Die Liebe für das Fahrradfahren verbindet viele Menschen. Christian zum Beispiel ist viel in der Natur unterwegs und erkundet mit seinem Mountainbike die Gegend rund um Hannover. Die Liebe für das Fahrradfahren teilt er mit seiner Frau Lisa. Lisa unternimmt liebend gerne lange Radtouren mit ihrem Mann Christian. Dabei haben sie insbesondere das Tandem fahren am Sonntag für sich entdeckt! Aber auch gemeinsame Mountainbike Touren stehen regelmäßig auf der Tagesordnung.
Eine gut gepflegte Fahrradkette ist entscheidend für eine reibungslose und effiziente Fahrt. Die richtige Schmierung und Reinigung verlängern die Lebensdauer der Kette und sorgen für optimalen Fahrkomfort.
Die Wahl des richtigen Schmiermittels
Das beste Öl für Fahrradketten ist spezielles Kettenöl. Es hat die ideale Kombination aus Schmierfähigkeit, Eindringtiefe und Haftung. Dr. Dünnflüssige Öle sind für den Sommerbetrieb besser. Sie lassen sich leichter abreiben, was verhindert, dass sie sich mit Schmutz vollsaugen. Dickflüssigere oder pastöse Mittel wie Fett oder Wachs sind für den Winter besser geeignet.
Waffenöl als Alternative?
Ballistol ist ein Waffenöl, welches hoch spezifische Eigenschaften besitzt. Diese sind vor allem zum Schmieren von Lang- und Kurzwaffen ausgelegt. Die Kriechfähigkeit von Ballistol ist beispielsweise wesentlich höher als bei WD-40. Das macht dieses Öl für die Schmierung von Abzügen, Hähnen, Lademechanik und Schlitten an Waffen ideal. Außerdem konserviert es gut und schützt damit vor Rost. Diese Eigenschaften macht es auch für Fahrradketten geeignet. Es ist besser als Universal-Öle oder Notlösungen wie Baby- oder Speiseöl.
Universal-Kriechöl ist für ein normales Fahrrad zum Hausgebrauch ausreichend. Es kriecht, wie sein Name schon sagt, in die engsten Ritzen und sorgt für eine ausreichende Schmierung. Es ist vor allem gut dazu geeignet, ein Fahrrad wieder gangbar zu machen. Problematisch am berühmten WD-40 Kriechöl ist, dass es nicht sehr gut haftet. Es ist daher für die Schnellreparatur gut geeignet.
Fett, Wachs und Graphit
Fette erzeugen einen recht dicken Schmierfilm. Sie dringen nicht optimal in die Kette ein, da sie sehr zähflüssig sind. Sie lassen sich auch nicht so gut entfernen, so dass sie tendenziell besser den Schmutz anziehen. Jedoch hat der dicke Schmierfilm auch sein Gutes. Er konserviert die Kette hervorragend. Das macht das Fetten der Kette vor der Winterpause optimal. Nach dem Ölen wird die Kette durch einen gefetteten Lappen gezogen. Dies hält das Salz fern und beugt so dem Rost vor.
Eine dritte Variante ist das Graphit. Hier sollte auch ausschließlich spezielles Ketten-Graphit verwendet werden, weil nur dieses feinkörnig genug ist. Zu grobes Graphit kann wiederum die Kette stark verschleißen.
Kettenwachs erzeugt einen oberflächlichen Schutzfilm. Es konserviert gut, schmiert aber schlecht. Kettenwachs eignet sich gut für die Einwinterung von einem Fahrrad. Kettenwachs ist für Fahrräder nicht optimal. Es hat keine sehr guten Fließeigenschaften und dringt nicht sehr tief zwischen die Kettenglieder ein. Der normale Anwendungsfall für Kettenwachs sind Motorradketten. Hier sind sie vor allem bei Enduros und bei Motorrädern beliebt, die im Winter gefahren werden. Kettenwachs wird zum Auftragen erwärmt. Eine Kette wieder zu entwachsen ist eine Herausforderung.
Kettenwachs wird von professionellen Radsportlern gerne für mehrstündige Fahrten verwendet. Es versiegelt und konserviert die Kette gut von außen, so dass sich kein Öl und Fett während der Fahrt abschleudert. Das hält die Beine und die Kleidung der Sportler sauber.
Reinigung der Fahrradkette
Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Wir können dich beruhigen: Kettenpflege ist keine Wissenschaft. Auch Geschirrspülmittel hat eine fettlösende Wirkung und kann zum Reinigen der Fahrradkette verwendet werden. Hierfür gibst du einfach ein paar Tropfen ins Wasser oder direkt auf das Tuch. Wenn du stattdessen Kettenreiniger verwendest, solltest du darauf achten, dass er biologisch abbaubar ist. Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen!
Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kettenreinigung
- Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
- Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
- Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
- Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
- Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden.
- Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab.
Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden. Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist. Wenn du mit einer zu trockenen Kette fährst, erhöht sich die Reibung an den Zähnen der Antriebskomponenten und sie verschleißen schneller. Deshalb solltest du die Kette immer mit Schmiermittel benetzen, bevor du zur nächsten Tour aufbrichst.
Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen. Hierfür drehst du die Bürste einfach mit dem Freilauf mit und bürstest den Schmutz weg.
Wenn du dir die Kettenpflege erleichtern willst, kannst du dir auch ein professionelles Kettenreinigungsgerät zulegen, das mit seinen kleinen Borsten auch die verborgensten Stellen deiner Kette gründlich reinigt.
Was man vermeiden sollte
Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann. Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden. Bei Anwendung an der Kette kann zudem alter Schmutz in die Lager gelangen.
Zwar ist Spülmittel für viele eine beliebte Allzwecklösung beim Bikewashing, allerdings kann es bei der Wirksamkeit nicht mit speziellen Kettenreinigern oder Waschbenzin mithalten. So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
Wir raten davon ab, Bremsenreiniger beim Putzen der Kette zu verwenden. Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet. Deshalb musst du die Kette nach dem Säubern mit Bremsenreiniger unmittelbar schmieren - oder auf eine alternative Reinigungsmethode ausweichen.
Generell kannst du eine Fahrradkette auch mit Benzin oder Diesel reinigen. Allerdings raten wir auch von dieser Methode ab, da beide Substanzen hoch entzündlich sind. Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.
Kettenreiniger von Ballistol
Der Kettenreiniger von Ballistol entfernt auch hartnäckige Schmiermittel-Rückstände selbstständig. Alle Fahrradketten und Motorradketten sowie Zahnräder, Rahmen und Felgen und alle anderen mit Öl und Fett behafteten Oberflächen werden vollständig von allen Verschmutzungen und Rückständen befreit. Der Kettenreiniger wirkt auch zuverlässig zur Reinigung zwischen den Kettengliedern.
Der Kettenreiniger enthält Rostschutz-Additive, die wirksam die Entstehung von Rost verhindern.
Wie oft muss ich eine Kette ölen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat.
Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
Weitere Tipps zur Fahrradpflege
- Reifendruck prüfen: Autoreifen, die zu wenig Luftdruck haben, führen zu vermehrtem Benzinverbrauch. Beim Radler erhöht sich dementsprechend die Muskelarbeit. Den minimalen und maximalen Reifendruck finden Sie auf den Reifenflanken angegeben.
- Bremsen prüfen: Achten Sie vor allem darauf, verbrauchte Bremsbeläge rechtzeitig auszutauschen und bei Nachlassen der Bremswirkung ggf. die Bremse etwas nachzustellen oder nachstellen zu lassen.
- Schaltung prüfen: Für die Seilzüge der Gangschaltung gilt im Prinzip das gleiche wie für die Bremszüge: Keine Knicke und auf leichten Lauf achten.
- Lichtanlage prüfen: Wenn die Lichtanlage nicht funktioniert, kann jeder selbst überprüfen, ob z.B. ein Stecker an den Lampen oder am Dynamo lose ist.
- Sicheren Unterstellplatz wählen: Am besten ist ein trockener Unterstellplatz. Offene oder sehr luftige Stellplätze wie Schuppen, Carports, Scheunen, manche Garagen usw. bergen aufgrund der wechselnden und teilweise hohen Luftfeuchtigkeit das Risiko der Korrosion.
Eine Fahrradkette hält mit guter Schmierung ca. 2000-5000 Kilometer. Es hängt von der Fahrleistung ab, wie oft die Kette geschmiert wird. Wenn stark entfettende Reinigungsmittel verwendet werden, muss die Kette bei jeder Reinigung neu geschmiert werden.
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