Google bessert bei Maps nach und will jetzt Motorradfahrer besser mit speziellen Funktionen bedienen. Wer mit Google Maps Reiserouten erkunden möchte, kann ab sofort als Option beim Fortbewegungsmittel auch "Motorrad" wählen. Allerdings ist die neue Option derzeit nur in Ostasien verfügbar.
Die neue Motorrad-Funktion in Google Maps
In den ersten Ländern in Asien gibt es bereits eine Neuerung, die Motorradfahrern bei der Routenplanung hilft. In weitere Länder kommen diese Funktionen jetzt zwar, Europäer müssen sich aber noch gedulden. Aktuell dürften ohnehin nur wenige Leute mit zwei Rädern unterwegs sein.
Wo ist der Zweiradmodus verfügbar?
Der neue Zweiradmodus wird in Indien zuerst getestet, weil es weltweit keinen größeren Markt für Motorräder gibt. Entwickelt wurde diese neue Option in Indien. Verfügbar ist sie aktuell in Indien, Indonesien, Malaysia, Myanmar, Hong Kong, Taiwan, Thailand, Vietnam und den Philippinen. Alles schnell wachsende Märkte mit hohem Zweiradanteil.
Was bietet der Motorrad-Modus?
„Der Zweiradmodus in Maps zeigt Reiserouten an, die „Abkürzungen“ verwenden, auf die Pkw und Lkw keinen Zugriff haben. Darüber hinaus werden benutzerdefinierte Schätzungen zu Verkehr und Ankunftszeit bereitgestellt.
Nutzer in Ostasien haben ab sofort eine weitere Option: Sie können beim Reisemittel "Motorrad" auswählen. Dann soll die App bei der Reiserouten- und der Reisezeitberechnung auf Motorrad-spezifische Eckpunkte wie Reisegeschwindigkeit, Tankreichweite, Fahrverbote oder Streckenbeschaffenheit zurückgreifen. Auch für Autos zu enge Straßen und das Durchschlängeln im Verkehr werden berücksichtigt.
Zudem soll die App im Motorrad-Modus mit mehr Sprachansagen arbeiten, damit die Zweiradfahrer den Blick seltener von der Straße nehmen müssen.
Was fehlt dem Motorrad-Modus?
Der Motorrad-Modus berücksichtigt allerdings nicht besonders schöne Streckenführungen für Motorradfahrer, kann also nicht für die Tourenplanung mit besonders reizvollen Strecken genutzt werden. Spielereien wie eine Option »Kurvige Strecken« gehören daher nicht zum Funktionsumfang.
Zukunftsperspektiven
Ob diese Option später weltweit ausgerollt wird, lässt Google offen. Es spricht jedoch wenig dagegen, dass Google die Motorrad-Navigation auch in anderen Ländern an den Start bringt - und so die Vormachtstellung seines Kartendienstes Google Maps weiter ausbaut.
Alternativen zu Google Maps für Motorradfahrer
Google Maps lohnt sich vor allem für Autofahrer und zeigt den schnellsten Weg zum Ziel. Doch Motorradfahrer kommen dabei nicht auf Ihre Kosten. Die kostenlose Navi-App Calimoto zeigt Ihnen optimierte Routen mit besonders kurvigen Strecken - perfekt für den nächsten Wochenendausflug.
Neben Google Maps gibt es eine Reihe von Apps, die speziell auf die Bedürfnisse von Motorradfahrern zugeschnitten sind. Hier sind einige Beispiele:
1. Calimoto
Calimoto ist eine speziell für Motorradfahrer entwickelte Navigations-App, die sich durch ihren einzigartigen Kurvenalgorithmus auszeichnet. Diese Funktion ermöglicht es den Nutzern, besonders kurvenreiche Strecken zu finden und zu befahren, was ein aufregendes Fahrerlebnis verspricht. Die App bietet zudem detaillierte Routenplanung und ermöglicht es den Benutzern, ihre Fahrten aufzuzeichnen und zu teilen.
Die Navi-App Calimoto für Android und Calimoto für iOS verspricht Ihnen, die optimale Strecke für Ihren nächsten Motorrad-Trip zu finden. Die App erstellt Ihnen sowohl für Strecken von A nach B als auch für Rundtouren eine empfehlenswerte Strecke. Für Letztere können Sie eine Fahrdauer angeben, Calimoto passt den Weg dann automatisch an die festgelegte Zeit an.
Der Algorithmus legt dabei besonderen Wert auf kurvenreiche Strecken und wenige Ampeln. Die Berechnung basiert nicht auf Erfahrungswerten von Nutzern, sondern nur auf Geodaten, sodass auch bisher kaum befahrene Gebiete schnell errechnet werden können.
Calimoto ist sowohl für Android als auch für iOS leider nur in der Grundversion kostenlos. Dort können Sie eine Gratisregion freischalten. In dieser können Sie navigieren, Rundtouren planen sowie anschließend analysieren.
Mithilfe der Sprachnavigation und des Trackings behalten Sie auf jeder Tour die Übersicht. Des Weiteren sind in der Gratis-Version die Erstellung eines Tourenkatalogs sowie die Features "Tourenauswertung" und "Touren teilen" mit inbegriffen.
Die spezielle Motorradkarte zeigt wichtige Punkte wie Tankstellen, Bikertreffs und Gebirgspässe an. Praktisch: Die Karten werden offline auf dem Smartphone gespeichert, um Ihr Datenvolumen zu schonen und auch navigiert zu werden, wenn mal kein Netzempfang besteht. Waren Sie von einer Strecke begeistert, können Sie diese direkt mit Freunden teilen.
Wem die Gratisregion zu klein ist und weitere Karten benötigt, benötigt Calimoto Premium, das kostenpflichtig in einem Abo-Modell erhältlich ist. Dabei können Sie zwischen einem wöchentlichen oder jährlichen Abo wählen.
Zu den Pro-Features zählen unter anderem der Gefahrenstellenwarner (zum Beispiel für Blitzer) sowie auch die Funktionen "Schräglagen-" und "Beschleunigungsanalyse". Für Biker, die es besonders kurvig mögen, gibt es das zusätzliche Routingprofil, das besonders kurvige Strecken anzeigt.
2. Kurviger
Kurviger ist die App unter den Motorradfahrern im deutschsprachigen Raum. Eigentlich jeder sollte sie auf seinem Handy installiert haben oder zumindest die Web-Version verwenden. Es gibt kaum eine bessere App für Motorradfahrer, um eigene Routen zu planen und sie mit anderen zu teilen.
Funktionen von Kurviger:
- Strecken zwischen zwei Orten nach Kurven auswählen kann
- Städte, Autobahnen und andere Routen vermeiden
- Strecke speichern und teilen
- Direktrouten und Rundtouren möglich
Eine der besten Dinge ist auch, dass die App und die Web-Version von Kurviger größtenteils als Open Source entwickelt werden. Das heißt, dass alle Funktionen völlig kostenlos sind, darunter eben auch die Berechnung der Routen. Das macht es für Hobbyfahrer einfacher, darauf zuzugreifen.
3. Riser
Wer Teil der Gemeinschaft an Motorradfahrern in Österreich werden will, der sollte einen Blick auf die App Riser werfen. Diese zeichnet nicht nur einzelne Routen auf, sondern kann auch mit anderen kombiniert und geteilt werden. So sehen Sie immer, wo sich andere Fahrer aufhalten. Das ist besonders für Gruppen praktisch, aber auch für Einzelfahrer, die Gleichgesinnte suchen.
Ansonsten sticht hier auf jeden Fall der Aspekt der Community heraus. Sich mit anderen zu vernetzen und seine eigenen Strecken zu teilen, ist unheimlich praktisch. Vergleichbar ist die App mit Strava für Wanderer und Fahrradfahrer.
4. Motobit
Motobit ist mehr als nur eine App für Routenführung. Sie analysiert Ihr Fahrverhalten, schlägt daraufhin entsprechende Strecken vor oder gibt Ihnen Tipps, wie Sie sich auf dem Motorrad besser verhalten. Diese App ist nicht nur für Anfänger, sondern auch für Profis unheimlich praktisch.
Viele Bewegungen gehen irgendwann ins motorische Gedächtnis über, weshalb Sie womöglich nicht mehr darauf achten. Motobit hilft dabei, diese zu erkennen und zu verbessern. Die App zeigt bestimmte Gefahrenpunkte auf einer Strecke an und sagt Ihnen auch, wenn eine Route zu kurvig für Ihr Fahrverhalten ist.
Weitere Motorrad-Navigations-Apps im Überblick
Hier ist eine Liste weiterer Apps, die für Motorradfahrer interessant sein könnten:
- Scenic
- OSMAND
- REVER
- TomTom Rider Go
- EasyRoutes
- Motocampano
- EatSleepRIDE (ESR)
- Detecht
- RideLink
Jede dieser Apps bietet spezifische Funktionen und Vorteile, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Motorradfahrern zugeschnitten sind.
Komoot vs. Google Maps
Komoot und Google Maps sind zwei wirklich bekannte Tools zur Routenplanung und beliebt unter Sportlern - aber sind sie auch geeignet für uns Zweirad-Enthusiasten?
Komoot
Komoot ist eigentlich für Radfahrer, Wanderer und Outdoor-Fans gedacht. Ein spezieller Modus für Motorräder? Fehlanzeige. Trotzdem wird die App auch von Bikerinnen und Bikern genutzt, um Touren durch schöne Landschaften zu planen.
Kurvige Straßen sind das Salz in der Suppe jeder Motorradtour - leider hat Komoot keine Funktion, die automatisch solche Strecken priorisiert. Das bedeutet: Wenn du Kurven suchst, musst du deine Route manuell anpassen, sodass du kurvige Passagen einbaust. Das funktioniert zwar grundsätzlich, ist aber auf Dauer wirklich mühsam.
Jein. Komoot ist eher für Radler gemacht - das merkt man auch bei der Navigation. Die App versucht, möglichst sichere und angenehme Strecken zu finden, was am Fahrrad super ist. Für unsere Motorräder bedeutet das aber manchmal: Schotterpisten, Feldwege oder Strecken, die für motorisierte Fahrzeuge oft gar nicht erlaubt sind.
Wenn du Komoot fürs Motorrad nutzt, solltest du jede Route vorher sorgfältig prüfen. Mit etwas Erfahrung kannst du die Wegführung aber anpassen und bekommst am Ende eine brauchbare Tour.
Ja, das klappt problemlos. Die Android- oder iOS-App bietet eine Tracking-Funktion, mit der du deine komplette Tour aufzeichnen kannst - inklusive Geschwindigkeit, Höhenprofil und Zeit.
Der Nachteil: Komoot erkennt nicht, dass du mit einem Motorrad unterwegs bist. Die Daten und Analysen werden daher möglicherweise nicht exakt auf deinen Fahrzeugtyp zugeschnitten. Wenn du die Aufzeichnung später teilen oder analysieren möchtest, funktioniert das trotzdem gut - und du kannst sogar Fotos entlang der Route hinzufügen.
Für Motorradtouren empfiehlt sich das Rennrad- oder Gravelbike-Profil. Diese Profile bevorzugen befestigte Straßen und vermeiden in der Regel unbefestigte Wege. Perfekt ist das Ganze aber nicht - du musst gelegentlich manuell eingreifen und Zwischenziele setzen, um Umwege oder unpassende Streckenabschnitte zu vermeiden.
Übrigens: Du kannst deine geplanten Touren in Komoot auch als GPX exportieren und in einer anderen Motorrad-App (z. B.
Google Maps
Ja, aber mit Einschränkungen. In einigen asiatischen Ländern wie Indien oder Indonesien gibt es tatsächlich einen Motorradmodus in Google Maps - wenn auch für Leichtmotorräder. In Deutschland existiert dieser Modus in Google Maps in dieser Form (noch) nicht. Trotzdem nutzen viele Biker Google Maps, um Routen für Roller und Motorräder abzurufen, weil es einfach und schnell funktioniert.
Der größte Vorteil: Du bekommst Echtzeit-Verkehrsdaten, aktuelle Infos zu Baustellen und eine verlässliche Navigation - zumindest für Autos.
Für Motorradfahrer bedeutet das: Du fährst dieselbe Route wie ein Auto, ohne Rücksicht auf Motorrad-Vorlieben wie kurvige Strecken oder landschaftliche Reize.
Der größte Nachteil: Das Abfahren mehrerer Wegpunkte muss ständig bestätigt werden, wodurch du immer Zugriff auf dein Smartphone haben solltest.
Kurz gesagt: Nur über Umwege. Google Maps bietet keine Option „kurvige Strecke bevorzugen“, wie es z. B. Motobit, Calimoto oder Kurviger tun. Du kannst aber manuell Zwischenziele einfügen, um deine Route spannender zu gestalten.
Ein beliebter Trick: Nutze die Satellitenansicht oder den Terrain-Modus, um Höhenunterschiede und Landschaftsstruktur zu erkennen. So kannst du zumindest landschaftlich reizvolle Routen finden - auch wenn’s etwas mühsam ist.
Google Maps selbst bietet keine GPX-Exportfunktion. Du kannst aber Drittanbieter-Tools wie „mapstogpx.com“ nutzen.
Die Fahrzeiten in Google Maps basieren auf Autofahrten - das heißt, sie berücksichtigen keine Unterschiede beim Beschleunigen, beim Bremsen oder beim Überholen, die bei Motorrädern relevant sein können.
In der Praxis bedeutet das: Du bist oft schneller unterwegs als Google denkt - außer du bleibst stur auf Bundesstraßen im Feierabendverkehr.
Wenn du Landstraßen und Pässe bevorzugst, kannst du etwa 10-20 % kürzere Fahrzeiten als angezeigt einplanen.
Direkt in Google Maps? Leider nein. Im Gegensatz zu speziellen Motorrad-Apps, bietet Google Maps keine direkte Tracking-Funktion für deine Fahrten.
Ein Workaround: Du kannst deine Route in Google Maps planen und mit einer anderen App parallel aufzeichnen.
Komoot und Google Maps haben ihre Stärken - aber auch klare Schwächen, wenn’s ums Motorradfahren geht. Wenn du auf kurvige Straßen, Höhenmeter und Motorradtauglichkeit Wert legst, solltest du lieber zu spezifischen Apps wie Motobit, Kurviger oder Scenic greifen. Diese bieten Profile speziell für Biker, berücksichtigen kurvige Strecken und sind deutlich besser auf das Zweirad-Erlebnis abgestimmt.
Komoot kann eine gute Option für geplante Touren sein - vor allem, wenn du dich in unbekanntem Terrain orientieren willst. Google Maps punktet mit Stauinfos und einfacher Handhabung, ist aber eher eine Notlösung für spontane Trips und kann wie eine Art “Suchmaschine” für Orte genutzt werden.
Sicherheitshinweise für Motorradfahrer
Motorradfahren ist ein großer Spaß, aber gleichzeitig auch mit vielen Risiken verbunden. Daher sollten Sie für Ihre Routenplanung und Strecken einige dieser Apps nutzen, damit Sie auch sicher auf den Straßen Österreichs unterwegs sind. Es gibt unheimlich viel zu entdecken, dabei sollte Ihre eigene Sicherheit aber nicht gefährdet werden. Kennen Sie Ihre Grenzen, vor allem bei kurvigen Strecken. Fehler passieren schnell und lassen sich im schlimmsten Fall nicht mehr vermeiden.
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