Wer auf der Suche nach einer günstigen Alternative zum Auto ist, wird vermutlich schnell auf Kleinkrafträder und E-Scooter stoßen. Allerdings schreibt der Gesetzgeber auch für diese den Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung vor. Dabei handelt es sich um den Nachweis einer bestehenden Kfz-Haftpflichtversicherung, der gemäß Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) bei verschiedenen zulassungsfreien Kraftfahrzeugarten vorgeschrieben ist.
Wozu dient das Versicherungskennzeichen?
Beim Versicherungskennzeichen handelt es sich um den Nachweis einer bestehenden Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese ist laut Gesetzgeber auch bei zulassungsfreien Kraftfahrzeugen notwendig.
Welche Fahrzeuge benötigen ein Versicherungskennzeichen?
Diese Kennzeichen sind unter anderem für Mofas, Mopeds, Roller, Segways und E-Scooter vorgeschrieben. In § 26 Abs. Vorgeschrieben ist ein solches Kennzeichen unter anderem für Kleinkrafträder mit einem Hubraum von maximal 50 ccm und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h. Somit benötigen unter anderem Mofas, Mopeds sowie Roller ein Versicherungskennzeichen. Der Gesetzgeber sieht Versicherungskennzeichen zudem für Segways, bei der der elektrische Antrieb eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ermöglicht, sowie motorisierte Krankenfahrstühle vor. Seit neuestem wird ein Versicherungskennzeichen auch für E-Scooter benötigt.
E-Bikes und Versicherungskennzeichen
Im Alltag werden meist alle Elektrofahrräder pauschal als E-Bike bezeichnet. Tatsächlich lassen sich dabei aber verschiedene Typen differenzieren, für die unterschiedliche Vorgaben gelten. Am verbreitetsten ist das sogenannte Pedelec. Dessen Motor unterstützt die Tretbewegung des Fahrers, sodass dieser damit maximal 25 km/h erreicht. Bei einer höheren Geschwindigkeit schaltet der Motor aus, weshalb das Pedelec rechtlich mit dem normalen Fahrrad gleichgestellt ist. Beim S-Pedelec arbeitet die Tretunterstützung bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und somit gilt dieses als Kleinkraftrad. Fahrer benötigen daher einen Führerschein der Klasse AM und es greift die gesetzliche Helmpflicht.
Wo und wie beantragt man ein Versicherungskennzeichen?
Sie benötigen ein Versicherungskennzeichen für Ihren Roller oder Mofa? Mit diesem Anliegen wenden Sie sich direkt an eine Kfz-Versicherung. Haben Sie den Jahresbeitrag für die Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlt, sendet Ihnen die Versicherung das Kennzeichen zu.
Gültigkeit und Kosten
Beim Versicherungskennzeichen beträgt die Gültigkeit grundsätzlich nur ein Jahr, danach müssen Sie die Versicherung erneuern. Dabei beginnt das Versicherungsjahr immer am 01. März. Um die Kontrolle der unter Umständen ziemlich kleinen Kennzeichen zu erleichtern, wechseln diese jedes Jahr die Farben. Beim Versicherungskennzeichen kommen als Farbe Schwarz, Blau und Grün vor.
Wie hoch die Kosten für ein Versicherungskennzeichen ausfallen, kann je nach Versicherung und Fahrzeugart variieren. Allerdings können Sie bei einem Mofa oder Moped in der Regel von Ausgaben unter 100 Euro rechnen.
Wichtig zu beachten
Kleinkrafträder dürfen bereits von Minderjährigen geführt werden, allerdings gelten diese noch nicht als voll geschäftsfähig.
Anbringung des Versicherungskennzeichens
Der Gesetzgeber schreibt vor, wie bei einem Mofa oder Moped das Versicherungskennzeichen zu befestigen ist. So sind diese gemäß § 27 FZV an der Rückseite des Fahrzeugs - möglichst unter der Schlussleuchte - anzubringen. Darüber hinaus gibt es auch noch Vorgaben, die sich mit dem Winkel des Versicherungskennzeichens befassen. So darf sich dieses höchstens um 30 Grad in Fahrtrichtung neigen. Zudem muss eine Lesbarkeit auch dann noch aus einem 45-Grad-Winkel gewährleistet werden. Diese Angaben können Sie der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) entnehmen. Ein gültiger Vertragsschutz entsteht aber grundsätzlich nur, wenn die Angaben der Wahrheit entsprechen.
Verlust oder Diebstahl des Versicherungskennzeichens
Stellen Sie fest, dass das Versicherungskennzeichen verloren gegangen ist, müssen Sie dies unverzüglich bei der Versicherung und der Polizei melden. So verhindern Sie, dass Sie für einen möglichen Missbrauch des Kennzeichens zur Rechenschaft gezogen werden. Vor einer Weiterfahrt müssen Sie zudem ein neues Versicherungskennzeichen besorgen.
Umschreibung und Verkauf
In den meisten Fällen ist es übrigens nicht möglich, ein Versicherungskennzeichen ummelden zu lassen. Werden Mofa, Moped & Co. verkauft, sollten Sie daher die Versicherung informieren und das Schild zurückgeben. Sie erhalten dann bereits gezahlte Versicherungsbeiträge anteilig erstattet. Einige Versicherungen erlauben es aber auch, dass Käufer die Versicherungskennzeichen übernehmen.
Sanktionen bei Verstößen
Wer ohne den Nachweis über eine bestehende Versicherungspflicht unterwegs ist, weil zum Beispiel beim Mofa das Versicherungskennzeichen abgelaufen ist, muss mit Sanktionen rechnen. Der Bußgeldkatalog wertet diese Verfehlung als eine Ordnungswidrigkeit, sodass für den Halter ein Verwarngeld droht. Wie hoch die Geldsanktion ausfällt, hängt dabei davon ab, ob ein Versicherungsschutz besteht. So droht zum Beispiel ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro, wenn der Fahrzeugführer die Bescheinigung über das Versicherungskennzeichen nicht mitführt. Ohne diese Papiere besteht aber weiterhin ein Versicherungsschutz. Wohingegen das Fehlen eines gültigen Versicherungskennzeichens gemäß Bußgeldkatalog 40 Euro kostet.
Allerdings können in einem solchen Fall noch weitere Sanktionen drohen, denn gemäß § 6 Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) stellt die Nutzung eines Fahrzeugs ohne die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung eine Straftat dar. Diese kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr nach sich ziehen. Wichtig! Das Fehlen einer Kfz-Haftpflichtversicherung bedeutet im Falle eines Unfalls zudem, dass der Fahrer für die entstandenen Schäden selbst aufkommen muss.
Bußgelder im Überblick
- Sie händigten bei einer Verkehrskontrolle nicht die Bescheinigung über das Versicherungskennzeichen aus.
- Sie ordneten die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs an, obwohl dieses über kein Versicherungskennzeichen verfügte, bzw.
Das Wechselkennzeichen als Alternative
Sie haben zwei Fahrzeuge für unterschiedliche Zwecke und wollen nicht für jedes ein separates Nummernschild kaufen? Inzwischen müssen Sie das auch nicht mehr, denn es gibt das sogenannte Wechselkennzeichen. Dieses können Sie zum Beispiel für zwei Autos oder zwei Motorräder nutzen - sofern beide nicht gleichzeitig am Straßenverkehr teilnehmen.
Vorteile des Wechselkennzeichens
- Ein Wechselkennzeichen ist praktisch, wenn Sie häufig zwischen zwei Fahrzeugen hin- und herwechseln, zum Beispiel von großer Familienkutsche auf kleines Stadtauto.
- Bei einem Wechselkennzeichen kann die Versicherungsprämie günstiger ausfallen als bei zwei einzelnen Zulassungen.
Nachteile des Wechselkennzeichens
- Anders als zum Beispiel in Österreich gibt es aber in Deutschland keine Ermäßigung bei der Kfz-Steuer, die müssen Sie für beide Fahrzeuge bezahlen.
- Je nachdem wann und wie oft Sie die jeweiligen Fahrzeuge nutzen, kann zum Beispiel bei einem Wohnmobil oder Cabrio auch ein Saisonkennzeichen sinnvoller sein.
Für welche Fahrzeuge ist das Wechselkennzeichen geeignet?
Ein Wechselkennzeichen können Sie für zwei Fahrzeuge beantragen. Sie dürfen aber immer nur eins der beiden damit fahren. Voraussetzung hierfür ist, dass die Fahrzeuge in die gleiche EU-Fahrzeugklasse fallen.
Möglich ist das Wechselkennzeichen für folgende Fahrzeugklassen:
- Klasse M1: Kfz zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz
- Klasse L: zum Beispiel Krafträder, Trikes und Quads
- Klasse O1: Anhänger bis 750 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse
Sie können also ein Wechselkennzeichen problemlos für zwei Pkw verwenden, nicht aber für ein Pkw und ein Motorrad oder mehr als zwei Fahrzeuge.
Ausgeschlossen vom Wechselkennzeichen sind:
Wie sieht das Kennzeichen aus?
Das Kennzeichen besteht aus zwei Teilen: Einem Teil, der fest mit dem Fahrzeug verbunden ist und einem Wechselteil, der für beide Fahrzeuge gemeinsam genutzt wird. Diesen müssen Sie an dem Fahrzeug anbringen, dass Sie aktuell fahren möchten. Nur beide Komponenten zusammen ergeben ein vollständiges Wechselkennzeichen.
An dem gemeinsamen vorderen Teil befindet sich die Stempelplakette mit dem Landeswappen. Das darüber befindliche "W" zeigt an, dass es sich um ein Wechselkennzeichen handelt. Hier befindet sich die letzte Ziffer des Kennzeichens. Bei einem E-Fahrzeug ist dort auch das E zu finden, bei einem Fahrzeug mit H-Kennzeichen das H.
Das ungenutzte Fahrzeug kann man trotzdem noch zuordnen, da auf dem kleinen Kennzeichenteil auch die Buchstaben-Zahlen-Kombination des gemeinsamen Teils in Kleinschrift zu finden ist.
Wechselkennzeichen für Motorrad?
Wechselkennzeichen gibt es als einzeilige, zweizeilige und Kraftradkennzeichen, das bedeutet Sie können auch zwei Motorräder auf ein Wechselkennzeichen zulassen.
Ein Wechselkennzeichen können Sie übrigens auch für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen oder E-Kennzeichen beantragen oder es für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und ein E-Fahrzeug verwenden.
Wie viel kostet ein Wechselkennzeichen?
Die Verwaltungsgebühren betragen ungefähr 65 Euro. Hinzu kommen die regionalen Gebühren für das Drucken der Schilder (circa 20 bis 30 Euro).
Wohin mit dem ungenutzten Fahrzeug?
Sie dürfen Ihr Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nur mit vollständigem Wechselkennzeichen mit dem gemeinsamen Kennzeichenteil und seinem fahrzeugbezogenen Teil parken. Das aktuell ungenutzte Fahrzeug muss daher zwingend auf Privatgrund zum Beispiel auf einem angemieteten Stellplatz oder in der Garage stehen.
Wie teuer ist die Kfz-Versicherung?
Beide Fahrzeuge brauchen eine eigene, gültige Kfz-Versicherung. Es wird bei der Bemessung der Versicherungsprämie aber berücksichtigt, dass immer nur das eine Fahrzeug gefahren wird, dadurch fällt die Prämie in der Regel günstiger aus. Die Fahrleistung regeln die Versicherer in ihren Tarifbestimmungen unterschiedlich.
Welche Strafen drohen bei Missbrauch?
Der verbotene Betrieb eines Fahrzeugs ohne oder mit einem unvollständigen Wechselkennzeichen wird mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 50 Euro geahndet.
Saisonkennzeichen
Ein Saisonkennzeichen ist für Fahrzeuge gedacht, die Sie nur in einem bestimmten Abschnitt des Jahres nutzen - etwa wenn Sie in den Sommermonaten Ihr Cabrio fahren, es im Winter aber gar nicht nutzen. In diesem Fall zahlen Sie die Kfz-Steuer nur für den Zeitraum, in dem das Fahrzeug im Straßenverkehr zugelassen ist.
Zusammenfassung der Kennzeichenarten
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Kennzeichenarten und ihre Eigenschaften:
| Kennzeichenart | Nutzungsdauer | Anzahl Fahrzeuge | Steuerliche Vorteile |
|---|---|---|---|
| Versicherungskennzeichen | 1 Jahr (01. März - 28./29. Februar) | 1 | Nein |
| Wechselkennzeichen | Ganzjährig | 2 (gleiche Fahrzeugklasse) | Nein (Kfz-Steuer für beide Fahrzeuge) |
| Saisonkennzeichen | Bestimmter Zeitraum | 1 | Ja (Steuer nur für Nutzungszeitraum) |
Wo kann man Versicherungskennzeichen online bestellen?
Auf Mopedano können Sie Ihr Versicherungskennzeichen bequem bestellen.
Sie möchten doch lieber am Telefon bestellen? Unsere Hotline ist für Sie von Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr erreichbar.
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