Die Mountainbike-Saison steht vor der Tür! Das Bike ist gecheckt, die Motivation groß. Jedes Jahr, wenn im März oder April langsam der Schnee schmilzt, vollzieht sich bei vielen Outdoorfreunden eine kleine Metamorphose: Die Ski werden im Keller weiter nach hinten geräumt, das Wachs-Set im Schrank verstaut und dafür das Mountainbike und die kleine Bikewerkstatt hergerichtet. Man freut sich, denn die Mountainbike-Saison steht vor der Tür.
Doch vor jeder Tour das gleiche Prozedere: Was muss mit? Was ist unnötig? Das Angebot an Mountainbike Zubehör ist unüberschaubar riesig, da den Überblick zu behalten ist nicht leicht. Aber keine Sorge, wir haben uns bei echten MTB-Profis umgehört und können jetzt für dich die Spreu vom Weizen trennen. Oder die wichtigen Teile von Geldmacherei.
Die Grundausstattung für Mountainbiker
Du bist stolzer Besitzer eines neuen Mountainbikes, möchtest nun die Trails unsicher machen und benötigst eigentlich nur noch die richtige Ausrüstung für deine Tour? Die schillernde Welt der Mountainbiker würde dich reizen, aber du hast keine Ahnung in welches Zubehör du investieren solltest? Oder bist du vielleicht seit neustem stolzer Besitzer deines ersten Mountainbikes und wüsstest jetzt gerne mit welchen Sahnestücken du dein neues Hobby am besten krönen kannst?
Helm
Ein guter Helm ist zweifellos das absolut wichtigste Accessoire für deine Sicherheit. Mountainbike Helme schützen den Schädel-, und Schläfenbereich besser als ein traditioneller Fahrradhelm. Daher solltest du dir unbedingt einen zulegen, bevor du dich zum ersten Mal auf den Weg zum Trail machst.
Wenn du dich an Downhill-Herausforderungen wagen willst, schützt ein Full Face Helm dein Gesicht, das Kinn und den Mund besonders effektiv. Helme mit abnehmbarem Kinnschutz liegen derzeit bei Trail-, und Enduropiloten voll im Trend, so hast du den vollen Schutz wenn es auf anspruchsvollen Passagen heiß hergeht. Bei anstrengenden Kletterpartien oder auf einfacheren Strecken kannst du den Bügel einfach abnehmen.
Viele Mountainbikehelme bieten die Möglichkeit, Scheinwerfer oder deine GoPro anzubauen. „Steile und eher technische Passagen erfordern perfekten Schutz,“ erklärt Fahrradprofi Ash Swann. Er empfiehlt Helme mit MIPS-Technologie, denn sie werden besonders hohen Sicherheitsansprüchen spielend gerecht.
MTB-Schuhe und Pedale
„Der wichtigste Teil deiner Fahrradbekleidung sind die Schuhe!”, meint Ash Swann. Als einer von drei Kontaktpunkten, die dich mit deinem Fahrrad verbinden sind Schuhe außerordentlich wichtig, wenn es um Kontrolle und Performance geht. Mountainbikeschuhe sind robust gebaut, halten eine Menge aus und haben eine versteifte Sohle, die die Kraftübertragung vom Fuß auf das Pedal verbessern.
Beim Mountainbiken hast du generell die Wahl, ob du mit Flats oder Klickpedalen fahren willst. Die meisten Offroadfahrer entscheiden sich für leichte SPD-Pedale. Sie erlauben es dem Biker, abwärts die komplette Trittkraft zu nutzen, aber auch die Zugbewegung einzusetzen um steile und schwierige Abschnitte effizient zu bewältigen.
Trailpiloten und Downhiller bevorzugen ein ähnliches System, aber mit einem größeren Käfig um das Klicksystem, denn so haben ihre Füße eine größere Auflagefläche und das Pedal ist einfacher wiederzufinden, wenn der Schuh ausgeklickt war. Andererseits gibt es aber auch die Möglichkeit, stinknormale Flats zu fahren. Sie sind groß und breit und bieten deinen Trailabenteuern eine solide Grundlage.
Du solltest dich immer zuerst für Pedale entscheiden und dann die passenden Schuhe aussuchen. Es gibt Mountainbike-Schuhe sowohl für Flats als auch für Cleats. Anders als deine normalen Sneaker bieten beide mehr Schutz für deinen Fuß und eine steife Laufsohle.
Mountainbike-Bekleidung
Wie unterscheidest du auf den ersten Blick einen Mountainbiker von einem Rennradfahrer? Ganz einfach: Baggies oder Lycra....Mountainbiker haben es gerne bequem und cool. Aber hinter der speziellen Mountainbikebekleidung steckt weit mehr, als der Casual Look erahnen lässt. Du hast es hier mit Sportbekleidung zu tun, in der jede Menge High-Tech steckt.
Die Stücke sind atmungsaktiv und dehnbar, so kannst du dich auf deinem Bike ohne Einschränkungen bewegen. Besonders beanspruchte Stellen sind verstärkt, außerdem ist das Material insgesamt reißfester. Wenn du dir Mountainbike-Shorts anschaffst, solltest du darauf achten, dass sie mindestens eine Tasche mit Reißverschluss haben, sämtliche Verschlüsse viel aushalten und die Hosenbeine lang genug sind, damit dir nicht beim pedalieren die Beine hinaufrutschen.
Bei den Oberteilen solltest du Ausschau halten nach Mountainbike-Shirts oder MTB-Jerseys die atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit nach außen leiten, genug Platz bieten für Protektoren (könnte ja sein, dass du irgendwann welche brauchst) und an das Wetter in deiner Region angepasst sind.
Die beste MTB Bekleidung legst du möglichst nach dem Zwiebelprinzip an. Das heißt, du ziehst verschiedene Schichten übereinander. So kannst du dein Outfit auf deiner Tour unterschiedlichen Temperaturen und Wetterverhältnissen anpassen. Da die Luft durch den Körper aufgewärmt und besser zirkulieren kann, wären mehrere dünne Schichten Kleidung besser, als wenige dicke.
Außerdem können dünnere Stoffe schneller trocknen, wenn sie einmal nass geworden sind, vor allem, wenn sie aus Funktionsmaterial bestehen. Außerdem gibt es spezielle MTB Trikots, die ein wenig weiter geschnitten sind als Rennrad-Oberteile, am Rücken aber ebenfalls kleine Taschen haben. Untenrum bist du mit einer MTB Hose gut ausgestattet.
Protektoren
Wenn du immer sicherer wirst auf deinem Mountainbike und die Trails die du dir zutraust anspruchsvoller werden, ist es schlau ein paar Euro in eine gute Schutzausrüstung zu investieren. Ein Paar flexible Knieschoner ist ein guter Ausgangspunkt, das dich nicht arm machen wird. Die nächste Stufe wären kombinierte Knie-, und Schienbeinschoner.
Ellenbogen-Schoner sind eine gute Idee und wenn du so richtig die Sau rauslassen willst, raten wir dir unbedingt zu einem Rückenprotektor. Die Pads für Knie und Ellenbogen gibt es in verschiedenen Größen. Du solltest verschiedene anprobieren, damit du siehst, ob sie fest sitzen, dir aber genug Bewegungsfreiheit lassen um bequem zu biken.
Schoner mit einer Oberfläche aus Hartplastik sind gebaut um bei einem Aufprall auf dem Boden entlangzugleiten, exakt das richtige für Adrenalinjunkies. Weiche Pads sind für Trail-Fahrer gedacht. Sie sind flexibler, bieten mehr Bewegungsfreiheit und sind außerdem besser belüftet.
MTB Handschuhe
Mountainbikehandschuhe bedecken die komplette Hand, so schützen sie dich vor Mutter Natur, Kratzern und Sturzverletzungen. Meistens sind auf dem Handrücken und an den Knöcheln zusätzliche Poster oder Kunststoffverstärkungen, um diese empfindlichen Stellen zu schützen. Die Polsterungen der Handflächen fallen eher minimalistisch aus, viel Polster würde den Grip zu schwammig werden lassen, Kontrollverlust wäre die unangenehme Folge.
Schutz für deine Augen
Wie wichtig es ist auf dem Fahrrad dein kostbares Augenlicht zu schützen, müssen wir dir wahrscheinlich nicht erst erklären. Aber du brauchst nicht nur eine gute Sonnenbrille, die deine Augen vor den schädlichen Strahlen der Sonne schützt, du brauchst außerdem Schutz bei Stürzen oder vor aufgewirbelten Kleinteilen und Staub.
Zur Mountainbikeausrüstung gehören daher eine Sportsonnenbrille und eine Schutzbrille, du findest diese meist unter der englischen Bezeichnung Goggles (die Optik? Denke in Richtung Skibrille...). Schon die Form ist anders. Eine Bike-Sonnenbrille ist gebogen, damit sie deinen Kopf perfekt einschließt und sie muss natürlich unter deinen Helm passen ohne zu drücken.
Viele Hersteller bieten inzwischen Brillen mit polarisierten Gläsern oder Photochromic-Gläsern an, sie haben eine spezielle Schutzschicht, die blendendes Licht verringert. Selbsttönende Gläser verbessern die Sicht auf schattigen Wegen, denn sie reagieren auf das einfallende Licht und machen den Trail oder Hindernisse auf dem Weg kontrastreicher und somit besser erkennbar.
Fahrradcomputer
Wenn du deine Fahrten dokumentieren willst, ist ein Fahrradcomputer praktischer auf dem Bike als eine Smartphone-App, denn er ist weit weniger wetteranfällig, passt sich nahtlos in dein Cockpit ein und geht nicht so schnell kaputt. Außerdem hält die Batterie länger als die meisten Smartphone-Akkus.
Fanhrradcomputer zeichnen die Eckdaten deiner Rides auf, zum Beispiel die Geschwindigkeit, die gefahrene Entfernung oder die Fahrzeit. Viele der Computer können über Bluetooth mit anderen Geräten verbunden werden, etwa mit Pulsmessern oder Leistungsmessern.
Schutz für deinen MTB Rahmen
Auf dem Trail lauert nicht nur Dreck, es warten auch noch fiesere Dinge auf dich und dein Bike. Aufgewirbelte Steinchen, Äste oder anderer herumfliegender Kleinkram. Du solltest nicht nur deinen Körper schützen, sondern auch deinem geliebten Drahtesel ein paar Protektoren gönnen.
Wasserversorgung: Trinkrucksack oder Flasche
Feuchtigkeit scheint im Zusammenhang mit Mountainbikes nicht unmittelbar erstrebenswert, aber wir meinen ja auch nicht feindliche Bewässerung von oben, sondern deinen persönlichen Flüssigkeitshaushalt, denn den gilt es aufrecht zu erhalten.
Hierbei solltest du beachten, dass bei weitem nicht alle Mountainbikerahmen mit einem Flaschenhalter auf die Welt kommen, also ist ein Trinkrucksack eine komfortable Lösung, auch bei kurzen Strecken. Eine Trinkflasche oder eine kleine Wasserblase sind für kurze Fahrten eine gute Option. Je länger du fahren willst desto größer sollte dein Wasservorrat aber sein.
Satteltaschen & Aufbewahrung
Das Thema Gepäcktransport reißt dich vielleicht nicht vom Hocker so wie es bei deinem neuen Bikekit oder den perfekten Schuhen der Fall ist. Aber spätestens wenn du deinen ersten Ride planst, wirst du froh sein, dass du dir dazu ein paar Gedanken gemacht und einige wichtige Kleinigkeiten dabei hast.
Satteltaschen oder Saddle Wraps sind zwei der unkompliziertesten Möglichkeiten, am Fahrrad ein paar Dinge unterzubringen. Aber Achtung: Wenn du eine absenkbare Sattelstütze fährst ist eine Satteltasche, die am Sitzrohr befestigt wird im Weg, dann solltest du auf andere Fahrradtaschen ausweichen.
Packliste für eine Mountainbike-Tour
Die obige Packliste bezieht sich auf eine normale Mountainbike-Tagestour in gemäßigtem Gelände, ohne spezielle Anforderungen. Wer zu Extremen neigt oder sich mehr dem Downhill verschrieben hat, der sollte seine Ausrüstung entsprechend vervollständigen. Auch gilt es zu beachten, dass man je nach Länge und Routenwahl der Tour sicher nicht alles mitnehmen braucht. Eine einstündige Tour durch Felder und Wiesen benötigt eben ein anderes Ausrüstungsspektrum als eine zehnstündige Tour in den Alpen.
Daher versucht die Packliste Mountainbike-Tour möglichst vollständig zu sein - gegebenenfalls kann man einige der genannten Ausrüstungsgegenstände getrost zu Hause lassen.
- Mountainbike
- Fahrradjacke
- MTB-Shorts
- Wechseltrikot
- Funktionsunterziehshirt
- Weste
- Armlinge/Beinlinge
- Buff (Stirnband, Halstuch, Schweißtuch in einem und damit ein Allrounder)
- für die kalte Jahreszeit: Überziehschuhe
- Sonnenbrille/Fahrradbrille
- Fahrradhandschuhe
- Mountainbikerucksack, ca.
Weitere Tipps für Mountainbike-Einsteiger
Gerade für Einsteiger ist der Mountainbike-Bereich extrem unübersichtlich: Es gibt nicht nur viele unterschiedliche Mountainbike-Typen, sondern auch zahlreiche Komponenten, die oft nicht kompatibel sind. Damit du nicht unnötig Geld für das falsche Rad ausgibst, findest du hier die wichtigsten Tipps für deinen Einstieg:
- Das richtige Mountainbike für Anfänger finden: Überlege dir, wofür du dein Bike nutzen willst.
- Die passende Rahmenhöhe wählen: Die richtige Rahmenhöhe lässt sich meist über die Schrittlänge bestimmen.
- Das richtige Material: Für Einsteiger ist ein Aluminiumrad meist die bessere Wahl - es ist günstiger und robuster im Alltag.
- Auf solide MTB-Ausstattung achten: Auch Einsteigerbikes sollten eine vernünftige Ausstattung mit Marken-Komponenten bei Federelementen, Bremsen und Antrieb bieten.
- Neu oder gebraucht?: Ein gebrauchtes Bike kann günstig sein, doch als Einsteiger ist es schwierig, versteckte Mängel zu erkennen.
- Ausrüstung: Unverzichtbar sind Helm, Schutzbrille, gepolsterte Hose und Fahrradschuhe.
- Zubehör: Ersatzschlauch, Fahrradpumpe, Multitool und Reifenheber gehören daher in jeden Bike-Rucksack.
- Training: Online findest du zahlreiche Trainingspläne und Fahrtechnikvideos.
- Reparaturen & Pflege: Viele Reparaturen - etwa Schaltung einstellen, Bremsbeläge oder Reifen wechseln - kannst du mit etwas Übung selbst erledigen.
Checkliste für deine erste Tour
Das Rad ist gekauft, die erste Tour bis ins Detail geplant, doch dann passiert es: Beim Aufsteigen aufs Rad fällt dem abenteuerlustigen Mountainbiker auf, dass er ja gar nicht auf Pannen vorbereitet ist. Außerdem fehlt am Bike eine Halterung fürs Smartphone. Von einem Kettenstrebenschutz ganz zu schweigen … Die Liste ließe sich schier endlos fortführen, denn der Markt für MTB Zubehör ist ständig am Wachsen.
- Helm
- Fahrradbekleidung
- Fahrradschuhe
- Fahrradhose
- Fahrradhandschuhe
- Protektoren
- Mountainbike-Brille (Goggles)
- Radcomputer
Zusammenfassung
Mit der richtigen Ausrüstung steht deinem Mountainbike-Abenteuer nichts mehr im Weg. Achte auf Qualität, Komfort und Sicherheit, um das Beste aus deinen Touren herauszuholen. Viel Spaß auf den Trails!
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