Warum hat sich Kawasaki aus der MotoGP zurückgezogen?

Der Ausstieg von Kawasaki aus der MotoGP-Serie im Jahr 2009 schockierte die Motorradrennsportwelt. Doch was waren die genauen Gründe für diesen drastischen Schritt?

Wirtschaftliche Gründe und fehlende Erfolge

Kawasaki-Sprecher Katsuhiro Sato begründete den Entschluss mit dem Zwang zur drastischen Kostenreduzierung wegen eingebrochener Verkaufszahlen in den USA und Europa. Zuletzt hatte Kawasaki das zudem weitgehend erfolglose MotoGP-Engagement jährlich etwa 32 Millionen Euro gekostet.

Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Drucks war der Ausstieg für Kawasaki angesichts des Mangels erstklassiger Ergebnisse naheliegend. Im WM-Abschlussklassement der höchsten Motorrad-Rennserie kam der US-Amerikaner John Hopkins im Vorjahr als bester Kawasaki-Fahrer auf Rang 16. Das beste Resultat der Japaner seit ihrer Rückkehr in die Königsklasse vor sieben Jahren war 2007 der zweite Platz des Franzosen Randy de Puniet beim Japan-Grand-Prix.

Die Folgen für die MotoGP und die Fahrer

Durch Kawasakis Abschied stehen die für das niederländische Werksteam verpflichteten Piloten Hopkins und Marco Melandri (Italien), der gerade erst von Ducati zu den Japanern gewechselt war, gut drei Monate vor dem WM-Start beim Nachtrennen in Katar am 12. April ohne Maschinen da. Allerdings soll sich eine spanische Sponsorengruppe bereits darum bemühen, das bisherige Werksteam in Eigenregie zu übernehmen und weiterzuführen.

Sollte sich der Ausstieg tatsächlich bestätigen, stünde die MotoGP vor einem Problem. Konsequenz wäre ein Starterfeld von nur 17 Maschinen. Die Verträge der FIM stellen jedoch mindestens 18 Starter pro Rennen in Aussicht.

Kawasaki nach dem MotoGP-Ausstieg

Nachdem Marco Melandri 2009 eine weiterentwickelte Maschine aus der Saison 2008 einsetzte, fehlte Kawasaki bis zur Einführung der CRT-Klasse in der Saison 2012.

Ab 2025 liefert Kawasaki nur noch Motoren für das neue Bimota-Projekt. Die Kawasaki ZX-10RR wird ab 2025 nur noch durch Kundenteams am Leben gehalten, sofern diese Interesse haben.

Mögliche Rückkehr in der Zukunft?

Sato ließ die Möglichkeit einer Rückkehr der Renommiermarke aber offen: "Wir haben seit Mitte Dezember über einen Rückzug nachgedacht. Bevor sich das jetzige Wirtschaftsklima nicht wieder nachhaltig verbessert, ist es schwierig zu sagen, ob Kawasaki wiederkommen wird."

Kawasaki hat eine MotoGP-Rückkehr in den letzten Jahren immer wieder definitiv abgelehnt. Bisher dementierte Kawasaki ein mögliches MotoGP-Comeback.

Die Reaktion der Konkurrenz und die Zukunftspläne der MotoGP

"Wir wurden von verschiedenen Herstellern kontaktiert", sagt Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta, "aber jeder hat abgewartet, wie die technischen Regeln der Zukunft aussehen. Wir sind mit unseren fünf Herstellern sehr glücklich. Es gibt eine sehr gute Zusammenarbeit."

"Es gibt Hersteller, die Interesse zeigen, Teil der Weltmeisterschaft zu werden. Das sind natürlich vertrauliche Gespräche zwischen ihnen und uns. Nach der Präsentation der Regeln werden wir sehen, wie sich das weiterentwickelt."

Ein möglicher Kandidat ist BMW. Bereits seit 1999 stellt BMW die offiziellen Safety-Cars.

Die beiden von Suzuki aufgegebenen Startplätze bleiben für einen neuen Hersteller reserviert.

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