Die Ventileinstellung ist ein wichtiger Aspekt der Motorwartung, insbesondere bei Motorrädern wie Harley Davidson. In diesem Artikel werden wir uns ausführlich mit dem Einstellen der Ventile befassen, insbesondere im Zusammenhang mit Hydrostößeln und einstellbaren Stößelstangen.
Grundlagen der Ventilsteuerung
Bei Harley Davidson Motorrädern, insbesondere bei Sportster-Modellen, werden häufig Hydrostößel verwendet. Harley verbaut seit den 50ern Hydrostößel, was ein Einstellen der Ventile überflüssig macht. Diese sorgen dafür, dass im Idealfall kein Spiel vorhanden ist. Im Serienzustand ist es nicht möglich, das Spiel einzustellen, es sei denn, man verbaut verstellbare Stößelstangen.
Das Prinzip der Hydrostößel beruht darauf, dass sie sich solange mit Öl aufpumpen, bis kein Abstand mehr zwischen Stößel und Kipphebel besteht. Dieser Vorgang hängt unter anderem von der Viskosität und dem Öldruck ab. Fließt das Öl zu schnell aus dem Stößel, kann ein Klappern entstehen.
Funktionsweise von Hydrostößeln
Das Funktionsprinzip ist immer gleich: Ein Druckbolzen wird mit geringem Spiel in einer becherförmigen Hülse geführt und bildet mit ihr den Arbeitsraum. Eine Spielausgleichsfeder (Schraubendruckfeder) im Inneren beaufschlagt den Bolzen, so dass der Hebel bzw. der Stößelkörper (beim Tassenstößel) immer spielfrei am Nocken anliegt. Im Druckbolzen befindet sich eine kleine Bohrung, die bei auflaufendem Nocken von einem Kugelventil (Rückschlagventil) verschlossen wird. Dadurch entsteht im mit Öl gefüllten Arbeitsraum zwischen Bolzen und Führungshülse eine hydraulisch starre Verbindung.
Das gesamte Element verhält sich wie ein starrer Körper und drückt auf den Ventilschaft (beim Tassenstößel) beziehungsweise auf den Hebel. Beim Ablaufen des Nockens drückt die Ausgleichsfeder den Druckbolzen nach oben. Im sich dadurch vergrößernden Arbeitsraum entsteht eine Sogwirkung, das Kugelventil öffnet und durch die Bolzenbohrung strömt Öl aus dem darüber liegenden Vorrats- oder Füllraum nach, bis der Bolzen wieder spielfrei anliegt.
Im Betrieb auftretende Temperaturänderungen können bei den Bauteilen des Ventiltriebs geringe Größenänderungen (Wärmeausdehnung) verursachen. Diese werden ausgeglichen durch den so genannten Ringspalt, der durch den etwas kleineren Durchmesser des Druckbolzens mit der Führungshülse gebildet wird. Durch ihn kann überschüssiges Öl in geringen Mengen austreten.
Ventileinstellung bei umgerüsteten Harley-Motoren
Die Ventilspieleinstellung ist bei umgerüsteten Harley-Motoren, also Motoren, die von Hydrostössel auf starre Stössel umgerüstet worden sind, nicht so einfach aber zu schaffen. Fingerspitzengefühl, hört auch etwas Erfahrung und Selbstvertrauen dazu. Die folgenden niedergeschriebenen Anweisungen, basieren auf Erfahrungen, die ich selber gemacht habe. 35 Jahre alt ist, können diese Erfahrungen wohl nicht ganz so schlecht sein.
Achtung: Die Ventileinstellungen dürfen nur an einem absolut kalten Motor vorgenommen werden!!! da das Spiel zwischen Nocken, Stösseln und Kipphebeln zu groß wird. längerem Betrieb, kann es ggf. 1. vorab verschoben werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Ventileinstellung
- Das Cover besteht aus mehreren Einzelteilen.
- Mit einem Schlitzschraubendreher oder einem flachen Montageeisen, muss Nr. vorsichtig, allerdings mit etwas Kraftaufwand, gegen die Federwirkung nach unten gedrückt werden.
- weit genug nach unten gedrückt wird, kann man das Klemmblech herausnehmen.
- Nun kann das untere Cover nach oben geschoben werden, wodurch der Zugang zu den Einstellmuttern frei ist.
- wieder nach untern rutscht, benutze ich immer eine Wäscheklammer, die ich auf die freiliegende Stösselstange klemme.
Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr.
Ventilspiel kontrollieren
Nach dem mein Hobel nun endlich läuft, möchte ich gerne noch wissen ob es sinnvoll ist das Ventilspiel zu kontrollieren, da der Motor nicht von mir, sondern von dem Vorbesitzer aufgebaut wurde. Vorweg, es sind keine merkwürdigen Geräusche vorhanden. Es sind Jims Hydrostößel / Rollenstößel sowie einstellbare Stößelstangen verbaut. Ich habe auch eine sehr gute Anleitung zum Einstellen gefunden.
Gibt es eine Möglichkeit das eingestellte Spiel NUR zu kontrollieren, oder macht das bei normalen Motorgeräuschen überhaupt Sinn?
Wartungsintervalle
In der Wartungsanleitung steht was von alle 19000 km Ventilspiel überprüfen und ggf einstellen.....hat das schon wer gemacht is da nööötich ? Mir hat ein sehr erfahrener V-Rod-Schrauber gesagt, dass die Ventilspielkontrolle bei 20/30.000 KM noch nicht erforderlich ist.
Gab aber auch einen Fred im Vtwin Forum darüber und einhellige meinung (nachgewiesen), das Ventilspiel Einstellen bzw. Kontrolle bei den Revo Motoren nicht nötig ist, weil es kein Problem darstellt.
Die erlösung von dem übel: vor 80.000 einfach ohne kontrolle rollen lassen. Danach mal zart nach horchen. Das gerassel das einige als problem haben, kommt nicht von den ventilen sondern über die kettenspanner die zusammen mit der steilen nockenkurve der rod dann schon mal geräusche wie ein sack muscheln macht. Ist ein bisschen bauart bedingt und kein grund zum verzweifeln.
aaalso schieße ich daraus...ihr seht das auch nich so eng, genau wie ich ...kein klappern, kein einstellen.... ...uliiiii- Ventilspiel wird mit der Zeit enger/kleiner.
Einstellen mit S&S Liftern und Pushrods: Eine detaillierte Anleitung
Diese Anleitung beschreibt das Einstellen der Ventile mit S&S Liftern und Pushrods, insbesondere wenn Spacer verwendet werden.
Vorbereitung
Wenn S&S Lifter mit eingebauten Spacern verbaut sind, ist eine genaue Einstellung erforderlich. Ohne Spacer haben die federbelasteten Verstellkolben in den Liftern einen Gesamthub von 5mm, und man stellt sie auf gut die Mitte, also 3,1mm Hub ein (4 Umdrehungen an den Pushrods bei 32TPI). Damit hat man in der Verlängerungs-Richtung der Pushrods knapp 2mm Arbeitsbereich der Lifter.
Durch die eingebauten Spacer (0,115" = 2,9mm dick) wird die Mittellage verändert und der hydraulische Verstellbereich stark reduziert. In Verlängerungsrichtung bleiben nur 0,8mm (1 Umdrehung bei 32TPI)Da 0,8mm verdammt wenig sind, kommt es auf genaues Einstellen an.
Einstellvorgang
Die Einstellvorschrift sieht vor, dass man die innerlich ölfreien (!) und deshalb mühelos komprimierbaren Lifter auf "zero lash", also "Spiel null" einstellt, und dann an der Verstellspindel der Pushrods eine Umdrehung (=0,8mm) zurück geht. Das ergibt die 0,8mm hydraulischen Verstellweg in Verlängerungsrichtung der Pushrods und 1,3mm in Verkürzungsrichtung.
So wird das Spiel eingestellt: einstellbares ventil, pushrod auseinander drehen bis kontakt zum hydro undsich noch flutschend drehen lässt,dann vier umdrehungen längen, warten ca 20 minuten bis se ausgeblutet sind.dann zusammendrehen bis sie sich wieder flutschend mit den fingern drehen lässt der pushrod.danach noch einmal ein umdrehung zusammenschrauben. fertig.
Nach den erste 4 Umdrehungen sollte der Verstellkolben am Spacer-Anschlag sein. Deshalb lässt sich die Stößelstange auch nach 20 Minuten "Bluten" nicht drehen. Man verkürzt die Stößelstange dann gerade so viel, dass sie sich mit dem Finger drehen lässt, um den Punkt mit Null Spiel zu finden. Von dort 1 Umdrehung ergibt das gewünschte Spiel von 0,8mm.
Wichtig ist immer, dass bei dieser Prozedur der jeweilige Kolben im Verdichtungs-OT steht. Außerdem wichtig ist, dass man beim Übergang zum anderen Zylinder vorher das "Ausbluten" der gerade eingestellten Hydros abwartet. Sonst küsst der Kolben ein Ventil.
Im Verdichtungs-OT laufen beide Hydros auf dem Grudkreis ihrer jeweiligen Nockenwellen. Das ist die Einstellposition für beide Ventile eines Zylinders. Und ja, bei dem beschriebenen Vorgehen sind die Hydros nach dem Einstellen ausgeblutet.
Kolben auf 360 Kurbelwellengrad, wenn 0° der Start des Ansaugtaktes ist. Wenn der vordere Zylinder im Verdichtungstakt auf OT ist, dann kann man am vorderen Zylinder , ein- und auslauss gleichzeitig einstellen.
Problemlösung
Wenn die Ventile nach der Einstellung immer noch klackern, sollte man die Stößelstangen nicht ohne weiteres lockern. Klappern weist eher auf zu kurze Pushrods hin. Auf Verdacht verlängern oder verkürzen halte ich aber für keine gute Idee. Verkürzen schadet nichts, kann m. E. aber auch nichts helfen.
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