ADAC Fahrradhelm Test: Uvex Urban Planet LED als Testsieger

Die Fahrradbranche erlebt einen Boom, insbesondere durch E-Bikes, die zur Popularität von Zweirädern beitragen. Allerdings steigt mit dem höheren Tempo der E-Bikes auch die Unfallgefahr. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) weist darauf hin, dass sich im Jahr 2023 bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte rund 6.400 Menschen schwer verletzten und 147 tödlich.

Rad-Alleinunfälle haben sich in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt, wobei die Dunkelziffer hoch sein soll. Dabei sind nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schwere Kopfverletzungen bei Stürzen die häufigste Unfallfolge. Laut Deutscher Gesellschaft für Unfallchirurgie könnten 60 bis 70 Prozent der tödlichen Hirnverletzungen mit Kopfschutz vermieden werden.

Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt. Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde.

Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort. Mit einem Sonnenschutz versehen, reduzieren sie einfallendes Licht. Ein wasserdichter Überzug bietet Schutz bei Regen.

ADAC Fahrradhelm Test 2024: Ergebnisse im Überblick

Die Stiftung Warentest und der ADAC haben im März 2024 gemeinsam einige Fahrradhelme getestet. Dabei wurden 14 verschiedene Fahrradhelme überprüft, wobei die Tester vor allem auf ihren Unfallschutz hin untersuchten. Aber auch Handhabung, Tragekomfort und der Gehalt an Schadstoffen wurden bewertet.

Im Test erhielten nur drei Helme die Gesamtnote "gut". Schlechtestes Modell im Test ist der "Casco E.Motion 2" für 120 Euro mit der Note "mangelhaft" (5,5). Er fiel vor allem durch ein gebrochenes Gurtschloss beim Ausziehtest negativ auf.

Testsieger: Uvex Urban Planet LED

Der "Uvex Urban Planet LED" für 130 Euro (Note 2,0) ist Testsieger und bietet den besten Unfallschutz. Im Test schneidet der Uvex Urban Planet LED unter den neu getesteten Helmen mit der Gesamtnote 2,0 (gut) am besten ab. In den Bereichen »Unfallschutz« und »Handhabung und Komfort« vergeben Stiftung Warentest und ADAC jeweils ein »gut« (2,3 bzw. 1,8).

Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.

Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen. Aber auch auf Inlineskates, dem E-Scooter oder im Gelände auf dem Mountainbike bietet der extrem robuste Helm sehr guten Schutz. Zu haben ist der Uvex in den Größen 54-58 und 58-61 Zentimeter in den Farben Black Matt und Cloud Matt.

Für die Anpassung des Helms an die Kopfform und an die Kopfgröße setzt Uvex auf eine klassische Verstellschraube an der Rückseite des Helms. Die individuelle Größenanpassung ist sowohl in der Höhe als auch in der Weite möglich.

Was uns gut gefällt: Im Gegensatz zu vielen anderen Helmen sitzt der Uvex nicht nur auf dem Kopf, er umschließt diesen auch, nämlich im Bereich des Hinterkopfs und an den Schläfen. Das steigert das subjektive Sicherheitsempfinden signifikant. Außerdem wirkt der Urban Planet extrem robust.

Nettes Extra: Uvex setzt bei seinem in Deutschland produzierten Helm auf recycelte und biobasierte Materialien. So ist am Ende des Produktlebenszyklus ein sortenreines Recycling der Helmbauteile durch lösbare Fügetechniken vorgesehen. Die Gurtbänder reflektieren, um nachts die Sichtbarkeit zu verbessern. Genau wie das Kinnpolster sind diese ebenfalls aus Recyclingmaterial gefertigt.

Weitere Empfehlenswerte Modelle

  • Alpina Gent Mips: Für ebenfalls 130 Euro (Note 2,2), bietet MIPS-Technologie zusätzlichen Schutz bei Stürzen.
  • Limar Torino: Für 90 Euro (Note 2,2).
  • Fischer Urban Plus Brooklyn: Für gerade mal rund 30 Euro bietet er Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen. Außerdem zeichnet sich der leichte Fahrradhelm durch einen guten Tragekomfort aus.

Eine besondere Erwähnung erhielt der Billighelm "Crivit Fahrradhelm mit Rücklicht" vom Discounter Lidl für 15 Euro. Trotz des niedrigen Preises erhielt er die Note "befriedigend" (2,6) und wurde als einziger Helm im Test sogar als "gut" bei Dunkelheit erkennbar gelobt.

Spezielle Helme

Neben den Standard-Helmen testete der ADAC außerdem drei Modelle, die speziell für S-Pedelecs (E-Bikes bis 45 km/h) entwickelt wurden. Dabei zeigte sich: Obwohl sie für höhere Geschwindigkeiten entwickelt wurden, schneiden diese Helme nicht unbedingt besser ab als normale Fahrradhelme.

Fahrradhelme mit Visier

Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.

Uvex verkauft den Finale Visor in den Größen 52 bis 57 und 56 bis 61. Als Farben stehen Schwarz, Grau/Weiß, Grün/Schwarz und Gelb/Weiß zur Auswahl. Unser Testmuster in 56 bis 61 wiegt 370 Gramm. Für einen Helm mit Visier und Beleuchtung ist das ein guter Wert.

Tragekomfort und Passform des Uvex-Helms sind vorzüglich. Dieser umschließt exakt den Kopf, drückt nicht und reibt nicht. An den Seiten ist der Helm weit heruntergezogen, was das subjektive Sicherheitsempfinden erhöht. Über das rückseitige Rädchen lässt sich die Passform maßgeschneidert anpassen.

Wichtige Kriterien beim Kauf eines Fahrradhelms

Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.

Grundsätzlich ermöglicht es so gut wie jeder Fahrradhelm, die Größe über ein Drehrädchen anzupassen. Dennoch ist es wichtig, einen Fahrradhelm zu kaufen, der von seiner Dimension her zu Ihrem Kopf passt.

Der Kopf lässt sich in folgende vier Altersgruppen unterteilen:

  • Kleinkinder bis zu drei Jahren haben meist einen Kopfumfang von 44 bis 52 Zentimetern
  • Zwei- bis Siebenjährige einen von 46 bis 57 Zentimetern
  • Fünf- bis Zwölfjährige messen für gewöhnlich 52 bis 60 Zentimeter
  • Allen Radfahrern über zwölf Jahren wird ein Helm für einen Kopfumfang von 52 bis 65 Zentimetern empfohlen.

Die Angaben dienen jedoch nur der groben Orientierung. Einige Fahrradhelme lassen sich zusätzlich durch versetzbare Kletteinsätze an die Kopfform anpassen.

Sicherheitsmerkmale und Komfort

Achten Sie beim Kauf auf zusätzliche Reflektoren oder eine für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbare Farbe. Dunkle Fahrradhelme erwärmen sich bei Sonne stärker als helle. Auf der Verpackung und dem Helm sollte das Produktionsdatum abgedruckt sein.

Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen. Alle Helme in unserem Test erfüllen diese Norm. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten.

Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.

Übersicht der getesteten Fahrradhelme

Hersteller/Modell Mittlerer Preis in Euro ADAC Urteil Handhabung & Komfort Unfallschutz Schadstoffe
Uvex Urban Planet LED 130 2,0 1,8 2,3 1,0
Alpina Gent MIPS 130 2,2 1,9 2,5 1,0
Limar Torino 90 2,2 1,9 2,5 1,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht 15 2,6 1,9 2,9 1,9
Casco E.Motion 2 120 5,5 1,9 5,5 1,6

Hinweis: Bei den angegebenen Preisen ist der günstigste Online-Preis angegeben, wie ihn die Preissuchmaschine Idealo am 4.4.2024 ermittelte. Design und Farbe der Fahrradhelme haben bei einigen Herstellern Einfluss auf den Preis, ausgewählt ist die preisgünstigste Variante.

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