf den Händen begegnen immerhin unterschiedlich stark ausgeprägte ergonomische Flossengriffe. Das Testfeld teilt sich in zwei Gruppen auf. Drei der Testräder, Bergamont, Cube und TrengaDe, sind mit einer Kettenschaltung bestückt, die mit Zweifachkurbel Anleihen an Gravel- und Rennrädern nehmen, während die 10- oder 11-fach-Kassetten eine Trekkingtypologie aufweisen.

Damit erzielen die Räder eine Gangbandbreite und -spreizung, die vielseitig nutzbar ist. Diesem Umstand begegnet die zweite Gruppe. Mit wettergeschützter Nabenschaltung und Carbonriemen sind sie am Antriebsstrang maximal wartungsarm.

Da diese drei Räder, Canyon, My Boo und Urwahn, auf Shimanos Alfine-11-Gang-Premiumnabe setzen und diese per Schalthebel ansteuern, bekommt man eine ordentliche Bandbreite und immer noch sportlich wechselnde Gänge. An der Gesamtsportlichkeit ändert das ohnehin wenig. Die äußert sich nicht nur in Sitzhaltung und Schaltverhalten. Ein Indiz der Urbanbikes ist auch das Gewicht, das mit Ausnahme des My Boo unter 14 Kilogramm bleibt, wobei das Cube mit 12,3 kg den Spitzenwert liefert.

Alltagstauglichkeit und Ausstattung

Dabei sind alle Räder im Großen und Ganzen sogar voll alltagstauglich. Sie sind mit Schutzblechen, Gepäckträgern und außer Bergamont auch mit Beleuchtung ausgerüstet. Da Akku-/Batterielichter laut StVZO erlaubt sind, stellt das rechtlich kein Problem dar. Sie müssen aber nicht nur extra erworben werden - erste Hürde -, sondern auch einzeln geladen oder mit vollen Batterien versehen werden - zweite - und mitgenommen sowie eingeschaltet werden - dritte und vierte Hürde.

Besser machen es Urwahn, die die im Prinzip gleichen elegant in Lenker und Sattelstütze integrierten Lichter von Lightskin per hochwertigem Nabendynamo bestromen. Noch besser finden wir die klassische Nabendynamo-Beleuchtung mit externem Front- und Rücklicht. So kann beides bei Defekten einfach repariert oder ausgetauscht werden, ohne andere Teile mit einzubeziehen.

Ein zweites Thema, dass den Alltagsnutzen immer wieder einschränkt, ist ein fehlender Ständer. Zudem kann es den Herstellern auch helfen, gewisse Preisgrenzen noch einzuhalten. Die Kosten liegen dann beim Kunden, oder beim Händler. Sonst wäre ein Ständer, idealerweise am Heck, weil er dort die Kurbel nicht stört, durchgehend montiert.

Denn praktisch spricht nichts dagegen, sein Rad ordentlich abstellen zu können, entweder zum Parken oder zum Beispiel beim Luftaufpumpen. Denn spätestens wenn das Rad mit dem Oberrohr entlang einer Mauerkante seine Balance sucht und am Ende sogar hinfällt, wünscht man sich doch eine hilfreiche Parkstütze, oder? Immerhin ist sie bei den Rädern, die ohne daherkommen, nachrüstbar.

Leider ist man dann meistens auf ein bestimmtes Modell angewiesen oder sogar ein passendes Zubehör des Radherstellers. Ein von Anfang an montierter Ständer vermeidet diese Pro­bleme. Die Alltagsausstattung wirkt sich allgemein durchaus auf den Preis aus. So werden teilweise Preise ähnlich den Trekkingrädern aufgerufen. Nichtsdestotrotz schafft es Cube samt Carbongabel und kompletter Ausstattung einen sehr attraktiven Preis zu platzieren. Eigenmarken und großen Produktionszahlen gedankt.

Bergamont hält den Preis auch leider zu Lasten der Lichtanlage niedrig, ist aber sonst attraktiv ausgestattet. Im Direktvertrieb, teils mit Händlerunterstützung erhält man die Räder der Hamburger Marke TrengaDe. Etwas aus der Reihe tritt das My Boo, für dessen sozial abgesicherte Rahmenproduktion aus nachwachsendem Bambus man doch eine Art Soli-Beitrag entrichtet.

Die sechs Testräder stellen die Urbanbike-Klasse typisch und attraktiv dar. Mal ist der Sportaspekt stärker betont, mal das Nicht-kümmern-müssen. In jedem Fall paaren sie Sportlichkeit mit Alltagsnutzen, der manchmal noch ausbaufähig ist.

Der Zahnriemen hat gewonnen

Das war noch vor zwei Jahren ganz anders: Der Gates-Riemen kennzeichnete hochwertige Getriebe wie Alfine 11, Rohloff und Pinion. Es war schwer, ein riemengetriebenes Rad für weniger als 1500 Euro aufzutreiben. Im günstigen Bereich bekam meist noch die klassische Metallkette die Kraftübertragung aufgebürdet.

Frostfest: Nabenschaltungen mit Riemenantrieb sind unempfindlich - auch gegen Witterungsextreme.

Günstig und Gut?

In der Saison 2020 setzt sich die preis­günstige CDN-Variante des Gates-Rie­mens auf breiter Front durch. Im Gegen­satz zum teureren CDX-Riemen aus Polyurethan, der für intensivste Belas­tungen entwickelt ist, zielt die einfachere CDN-Version auf moderatere Einsatzbereiche: Sie ist für Alltagsfahrer, die keine 10.000 Kilometer im Jahr zurücklegen, die preiswertere und deshalb für güns­tige Räder klar die bessere Wahl.

Denn ein Rad mit pflegeleichtem CDN-Riemenantrieb rutscht so in die Preisregion zwischen 1000 und 1500 Euro.

Der Riemen selbst besteht aus Polymer-Kunststoff; wie bei seinem teureren Kollegen stellen in Längsrichtung eingebettete Carbon­fasern sicher, dass der Riemen absolut zugfest ist und sich nicht längt. Im Vergleich zur Kette behauptet Hersteller Gates eine zweieinhalb- bis dreifach längere Lebensdauer des CDX-Antriebs und die eineinhalb bis zweifach längere Lebensdauer für den einfacheren CDN-Antrieb.

Selbst nach Verschleiß durch intensiven Gebrauch und unter hohen Pedallasten wird ein Gates-Riemen, anders als eine Fahrradkette, nicht länger. Das liegt daran, dass bei der Kette durch Reibung zwischen den einzelnen Bauteilen aus Metall zwangsläufig Abrieb entsteht, der die Passungen von Niet, Lasche und Rolle stetig vergrößert.

Viele kleine ausgeleierte Kettenglieder addieren sich insgesamt zu einer Längung von leicht einmal 10 Millimetern. Doch schon wenige Zehntel-Millimeter längere Kettenglieder nagen an den Zähnen ihrer Ritzel und tragen auch dort Material ab. Beim Riemen dagegen entsteht dank kompakten Materials keinerlei innere Reibung und somit auch kein innerer Verschleiß.

Auch außen, zu den Zahnprofilen der Riemenscheiben, soll der Abrieb durch sorgfältig abgestimmte Material­eigenschaften von Riemen und Antriebsscheiben vernachlässigbar sein. Gates empfiehlt daher den Fahrradherstellern, einen neuen Antrieb per Messgerät so einzustellen, dass die Riemenspannung im oberen grünen Bereich des Zulässigen liegt.

Das Einfahren während der ersten hundert Kilometer führt dazu, dass sich die Oberflächen aller Antriebs-Komponenten leicht aufrauen und aufeinander einspielen. Bei der planmäßigen Erst-Inspektion kann der Fachhändler noch einmal die Riemenspannung überprüfen. Im Idealfall sollte sie dann mittig im grünen Bereich liegen. Und sich danach niemals mehr ändern.

Optimierung am Riemanantrieb

Doch ein Antrieb besteht nicht nur aus dem Riemen. Auch die Zahnscheiben an Kurbel und Hinterrad tragen zur Lebensdauer eines Antriebssystems bei. Hier hat sich beim CDN-System ein „Kettenblatt“ aus Komposit-Kunststoff bewährt. Da sich die Kräfte dort auf etwa die Hälfte der 46 oder 50 Zähne verteilen, bleibt der Verschleiß gering.

Anders sieht das am Hinterrad aus: Anfangs montierte Gates auch dort Kunststoffscheiben, die rings um einen Träger aus Metall aufgebracht waren. Das bewährte sich jedoch nicht, weil dort weniger Zähne deutlich mehr Last abbekamen und schneller ver­schlissen. Deshalb bestehen aktuelle CDN-Ritzel standardmäßig aus rostfrei verzinktem Stahl. Für die maximal langlebige CDX-Version nutzt Gates gehärtetes Aluminium an der Kurbel und Edelstahl am Hinterrad.

Die richtige Riemenspannung ist entscheidend

Genau wie eine Kette muss auch der Riemen unter definierter Vorspannung laufen, damit er nicht über- oder abspringt. Dies lösen die Radhersteller an fast allen Testrädern mit verschiebbaren Achsstücken am Hinterrad. Es hat einige Modelljahre gebraucht, um hier brauchbare, kostengünstige Konstruktionen zu entwickeln.

Die Spannung muss nur einmalig justiert werden, da sich der Riemen später nicht mehr längt. Sind zudem Stellschrauben am Ausfallende vorhanden, lässt sich die Riemenspannung feinfühlig und optimal einstellen und gleichzeitig das Laufrad mittig ausrichten.

Auch ein Exzenter am Tretlager und klassische Ausfallenden, wie an den Rädern von Kalkhoff und Raleigh, die beide aus der Fabrik von Derby Cycles stammen, sind eine einfache und robuste Lösung. Den Exzenter sollte man alle ein, zwei Jahre ausbauen, reinigen und neu fetten, um ein Festkorrodieren zu vermeiden.

Gänge in der Dose: Vor- und Nachteil der Nabenschaltung

Ein wesentliches Element langlebiger, wartungsarmer Antriebe ist die Getriebenabe. Hermetisch gegen Nässe und Schmutz abgedichtet, arbeitet ihre komplizierte Mechanik unter immer gleichen, optimalen Bedingungen inklusive Schmierung.

Im Testfeld dominieren die preisgünstige Nexus- und die etwas teurere Alfine-Nabe mit jeweils acht Gängen. Das Innenleben beider Modelle ist gleich, nur die Hülle der Alfine ist ­etwas hübscher gestaltet. Die innere Mechanik sollte alle 5000 Kilometer oder einmal jährlich ausgebaut und in ein Ölbad getaucht werden - eine Aufgabe für den Fachhändler.

Die acht Gänge sind sinnvoll abgestimmt, haben aber für sportliche Fahrer Tücken. Im T-700 der Fahrradmanufaktur schaltet, als einziger Ausreißer, eine Alfine 11, hier mit Kettenantrieb kombiniert. Die Elfgang-Nabe hat insgesamt regelmäßig gestufte Gänge, packt ihre drei zusätzlichen Gänge jedoch am oberen Ende des Spektrums drauf - wo sie nur wenige Radler wirklich brauchen.

Alle Naben haben die Schwäche, dass sie nur wenige kleine Gänge für längere oder starke Steigungen bieten. Wer also täglich bergauf-bergab zu fahren hat, wird mit Shimano-Naben nicht glücklich. Jeder Riemen-Rahmen benötigt ein Riemenschloss, um den geschlossenen Riemen einbauen zu können.

Meist verwenden die Rahmenhersteller dabei eine teilbare Sitzstrebe rechts, die formschlüssig mit gestuften Verbindungsstücken verschraubt wird. So wird der Kraftfluss innerhalb der Rahmenkonstruktion kaum gestört, die Verbindung lässt sich problemlos öffnen und wieder stabil verschließen. Der Stahlrahmen des T-700 hat kein Riemenschloss und deshalb Kettenantrieb.

Was an Wartung zu tun bleibt

An Pflege reicht es aus, regelmäßig den Riemen und die Ritzel mit Wasser und Seife zu säubern und die Riemen-Nut von eingelagertem Schmutz zu befreien. Unter Umständen kann ein Riemenantrieb quietschen: Meist genügt etwas Silikonspray, um ihn wieder ruhig zu stellen.

Relativ oft kann es nötig sein, die Spannung des Schaltzugs an der Stellschraube des Schaltgriffs minimal nachzujustieren. An einer Achtgang-Nabe müssen die gelben Markierungen im Referenzgang 4 (Alfine 11: Gang 6) übereinstimmen. Ist alles optimal eingestellt, lassen sich Fahrräder mit wartungsarmer Naben­schaltung ziemlich putzfaul fahren - aber immer schön knackig.

Gänge und Abstufungen - die Entfaltung

Da acht von neun Testrädern über eine Achtgang-Nabe verfügen, haben wir uns diese Modelle aus Shimanos Nexus- und Alfine-Serie genauer angesehen. Am Raleigh Nightflight berechnen wir in der Tabelle unten beispielhaft die Entfaltung für jeden Gang. Das Rad (Bereifung: Schwalbe Marathon Supreme 42-622) hat einen Umfang von 222 Zentimetern, die Primärübersetzung beträgt 50 Zähne vorne und 22 hinten. Multipliziert mit der internen Nabenübersetzung pro Gang ergibt das die Strecke, die mit einer Kurbelumdrehung im jeweiligen Gang zurückgelegt wird.

Man kann gut erkennen, dass die Werte schon beim ersten Gang sehr hoch liegen: Eine 3x10-Kettenschaltung hätte hier Werte deutlich unter zwei Metern im ersten Gang - gut, wenn man längere Steigungen bewältigen muss. Die viel genutzten Gänge liegen zwischen etwa 14 und 18 Prozent auseinander. Den Unterschied spürt man als klaren Schaltschritt, aber noch so nah beieinander, dass man seine Drehzahl gut halten kann.

Ein großer Sprung von 23 Prozent zwischen Gang 5 und 6 liegt mitten im stark genutzten Bereich. Das bringt den Radler aus dem Takt.

Gang Übersetzung Entfaltung (m) Differenz zum vorherigen Gang (%)
1 0.527 1.17 -
2 0.644 1.43 22.2
3 0.804 1.79 25.2
4 1.000 2.22 24.0
5 1.223 2.72 22.3
6 1.506 3.34 22.8
7 1.840 4.08 22.1
8 2.250 5.00 22.5

Der Riemenantrieb macht dem Kettenantrieb schon seit einigen Jahrzehnten Konkurrenz.

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Riemenantrieb vs. Kette

Da der Riemenantrieb wenig Pflege benötigt, eignet er sich für alle, die sich einen zuverlässigen, unkomplizierten und langlebigen Antrieb wünschen. Ein Riemenantrieb kann zum Beispiel für Pendler interessant sein, die mit ihrem Fahrrad mehrfach die Woche zur Arbeit fahren und nicht ständig die Kette ölen oder säubern wollen.

Für sportliche Fahrer ist die Kette meist die bessere Wahl, da sie weniger wiegt als ein Riemenantrieb mit Nabenschaltung und sie einen höheren Wirkungsgrad hat.

Um einen Riemenantrieb nachrüsten zu können, brauchst du ein Fahrrad mit Nabenschaltung, Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Bike. Darüber hinaus muss der Fahrradrahmen ein Rahmenschloss haben, um den geschlossenen Riemen aufnehmen zu können.

Hast du keinen passenden Rahmen , könnte der Split Belt von Veer für dich geeignet sein. Damit musst du deinen Rahmen nicht spalten oder dir extra ein neues Fahrrad mit Riemenantrieb zulegen.

Die Möglichkeit, einen Riemenantrieb nachzurüsten, hängt stark vom spezifischen Fahrradrahmen und dem Fahrradtyp ab. Nicht alle Fahrräder sind für die Nachrüstung mit einem Riemenantrieb geeignet. Ein kritischer Faktor ist die Notwendigkeit eines Rahmenschlosses oder einer Trennstelle im Rahmen, um den geschlossenen Riemen einsetzen zu können, da dieser nicht wie eine Kette geöffnet werden kann.

Fahrräder mit einem geeigneten Rahmen, wie einige spezielle Modelle mit Nabenschaltung oder Singlespeed-Bikes, können potenziell für die Nachrüstung in Frage kommen. Allerdings sind viele herkömmliche Fahrräder mit Kettenantrieb und ohne vorgesehene Trennstelle im Rahmen nicht kompatibel.

Die Fahrradgröße selbst ist weniger ein limitierender Faktor als vielmehr die Rahmenkonstruktion und die Art der Schaltung.

Ein Fahrrad mit Riemenantrieb erhältst du für einen Preis ab circa 1000 Euro. Ein E-Bike mit Riemenantrieb gibt es für einen Preis ab circa 2000 Euro. Willst du dein Rad mit einem Riemenantrieb nachrüsten , musst du mit Materialkosten von 200 bis 400 Euro rechnen.

Den Riemen erhältst du für circa 50 Euro, pro Riemenscheibe zahlst du etwa 60 bis 100 Euro. Eine Alternative ist der teilbare Riemen von Veer, für den kein Rahmenschloss notwendig ist. Hier kostet der komplette Riemenantrieb 349 Euro.

Achte darauf, dass du einen Kurbelsatz mit dem passenden Lochkreisdurchmesser brauchst, um einen Riemenantrieb verwenden zu können. Hast du keinen, kostet dich ein passender Kurbelsatz zusätzlich 50 bis 250 Euro.

Prinzipiell musst du den Riemen nur reinigen, wenn er sichtbar verschmutzt ist. Mit der Zeit oder wenn du häufiger auf staubigen Wegen unterwegs bist, kann es passieren, dass der Riemen seltsame Geräusche macht.

Für viele Radfahrer lohnt es sich, beim Kauf etwas mehr Geld zu investieren und dafür an Gewicht zu sparen. Je leichter das Fahrrad, umso schneller lässt es sich beschleunigen. Außerdem ist ein geringes Gewicht sehr praktisch, wenn du dein Fahrrad aus dem Fahrradkeller hochtragen musst.

Überlege dir vor dem Kauf, welche Ausstattungsmerkmale das Fahrrad haben soll. Für Alltagsfahrer und Pendler lohnt sich eine fest montierte Beleuchtung für das Rad. Je umfangreicher und hochwertiger die Ausstattung, desto höher der Preis.

Kannst du auf zusätzliche Ausstattungsmerkmale verzichten oder ist dir das Gewicht weniger wichtig, kannst du hier etwas Geld sparen.

Aber: Ein Fahrrad mit Riemenantrieb kostet in der Anschaffung mehr als ein Fahrrad mit Kettenschaltung. Du kannst einen Riemenantrieb nur nachrüsten , wenn der Fahrradrahmen ein Rahmenschloss hat.

Welche Vorzüge bietet der Riemenantrieb?

Herzstück des Riemenantriebs ist keine klassische Fahrradkette, sondern ein Treibriemen mit Zahnung. Er besteht in aller Regel aus Gummi oder Kunststoff und überträgt die Kraft auf ein großes Zahnrad am Tretlager und eine kleine Zahnradscheibe am Hinterrad. Anschließend setzt sich das Bike in Bewegung.

Schmiere, Öl oder Fett sind dabei für den reibungslosen Betrieb nicht nötig, zudem verfügen hochwertige Konstruktionen über Tools, die bei Schlamm oder Schnee die Selbstreinigung verbessern. Dadurch sinkt der Pflege- bzw. Wartungsaufwand und - auch das ist manchen Bikern wichtig - die Sorge um schmutzige Hosenbeine entfällt.

Ansonsten spart ein Riemenantrieb verglichen mit einem Set aus Kette, Kettenblatt und Ritzel rund 200 bis 250 Gramm an Gewicht, außerdem bescheinigen Fachleute der Riemenkonstruktion eine deutlich längere Lebensdauer. Konsequenz: Die Material- bzw. die Folgekosten fallen geringer aus. Tipp: Riemenbetriebene gibt es auch unter den E-Bikes.

Welche Nachteile ergeben sich beim Riemenantrieb?

Aller Vorteile zum Trotz konnten sich Bikes mit Riemenantrieb bisher nicht wirklich durchsetzen. Das hat mehrere Gründe. So sind die Anforderungen an den Rahmen deutlich höher als bei einem klassischen Kettenrad, denn der Riemenantrieb funktioniert nur, wenn die Zahnradscheiben und deren Achsen exakt parallel verlaufen und sich der Rahmen nicht verzieht.

Er muss deshalb außerordentlich steif sein, was die Bikes teuer macht. Die untere Preiskante markieren Modelle wie das Vitess N8 Belt von Bergamont für etwa 1.000 Euro. Weiterhin ist es notwendig, dass der Riemen immer die richtige Spannung aufweist - und um das zu kontrollieren, braucht es Expertise.

Hinzu kommen laut Kritikern noch weitere Probleme. Die in den meisten Riemen eingearbeiteten Karbonfasern etwa schützen ihrer Ansicht nach lediglich vor Beschädigungen in Längsrichtung. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass - etwa wenn mehrere Bikes dicht nebeneinander stehen oder angekettet sind - scharfkantike Pedale den Riemen anritzen und dadurch die Stabilität schmälern.

Zudem benötigt man auf einer Tour immer ein Ersatzexemplar. Denn wenn der Riemen doch einmal reißt, lässt er sich anders wie eine Kette nicht per Nietdrücker und Ersatzglied reparieren. Und: Die Montage ist schwierig und nur für einen Mechaniker oder für Biker mit soliden Technikkenntnissen machbar.

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