Die Harley-Davidson Softail: Eine Ikone des amerikanischen Motorradbaus

Die Harley-Davidson Softail Reihe erblickte 1984 das Licht der Welt und zeichnet sich seitdem durch einen Starr-Rahmen Look mit Dreiecks-Schwinge und gut versteckten Dämpfern aus. Immer wieder weiterentwickelt, zählen die Maschinen mit dem Starrrahmenlook mittlerweile zu den Ikonen amerikanischen Motorradbaus.

Die Geschichte der Softail

Möglicherweise war es die Softail, die den immer wieder krisengeschüttelten amerikanischen Motorradhersteller Harley-Davidson vor dem endgültigen Aus bewahrte.

In den frühen 1980er-Jahren hatte die Motor Company ein Konzeptbike des Customizers Bill Davis erworben, der eine verdeckte Hinterradfederung für Big Twins entwickelt hatte. Die Konstruktion mit unter dem Getriebe platzierten Federelemente täuschte den in der Cruiser-Szene beliebten Starrrahmen vor, bot aber zeitgemäßen Fahrkomfort. Harley-Davidson entwickelte das Konzept weiter und präsentierte 1984 die erste Softail. Das Wagnis war groß, doch das Kalkül ging auf: Die Softail wurde ein großer Verkaufserfolg - fast so wie der iPod für Apple einige Jahrzehnte später.

Mit der 1984er FXST Softail wurde auch der seinerzeit neue Evolution V-Twin eingeführt, der den Shovelhead Motor ersetzte und mit der Zeit in allen Big Twins Verwendung fand. „Wenn ich an die Einführung der FXST Softail sowie des Evo und die Auswirkungen auf den Markt zurückdenke - wir hatten ja gerade erst den Buy-out überstanden -, wird mir klar, wie wichtig dieser neue Motor und der neue Rahmen für unser Überleben waren“, schrieb der ehemalige Chief Styling Officer Willie G. Davidson in seinem Buch 100 Jahre Harley-Davidson.

Auf Basis der Softail Plattform entstanden zahlreiche weitere neue Modelle, die ein breites Spektrum an Stilrichtungen abdecken.

Mit der Softail brachte die Motor Company im Jahre 1984 eines ihrer wichtigsten Modelle auf den Markt.

Die Rolle von Willie G. Davidson

»Form soll nicht nur der Funktion, sondern auch der Emotion folgen«, ist sich Willie G. Davidson, von 1963 bis 2012 verantwortlich für das Harley Design, sicher.

Seine Leidenschaft galt stets den »Hardtails«, klassischen, am Heck ungefederten Maschinen der 1940er- und 1950er-Jahre, und den daraus entstandenen Custombikes mit ihren klaren Proportionen, der geraden, zum Heck hin stark abfallenden Linienführung und dem tief angeordneten Sitz. Doch solche Maschinen lassen aufgrund des starr aufgehängten Hinterrads naturgemäß jeglichen Fahrkomfort vermissen. Abhilfe versprach Anfang der 1980er Jahre die Idee, mit einer Dreieckschwinge die Linienführung eines Starrrahmens nachzuempfinden und zugleich mit zwei, verdeckt unter dem Motor angebrachten Federbeinen für zeitgemäßen Federungskomfort zu sorgen.

Die Technik der Softail

Versteckte Federbeine und eine clevere Schwingenkonstruktion verliehen dem Rahmen der FXST Softail die klare Silhouette eines klassischen Bikes ohne Hinterradfederung, eines sogenannten Hardtails. Ihr Rahmen bot das klare Styling und die klassische, bei Custombike-Fans so beliebte Hardtail-Silhouette - eine gerade Linienführung vom Lenkkopf bis zur hinteren Radachse -, ohne auf den Komfort eines gefederten Hecks zu verzichten.

Die aktuelle Softail besitzt einen Milwaukee-Eight Motor mit 107 oder 114 Kubikzoll Hubraum und einen neu entwickelten Rahmen, der im Vergleich zu seinen Vorgängern für verbessertes Fahrverhalten bei weniger Gewicht sorgt. Die neusten Softails besitzten neben LED-Scheinwerfer, ABS, CAN-Bus System, 6-Gang Getriebe auch ein elektronisches Gas, welches beim Umbau von Lenker und Griffen beachtet werden muss. Fahrfertig wiegen Softails um 300 kg, besitzten ca.

Das Herz des aktuellen Softail Fahrwerks bildet ein Monoshock unter der Sitzbank, der für bemerkenswerten Komfort und erstklassiges Handling sorgt. Dank der clever gestalteten Dreiecksschwinge bleibt die charakteristische Hardtail-Silhouette des Softail Fahrwerks natürlich weiterhin erhalten. Alle aktuellen Cruiser werden vom Milwaukee-Eight V-Twin angetrieben, der über zwei Ausgleichswellen verfügt, die den Komfort für Fahrer und Beifahrer erhöhen und eine starre Motormontage im Rahmen ermöglichen.

Eine clever designte Dreiecksschwinge imitierte den Look der klassischen Starrahmen-Maschinen, erlaubte aber eine zeitgemäße Federung.

Um die fahrtechnischen Nachteile des Starr-Rahmens nicht zu übernehmen, die Optik jedoch beizubehalten, versteckt Harley-Davidson beide Federbeine waagerecht unter dem Getriebe. Der Motor wird bei allen Softail Modellen starr im Rahmen verschraubt. Die Softail-Reihe ist die einzige Baureihe bei der dies der Fall ist. Bei allen anderen Modellen wird der Motor schwingungsentkoppelt in Gummi gelagert.

Um diesen Vibrationen entgegenzuwirken wird ab 2000 der Twin-Cam-88B-Motor in die Modelle integriert. Mit zwei Ausgleichswellen sorgt der Motor für eine deutliche Verringerung der Vibrationen und ein angenehmeres Fahrgefühl.

Ab 2007 wird dann der hubraumstärkere Twin Cam 96B Motor in allen Softail Modellen verbaut.

Die Softail Familie

Motorradfans, die das ästhetische Design von Starrrahmen schätzen, das viele Motorräder bis in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts hinein prägte, aber dennoch nicht auf ein modernes Fahrzeugkonzept und den Komfort eines auch am Heck gefederten Rahmens verzichten wollen,wählen eine Harley-Davidson Softail.

Die Modellfamilie ist reich an eleganten Formen und markanten Charakteren: Das Portfolio erstreckt sich vom schlanken Chopper-Style über wuchtigen Cruiser-Lookbis zum stilvollen Touren-Design.

Von der Seite betrachtet wirkt eine Softail wie ein Motorrad ohne Hinterradfederung. Tatsächlich jedoch verfügt der Softail Rahmen über ein dem Auge des Betrachters verborgenes Zentralfederbein unter dem Sitz, das modernen Fahrwerkskomfort sicherstellt, der vollkommen auf der Höhe unserer Zeit ist.

Die modellspezifisch 16, 18, 19 oder 21 Zoll großen Vorderräder werden von einer Telegabel geführt, die mit Showa Dual Bending Valve Technologie arbeitet. Ausnahmen bilden die Sport Glide, die Fat Bob Modelle, die FXDR 114 und die neue Low Rider S: Hier kommt jeweils eine Upside-down-Telegabel zum Einsatz.

Die Softail Typen werden vom luftgekühlten Milwaukee-Eight Big Twin angetrieben. Der Hubraum des V2 beträgt je nach Modell 1745 cm3 (107 cui; bis zu 64 kW (87 PS) und bis zu 145 Nm) oder 1868 cm3 (114 cui; bis zu 69 kW (94 PS) und bis zu 160 Nm).

Da er starr mit dem Rahmen verbunden ist, kommen zwei Ausgleichswellen zur Dämpfung der Vibrationen zum Einsatz.Zudem verfügt das Triebwerk über eine Doppelzündung, je vier Ventile pro Zylinder (ohv), einen ölgekühlten Auslassbereich und einen elektronischen Gasgriff (Electronic Throttle Control), der Bowdenzüge überflüssig macht.

Eine leichtgängige, mechanisch betätigte Ölbadkupplung stellt den Kraftschluss zum Getriebe her. Bei der Schaltbox handelt es sich um das Cruise Drive Sechsganggetriebe, das für kraftvollen Durchzug in den unteren Gängen und entspanntes Gleiten bei niedriger Drehzahl im höchsten Gang sorgt.

Über einen robusten, kohlefaserverstärkten Sekundärzahnriemen werden die Kräfte auf das je nach Modell 16 oder 18 Zoll große Hinterrad übertragen.

Die Bremsanlagen aller Softail Typen profitieren vom serienmäßigen Antiblockiersystem, das dezent in den Look der Maschinen integriert ist. Serienmäßig kommen zwei Bremsscheiben (Fat Bob Modelle, FXDR 114 und Low Rider S: drei Bremsscheiben) zum Einsatz.

Je nach Modell ruhen die Füße des Fahrers auf mittig montierten oder vorverlegten Fußrasten oder auf Trittbrettern.

Serienmäßig verfügt jede Softail über eine Wegfahrsperre, die sich automatisch aktiviert und deaktiviert, wenn sich der Fahrer vom Motorrad entfernt beziehungsweise wenn er sich ihm nähert. Dank des Keyless Ignition Systems genügt ein Druck auf den Starter, um den Motor anzulassen - ein Zündschlüssel ist nicht mehr erforderlich.

Modellentwicklung im Überblick

1984 debütierte die Softail-Baureihe von Harley-Davidson. Da sich die Kombination aus der Ästhetik vergangener Motorradepochen und zeitgemäßer Technik als überaus erfolgreich erwies, legte die FXST den Grundstein zu einer neuen Baureihe. Die Ingenieur- und Designteams kreierten zahlreiche weitere Modelle, unter ihnen die Heritage Softail, deren nostalgisches Design im Stil der 1949er Hydra Glide seit 1986 für Aufsehen sorgt, die Springer Softail, die 1988 ein Revival der klassischen Springergabel einläutete, und die Fat Boy, die 1991 ihr Filmdebüt im Kinofilm »Terminator 2« mit Arnold Schwarzenegger gab.

Im Jahr 2000 erschien die zweite Generation der Softail Baureihe - mit gänzlich neuem Rahmen, neuer Bremsanlage sowie neuem Motor. Inzwischen hat die vierte V-Twin-Generation Einzug ins Softail Fahrwerk gehalten: der Twin Cam 103B mit 1690 Kubikzentimetern, aktivem Ansaug- und Auspuffsystem sowie Cruise Drive Sechsganggetriebe.

Mit Modelljahr 2018 wird die Dyna Familie in die Softail Familie integriert. Im gleichen Zuge wird auch auf den neuen Milwaukee Eight Motor umgestellt.

Die Softail Fat Boy und ihr Auftritt in Terminator 2

Besonderen Kult erreicht die Softail Fat Boy durch den Auftritt im Film Terminator 2 mit Arnold Schwarzenegger. Der Film aus dem Jahr 1991 spielt in Los Angelas in welchem sich der Terminator eine heiße Verfolgungsjagd auf der Fat Boy liefert. Durch den coolen Auftritt von Arnold Schwarzenegger und die gerade erste veröffentliche Softail Modellreihe von Harley-Davidson, erlangte die Fat Boy schnell eine beachtliche Bekanntheit.

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