Die Geschichte des Veteranen-Gespann-Motocross ist reich an Ereignissen, engagierten Personen und bemerkenswerten Erfolgen. Im Folgenden werden einige wichtige Stationen und Entwicklungen dieser faszinierenden Motorsportart beleuchtet.
Anfänge und Vereinsgründungen
Alles begann 1971, als Günter Maaß aus Becherbach und Alfred Ries aus Oberhausen mit ihren 50-ccm-Mopeds durch die Gemarkung bretterten. Das gefiel anscheinend auch anderen Moped-Fans und so gesellten sich immer mehr Interessierte hinzu. Zwei Jahre später, 1973 waren sie endlich 18 und starteten begeistert und auch erfolgreich bei ihren ersten Straßenslaloms. Es sprach sich weit herum und auf einmal kamen die Leute aus Bingen, aus Mainz und aus Wiesbaden mit ihren Maschinen. Erst noch mit Enduros unterwegs, stiegen sie jedoch recht bald auf Motocross Maschinen um.
Die Gründung des MSC Waldkappel erfolgte am 15. Dezember 1974 durch 27 motorsportbegeisterte ADAC-Mitglieder, wobei Paul Müller den Vorsitz übernahm. Am 9. September 1977 wurde der MSC Breitau auf Initiative der Motorsportfreunde Breitau von 27 Interessenten gegründet. Otto Bachmann wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Am 10. Oktober 1975 war schließlich der historische Tag der Gründung und der „Moto- Cross-Club Teufelsfels“ (wie der Verein damals hieß) wurde im Gasthaus Giloy in Hahnenbach aus der Taufe gehoben. Der 1. Vorsitzende wurde Horst Bambach.
Im April 1953 wurde die Clubgründung konkret, genügend Interessierte waren vorhanden und die DKW Auto Union übermittelte mit Schreiben vom 1. April 1953 die Modalitäten zur Gründung wie Beispielsatzung und zu wählendem Vorstand sowie Hilfestellung zur Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht. Der erste Vorsitzende des Clubs war Arnold Schuster. Einige junge Männer, unter anderem Heinz Schmidt aus L.-E. und die Gebrüder Schäfer aus Eschbach bei Usingen, gründeten daraufhin 1955 einen neuen Verein, die Motocross Vereinigung Laubus-Eschbach und man trat dabei auch in den Deutschen Motorsport Verband (DMV) ein.
Frühe Erfolge und Veranstaltungen
1976 fand die erste ADAC-Gelände-Zuverlässigkeitsfahrt statt, bei der fast 200 Fahrer rund um Waldkappel starteten. 1977 folgte der zweite Geländelauf. Am 11. April 1976 fuhr Alfred Ries sein erstes Rennen in Gießen-Wieseck. Auch Günter Maaß mit Beifahrer Egon Stein sowie Horst Bambach mit Beifahrer Andy Boos (später Rüdiger Beck) fuhren dort ihr erstes Gespann-Rennen. Das Team Maaß/Stein erreichte sogar auf Anhieb Platz Drei.
Am 5. Oktober 1980 fand das erste ADAC-Motocross auf der Strecke in Hennweiler statt, mit 250-ccm-Solomaschinen und Gespannen. Alfred Ries wurde damals in der 250er Soloklasse Sieger auf einer HeWa-Maico. Das Prädikat der Erst-Veranstaltung war ein OMK-Pokal-Lauf (eine Klasse unter der Deutschen Meisterschaft). Dieses Prädikat sollten die Motocross-Rennen in den Jahren 1981 bis 1985 beibehalten.
Im ersten Jahr des Bestehens gab es zahlreiche Aktivitäten wie eine Club-Ausfahrt zum Dieburger Dreiecksrennen am 19. April 1953, gefolgt von einer Club-Fahrt zum 1. Mai 1953 an die Westerwälder Seen. Schon zu dieser Zeit achtete man bereits auf die ordentliche Anmeldung der Veranstaltungen bei den zuständigen Stellen, so meldete Sportleiter Heinz Kramer für den 2.
Wichtige Ereignisse und Meisterschaften
- 1980: Lothar Wills wird OMK-Pokalsieger in der Deutschen Enduromeisterschaft.
- 1981: Ein Lauf zur IMBA (Europameisterschaft der Amateure) in der Klasse 125ccm findet in Breitau statt.
- 1983: Jürgen Grein wird deutscher Vizemeister und die Gespannfahrer Uwe Fleck und Eduard Saakel holen sich den OMK - Pokalsieg.
- 1984: Ein IMBA-Lauf der Seitenwagenklasse findet in Breitau statt.
- 1991: Frank Zimmermann und Carsten Bachmann belegen den 3. Platz im Deutschen EnduroPokal der Seitenwagen.
- 1997: Uwe Fleck und Sieghardt Grebenstein werden Deutscher Enduromeister in der Seitenwagenklasse.
- 1998: Norbert Degenhardt und Carsten Bachmann werden Deutscher Enduromeister in der Seitenwagenklasse.
- 1999: Carsten Bachmann wird mit Fahrer Georg Müller (Bielefeld) Deutscher Enduromeister in der Seitenwagenklasse. Uwe Fleck und Markus Mader fuhren gleich zwei Meisterschaften und wurden Deutsche Motocross Pokalsieger und Deutsche Endurovizemeister.
- 2000: Uwe Fleck und Markus Mader werden deutscher Enduro Meister in der Klasse Seitenwagen, im Motocross werden die beiden Amateur Motocross Meister DAMCV.
- 2001: Uwe Fleck und Markus Mader belegen den 6. Platz in der Motocross Europameisterschaft (IMBA). Andreas Weber wird Deutscher Enduropokalsieger in der Klasse 250/4-Takt.
- 2002 - 2004: Uwe Fleck und Markus Mader werden deutscher Enduromeister.
- 2005: Jens Bierschenk wird Deutscher Enduropokalsieger in der Klasse 450/4-Takt.
- 2006: Johannes Bornmann wird Deutscher Enduropokalsieger in der Klasse 250/4-Takt. Sebastian Saakel sichert sich im selben Jahr den Vizetitel im Pokal in der Klasse 450/4-Takt, während Philipp Überschär auf Anhieb dritter der Klasse 500ccm/4-Takt wird.
- 2019: Uwe Fleck und Stefan Kleine werden Deutscher Motocross Veteranen Cup Vizemeister. Maxi Wills gewinnt den DMSB Enduro Mannschaftspokal und wird 3. im DMSB Enduro Jugendcup, im Motocross wird er 2. im MSR bei der MX2 Jugend Klasse.
- 2020: Maxi Wills gewinnt den Deutschen Enduro Pokal in der Klasse E1B und dem Championat.
- 2021: Maxi Wills wird Deutscher Enduro Juniorenmeister, MSR MX2 Meister und holt den 2. Platz der MSR Youngster.
- 2022: Maxi Wills wird MSR Youngster Meister, gewinnt die Crossfinals mit dem Team MSR und holt den 2.
Der Deutsche Meisterschaftslauf 1986
In diesem Jahr richtete der MSC Hennweiler im Rahmen seines Motocrosses auch einen DM-Gespann-Lauf aus. Tausende Zuschauer strömten auf die Herschbach, um bei diesem Ereignis dabei zu sein. Unter den Gespann-Startern war auch der Motocross- Seitenwagen-Weltmeister von 1980: Reinhard Böhler mit seinem Beifahrer Siegfried Müller.
Supermoto
Aber man wollte beim MSC Hennweiler neue Wege gehen, ohne Altbewährtes zu vernachlässigen. Das alljährliche Motocross mit Solo-Läufen fand also weiterhin statt. Dazu veranstaltete der MSC am 10. und 11. Juli 1999 auf der Kartbahn am Flugplatz Hahn erstmals einen Supermoto-Lauf. Viele MSC-Motocrosser wechselten begeistert für einen Tag auf die etwas glatteren Reifen. Im darauffolgenden Jahr wiederholte man das Ganze in etwas abgespeckter Version. Im Jahr 2000 wurde auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Pferdsfeld einen Supermoto-Trainingslauf durchgeführt.
Tiefpunkt und Erneuerung
Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte man Probleme, genug Personal rund um die Strecke zu finden. Den Tiefpunkt markierte das Jahr 2004. Aus den oben genannten, organisatorischen Gründen musste sogar das Rennen kurzfristig abgesagt werden. Diese einschneidende Erfahrung wollte man in Hennweiler nicht wieder erleben. So verbesserte man Kommunikation, Koordination und Organisation und konnte den Motorsportfans nach diesem Jahr wieder spannende Wettbewerbe präsentierten. Außerdem konnte man das Programm mit dem Seitenwagen-Veteranen-Cup sogar noch erweitern. Dieser fand erstmals von 2006 bis 2008 in Hennweiler statt und ist nach einer vierjährigen Unterbrechung seit 2013 wieder im Programm. 2013 wurde auch die Startanlage neu gebaut und feierte im gleichen Jahr beim Motocross Premiere.
Die siebziger Jahre
Für die anstehenden Rennen wurde die Strecke um weitere 300 Meter auf 1600 Meter erweitert und auch drei neue Sprunghügel eingebaut. Die ersten Drei in der damaligen WM-Wertung - Bengt Aberg, Ake Jonsson (beide Schweden) und Adolf Weil - gingen in den beiden Läufen der 500ccm-Klasse gnadenlos miteinander um und lieferten sich mitreißende Duelle, die auch lautstark von den Zuschauern begleitet wurden. Die knapp 7000 Zuschauer konnten auch in der 125ccm-Klasse spannende Rennen verfolgen, jedoch dominierte hier beide Läufe klar der Österreicher Michael Weiß.
Im Olympiajahr waren die Clubmitglieder Klaus Dieter Ruck, Werner Heinz, Heinz Schmidt, Karl Heinz Buhlmann, Ewald Becker und Klaus Löhr berufen, in schneeweißen Overalls die Fackelläufer der Olympiastaffel von Motten bei Fulda bis Celle auf vom Werk gestellten, nagelneuen Maicos zu begleiten.
Das Jahr der Wechsel
Bei sengender Hitze und vor den Augen von ca. 8000 Zuschauern dominierte wieder einmal Adolf Weil auf seiner „Hausstrecke“ und gewann die Rennen der 500er Klasse vor den beiden Schweden Ake Jonsson und Bengt Aberg (beide Platz 2) und Walter Laberer. Ebenso wurde bereits 1974 im Hinblick auf das bevorstehende und bis zu diesem Zeitpunkt größte Ereignis seit Bestehen des Vereins mit dem Bau des ersten Clubhauses und dem Sprecherturm begonnen und rechtzeitig bis 1976 fertiggestellt. Man freute sich nämlich auf den GROßEN PREIS VON DEUTSCHLAND, einen Weltmeisterschaftslauf der Klasse bis 125ccm, der am 8.
Der große Preis von Deutschland
Diese Großveranstaltung war ein Spektakel, an das Laubus-Eschbach sich erst gewöhnen musste. 15 000 Zuschauer waren begeistert vom Können der Spitzenfahrer aus 16 Nationen. 55 Mitarbeiter des ZDF bereiteten ab Freitag drei Sendungen vor. Ebenfalls begeistert von der Atmosphäre war Schirmherr Heribert Reitz, der damalige hessische Finanzminister.
Oldtimer-Ausstellung in Tiergarten
Am vergangenen Samstag und Sonntag veranstaltete der MSC Renchtal eine Motorrad-Geländesport Oldtimer Ausstellung in der Gemeindehalle in Tiergarten. Am Samstagabend eröffnete Ortvorsteher Martin Benz die Ausstellung und anschließend wurden ehemalige oder noch aktive erfolgreiche Fahrer von Karin Spiegel und Karl Busam interviewt. Am Sonntagvormittag kamen trotz des herbstlichen Wetters, ca. Das absolute „Highlight“ war dann am Sonntagnachmittag, als der erfolgreichste Geländefahrer aller Zeiten, Erwin Schmider aus Wolfach zur Ausstellung kam.
In seiner 33-jährigen Laufbahn im Motorrad-Geländesport sammelte er über 1000 Medaillen und Pokale. Darunter elf Europa- und 25 deutsche Titel sowie 16mal Gold bei den Internationalen Sechstagefahrten (Six Days) - und das in allen möglichen Hubraumklassen. Das ADAC-Sportabzeichen in Gold mit Brillanten (1961), das Silberne Lorbeerblatt der Bundesrepublik Deutschland (1976), das Bundesverdienstkreuz am Bande (1980) sowie den Silberteller und die Widmung einer eigenen Straße der Stadt Wolfach sind nur ein Auszug der vielen Ehrungen, die Erwin Schmider zuteil wurden.
MSC Renchtal im Jahr 2023
Am 22. April 2023 begann für 6 Fahrer des MSCs die Saison im thüringischen Neuhaus-Schierschnitz und sie konnten sich wie folgt platzieren: 1. Platz und Tagesschnellster Johannes Steinel, 16. Platz Charly Busam, 6. Platz Rainer Vollmer, Stefan Bohnert leider ausgefallen, 1. Platz Karin Spiegel, 23. Platz Manfred Ziegler. Am 20. und 21. Mai starteten zwei Fahrer in Mühlen/Österreich. Karl Busam belegte den 21. Platz; Johannes Steinel den 2. Platz und wurde Gesamtzweiter des ganzes Starterfeldes. Am 1. Juni 2023 ging Johannes Steinel in Monreale/Sizilien an den Start.
Der zweite Vintage Enduro EM-Lauf fand am 17. und 18. Juni im spanischen La Cerdanya statt. Am 6. August stand das Klassik-Enduro in Sandhausen auf dem Programm. 10 MSC-Renchtal Fahrer gingen am 26. August in Sinsheim an den Start und erreichten folgende Ergebnisse. Am 30.09. fand im thüringischen Ohrdruf die „RUO 23“ statt. Am 7. Oktober fand im Odenwald das ADAC Classic Enduro in Unterschönmattenwag im Ulfenbachtal statt. Am Allerheiligentag fand die traditionelle MSC-Wanderung statt.
Im Rahmen der Generalversammlung zeichnete der MSC Renchtal die Clubmeister 2023 aus.
Am 5. 31.12.2023: 90. Am Silvestertag besuchten einige Mitglieder Lothar Spraul, der an diesem Tag seinen 90.
Herbert Simon und Hans Georg Peppinghaus
Herbert Simon (81) und Hans Georg Peppinghaus (78) nahmen mit ihrem original Motocross-Gespann am Revival-Treffen in der Schweizer Gemeinde Schupfart teil. Mit der Startnummer 1 gingen Fahrer Herbert Simon und Hans Georg Peppinghaus im Seitenwagen auf die Motocross-Strecke in Schupfart. Hans Georg „Peppi“ Peppinghaus und Herbert Simon waren dort mit ihrem Originalgefährt, einer Hedlund (650 ccm) mit Seitenwagen vertreten.
Ergebnisse und Platzierungen (MSC Renchtal, 2023)
| Datum | Veranstaltung | Fahrer | Klasse | Platzierung |
|---|---|---|---|---|
| 22.04.2023 | Neuhaus-Schierschnitz | Johannes Steinel | - | 1. Platz |
| 22.04.2023 | Neuhaus-Schierschnitz | Karin Spiegel | - | 1. Platz |
| 22.04.2023 | Neuhaus-Schierschnitz | Charly Busam | - | 16. Platz |
| 22.04.2023 | Neuhaus-Schierschnitz | Manfred Ziegler | - | 23. Platz |
| 20.-21.05.2023 | Mühlen/Österreich | Johannes Steinel | C4 | 2. Platz |
| 20.-21.05.2023 | Mühlen/Österreich | Karl Busam | C5 | 21. Platz |
| 01.06.2023 | Monreale/Sizilien | Johannes Steinel | - | 2. Platz |
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