USB-Anschluss am Motorrad nachrüsten: Eine detaillierte Anleitung

Du bist leidenschaftlicher Motorradfahrer und möchtest dein Bike mit einem USB-Anschluss ausstatten? Ein USB-Nachrüstset ist die perfekte Lösung, um dein Motorrad fit für die digitale Welt zu machen. Mit einem USB-Anschluss kannst du unterwegs dein Smartphone, Navigationsgerät oder andere elektronische Geräte bequem aufladen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ganz einfach einen USB-Anschluss an deinem Motorrad nachrüsten kannst und welches Motorrad USB Ladekabel empfehlenswert ist.

USB-Anschluss beim Motorrad nachrüsten

Wir geben dir hier nicht nur Tipps zum Einbau eines USB-Steckers beim Motorrad, sondern zeigen auch das Nachrüstkit, das wir bereits mehrfach verbaut haben. Wir gehen außerdem auf die wichtigsten Fragen ein und verraten dir, wie du dein USB Nachrüstkit am Motorrad montieren kannst.

Motorrad USB Empfehlung

Für unsere Motorräder verwenden wir stets das MOTOPOWER Motorrad USB, und wir sind damit rundum zufrieden. Dieses USB-Nachrüstset ist nicht nur preiswert, sondern funktioniert auch zuverlässig. Ein besonderer Vorteil ist der praktische Deckel, der das Eindringen von Wasser ins Innere verhindert und somit für eine lange Lebensdauer sorgt. Egal, ob bei Regenfahrten oder in staubigen Umgebungen - das Innenleben bleibt stets geschützt. Bestimmt funktionieren auch andere wunderbar, wir haben uns aber einmal für dieses entschieden, gute Erfahrungen gemacht und daher immer wieder verwendet.

Motorrad USB-Nachrüstset anschließen - Zündung oder Batterie?

Motorrad USB an Batterie oder Zündung anschließen? Diese Frage stellen sich vermutlich viele, sie ist aber aber nicht ganz einfach zu beantworten, da beides geht, aber beides Vor- und Nachteile hat. Hinzu kommt auch, welches Motorrad man hat, da nicht alle gleich sind, besser gesagt, es ist bei manchen einfacher als bei anderen. Persönlich schließen wir immer an die Zündung an sofern möglich.

Anschluss an die Zündung

Den USB-Anschluss an die Zündung deines Motorrads anzuschließen bietet mehrere Vorteile. Der größte Vorteil ist, dass der Stromkreis unterbrochen wird, sobald der Motor ausgeschaltet ist. Das bedeutet, dass deine Batterie nicht leergezogen wird, wenn du vergisst, deine Geräte abzustecken. Sobald der Motor läuft bzw. der Zündschlüssel gedreht ist, wird der USB-Anschluss mit Strom versorgt und deine Geräte können geladen werden.

Viele moderne Motorräder verfügen bereits über einen speziellen Anschluss für die Zündung, was den Einbau erheblich vereinfacht. Du musst lediglich den USB-Anschluss mit dem vorgesehenen Steckplatz verbinden - kein Löten oder aufwendige Verkabelung nötig. Sollte dein Motorrad über einen solchen Anschluss verfügen, empfehlen wir dir dringend, diesen zu nutzen. Informiere dich, ob dein Motorrad das hat und kaufe ggf. auch den passenden Adapter.

Direkter Anschluss an die Batterie

Der direkte Anschluss an die Batterie ist eine einfachere und universelle Methode, die bei jedem Motorrad funktioniert. Dabei wird der USB-Anschluss direkt mit den Plus- und Minuspolen der Batterie verbunden. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass sie relativ einfach zu realisieren ist und keine speziellen Anschlüsse oder Adapter benötigt.

Allerdings hat diese Methode einen erheblichen Nachteil: Der USB-Anschluss ist ständig mit Strom versorgt, auch wenn der Motor ausgeschaltet ist. Das bedeutet, dass du deine Geräte theoretisch jederzeit laden kannst, aber auch, dass die Gefahr besteht, die Batterie zu entladen, wenn du vergisst, deine Geräte abzuziehen. Bei längeren Standzeiten des Motorrads kann das zu einer leeren Batterie führen, was ärgerlich und potenziell problematisch ist.

Ein Vorteil ist allerdings, dass nicht in den Kabelbaum des Fahrzeug eingegriffen werden muss, und somit das vollständige entfernen des Systems ohne Probleme möglich ist. Durch die eingebaute Sicherung im USB-Kit ist die direkte Verwendung über die Batterie übrigens gefahrlos möglich.

Einbau bei älteren Motorrädern über die Zündung

Bei älteren Motorrädern, die keinen speziellen Anschluss für die Zündung haben, kann der Einbau etwas komplizierter werden. Hier müssen die Kabel oft manuell verlötet werden. Wenn du dich für diese Methode entscheidest, solltest du sicherstellen, dass du über das nötige Know-how und die richtigen Werkzeuge verfügst. Unsachgemäße Verkabelung oder schlechte Lötverbindungen können zu Stromausfällen oder sogar Kurzschlüssen führen, was nicht nur gefährlich, sondern auch kostspielig zu reparieren ist. An alten Fahrzeugen empfehlen wir daher eher direkt über die Batterie zu gehen.

Geeignetes Zündungsplus finden

Um den USB-Anschluss an die Zündung deines Motorrads anzuschließen, musst du ein geeignetes Zündungsplus finden. Das Zündungsplus ist eine Stromquelle, die nur dann Strom liefert, wenn die Zündung eingeschaltet ist. Eine bewährte Methode ist, den Strom vom vorderen Standlicht abzuzweigen. Diese Leitung ist bei den meisten Motorrädern leicht zugänglich und bietet eine stabile Stromversorgung, wenn die Zündung aktiviert ist.

Alternativ kannst du auch den Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwenden. Beide Optionen sind ebenfalls nur bei eingeschalteter Zündung aktiv und eignen sich daher gut für den Anschluss deines USB-Adapters. Achte darauf, die Verbindungen sorgfältig und sicher zu machen, um eine zuverlässige Stromversorgung und die Vermeidung von Kurzschlüssen sicherzustellen.

Hat man die entsprechende Stromquelle gefunden, müssen die Kabel durchtrennt und mit dem Anschluss des USB-Set wieder verbunden werden. Wir empfehlen die Kabel zu verlöten, da es die beste Methode auf lange Sicht ist.

Wir sind bei uns auf die Zündung des Standlicht gegangen, da wir den USB-Stecker vorne verbaut haben. Sollte dieser z.B. unter dem Sitz verbaut werden, ist es empfehlenswert ans Rücklicht zu gehen.

Schritt 2: geeignetes Zündungsplus finden

Damit die Ladebuchse später nur funktioniert, wenn die Zündung eingeschaltet ist, sollte die Stromversorgung über ein geschaltetes Plus erfolgen. Hierfür greifen wir den Strom beispielsweise vom vorderen Standlicht ab. Alternativ kann auch Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwendet werden. Da die Ladebuchse in der Regel aber im vorderen Bereich montiert wird, nutzen wir die Spannung des Standlichts. Keine Sorge, das Licht wird später beim Laden des Smartphones nicht dunkler, da eine Parallelschaltung entsteht.

Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, beide Enden der Ladebuchse direkt mit der Batterie zu verbinden und eine Schwebesicherung sowie einen Schalter zu installieren. Der Aufwand wäre allerdings deutlich größer und bringt keine nennenswerten Vorteile mit. Daher entscheiden wir uns für die einfachste Lösung.

Schritt 3: Abgreifen der Spannung

Nun wollen wir unsere Ladebuchse an die 12V-Spannung des Standlichts anschließen. Dazu trennen wir das rote Kabel, das zur Lampe führt auf und entfernen etwa 5-10mm der Isolation an beiden Enden. Nun führen wir das Rote Kabel der 12V-Ladebuchse an diese Stelle und kürzen es falls nötig. Wichtig: Das Kabel sollte nicht auf eine Minimallänge gekürzt werden, da es sich beim Einschlagen des Lenkers bewegt. Gerne darf es 10-15 Zentimeter länger ausfallen als nötig. Auch an diesem Kabel wird die Isolation am offenen Ende abgetrennt.

Jetzt müssen alle drei offenen Kabelenden miteinander verbunden werden. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Im Fahrzeugbau sind Crimp-Verbindungen üblich, deshalb lösen wir es auch auf diese Weise. Eine Lötverbindung funktioniert auch, ist allerdings kurzlebiger. Die offenen Drähte müssen natürlich vor Wasser geschützt werden. Ein Schrumpfschlauch erfüllt den Job am besten, Isolationsband ist keine dauerhafte Lösung.

Schritt 4: Verbinden des Minuspols

Damit der Stromkreis geschlossen wird, muss auch der Minuspol der Ladebuchse, also das schwarze Kabel, angeschlossen werden. Hierfür kann zum Beispiel die Masse des Standlichts verwendet werden. Das Vorgehen ist identisch wie beim Abgreifen der Spannung - allerdings wird nun das schwarze (oder teilweise blaue) Kabel genutzt. Alternativ lässt sich das Kabel mit der bereits montierten Ringöse am Hauptrahmen des Motorrades befestigen. Hier ist ein guter Kontakt sehr wichtig, am besten wird er an einer unlackierten Stelle erreicht. Bei vielen Motorrädern kann die Öse zum Beispiel an den Verschraubungspunkten für Verkleidungsteile zwischen Rahmen und Verkleidung geklemmt werden.

Hinweis: Die Verbindung mit der Fahrzeugmasse sollte nur am Hauptrahmen erfolgen. Wer den Strom über den Lenker, die Gabel oder der Schwinge wandern lässt, schadet dem Lenkkopf- beziehungsweise Schwingenlager. Daher bitte nur den Hauptrahmen verwenden.

Schritt 5: Funktion überprüfen

Nun ist die Ladebuchse korrekt angeschlossen und kann zum ersten Mal in Betrieb genommen werden. Dafür muss zunächst die Batterie wieder angeklemmt und die Zündung eingeschaltet werden. Wenn alles funktioniert, leuchtet an der 12V-Ladebuchse ein blaues Licht auf. Falls nicht, sollten die Verbindungen überprüft werden.

Anschluss über den SZ-Stecker

Im vorderen Rahmendreieck unter dem Tank befindet sich eine größere Ansammlung diverser Steckverbindungen, z.B. Dort ist auch der berüchtigte "SZ-Stecker" zu finden, an den SonderZubehör wie Navi oder eine USB-Buchse angeschlossen werden.

Um an das Rahmendreick zu kommen, muss der Tank runter - und das ist auch schon 98% der Arbeit...

Die folgende Beschreibung ist für Cruiser und Classic, sollte für Bagger und TC aber auch genutzt werden können. Den Tank hinten etwas anheben und etwas unterlegen (z.B. Der Tank ist nun noch mit der Benzinleitung, dem Entlüftungsschlauch und der Leitung für den Benzinstandssensor verbunden.

Durch das Anheben der hinteren Seite des Tanks kommt man an diese Teile besser dran.

Um an die Benzinleitungskupplung des Tanks zu kommen, muss die Abdeckung an der rechten Seite des Motors abgeschraubt werden. Dazu müssen 3x2 Schrauben gelöst werden.

Zuerst die beiden Schrauben an der Motorplakette lösen und die Plakette abnehmen:

Nun diese beiden Schrauben lösen. Das ist etwas tricky, da die Aussparungen nicht sehr breit sind, und der Tank da drüber etwas im Weg ist. Den Tank vorne noch leicht anheben (1-2 cm). Der Tank sitzt recht fest, und sollte von selbst in der etwas hochgezogenen Position verbleiben. Nun kommt man an die beiden Schrauben, die noch die Abdeckung auf der linken Seite halten, gerade eben ran. Die Schrauben sind tief unter dem Tank und nicht einfach zu erreichen. Hier kommt deshalb das lange T20 Torxbit zum Einsatz. Hier die linke Schraube:

Links käme man noch mit einer Torx Nuss und einer Verlängerung ran. Rechts ist der Bereich um den Schraubenkopf aber zu eng, da hilft nur das Langbit (oder ein extra langer Torx-Schraubendreher):

Nach Lösen der beiden Schrauben kann die Abdeckung auf der rechten Seite abgenommen werden.

Wo wir gerade links unter dem Tank arbeiten, lösen wir gleich noch die Steckverbindung für den Benzinstandssensor:

Das ist allerdings ziemlich fummelig, da nur wenig Platz und die Leitung recht kurz ist. Dazu werden an der Kupplung die hellen Flächen an beiden Seiten eingedrückt und so der Rastmechanismus gelöst. Das beidseitige Reindrücken der Flächen ist nicht ganz einfach, da nur wenig Platz da und doch etwas Kraft erforderlich ist.

Hinweis: Der SZ-Stecker war bei mir leicht zu identifizieren, da er der einzige mit einer Blindkappe war. Wenn keine Zusatzscheinwerfer verbaut sind, hat deren unbenutzter Steckkontakt ebenfalls eine Blindkappe. Das schaut dann so aus. Auf den Stecker ist eine Blindkappe als Schutz vor Wasser und Schmutz aufgesteckt.

Da haben wir ihn also: Den berühmten "SZ-Stecker"!

Damit das Zusatzgerät (z.B. die USB-Steckdose) in der Garage nicht die Batterie leernuckelt, müssen die 12 V über den CAN-Bus abgeschaltet werden. (Bezug des Adapterkabels z.B. Das geschieht über eine kleine Elektronik, die unter dem Schrumpfschlauch als kleines rechteckiges Modul erkennbar ist.

Anmerkung: Der in einem USB-Adapter enthaltene Wandler von 12V auf 5V läuft auch im Leerlauf (ohne angeschlossenes Gerät), zieht daher ständig etwas Strom und entlädt so die Batterie.

Der Adapter hat auf einer Seite ein passendes Gegenstück für den SZ-Stecker, auf der anderen Seite kommt eine Leitung mit zwei offenen Enden (+12V (rot) und Masse (schwarz)) heraus.

An diese Leitung kann nun z.B. über Schnelllötverbinder das gewünschte Gerät angeschlossen werden.

Wie man sieht, sind bis hier keine besonderen elektrischen Kenntnisse oder Fähigkeiten erforderlich - bis auf die Lötschnelllverbinder ist alles Plug & Play. Und Lötschnelllverbinder sind ja auch kein Hexenwerk... Siehe Youtube für eine Anleitung, z.B.

Dann den Adapter an den SZ-Stecker aufstecken, und die Konstruktion an der linken Seite nach vorne verlegen. Noch mit ein paar Kabelbindern fixieren - fertig!

Nun den Tank wieder montieren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0