So stellen Sie Ihren Mountainbike-Lenker richtig ein

Den Mountainbike Lenker richtig einstellen ist eigentlich keine große Sache. Es kann aber etwas dauern, bis du die passende ergonomische Einstellung für dich gefunden hast. Wir zeigen dir hier ein paar Tricks, wie du es schnell und einfach angehen kannst.

Die richtige Lenkerbreite finden

Für die Lenkerbreite sind heute 780mm ein verbreiteter Standard. Es gibt sogar Lenker die 800mm breit sind. Doch ist das auch die Breite die für dich optimal ist? Wir Zeigen dir, wie du die passende Breite herausfinden kannst. So hast du einen guten Ausgangspunkt, um dein Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können.

Strecke deine Arme nach vorne aus. Winkle dann deinen Ellenbogen 45° an (siehe Bild). Der innere Abstand zwischen deinen Händen ist ungefähr die Breite für dein Lenker. Um die Breite gut ablesen zu können, kannst du das Prozedere noch einmal wiederholen. Nehme dabei einen Gliedermaßstab bzw.

Fahrtechnikexperte Stefan Herrmann empfiehlt: „Lieber zu breit als zu schmal. Probier’ aus, und kürze den Lenker in kleinen Schritten bis zu Deiner optimalen Breite!“ Der Lenker sollte so breit sein, dass die Handgelenke gerade noch nicht seitlich abknicken.

Anfang der 1990er waren MTB-Lenker kaum breiter als 600 Millimeter. Warum? Man glaubte, dass eine gute Aerodynamik wichtiger sei als maximale Kontrolle. Erstaunlich, dass niemand früher darauf kam, einen breiten Lenker zu montieren, so wie sie im Motocross eingesetzt wurden. Denn Breite bringt Kontrolle. Kontrolle bringt Sicherheit. Davon profitieren Biker aller Könnensstufen.

Gibt es auch zu breit? Ja. Wer damit Oldschool-Tricks wie den X-Up probieren will, kugelt sich die Schulter aus. Die Lenkerbreite richtet sich nach der Breite der Schultern und der persönlichen Vorliebe.

Die optimale Vorbaulänge ermitteln

Nachdem du die passende Lenkerbreite für dich herausgefunden hast, geht es mit der Vorbaulänge weiter. Um deinen Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können, ist die Länge deines Vorbaus sehr wichtig. Moderne Enduros und Trailbikes sind auf Vorbaulängen zwischen 35 und 55mm ausgelegt.

Sollte dein Vorbau zu lang sein, sitzt du zu weit nach vorne gebeugt auf dem Rad. Dadurch hast du viel Druck auf den Armen. Dies kann auf auf Dauer zu Ermüdungen im Oberkörper führen. Allerdings kannst du so auch mehr Grip am Vorderrad aufbauen. Das Lenkverhalten wird durch einen langen Vorbau etwas negativ beeinflusst.

Genau gegenläufig verhält es sich mit einem kurzen Vorbau. Das Lenkverhalten wird sehr direkt aber der Grip am Vorderrad geht etwas zurück. Du sitzt aufrechter und bequemer auf deinem Rad.

Damit du dein Mountainbike Lenker richtig einstellen kannst, ist es hier wichtig etwas herum zu probieren. Eine pauschale Aussage über die richtige Vorbaulänge zu treffen ist schwer, da jeder von uns andere Vorlieben hat und auch unterschiedliche Körpermaße mitbringt.

Allerdings hatten die Bike-Firmen in den 1980er- und 90er-Jahren lange Knochen verbaut. Sie maßen bis zu 120 Millimeter (!) und sollten den Biker schön weit vorne positionieren, damit er beim Uphill Druck aufs Vorderrad bringen und wie eine Zahnradbahn zum Gipfel klettern konnte. Dass sich bei der Abfahrt der Schwerpunkt ungünstig verlagerte und die Lenkeigenschaften verhunzte, nahm man anscheinend in Kauf.

Zuerst merkten kluge Freerider, dass sich die Bike-Kontrolle mit kürzeren Vorbauten deutlich verbessern ließ. Man lenkte nicht mehr „um die Gabel herum“, sondern steuerte direkter. An kurze Vorbauten passten breitere Lenker besser, und so kam eins zum anderen. Ein kurzer Vorbau steuert sich zwar direkter, doch auch nervöser. Um die miesere Laufruhe auszugleichen, verlängern die Bike-Hersteller den Reach.

Kinematikexperte Bodo Probst sagt: „Der Vorbau: so kurz wie möglich, so lang wie nötig.“

Spacer und ihre Auswirkungen

Um deinen Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können, kannst du mit den Spacern etwas herum probieren. Diese kleinen Ringe können einen großen Einfluss auf deine Sitzposition und den Fahrkomfort ausüben. Wie auch die Länge, wirkt sich die Höhe deines Vorbaus, auf den Grip am Vorderrad und das Lenkverhalten aus. Probiere dich hier ein bisschen aus und scheue dich nicht davor die Spacer hin und her zu tauschen.

Einen Tipp zum Thema Spacer haben wir noch für dich. Verbaue lieber ein paar Spacer mehr an deinem Cockpit, als einmal den Gabelschaft zu weit abzuschneiden. Das kann unter Umständen sehr teuer werden.

Kurze Vorbauten verlagern den Schwerpunkt nach hinten. Die Folge: weniger Druck auf dem Vorderrad. Hier kannst Du gegensteuern: Nimm Spacer raus. Dadurch rutscht der Vorbau weiter runter, und Du kriegst mehr Druck aufs Vorderrad.

Ist es ein ganzes Türmchen, dann raus damit.

Stecken zu viele unterm Vorbau, wird das Steuern indirekt und stelzig.

Armaturen optimal positionieren

Die Hauptarbeit ist geschafft. Jetzt fehlen nur noch die Armaturen, um dein Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können. Bei der Position deiner Armaturen, geht es darum, dass du dich wohl fühlst. Wir können dir empfehlen mit der Position deiner Bremsen anzufangen. Ziehe die Lenkerklemmschellen so an, dass sie etwas fest sind aber du sie noch bewegen kannst. So kannst du sie optimal in die gewünschte Lage bringen.

Du solltest den Lenker außen festhalten und dann die Bremse so positionieren, dass du mit deinem Zeigefinger den Bremshebel außen greifen kannst. Der Zeigefinger soll dabei nicht nach innen oder außen abgewinkelt werden. So hast du den optimalen Kraftfluss, um deine Bremse zu betätigen. Als nächsten Schritt empfehlen wir dir die Höhe deiner Bremse einzustellen. Diese sollten als Verlängerung deines Unterarmes in einer Linie eingestellt werden. So ist dein Handgelenk in einer ergonomischen Position.

Sicherheitscheck am Ende

Den Mountainbike Lenker richtig einzustellen hast du jetzt geschafft. Ein kleines Detail solltest du jedoch noch checken, bevor du die Trails unsicher machst. Sind deine Lenkerstopfen montiert? Diese kleinen aber sehr wichtigen Teile können im Ernstfall große Schmerzen vermeiden. Solltest du bei einem Sturz auf dein Lenkerende fallen, verhindern die Lenkerstopfen dass dein Lenker zum Locheisen wird. Naben dem Sicherheitsfaktor verhindern die Lenkerstopfen auch das Eindringen von Dreck. So bleibt dein Lenker auch von innen sauber. Dies sieht nicht nur besser aus, es ist auch leichter.

Vorbaurechner

Mit unserem Vorbaurechner geben wir euch eine kleine Hilfe, was ihr mit den Vorbauwerten alles verändern könnt.

Unterschiede zwischen kurzem und langem Vorbau

Je länger der Vorbau, desto mehr wandert der Körper in Richtung Lenker, wodurch mehr Druck auf das Vorderrad entsteht aber auch ein indirekteres Lenkgefühl. Ein langer Vorbau ist interessant für Fahrer, die lange Touren bevorzugen oder Fahrer, die bei steilen Anstiegen Probleme mit einem steigenden Vorderrad haben (kann durch eine nach vorne gerichtete sportliche Sitzposition behoben werden). Auch interessant für große Personen, die zu aufrecht auf ihrem Fahrrad sitzen. Vorbauten mit einer Länge über 50 mm werden meist im All Mountain / Touren bzw. XC und Marathon Race Bereich verwendet.

Je kürzer der Vorbau, desto aufrechter sitzt man auf seinem Bike. Der Druck auf die Räder wandert tendenziell eher in die Richtung des hinteren Laufrades. In Verbindung mit einem flachen Vorbau erreicht man eine aufrechte Fahrposition, die aber durch den flachen Vorbau trotzdem genug Grip am Vorderrad entwickelt. Interessant für Fahrer, die abfahrtsorientiert unterwegs sind und ein direktes Lenkgefühl bevorzugen. Im Gravity und Enduro-Bereich werden meist Vorbaulängen zwischen 35-50 mm gefahren.

Unterschiede zwischen hohem und niedrigem Vorbauwinkel

Je höher der Vorbauwinkel, desto kürzer wirkt das Bike, wodurch ihr aufrechter auf dem Bike sitzt.Dadurch wird Druck vom Vorderrad genommen und ihr erhaltet ein direkteres Lenkgefühl, dafür neigt das Bike eher zum Untersteuern (Euer Bike kann dem eingeschlagenen Lenkwinkel nicht folgen und wird aus der Kurve getragen).

Je niedriger der Vorbauwinkel, desto länger wirkt das Bike, wodurch man sportlicher und gestreckter auf dem Bike sitzt. Das Bike wirkt länger und ihr erhaltet mehr Druck auf dem Vorderrad. Dafür wird das Lenkgefühl indirekter.

Beispielrechnung

Angenommen ihr habt einen Vorbau mit einer Länge von 60 mm und einem Winkel von 30°. Bedeutet der Reach deines Vorbaus beträgt 33,55 mm und der Stack 49,74 mm. Du möchtest nun deinen Stack um 15 mm senken. Würdest du dir nun einen 60 mm Vorbau mit 10° kaufen, würdest du mit deinem Stack auf den gewünschten Wert kommen (von 49,74 auf 35,27 mm), aber dein Reach würde sich dadurch verlängern (33,55 auf 48.54 mm). Durch diese Längenänderung würdest du eine deutlich gestrecktere Sitzposition erreichen.

Möchtest du deinen Reach aber beibehalten und nur den Stack senken, müsstest du dir einen Vorbau mit der Länge 50 mm und einem Winkel von 20° kaufen (Reach: 34,73 mm, Stack 35,97 mm). Es wird selten möglich sein, genau auf dieselben Werte zu kommen, da es die meisten Vorbauten nur in standardisierten Größen gibt. Somit sind leichte Toleranzen (wie hier beim Reach 33,55 mm zu 34,74) nicht zu vermeiden.

Die Werte und genannten Auswirkungen sind rein theoretisch und bilden keinen perfekten Vorbau ab. Persönliche Vorlieben und das Gefühl auf dem Bike spielen hier eine wichtige Rolle.

FRAEZEN BLOCK Vorbau

FRAEZEN ist ein deutsches Unternehmen aus Leutkirch im Allgäu, das hochwertige Mountainbike-Teile entwickelt und produziert. Die Produkte werden von Bikern für Biker entworfen und vor ihrer Markteinführung im Enduro World Series-Rennen getestet.

Der FRAEZEN BLOCK kommt in einem schlanken, eleganten Look, der robust und hochwertig wirkt. Er ist in drei Längen erhältlich: 37 mm, 44 mm und 51 mm, die perfekt auf die drei gängigen Gabel-Offsets abgestimmt sind. Auch der 7,5-mm-Rise ist durchdacht.

Der FRAEZEN BLOCK Vorbau fällt durch seine zwei Rise-Optionen auf: 0° für eine tiefe, aggressive Position oder 7,5 mm für eine leicht angehobene Haltung, die den Oberkörper etwas entlastet. Dies gibt Fahrern Flexibilität je nach Fahrstil und Trail und natürlich auch bei der Wahl des Lenkers.

Wer zu dem viel am Rad schraubt, wird sich über die verbauten Torx T-25 Schrauben am Vorbau freuen.

Die Stabilität des BLOCK ist beeindruckend und absolut EWS-tauglich. Auch bei hohem Druck auf dem Vorderrad bleibt die Lenkung präzise und das Handling geschmeidig. Dank der getesteten Edelstahl-Schrauben bleibt der BLOCK Zero auch unter extremen Belastungen zuverlässig - das wurde im Labor und auf den Trails ausführlich erprobt.

Wer einen Vorbau sucht, der Leistung und Ästhetik auf ein neues Level hebt, wird beim Fraezen BLOCK fündig. Für Enduro-Piloten, die das Maximum aus ihrem Bike holen wollen und dabei Wert auf Qualität und lokale Fertigung legen, ist dieser Vorbau eine klare Empfehlung.

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