MTB-Rucksack Test: Die besten Modelle für Transalp und Mehrtagestouren

Für anspruchsvolle Mountainbike-Touren, insbesondere bei Transalp-Abenteuern, ist der richtige Rucksack von entscheidender Bedeutung. Er muss genügend Stauraum bieten, bequem sitzen und die Ausrüstung optimal organisieren. In diesem Artikel werden vier beliebte MTB-Rucksäcke für Transalp-Touren getestet und wertvolle Tipps zum richtigen Packen gegeben.

Die vier MTB-Rucksäcke im Test

  • Deuter Trans Alpine Pro 28
  • Evoc Explorer Pro 30
  • Osprey Escapist 25
  • Vaude Bike Alpin Pro 28+

Im Folgenden werden die getesteten Rucksäcke detaillierter vorgestellt:

Deuter Trans Alpine Pro 28

Der Deuter Trans Alpine Pro 28 wird als der beste Trans Alpine Rucksack im Test hervorgehoben. Dank seiner großen Flügel sitzt er extrem stabil und entlastet die Schultern. Die Polsterung ist auch für schwere Lasten ausreichend. Der Deuter ist perfekt organisiert mit zahlreichen Steckfächern und Unterteilungen. Große Hüfttaschen und ein cleveres Smartphone-Fach runden das Paket ab. Das höhere Gewicht ist ein Nachteil der üppigen Ausstattung.

Technische Daten und Bewertung:

  • Preis: 200 Euro
  • Gewicht / Volumen: 1655 G / 31 L
  • Tragesystem: Schaumpolster
  • Ausstattung: Bodenfach, Werkzeugfach, Lageverstellung, Smartphone-Tasche, Regenhülle, SOS-Label, Frontschubfach
  • Trinkblase: nein / 3 l (optional)
  • BIKE-Urteil: 52 Punkte / sehr gut

Evoc Explorer Pro 30

Der Evoc Explorer Pro 30 ist die erste Wahl für technische Alpen-Touren. Mit seinem stretchigen Klettgurt sitzt er satt und stabil am Rücken. Das Taschen-Management ist nahezu perfekt und die Aufteilung sehr gelungen. Das etwas geringe Volumen erfordert jedoch sparsames Packen. Die großen Hüfttaschen sind praktisch, die Belüftung ist jedoch nur mäßig.

Technische Daten und Bewertung:

  • Preis: 200 Euro
  • Gewicht / Volumen: 1310 G / 25 L
  • Tragesystem: Schaumpolster
  • Ausstattung: Waschbeutel, breiter Stretch-Hüftgurt, Bodenfach mit Rollverschluss, Regenhülle, SOS-Label, Helmhalter
  • Trinkblase: nein / 3 l (optional)
  • BIKE-Urteil: 49 Punkte / sehr gut

Osprey Escapist 25

Das Leichtgewicht im Test, der Osprey Escapist 25, punktet mit viel Stauraum und einem individuell einstellbaren Rückensystem. Er liegt nah am Körper an und sitzt auch in der Abfahrt gut. Allerdings leidet darunter die Belüftung. Das Ordnungssystem mit wenigen Staufächern könnte verbessert werden. Die großen Hüfttaschen, das Schubfach an der Front und der clevere Helmhalter sind positiv hervorzuheben. Die Schultergurte sind nur wenig gepolstert.

Technische Daten und Bewertung:

  • Preis: 150 Euro
  • Gewicht / Volumen: 1176 G / 29 L
  • Tragesystem: Schaumpolster
  • Ausstattung: 2 Größen, einstellbare Rückenlänge, Helmhalter, Regenhülle, Frontschubfach
  • Trinkblase: nein / 3 l (optional)
  • BIKE-Urteil: 45 Punkte / gut

Vaude Bike Alpin Pro 28+

Beim Vaude Bike Alpin Pro 28+ wird der Rücken angenehm von Frischluft umströmt, wenn das aufwändige Tragesystem gespannt wird. Dafür sitzt der Bike Alpin weniger sicher in der Abfahrt und schaukelt sich etwas auf. Bei hoher Zuladung können die Gurte auf die Schultern drücken. Die Aufteilung der Taschen ist gut, das Werkzeugfach jedoch zu flach. Eine seitliche Smartphone-Tasche ist top, aber es gibt nur eine Hüfttasche.

Technische Daten und Bewertung:

  • Preis: 180 Euro
  • Gewicht / Volumen: 1322 G / 26,5 L
  • Tragesystem: Netzrücken
  • Ausstattung: Größenverstellung, aufwändige Lüftungseinstellung, Regenhülle, Helmhalter, Smartphone/Kartenfach, Werkzeugfach
  • Trinkblase: nein / 3 l (optional)
  • BIKE-Urteil: 47 Punkte / sehr gut

MTB-Rucksack richtig packen: Tipps vom Experten

Touren-Guide Peter Brodschelm gibt wertvolle Tipps für den perfekt organisierten Mehrtagesrucksack für eine Alpenüberquerung:

  • Wechselkleidung: Ganz unten im Hauptfach lagert die Wechselkleidung für den Abend. Peter rollt seine Klamotten zusammen, um Falten zu vermeiden und Platz zu sparen.
  • Trinkflaschen/Trinkblase: Peter nutzt Trinkflaschen, die sich schneller an Quellen befüllen lassen. Wer mit Trinkblase fährt, sollte unbedingt auf ein separates Fach achten.
  • Arm- und Beinlinge/Wechsel-Shirt: Diese sind optimal an den Seiten des Hauptfachs aufgehoben, um schnell griffbereit zu sein.
  • Regenjacke/Erste-Hilfe-Set: Die oberste Schicht im Hauptfach ist wetterabhängig. Bei Regen kommt die Regenjacke nach oben, ansonsten das Erste-Hilfe-Set.
  • Werkzeug: Ein separates Täschchen mit Werkzeugen sollte zentral im Rucksack und nah am Körper verstaut werden.

Clevere Details am Rucksack für Mehrtagestouren

  • Brillenfach: Viele Rucksäcke haben kratzfrei ausgestattete Fächer weit oben für Brille, Handy, Geldbörse und kleine Zubehörteile.
  • Werkzeugfach: Peter nutzt die kleinen Staufächer des Werkzeugfachs überwiegend als Toilettentasche.
  • Hüfttasche: Mini-Tool, Müsliriegel, Smartphone, Handschuhe - alles, was man griffbereit haben möchte, findet in den praktischen Taschen am Hüftgurt Platz.
  • Bodenfach: Hier lagern Utensilien, die man tagsüber nicht braucht, wie Schmutzwäsche oder ein Hüttenschlafsack.

Interview mit Peter Brodschelm

BIKE: Wie hält man Ordnung im Transalp-Rucksack?

Peter Brodschelm: Das klappt nur mit Disziplin. Bei mir haben alle Sachen ihren festen Platz. Wenn ich etwas nicht mehr brauche, kommt es sofort an seinen angestammten Platz zurück.

BIKE: Reichen 25 bis 30 Liter für sieben Tage Abenteuer?

Peter Brodschelm: In der Regel ja, sofern man sparsam packt und kein Riese ist. Sechs bis sieben Kilo, mehr sollte ein Transalp-Rucksack nicht wiegen.

BIKE: Sollte man das Fahren mit Rucksack trainieren?

Peter Brodschelm: Nicht unbedingt das Aushalten der Last. Aber das Fahren auf Trails. Man ist einfach träger und schwerer.

BIKE: Wie passt man den Rucksack optimal an?

Peter Brodschelm: Die meiste Last sollte auf der Hüfte liegen. Dafür muss der Rucksack aber zur Rückenlänge passen. Bitte nicht den Hüftgurt maximal anziehen, weil sonst die Atmung über den Bauch blockiert wird. Was mir immer wieder auffällt ist, dass Kunden vergessen, den Brustgurt zu schließen. Der kann aber richtig eingestellt enorm viel Zug von den Schultern nehmen.

BIKE: Worauf würdest Du auf keinen Fall verzichten wollen?

Peter Brodschelm: Auf gute Funktionsunterwäsche. Damit kann ich mehrere Lagen darüber ersetzen, weil ich einfach ein gutes Klima schaffe. Da kann ich mir oft ein Langarm-Shirt oder sogar einen Fleece-Pulli sparen. Ich hab’ immer zwei Unterhemden mit unterschiedlicher Faserstruktur dabei. Eins für kaltes, eins für warmes Wetter. Ein Langarmunterhemd braucht es übrigens nicht, es reicht, wenn der Torso warm bleibt.

Weitere Aspekte bei der Wahl eines Fahrradrucksacks

Neben den spezifischen Anforderungen für Mehrtagestouren gibt es auch allgemeine Kriterien, die bei der Auswahl eines Fahrradrucksacks berücksichtigt werden sollten:

  • Tragesystem: Achten Sie auf ein gut belüftetes und anpassbares Tragesystem.
  • Gurte: Breite, belüftete Schulterträger und Hüftflossen sind wichtig für den Komfort.
  • Fächer: Ein sinnvoll aufgeteiltes Fächersystem erleichtert die Organisation.
  • Regenhülle: Eine integrierte Regenhülle schützt die Ausrüstung bei schlechtem Wetter.
  • Trinksystem: Eine Vorbereitung für ein Trinksystem ist praktisch für längere Touren.
  • Sicherheit: Reflektoren und eine Halterung für ein Rücklicht erhöhen die Sichtbarkeit.

Die Qual der Wahl: Welcher Rucksack ist der Richtige?

Die Wahl des richtigen Fahrradrucksacks hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der Tour, der benötigten Ausrüstung und den persönlichen Vorlieben. Ein ausführlicher Test und eine individuelle Anpassung sind daher unerlässlich, um den optimalen Begleiter für das nächste Abenteuer zu finden.

Tabelle: Vergleich der getesteten MTB-Rucksäcke

Rucksack Volumen Gewicht BIKE-Urteil Besonderheiten
Deuter Trans Alpine Pro 28 31 L 1655 g Sehr gut Sehr gute Organisation, hoher Tragekomfort
Evoc Explorer Pro 30 25 L 1310 g Sehr gut Perfektes Taschen-Management, stabiler Sitz
Osprey Escapist 25 29 L 1176 g Gut Leichtgewicht, einstellbare Rückenlänge
Vaude Bike Alpin Pro 28+ 26,5 L 1322 g Sehr gut Sehr gute Belüftung, flexible Anpassung

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