Uvex Quatro Integrale: Testbericht zum Mountainbike-Helm

Der Uvex Quatro Integrale ist der Nachfolger des Quatro Pro und damit das Topmodell der Uvex-Modellpalette. Als konsequente Weiterentwicklung des beliebten uvex quatro pro ist der uvex quatro integrale mit Seamless-Design und großzügigem, verstellbaren Visier eine Ansage an alle Enduro- und Allmountain-Fahrer.

Design und Verarbeitung

Dank neuem Fertigungsverfahren gehören die unschönen EPS-Ränder zwischen den Außenschalen der Vergangenheit an, der Quatro Integrale wirkt dadurch optisch deutlich hochwertiger. Optisch dezent und sehr gut verarbeitet. Der Quatro Integrale besteht aus einer Multi-Inmould Konstruktion mit insgesamt drei Schalen: Ober- und Unterschale sowie eine separate Schale im Heck.

Nahtstellen zwischen den einzelnen Schalen sucht man dank neuer seamless Bauweise vergeblich. Durch dieses Seamless-Design gehören Schwachpunkte im Inneren an den Übergängen zwischen den Schalen eindeutig der Vergangenheit an. In puncto Sicherheit ein großes Plus. Der komplette Innenbereich wirkt wie aus einem Guss.

Sicherheit und Schutz

Wie alle Top-Enduro-Helme ist der Quatro Integrale im Nackenbereich tief geschnitten, um maximalen Schutz im Sturzfall zu gewährleisten. Denn das Ergebnis ist eine sehr stabile Helmstruktur, die einem Sturz deutlich besser standhält als die Struktur herkömmlich verklebter Helme. So auch der Quatro Integrale.

Uvex setzt mit seinen neuen Enduro-Helmen - dem quatro integrale Tocsen und dem finale 2.0 Tocsen - auf noch mehr Sicherheit - besonders für Biker, die alleine unterwegs sind. Beide Modelle sind mit dem Sturzsensor des Freiburger Start-ups Tocsen ausgestattet. In Kombination mit einer kostenlosen Smartphone-App (Android & iOS) fragt das System nach einem Sturz, wie es dem Biker geht. Erfolgt innerhalb von 30 Sekunden keine Antwort, wird automatisch ein Notruf inklusive der GPS-Daten für eine präzise Ortung gesendet.

Belüftung und Komfort

Trotz seiner auf Sicherheit ausgerichteten Bauweise ist er mit ca. 322 Gramm (Herstellerangabe) ein gut belüftetes Leichtgewicht, das durch zahlreiche großzügige Ventilationsöffnungen eine gute Luftzirkulation bietet. Der Uvex Quatro Integrale verfügt über insgesamt 17 Ventilationsöffnungen die für eine mehr als ausreichende Belüftung des Kopfes sorgen sollen. Zusätzlich befinden sich Lüftungsöffnungen an der Stirn, die dem Beschlagen einer Brille oder Goggle zusätzlich entgegenwirken sollen.

Schließlich bringt der sicherste und stylischste Helm bekanntlich nichts, wenn es drunter zu heiß wird und infolgedessen an Lenker oder Rucksack „geparkt“ wird. Bergauf macht sich die Belüftung des Quatro Integrale positiv bemerkbar. Zwar kann auch sie bei sommerlichen Temperaturen das Schwitzen nicht unterbinden, aber einen Hitzestau unter dem Helm konnten wir auch bei längeren Etappen bergauf nicht spüren. Das Konzept geht hier also ebenfalls voll auf.

Anpassung und Passform

Uvex-typisch verfügt der Quatro Integrale über einen 3-Punkt-Gurt mit umlaufendem Kopfring. Außerdem bietet der Neue ein tiefgezogenes Heck und damit eine bessere Abdeckung am Hinterkopf. Ein wichtiger Punkt für mich persönlich: Gerade für Frauen mit eher „kleinen“ Köpfen ist der Sitz des Helmes ein neuralgischer Punkt. Auch hier war ich positiv überrascht.

Um den Quatro Integrale bestens an den eigenen Kopf anzupassen setzt Uvex das 360° Anatomic IAS System ein. Abgedrehter Marketingname mit einfacher aber wirkungsvoller Funktionsweise. Über das Drehrad am Hinterkopf lässt sich Höhe und Umfang perfekt an den Kopf anpassen. Dank des Uvex Anatomic IAS-System, über welches das „Helm-Innenleben“ auf Kopfhöhe und -umfang nachjustiert werden kann, konnte ich den Helm passgenau - ohne zu drücken - auf meinen Kopf anpassen. Denn gerade als Enduro-Helm ist das „Nicht-Verrutschen“ auf schnellen Trails ein erheblicher Sicherheitsfaktor.

Dank des angesprochenen IAS Systems passt der Quatro Integrale zumindest unserem Tester buchstäblich wie angegossen. Der Helm sitzt angenehm ohne zu drücken und umschließt den Hinterkopf gut. Die Aussparung an den Ohren ausreichend und auch Brillenträger bekommen keine Druckstellen.

Visier

Das große Visier lässt sich in drei Stufen verstellen und bietet so auch Platz für eine Goggle. Positiv fällt weiterhin das große, farblich abgesetzte und vor allem verstellbare Visier auf. Trotz seiner Größe fügt es sich nahtlos als Style-Element in den Look des Helms ein und lässt sich in drei Stufen verstellen - je nach Sonnenstand und Wegverlauf.

Steht die Sonne tiefer kann man dank verstellbarem Visier schnell Abhilfe schaffen. Ein Feature welches viele Helme bieten, aber teilweise etwas fummelig gelöst ist. Die Verstellung am Uvex Quatro Integrale ist dagegen gut gelöst und leicht zu handhaben.

Details und Besonderheiten

Auch Features wie das Fliegennetz und der Ratschen-Verschluss sind typisch für den Made-in-Germany-Helm. Schlussendlich erreicht der Uvex Quatro Integrale für uns die volle Punktezahl durch eine simple Kleinigkeit. Der Kinnriemen ist gepolstert. Ein Feature welches uns immer wieder erfreut, da es den Komfort maßgeblich erhöht.

Wenn wir überhaupt Verbesserungspotential beschreiben müssten, dann wäre es der Verschluss am Kinnriemen. Diese Art wirkt tatsächlich mittlerweile in unseren Augen etwas antiquiert und wir würden uns einen zeitgemäßen Magnetverschluss wünschen.

Alternativen

Auf MIPS oder vergleichbare Systeme muss man beim Quatro Integrale leider verzichten, insgesamt wirkt der Helm bereits zu seiner Vorstellung etwas veraltet. Mit seinen neuen Toscen-Enduro-Helmen mit integriertem Crash-Sensor, der im Ernstfall automatisch einen Notfallruf absetzt, verspricht Uvex ein Sicherheitsplus für Alleinfahrer.

Fazit

Mit einer UVP von 149 € ist der Uvex Quatro Integrale für die gebotene Leistung für uns ein ganz klarer Preis-/ Leistungs-Tipp. Verarbeitung, Passform und Belüftung sind auf einem sehr hohen Niveau und insgesamt 4 verschiedene Farbkombinationen sollten für jeden interessierten Käufer das passende parat haben.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0