Mathieu van der Poel, der Alleskönner im Radsport, hat in Leuven/Belgien ein Triple gefeiert, indem er sich nach den WM-Titeln auf der Straße und im Querfeldein auch noch das Regenbogen-Trikot im Gravel sicherte. Radsportfans sind es gewohnt, Mathieu auf dem Canyon Aeroad bei Straßenrennen oder auf dem Inflite bei Cyclocrossrennen siegen zu sehen. Sein Sieg bei der Gravel-Weltmeisterschaft 2024 war Mathieus einziges Gravel-Rennen des Jahres. Mathieus Bike ähnelt den Grail CFR Modellen auf Canyon.com, weist jedoch einige feine Unterschiede auf, die auf seine Sponsoren zurückzuführen sind.
Nach dem Sieg von Kasia Niewiadoma im letzten Jahr und dem Erfolg von Gianni Vermeersch im Jahr 2022 hat Canyon mit dem Triumph von Mathieu nun drei Gravel-Weltmeisterschaftssiege in den letzten drei Jahren errungen. Dies beweist, dass der innovative Double-Drop-Lenker des Grail und der performance-orientierte, aerodynamische Rahmen das Bike zu einem der weltweit führenden Räder im Gravel-Performance-Bereich machen.
Nicht nur van der Poel feierte in Leuven/Belgien ein Triple, indem sich der Alleskönner nach den WM-Titeln auf der Straße (2023) und Querfeldein (2015, 2019, 2020, 2021, 2023, 2024) auch noch das Regenbogen-Trikot im Gravel sicherte. Auch Canyon stellt damit zum dritten Mal in Folge einen Gravel-Weltmeister, nachdem die Titelkämpfe seit 2022 unter dem Dach des Radsportweltverbands UCI ausgetragen werden.
Das Canyon Grail CFR XPLR im Detail
Das Canyon Grail CFR XPLR will im Gravel-Race-Bike-Vergleich 2025 zeigen, was es draufhat. Mit einer Renn-DNA, die bereits Mathieu van der Poel zum Weltmeistertitel begleitet hat, kombiniert das Bike im Test Top-Ausstattung, Aero-Optimierungen und smarte Features in einem Paket. Der Koblenzer Direktversender Canyon ist bekannt für Rennmaschinen mit Innovationsdrang - und das neue Grail CFR XPLR bleibt dieser Linie treu. Auf dem Papier bringt das Grail CFR XPLR alles mit, was ein modernes Race-Gravel-Bike ausmacht.
Auch optisch hebt sich das Grail CFR XPLR ab. Je nach Modellstufe - CF SL, SLX oder CFR - wird die Lackierung aufwendiger. Mit 7,7 kg in Größe M zählt das Grail CFR XPLR zu den leichtesten Bikes im Testfeld, bleibt aber hinter Leichtbau-Ikonen wie dem Specialized S-Works Crux oder Parapera Anemos² zurück. Dafür punktet es mit Aero-Optimierung und einer kompromisslosen Ausstattung aus dem Hause SRAM.
Geschwindigkeit zu jedem Preis? Das Canyon Grail CFR XPLR zeigt seinen Charakter direkt an den Reifen: Die Goodyear XPLR Semi-Slicks in 40 mm sind in erster Linie für Speed gemacht und speziell abgestimmt auf die breiten Zipp-Carbon-Laufräder mit 33 mm Innen- und 40 mm Außenmaulweite. Auch bei der Reifenfreiheit bleibt Canyon dem Racing-Konzept treu - mit 46 mm vorne bietet das Grail genug Platz für griffige Pneus, doch hinten ist bei 42 mm Schluss. Das bedeutet weniger Spielraum für schlammige Gravel-Rennen oder felsiges Terrain.
Beim Cockpit setzt Canyon auf eine Mischung aus Aero, Ergonomie und Kontrolle. Das Pro Cockpit mit 40 cm Breite in den Hoods und 47 cm in den Drops sorgt für eine aggressive Race-Position, ist jedoch kein Serienstandard und muss separat für 379,95 € erworben werden. Die nach unten gezogenen Drops mit negativem Rise sind optisch markant, sollen für eine tiefere, ergonomisch stabile Griffposition sorgen und sind ein klarer Kontrast zum ROSE BACKROAD FF, das mit erhöhten Drops den entgegengesetzten Weg geht.
Obwohl es als Race-Gravel-Bike konzipiert ist, überrascht das Grail CFR XPLR mit allen Features und Anschraubpunkten, die man sonst nur von Adventure-Gravel-Bikes gewohnt ist. So sorgen drei Flaschenhalter-Mounts, ein Rahmenfach, eine Rahmentasche mit Fidlock-Magnetverschluss, eine Top-Tube-Bag-Halterung und nachrüstbare Mountingpoints an der Gabel für ein absolut durchdachtes Transportkonzept, das gerade auf der Langstrecke seinen Nutzen voll ausspielen kann. Als Kirsche-on-top gibt es noch Schutzblech-Ösen für den Ganzjahreseinsatz.
Auch die Geometrie zeigt eine klare Ausrichtung auf Speed und eine hohe Anpassung an die Bedürfnisse von Gravel-Racern. Mit einem Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,44 zählt das Grail zu den sportlichsten Bikes im Testfeld, nur das ROSE BACKROAD FF ist hier noch aggressiver. Der lange Reach kombiniert mit einem kurzen 80-mm-Vorbau erinnert an moderne MTB-Geometrien und sorgt für viel Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten, ohne die Lenkung zu träge werden zu lassen. Der 71,5° steile Lenkwinkel verspricht ebenfalls Agilität in Kurven. Das wird gekontert von dem sehr langen Radstand von 1.057 mm, den nur das Adventure-Gravel-Bike MERIDA SILEX übertrifft. Eine wilde Mischung aus Eigenschaften, die Laufruhe auf ruppigen Gravel-Pisten bei hohen Geschwindigkeiten versprechen, ohne dabei zu träge oder unsportlich zu werden.
Schon auf den ersten Metern wird klar: Das Canyon Grail CFR XPLR ist ein echter Racer - schnell, effizient und mit einer ordentlichen Prise Renn-DNA. Die Sitzposition vermittelt direkt ein sportlich-direktes Gefühl, ohne zu stark aufzudrängen. Im Antritt zeigt sich das Grail effizient und kraftvoll, auch wenn ihm die übermäßige Explosivität eines Parapera Anemos² oder Specialized Crux fehlt. Dafür überzeugt es mit einem angenehmen Tempoaufbau und ordentlichen Vorwärtsdrang, der besonders auf längeren, schnellen Abschnitten glänzt.
Das Handling ist typisch Canyon: direkt, intuitiv und berechenbar sowie auffällig laufruhig. Die hohe Laufruhe und das kontrollierte Lenkverhalten sind dabei vor allem dem langen Radstand und dem kurzen Vorbau zu verdanken. Sobald man auf langen Geraden oder in schnellen Abfahrten in die Drops greift, fährt sich das Bike wie auf Schienen, fordert dafür aber auf engen Trails und verwinkelten Kursen eine aktive Fahrweise - hier zeigt sich das Grail weniger verspielt als ein SCOTT Addict Gravel RC oder das ultrawendige S-Works Crux mit seiner Cyclocross-DNA, bringt dafür aber deutlich mehr Laufruhe und Kontrolle, wenn es dann zur Sache geht. Auf flowigen, schnellen Kursen und langen Highspeed-Geraden fühlt sich das Grail voll in seinem Element und das ergonomische Cockpit bringt einen tief in die Aero-Sitzposition.
Auch in Sachen Komfort hat Canyon mitgedacht. Das Aero-Cockpit liefert spürbaren Flex, während der Rahmen eine gute Balance zwischen Steifigkeit und Dämpfung bietet - gerade im Vergleich zu deutlich härteren Vertretern wie dem ROSE BACKROAD FF. Der Antritt ist direkt und effizient, das Grail hält die Geschwindigkeit mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Wer gerne schnell, kontrolliert und effizient fährt, wird das Grail lieben.
Auf ruppigem Terrain sorgt der lange Radstand für Spurtreue, die jedoch durch die 40 mm breiten Semi-Slick-Reifen etwas eingeschränkt wird. Die Goodyear XPLR warten durch ihre glatte Lauffläche mit Top-Speed auf Asphalt und Hardpack auf, werden aber in gröberen Gefilden zur Achillesverse vom Canyon Grail CFR XPLR. Auf losem Schotter fehlt es an Biss, in nassen Kurven an Seitenhalt und auf matschigem Untergrund an Traktion. Ein Reifen-Upgrade mit mehr Volumen und Profil könnte das Offroad-Potenzial deutlich verbessern. Die Gabel lässt mit 46 mm Reifenfreiheit auch größere Upgrades zu, der Grip an der Front ist zugegeben auch deutlich wichtiger, um bei rutschigen Rennen die Kontrolle zu behalten. Die 42 mm Reifenfreiheit am Heck wirken jedoch wenig modern und könnten bei klebrigem Matsch zum echten Problem werden.
Insgesamt erweist sich das Grail als durchdachtes Gesamtkonzept, das genau an die Anforderungen von Gravel-Rennen angepasst wurde. Während viele Race-Gravel-Bikes Kompromisse bei Komfort und Transportmöglichkeiten eingehen, bietet das Grail zudem eine moderne Balance aus Aero-Optimierungen und Funktionalität. Wer eine Rennmaschine sucht, die sowohl auf der Rennstrecke als auch im Trainingsalltag überzeugt, ist hier richtig. Trotz unterdurchschnittlichem Gewicht und Preis bietet das Grail CFR XPLR eine starke Mischung aus Race-Performance und Vielseitigkeit.
Das Canyon Grail CFR XPLR ist eine erstklassige Wahl für lange, schnelle Gravel-Rennen mit hohem Hardpack-Anteil. Seine ausgewogene Geometrie kombiniert Stabilität mit Agilität, die vor allem auf anspruchsvollen Kursen mit hohen Geschwindigkeiten überzeugt. Dank zahlreicher durchdachter Features punktet das Grail CFR XPLR mit einer seltenen Kombination aus kompromissloser Race-DNA, Komfort und Alltagstauglichkeit. Für matschige Kurse oder anspruchsvolle Offroad-Passagen fehlt dem Grail etwas die Reserve: hier gibt es deutlich bessere Alternativen. Ein Upgrade auf griffigeren Pneus kann das Potenzial aber spürbar erweitern.
Das Canyon Grail CFR XPLR schafft den Spagat zwischen Race-Performance und Vielseitigkeit wie kaum ein anderes Bike im Test. Auch wenn es nicht das explosivste oder agilste Bike im Vergleich ist, punktet es mit einem einzigartigen Gesamtpaket, das so kein anderes Bike im Vergleich bieten kann. Dank seines intuitiven und stabilen Handlings bleibt es auch bei hohem Tempo souverän und sicher. Wer ein durchdachtes, innovatives und vielseitiges Race-Gravel-Bike sucht, liegt mit dem Canyon Grail CFR XPLR also goldrichtig.
Die Ausstattung von van der Poels Grail CFR
Nachdem Gianni Vermeersch (Belgien) bei der Erstauflage der offiziellen Gravel-WM noch auf einem umgebauten Ultimate CFR, eigentlich ein leichter Race-Allrounder für anspruchsvolle Bergetappen, triumphiert hatte, setzte van der Poel wie auch schon Kaisa Niewiadoma (Polen) im Vorjahr auf das Grail CFR. Ein geländetauglicher Spezialist mit Rennambitionen. Die auffälligste Änderung, neben der Perlmutt-Sonderlackierung, zeigt sich am Antriebsstrang: Der 29-Jährige wechselte die Gänge mit Shimanos Dura-Ace Di2, wobei die Übersetzung mit der Kettenblatt-Kombi 52/36 etwas kleiner als bei seinem Straßen-Setup ausfiel. An die Serienräder sind geländetaugliche Schaltgruppen von Shimano (GRX Di2) oder SRAM (Red XPLR AXS) geschraubt.
Interessant wird es mit Blick auf die Laufräder an van der Poels Rennmaschine, schließlich waren die relativ hohen Carbonfelgen ohne die üblichen Decals markiert. Der aktuelle Doppel-Weltmeister aus Cyclocross und Gravel war demnach entweder mit einem noch unveröffentlichten Laufradsatz von seinem Sponsor Shimano unterwegs oder fuhr mit einem Fabrikat eines anderen Herstellers. Bei den Reifen entschied sich van der Poel für schnelle Terreno Zero seines Ausrüsters Vittoria. Mit 38 Millimetern fielen diese etwas schmaler aus als bei vielen aktuellen Gravelbikes. So rollt auch das serienmäßige Grail CFR auf etwas breiteren Gummis von Goodyear oder Schwalbe.
Obwohl Canyon der zweiten Generation des Grail ein Staufach für ein Pannen-Set im Unterrohr spendierte, setzte “MvdP” lieber auf die altmodische Lösung und fixierte eine CO2-Pumpe von SKS, Modell Airbuster, per Klebeband an der Carbonstütze. Das Ganze schaut zwar etwas nach einer Bastellösung aus, dürfte bei einem Reifenschaden aber die schnellere Alternative sein.
Das alte Grail machte noch durch den Doppellenker von sich Reden, am aktuellen Modell ist ein formschönes One-Piece-Cockpit geschraubt. Van der Poel fuhr eine nicht erhältliche Rennversion mit 110/370 Millimetern.
Das Cockpit an van der Poels Rennmaschine bietet Canyon auch für Hobbysportler an - allerdings nur als Nachrüstoption und nicht in den Profi-Dimensionen des Allround-Talents. Bei einer Vorbaulänge von 110 Millimetern war dessen Sonderanfertigung nur 370 Millimeter breit. Ab Werk schrauben die Koblenzer mindestens 420 Millimeter breite Lenker-Vorbau-Kombis an die Räder, die Vorbauten variieren je nach Rahmengröße zwischen 60 und 80 Millimetern. Die sportlichste Version im Zubehör-Shop misst 110/400 Millimeter.
Canyon Inflite: Eine Option für Cyclocross-Enthusiasten
Nach dem Siegeszug des Gravelbikes redet kaum noch jemand über sie: Cyclocrosser oder Querfeldeinräder. Nur wenige Hersteller halten eine Flotte aufrecht. Canyon als Sponsor des niederländischen Weltmeisters Mathieu van der Poel ist einer davon - und präsentiert nun wenige Tage vor dem Weltcup-Auftakt in Waterloo/USA (15. Oktober) ein neues Modell.
Das Inflite CFR basiert laut der Koblenzer auf der Plattform, die van der Poel im vergangenen Winter auf seinem Weg zum fünften WM-Titel fuhr. Erstmals sind die Leitungen komplett in das vom Aeroad und Ultimate bekannte Cockpit und die überarbeitete Gabel integriert. Die Lenker-Vorbau-Einheit lässt sich um 15 Millimeter in der Höhe verstellen, ohne die Leitungen verändern zu müssen. Außerdem ist das Cockpit in drei verschiedene Breiten einstellbar. Ein Tretlager von Ceramicspeed und hochwertige Komponenten bei Antrieb und Laufrädern runden das exklusive CX-Rad ab.
Canyon bietet das Inflite in zwei High-End-Varianten für jeweils 7499 Euro an. Das CFR Di2 Team erhält dabei die Farbgebung von van der Poels Rennmaschine. Zudem sind zwei CF SLX- und eine CF SL-Version erhältlich. Die Modelle zu Preisen zwischen 3999 und 5499 Euro basieren unter anderem auf einem schwereren Rahmen-Set, zudem verlaufen die Leitungen am Cockpit wie beim Vorgänger extern. Alle Varianten schalten elektronisch und kommen mit Powermeter-Kurbel.
Ausstattungsdetails des Canyon Inflite CFR Di2 Team:
- Schaltung: Shimano Dura-Ace Di2 inkl. Quarq-Powermeter
- Laufräder: DT Swiss CRC 1100 Spline
- Reifen: Schwalbe X-One R (33 Millimeter)
- Preis: 7499 Euro
Ausstattungsdetails des Canyon Inflite CF SLX 8 Di2:
- Antrieb: Shimano Ultegra Di2 inkl. Rotor-Powermeter
- Laufräder: DT Swiss CRC 1400 Spline
- Reifen: Schwalbe X-One R (33 Millimeter)
- Preis: 5499 Euro
Ausstattungsdetails des Canyon Inflite CF SLX 8 eTap:
- Schaltung: SRAM Force AXS inkl. Quarq-Powermeter
- Laufräder: DT Swiss CRC 1400 Spline
- Reifen: Schwalbe X-One R (33 Millimeter)
- Preis: 4999 Euro
Ausstattungsdetails des Canyon Inflite CF SL 7 eTap:
- Antrieb: SRAM Rival AXS inkl.
Weitere Bikes der Profis bei der Gravel-WM 2024
Neben Mathieu van der Poel setzten auch andere Profis auf unterschiedliche Setups und Bikes:
- Das Trek Checkmate von Jasper Stuyven: Im vergangenen Jahr kürte sich der Rennrad-Profi an gleicher Stelle zum Gravelbike-Europameister. Bei der WM fuhr er mit seinem neuen Trek Checkmate nun auf Platz 4.
- Das Pinarello Dogma X von Connor Swift: Der Brite verpasste seinem Langstrecken-Rennrad 40 Millimeter breite Gravel-Reifen und holte damit Platz 6 bei der Gravelbike-WM.
- Das Specialized S-Workx Roubaix von Tim Merlier: Der belgische Sprinter kommt eigentlich vom Rennrad. Entsprechend fuhr er auch die Gravelbike-WM auf einem Rennrad, nur mit etwas breiteren Reifen. Ergebnis: Platz 8.
- Das Cannondale Supersix Evo von Lander Loockx: Mit Lokalmatador Lander Loockx setze ein weiterer Belgier im WM-Rennen lieber auf ein Rennrad. Seinem Supersix Evo verpasste er 35er-Reifen und ein Gravel-Schaltwerk.
- Das Orbea Terra OMR von Paul Voß: Gestoppt vom Defekt-Teufel wurde der Deutsche Meister auf dem Gravelbike bei der WM.
Fazit
Das Canyon Grail CF SLX 8 AXS hat sich den Testsieg redlich verdient. Überzeugt es doch sowohl durch Komfort als auch durch Leichtigkeit. Nicht ohne Grund das Gravelbike gleich mehrerer Weltmeister. Den Testsieg teilt es sich mit dem Trek Checkmate.
Im Zuge der Neuvorstellung des Grail vor einem Jahr verabschiedete sich Canyon vom auffälligen Doppellenker. Stattdessen thront an der Front ein aerodynamisch optimiertes One-Piece-Cockpit, das neben der Ästhetik vor allem auf den Fahrkomfort einzahlt. In Kombination mit der abgeflachten Carbonstütze am Heck federt das Grail richtig gut. Dass die maximale Reifenfreiheit lediglich 42 Millimeter beträgt, ist dadurch verschmerzbar.
Insgesamt ist der hohe Federkomfort ein Qualitätsmerkmal im Feld der rennorientierten Gravelbikes, zu denen das Rad qua Produktbeschreibung zählt. Man würde dem antrittsstarken Canyon jedoch nicht gerecht werden, beschränkte man es nur auf seine Renntauglichkeit. Vielmehr erweist sich das Grail als kompetitiver Allrounder, der auch für längere Offroad-Abenteuer gewappnet ist. Anhaltspunkte sind die vergleichsweise aufrechte Sitzposition, das betont spurtreue Lenkverhalten sowie die zahlreichen Befestigungspunkte für Gepäck und Schutzbleche.
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