Viele Motorradfahrer benötigen eine USB-Steckdose, um Navigationsgeräte, Smartphones oder andere elektronische Geräte während der Fahrt aufzuladen. Eine korrekte Installation ist entscheidend, um Batterieprobleme zu vermeiden. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, wie man eine USB-Steckdose fachgerecht an ein Motorrad anschließt.
Problemstellung: Batterieentladung
Ein häufiges Problem bei unsachgemäßer Installation ist, dass die USB-Steckdose permanent Strom zieht und die Batterie entlädt, besonders wenn das Motorrad längere Zeit nicht benutzt wird. Eine gängige Lösung ist, die Steckdose so anzuschließen, dass sie nur bei eingeschalteter Zündung Strom erhält.
Möglichkeiten des Anschlusses
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine USB-Steckdose am Motorrad anzuschließen:
- Direkt an die Batterie: Diese Methode ist einfach, birgt aber das Risiko der Batterieentladung.
- Über das Zündschloss: Hierbei wird die Steckdose an einen Stromkreis angeschlossen, der nur bei eingeschalteter Zündung aktiv ist.
- Über den SZ-Stecker (SonderZubehör-Stecker): Viele Motorräder haben einen vorbereiteten Stecker für Zubehör, der über den CAN-Bus gesteuert wird und sich nach dem Ausschalten der Zündung automatisch abschaltet.
Anschluss über Zündungsplus
Um die Ladebuchse nur bei eingeschalteter Zündung mit Strom zu versorgen, wird ein geschaltetes Plus benötigt.
Hierfür kann beispielsweise Strom vom vorderen Standlicht abgegriffen werden. Alternativ kann auch Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwendet werden. Da die Ladebuchse in der Regel aber im vorderen Bereich montiert wird, kann die Spannung des Standlichts genutzt werden.
Keine Sorge, das Licht wird später beim Laden des Smartphones nicht dunkler, da eine Parallelschaltung entsteht.
Alternative mit Batterieanschluss und Schalter
Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, beide Enden der Ladebuchse direkt mit der Batterie zu verbinden und eine Schwebesicherung sowie einen Schalter zu installieren.
Benötigte Teile und Werkzeuge
Für die Installation werden folgende Teile und Werkzeuge benötigt:
- USB-Steckdose mit Kabel und Sicherung
- Kabelverbinder (z.B. Crimp-Verbindungen oder Lötverbinder)
- Schrumpfschlauch oder Isolierband
- Sicherung (falls nicht bereits in der USB-Steckdose integriert)
- Relais (optional, um den Stromkreis zusätzlich zu schützen)
- Torx-Schlüsselsatz oder -Bitsatz
- Elektronik-Seitenschneider
- Kabelbinder
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Vorbereitung
Den Tank hinten etwas anheben und etwas unterlegen (z.B.
Im vorderen Rahmendreieck unter dem Tank befindet sich eine größere Ansammlung diverser Steckverbindungen, z.B. Dort ist auch der berüchtigte "SZ-Stecker" zu finden, an den SonderZubehör wie Navi oder eine USB-Buchse angeschlossen werden.
Schritt 2: geeignetes Zündungsplus finden
Damit die Ladebuchse später nur funktioniert, wenn die Zündung eingeschaltet ist, sollte die Stromversorgung über ein geschaltetes Plus erfolgen.
Hierfür greifen wir den Strom beispielsweise vom vorderen Standlicht ab. Alternativ kann auch Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwendet werden. Da die Ladebuchse in der Regel aber im vorderen Bereich montiert wird, nutzen wir die Spannung des Standlichts.
Keine Sorge, das Licht wird später beim Laden des Smartphones nicht dunkler, da eine Parallelschaltung entsteht.
Schritt 3: Abgreifen der Spannung
Nun wollen wir unsere Ladebuchse an die 12V-Spannung des Standlichts anschließen. Dazu trennen wir das rote Kabel, das zur Lampe führt auf und entfernen etwa 5-10mm der Isolation an beiden Enden. Nun führen wir das Rote Kabel der 12V-Ladebuchse an diese Stelle und kürzen es falls nötig.
Wichtig: Das Kabel sollte nicht auf eine Minimallänge gekürzt werden, da es sich beim Einschlagen des Lenkers bewegt. Gerne darf es 10-15 Zentimeter länger ausfallen als nötig. Auch an diesem Kabel wird die Isolation am offenen Ende abgetrennt.
Jetzt müssen alle drei offenen Kabelenden miteinander verbunden werden. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Im Fahrzeugbau sind Crimp-Verbindungen üblich, deshalb lösen wir es auch auf diese Weise. Eine Lötverbindung funktioniert auch, ist allerdings kurzlebiger. Die offenen Drähte müssen natürlich vor Wasser geschützt werden. Ein Schrumpfschlauch erfüllt den Job am besten, Isolationsband ist keine dauerhafte Lösung.
Schritt 4: Verbinden des Minuspols
Damit der Stromkreis geschlossen wird, muss auch der Minuspol der Ladebuchse, also das schwarze Kabel, angeschlossen werden. Hierfür kann zum Beispiel die Masse des Standlichts verwendet werden.
Das Vorgehen ist identisch wie beim Abgreifen der Spannung - allerdings wird nun das schwarze (oder teilweise blaue) Kabel genutzt. Alternativ lässt sich das Kabel mit der bereits montierten Ringöse am Hauptrahmen des Motorrades befestigen.
Hier ist ein guter Kontakt sehr wichtig, am besten wird er an einer unlackierten Stelle erreicht. Bei vielen Motorrädern kann die Öse zum Beispiel an den Verschraubungspunkten für Verkleidungsteile zwischen Rahmen und Verkleidung geklemmt werden.
Hinweis: Die Verbindung mit der Fahrzeugmasse sollte nur am Hauptrahmen erfolgen. Wer den Strom über den Lenker, die Gabel oder der Schwinge wandern lässt, schadet dem Lenkkopf- beziehungsweise Schwingenlager. Daher bitte nur den Hauptrahmen verwenden.
Schritt 5: Funktion überprüfen
Nun ist die Ladebuchse korrekt angeschlossen und kann zum ersten Mal in Betrieb genommen werden. Dafür muss zunächst die Batterie wieder angeklemmt und die Zündung eingeschaltet werden. Wenn alles funktioniert, leuchtet an der 12V-Ladebuchse ein blaues Licht auf. Falls nicht, sollten die Verbindungen überprüft werden.
Anschluss über den SZ-Stecker
Viele Motorräder, insbesondere modernere Modelle, verfügen über einen sogenannten SZ-Stecker (SonderZubehör-Stecker). Dieser Stecker ist speziell für den Anschluss von Zubehörteilen vorgesehen und wird über den CAN-Bus gesteuert. Das bedeutet, dass er sich automatisch abschaltet, wenn die Zündung ausgeschaltet wird, um die Batterie nicht zu entladen.
Vorteile des SZ-Steckers
- Einfache Installation (Plug & Play)
- Keine Batterieentladung durch automatische Abschaltung
- Sichere Stromversorgung durch CAN-Bus-Steuerung
Installation mit SZ-Stecker
- Den SZ-Stecker im vorderen Rahmendreieck unter dem Tank suchen. Er ist oft mit einer Blindkappe versehen.
- Einen passenden Adapter für den SZ-Stecker besorgen. Dieser Adapter hat auf einer Seite ein Gegenstück für den SZ-Stecker und auf der anderen Seite offene Enden für den Anschluss der USB-Steckdose.
- Den Adapter an den SZ-Stecker anschließen.
- Die Kabel der USB-Steckdose mit den offenen Enden des Adapters verbinden (z.B. mit Schnelllötverbindern).
- Die Konstruktion mit Kabelbindern fixieren und den Tank wieder montieren.
Sicherungen
Es ist wichtig, die USB-Steckdose mit einer Sicherung abzusichern, um Schäden an der Bordelektrik zu vermeiden. Viele USB-Steckdosen haben bereits eine integrierte Sicherung. Wenn nicht, sollte eine separate Sicherung in die Plusleitung eingebaut werden.
Wenn bereits eine Sicherung am roten Pluskabel der USB-Steckdose vorhanden ist, ist es optional, diese zu entfernen, da der Blindstecker durch die Sicherung im Sicherungskasten abgesichert ist. Es ist jedoch kein Problem, die Sicherung dran zu lassen, da dies eine doppelte Absicherung darstellt.
Zusätzliche Hinweise
- Verkleidungsteile: Für den Kabelbaum muss in Fahrtrichtung links die Verkleidung abgebaut werden.
- Stecker und Klemmen: Es ist wichtig, die Kabel fachgerecht mit passenden Steckern und Klemmen zu verbinden.
Empfohlene Produkte
Passend für Lenker mit 22,2 und 25,4 mm.- USB 1-Anschluss (max. 5V2,4A)
- Eingangsspannung: DC12V
- Eingangsspannungsbereich: DC10V-16V
- Stand-by Strom (ohne Last): 0.6 mA
- Ausgangsspannung: 4,8-5,2 V
- Ausgangsnennstrom: 2,4A
Es handelt sich um eine einfache Wasserdichtigkeit für z.B. Regen. Richten Sie keinen Hochdruckreiniger oder ähnliches auf die Einheit.
Der Standby-Stromverbrauch ist aufgrund der hohen Ausgangsspezifikation hoch. Um ein entleeren der Batterie zu verhindern, schalten Sie bitte die Stromversorgung aus, wenn das Fahrzeug gestoppt ist.
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