Mountainbike Urlaub: Planung und Tipps für unvergessliche Touren

Eine Mountainbiketour kombiniert Sport mit atemberaubenden Landschaften und Ausblicken. Außerdem ist sie perfekt für Menschen, die nachhaltig reisen wollen, da auf umweltschädliche Verkehrsmittel verzichtet wird. Für eine gelungene Mountainbiketour gibt es aber trotzdem einige Dinge, die du beachten solltest. Von der Wahl des richtigen Mountainbikes über die Streckenplanung bis hin zur passenden Ausrüstung - eine gute Vorbereitung ist das A und O.

Die richtige Vorbereitung für deine Mountainbike Tour

Die besten Absichten sind zum Scheitern verurteilt, wenn die Tourenplanung nicht stimmt. Und Planung bedeutet mehr, als ein paar Punkte zu einer Linie zu verbinden. Wichtigste Voraussetzung für die gesamte Tourenplanung ist die eigentliche Absicht. Wohin soll es gehen? Was für eine Tour soll es werden? Ein Tagestrip in der Region, neue Trails entdecken oder gleich ein kompletter Urlaub? Denn je nach Voraussetzung sind ganz unterschiedliche Faktoren relevant.

Ziele setzen und Region auswählen

Setzt euch ein Ziel, sucht euch gegebenenfalls die Region aus und dann träumt einfach erst mal vor euch hin, was ihr dort alles erleben, sehen und machen wollt - und was nicht! Seid unvoreingenommen, lasst euch von anderen inspirieren, nutzt die Google-Bildersuche, Onlineportale oder die Buchhandlung eures Vertrauens. Leichte Wandertouren sind oft auch gut fahrbar - macht euch nur vorher schlau, ob das Befahren auch erlaubt ist.

Zeitplanung und Flexibilität

Je nachdem, wie viel Zeit ihr zur Verfügung habt, lassen sich natürlich unterschiedliche Dinge realisieren. Und es muss nicht immer ein wochenlanger Urlaubstrip sein. Auch eine Tagestour in der Region oder die Bahnfahrt in eine andere Gegend können ziemlich viel Spaß machen. Ihr solltet euch jedoch immer bewusst sein, wie viel Zeit ihr tatsächlich habt, und vor allem nicht alles bis auf die letzte Minute durchplanen - schließlich wollt ihr den Trip genießen. Seid großzügig mit eurem Zeitplan und erlaubt euch spontane Umwege oder Unternehmungen! Wenn man zu früh fertig ist oder merkt, dass man schneller vorankommt als gedacht, lässt sich die Zeit immer für etwas Zusätzliches entlang des Weges nutzen oder einfach in längere Pausen umwandeln.

Wetterbedingungen berücksichtigen

Auch wenn das Wetter bis zu einem gewissen Punkt immer die große Unbekannte sein wird, kann man sich im Vorfeld über die Zielregion informieren. Wetter und Klima lassen sich mittlerweile halbwegs verlässlich im Voraus checken. Sind hohe Temperaturen zu erwarten? Dann denkt an Sonnencreme und -brille und erwartet einen stark erhöhten Wasserverbrauch. Könnte es kühl werden, vergesst nicht die Handschuhe und eine winddichte Jacke. Wenn die Chance besteht, dass es viel und lang regnet, solltet ihr entsprechend gute und umfassende Regenkleidung einpacken und sämtliches Gepäck wasserdicht verstauen können. Ist Regen eher unwahrscheinlich, reicht eine leichte Regenjacke vollkommen aus. Sollte es dann doch mal regnen, wartet man einfach unterm nächsten Baum, bis der Schauer vorbei ist. Die Zeit kann man ganz gut nutzen, um etwas zu essen oder einfach die Landschaft zu genießen und die Gedanken schweifen zu lassen.

Schwierigkeitsgrad der Strecken

Wer im alpinen Gelände unterwegs ist, sollte bereits bei der Planung schwierige Schlüsselstellen wie technische Passagen und lange oder steile Auf- und Abfahrten in der Karte ausfindig machen. Im Idealfall wird die Tour so geplant, dass solche Abschnitte nicht am Ende der Route liegen. Denn dann wird es schwieriger, sie zu meistern. Wenn in den Karten Bikerouten eingezeichnet sind, werden diese häufig in ihrer Schwierigkeit nach der Singletrail-Skala bewertet. Dabei reicht die Bewertung von S0 „leicht fahrbar“ bis S5 „unfahrbar“.

Zeitmanagement und Umkehrpunkte

Wenn die Schlüsselstellen der Tour identifiziert sind, lässt sich anhand der geplanten Gesamtzeit festlegen, bis wann man einen bestimmten Umkehrpunkt erreicht haben sollte. So kann man im Fall einer Panne oder anderer ungeplanter Verzögerungen eine sichere Entscheidung treffen und läuft nicht Gefahr, sich oder die Gruppe zu überfordern.

Gesetzliche Bestimmungen beachten

In Deutschland fällt das Radfahren unter das Bundesnaturschutz- und Bundeswaldgesetz und ist auf Wegen grundsätzlich erlaubt. Details regeln die Landesgesetze. Anders verhält es sich in Österreich. Hier ist das Radfahren jenseits von Straßen überall verboten, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Auch in der Schweiz gibt es je nach Kanton unterschiedliche Regelungen. Das Befahren der ausgewiesenen Mountainbikerouten der Stiftung Schweiz Mobil ist legal. In Italien regeln die Regionen und Provinzen, ob Wanderwege freigegeben oder gesperrt werden.

Wettervorhersage prüfen

Es macht durchaus Sinn, sich bereits ein paar Tage vor der Tour mit der Großwetterlage zu beschäftigen. So lässt sich die Planung an mögliche Schlechtwetter-Verhältnisse anpassen oder die gesamte Tour umplanen. Auch die benötigte wetterfeste Bike-Bekleidung gehört dann als Backup ins Gepäck.

Die richtige Ausrüstung für deine Mountainbike Tour

Für eine Mountainbiketour eignet sich ein eigenes GPS-Gerät. Das Gerät ist aufs Fahrradfahren ausgelegt und hat einen passenden Bildschirm. Dieser zeigt dir jede noch so kleine Abzweigung im Detail an. Neben einem GPS-Gerät ist es auf jeden Fall nützlich, auch eine klassische Karte mitzunehmen. In manchen Fällen könnte dein elektronisches Gerät ausfallen oder nicht funktionieren.

Wie bei allen Sportarten ist ein Erste-Hilfe-Paket unabdinglich. Doch nicht nur du selbst brauchst im Ernstfall einein Erste-Hilfe-Paket. Auch für dein Fahrrad solltest du ein kleines Werkzeugset dabei haben. Vor allem bei Strecken in unterschiedlichen Höhenlagen kann es zu Wetterumschlägen kommen. Wenn du also den ganzen Tag unterwegs bist, solltest du dich auf alle Wetterlagen einstellen. Packe neben ausreichend Sonnencreme für schöne Stunden also auch unbedingt eine Regenjacke und eine Regenhose ein. Nichts ruiniert eine schöne Tour mehr als völlig durchnässte Kleidung.

Zur Basisausrüstung für das Mountainbiken gehören Fahrradhelm, Brille und Handschuhen, ein Reparaturset mit passendem Schlauch, Flickset, kleinem Werkzeug und kleiner Pumpe, weitere Kleidung sowie spezielle Mountainbike-Ausrüstung (je nach Tourtyp und -länge) und ggf. ein kleines Schloss sowie ein Lichtset für den Straßenverkehr (Front- und Rücklicht).

Die richtige Mountainbike-Wahl

Ein Mountainbike ist für eine Fahrt auf unwegsamem Gelände ausgerichtet. Zumeist hat es eine Federung der Räder, Reifen mit grobem Profil und einen breiten Lenker. Dennoch ist Mountainbike nicht gleich Mountainbike.

  • Full-Suspension: Diese Mountainbikes haben auch eine Hinterradaufhängung.
  • All-Mountain-Bikes: Auch diese Mountainbikes ähneln Full-Suspension-Mountainbikes und sind für herausfordernde Strecken geeignet.

Falls du gerade am Anfang bist und vor allem längere Mountainbiketouren fahren willst, ist ein Hardtail-Mountainbike eine gute Wahl.

Körperliche Vorbereitung und Selbsteinschätzung

Mountainbiketouren sind wunderschöne Freizeitaktivitäten, aber kein Zuckerschlecken. Du solltest dir unbedingt über deine eigenen körperlichen Grenzen im Klaren sein. Fahre vorher am besten eine kleine Tour in deiner Gegend und beobachte, wie es dir dabei geht. Wenn deine Kondition nicht deinen Ansprüchen entspricht, kannst du sie durch regelmäßige Besuche im Fitnessstudio verbessern.

Rücksichtnahme auf Natur und Umwelt

Gerade beim Biken ist Naturschutz ein sensibles Thema, speisen sich an der vermeintlichen Naturzerstörung doch die meisten der Vorurteile gegenüber Mountainbiker*innen. Wer diese widerlegen will, feilt am besten an der Fahrtechnik, um Rinnen und Bremswellen auf den Wegen zu vermeiden.

Mountainbike-Regionen in Deutschland

Besonders bei Mountainbiketouren bieten sich lokale Reisen an. Schließlich ist es einfacher, das Mountainbike im Zug durchs Land zu transportieren, als im Flugzeug einmal um die Weltkugel zu fliegen. Daher sind Mountainbiketouren auch eine gute Möglichkeit, um nachhaltig zu reisen. So sind sie gut für die Umwelt, da Züge viel weniger Emissionen ausstoßen. So gibt es schon hier in Deutschland viele schöne Mountainbiketouren.

Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz

Ein besonderes Erlebnis erwartet dich in Rheinland-Pfalz. Hier lockt die Vulkaneifel mit einem umfangreichen Streckennetz von mehr als 750 Kilometern.

  • Himmel un Ääd: Auf dieser Strecke kannst du alle drei Dauner Maare erkunden.
  • Bergwerk auf Stollenreifen: Diese Tour führt dich zum alten Schieferbergwerk.
  • Die Eifel im Blick: Du willst so viel wie möglich sehen? Dann ist diese Strecke für dich geeignet.

Mountainbike-Touren in der Tiroler Zugspitz Arena

Tanja Priller, 2023 Deutsche Meisterin im Mountainbike-Marathon, ist auf anspruchsvollen Strecken zu Hause. In ihren Rennen legt sie regelmäßig mehrere tausend Höhenmetern zurück - sei es bei Marathon-Distanzen, über schmale Singletrails und grobe Forstwege. Doch jenseits des sportlichen Ehrgeizes sucht sie im Bike-Urlaub vor allem die perfekte Mischung aus Flow statt Druck und Panorama statt Pulsuhr. Der Trend zum E-Biken macht den Mountainbike-Sport für viele neue Menschen zugänglich. „Trotz einiger Vorurteile ist das eine positive Entwicklung, da auch weniger Trainierte mit etwas Unterstützung den Sport erleben und die wunderschöne Landschaft genießen können“, erklärt sie.

Tanja Priller nutzt fast immer Apps und fährt nach GPS-Tracks. Das gibt ihr Sicherheit und hilft, sich gut vorzubereiten. Meistens sucht sie sich ein besonderes Highlight aus und gestaltet die Tour darum herum. Sie erinnert sich an ein Techniktraining am Grubigstein in Lermoos. Einige Passagen waren ziemlich anspruchsvoll. Als sie sie schließlich gemeistert hatte, fühlte sie sich unglaublich stolz - und konnte gleichzeitig die fantastische Aussicht genießen. Der Blindseetrail! Er ist zwar nicht einfach, bietet aber eine der spektakulärsten Aussichten der Region.

6 Tipps von Tanja Priller für den perfekten Tag im Sattel

  1. Flexibilität einplanen: Touren sollten flexibel geplant werden, um sie bei Wetteränderungen problemlos abkürzen oder verlängern zu können.
  2. Verpflegungsmöglichkeiten beachten: Vorab sollte man sich über Trinkwasserbrunnen und Einkaufsmöglichkeiten informieren. Besonders im Sommer ist es wichtig, ausreichend zu trinken und sich abzukühlen.
  3. Höhenlage im Blick behalten: Ab etwa 1.500 m wird die Luft dünner. Unbedingt auf das Körpergefühl achten, um Überforderung zu vermeiden. Lieber einen Gang zurückschalten.
  4. Spaß und Genuss im Vordergrund: Vor allem Hobby-Biker sollten sich im Urlaub nicht überfordern. Tourenlänge und Schwierigkeitsgrad unbedingt an den individuellen Trainingszustand anpassen. Genusspausen, wie ein Eis- oder Kaffeestopp, gehören dazu.
  5. Notwendiges Gepäck: Für jede Tour - egal wie lang oder technisch anspruchsvoll - sollten Flickzeug, Multitool und ausreichend Verpflegung immer dabei sein.
  6. E-Bike-Touren richtig angehen: E-Bike-Touren sollten am besten auf Strecken geplant werden, bei denen die sichere Rückfahrt gewährleistet ist.

Sicherheit unterwegs

Mountainbiken ist ein Ausdauersport, der Gesundheit und eine realistische Selbsteinschätzung voraussetzt. Sorgfältige Planung mit allen zur Auswahl stehenden Hilfsmitteln, abgestimmt auf die aktuellen (Wetter-)Verhältnisse, ist essenziell. Vor allem der technische Zustand des Bikes sollte vor jeder Fahrt gewissenhaft geprüft werden, allem voran die Bremsen. Insbesondere das Bergab-Fahren erfordert, das Tempo an die jeweilige Situation und das eigene Können anzupassen. Dies gilt einmal mehr beim E-Biken.

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