Der Luftreifen war ein wichtiger Wegbereiter für die Fahrradmobilität, wie wir sie heute kennen. Ohne Luft im Reifen kein komfortables, schnelles Vorankommen beim Radfahren. Doch was tun, damit der Reifen lange Luft behält?
Wenn der Reifen platt ist, kann das verschiedene Ursachen haben. Eine der häufigsten ist, dass der Reifen nur über die Zeit langsam an Luft verloren hat. In diesem Fall reicht es aus, den Reifen einfach wieder aufzupumpen.
Mögliche Ursachen für Luftverlust im Fahrradreifen
- Undichtigkeit des Schlauches: Entweder du hast das Loch übersehen, da es sich nach deiner Schilderung eher nach einem Schleicher anhört als einem richtigen Platten mit sichtbarem Loch im Schlauch. Es gibt auch Defekte im Schlauch die die Luft nur ganz minimal entwiechen lassen.
- Defektes Ventil: Wenn der Reifen auch nach dem Aufpumpen an Luft verliert, könnte das Ventil offen stehen. Sollte das Ventil nicht nur offen stehen, sondern beschädigt sein, dann kann ein Tausch des Ventils notwendig sein.
- Beschädigung des Schlauches: Sollte das Ventil in Ordnung sein, dann ist der Schlauch wahrscheinlich beschädigt. In diesem Fall muss der Schlauch gewechselt werden bzw. kann geflickt werden.
Wie man die Ursache findet
Du solltest den Schlauch ausbauen und leicht aufpumpen und dann in Wasser - am besten in einem Spülbecken - tauchen. Dort wo Luftblasen herauskommen, ist auch das Loch. Sollte dieser Test negativ verlaufen, ist der nächste Verdächtige das Ventil. Einfach mal das Ventil ins Wasser tauchen und sehen ob dort die Luft entweicht.
Was auch noch eine Möglichkeit ist, bevor du das Rad ausbaust, ist in eine Sprühflasche Wasser mit etwas Spüli zu füllen und damit das ganze Rad großzügig einzusprühen. Und falls nicht, so ist zumindest das Rad danach wieder sauber...
Naja, die Luft, kommt meist an einer anderen Stelle aus der Felge als da, wo sich das Loch befindet.
Wenn dir das alles zu kompliziert ist, kannst du dir auch einfach für ein paar Euro einen neuen Fahrradschlauch kaufen. Billige Schläuche gibt es bei uns unter anderem von Michelin und Kenda. Reparieren kannst du einen Schlauch ganz einfach mit einem passenden Flickzeug z.B.
Tipps zur Vorbeugung von Luftverlust
Der pressedienst-fahrrad hat zehn Tipps zusammengestellt, damit dem Fahrradreifen möglichst nicht die Luft ausgeht.
- Regelmäßiger Reifendruck-Check: Zu hoher oder zu geringer Reifendruck erhöht das Pannenrisiko deutlich. Die passenden Druckangaben finden sich auf der Reifenflanke. Rund einmal im Monat gilt es, den Reifendruck zu prüfen. Der Test mit dem Daumen ist dabei allerdings nicht zu empfehlen, weil er wirklich nur im Fall eines deutlich zu schlecht aufgepumpten Reifens Erkenntnisse liefert. Sinnvoller ist ein spezieller Reifendruckmesser (z. B. von Schwalbe). Es gibt mittlerweile auch digitale Reifendruckmesser (z. B.
- Verwendung einer Standpumpe mit Manometer: In einem Fahrradhaushalt sollte eine entsprechende Standpumpe mit Manometer (z. B. „Air-X-Plorer“ von SKS Germany) zur Grundausstattung zählen. Damit lässt sich der Luftdruck direkt ablesen und nach den Vorgaben richtig einstellen.
- Pannensichere Reifen aufziehen: In der Regel befindet sich die Luft in einem Schlauch. Damit sie darin auch bleibt, kann ein pannensicherer Reifen den Schlauch vor Einstichen schützen. Der „Marathon Plus“ von Schwalbe darf sich beispielsweise „unplattbar“ nennen. Unter der Lauffläche des Reifens verhindert eine hochelastische Pannenschutzeinlage aus Spezialkautschuk den Durchstich von Gegenständen in den Schlauch. Derartige Schutzgürtel gibt es auch aus reißfesten Fasern aus Aramid oder Vectran. Durch diese Techniken kann selbst bei dünneren Reifen, z. B.
- Verwendung von Schläuchen mit Butylkautschuk oder TPU: Schläuche mit einem hohen Anteil an Butylkautschuk halten die Luft länger als herkömmliche Fahrradschläuche. Im Trend sind außerdem Schläuche aus thermoplastischem Polyurethan (TPU), wie sie Schwalbe mit der „Aerothan“-Reihe oder die Firma Dubied mit der „Eclipse“-Reihe anbieten. Das Material kann kleinen Einstichen bis zu doppelt so lange standhalten wie normale Schläuche aus Kautschuk.
- Umstellung auf Tubeless-Reifen: Wie der Name bereits sagt, kommt hier kein Schlauch zum Einsatz. Stattdessen dichtet der Reifen direkt mit der Felge ab. Damit das System luftdicht ist, muss der Reifen, nachdem er auf die Felge gezogen ist, mit einem kräftigen Luftstoß aufgepumpt werden - so setzt er sich, oft mit deutlichem Knackgeräusch, beidseitig ins Felgenhorn. Dafür braucht es entweder einen Kompressor oder eine Tubeless-Pumpe mit zusätzlicher Druckkammer. Letztere lässt sich auch extern kaufen, z. B. als „Tire Booster“ von Schwalbe. Das Tubeless-System gilt als äußerst pannensicher, da eine spezielle Dichtmilch kleine Einstiche eigenständig von innen verschließt.
- Ventil kontrollieren: Ein schleichender Luftverlust kann an einem defekten Ventil liegen. Eine regelmäßige Kontrolle des Ventils, z. B. beim Aufpumpen, ist deshalb sinnvoll. Auch beim Tubeless-System kann es zu Luftaustritt am Ventil kommen, das direkt in der Felge verschraubt wird. Eine lockere Ventilmutter kann, anders als beim Schlauch, Luftverlust verursachen.
- Felgenband überprüfen: Es verhindert mechanische Beschädigungen des Schlauchs „von innen“, also durch Speichenköpfe, Metallgrate und Bohrungen in der Felge. Es gibt unter Spannung montierte Kunststoffbänder sowie selbstklebendes Felgenband aus Textilgewebe und Kunststoff. Das Felgenband sollte man regelmäßig, z. B. bei einem Reifenwechsel, kontrollieren, da es verrutschen oder sich ablösen kann. Es sollte möglichst breit sein und das komplette Felgenbett bedecken.
- Richtige Lagerung: Montierte Reifen sollten an einem kühlen, trocknen und möglichst dunklen Ort gelagert werden und immer aufgepumpt sein. Bei längeren Standzeiten lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks. Im Idealfall sollte das Fahrrad oder E‑Bike hängend gelagert werden. Denn sonst können die Seitenwände des Reifens beschädigt werden.
- Regelmäßige Reifenkontrolle: Ein Blick auf die Reifen lohnt sich immer, um eingefahrene Fremdkörper wie Steine u. Ä. zu entfernen, damit sie sich nicht weiter in den Reifen „einarbeiten“ können.
- Rechtzeitiger Reifenwechsel: Zwar gibt es beim Fahrrad und E‑Bike, anders als beim Auto oder S‑Pedelec, keine Mindestprofil-Vorgabe. Aber ein abgefahrenes Profil sorgt für ein schlechteres Fahrverhalten, mindert die Traktion und erhöht das Pannenrisiko.
Zusätzliche Tipps
- Wenn man sich mit den Maßen gut auskennt, nimmt man einen Schlauch, der gerade so noch reinpasst in den Reifen. Dann muss er sich nicht so ausdehnen, das Gummi bleibt dicker und hält deswegen die Luft besser.
- Auch halten dicke Reifen die Luft viel länger. (Mathe. Das Volumen wächst schneller als die Oberfläche, wenn man den Durchmesser vergrößert). Optimal sind die Reifen meiner Tochter. Schwalbe Big Apple mit Schwalbe SV19-Schläuchen. Der Big Apple rollt genauso gut mit 2 wie mit 5 bar.
- Gealtertes Gummi (rissig) und fehlende Ventilkappen (Staub kommt ins Ventil) verschlimmern das Ganze noch. Weil weder das Gummigemisch des Schlauches, noch das Ventil darauf ausgelegt sind, Luft für immer zu halten.
Tubeless-Reifen Reparatur
Tubeless-Reifen sind in der Regel widerstandsfähiger gegen Pannen, können aber dennoch Luft verlieren. Falls du ein kleines Loch im Reifen hast, kannst du zunächst versuchen, die Tubeless Dichtmilch zu schütteln und das Laufrad so zu drehen, dass das Loch von der Milch abgedichtet wird. Sollte das nicht ausreichen, kannst du mit einer CO₂-Kartusche oder einer Hochdruckpumpe den Reifen erneut auf den Felgensitz bringen.
Bei größeren Schäden helfen spezielle Tubeless-Reparatursets, die kleine Gummistifte, sogenannte Pfropfen, enthalten, die in das Loch gedrückt werden, um es zu verschließen. Falls der Schaden zu groß ist, kannst du als Notlösung einen Schlauch in den Tubeless-Reifen einziehen, um die Fahrt fortzusetzen!
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