Was ist ein Custom Bike? Eine Definition

Bei der Frage „Wieso überhaupt der ganze Aufwand ein Custom-Bike zu bauen?“, scheiden sich die Geister. Es diskutieren Motorrad-Puristen mit Technikfreaks und 2-Rad Mechatroniker mit dem Gelegenheitsschrauber über Sinnhaftigkeit des ganzen Projektes. Eines ist sicher: Auf einen Nenner sind sie alle noch nicht gekommen.

Custom Bikes fahren und bauen ist eine so persönliche Sache, wie die eigene Meinung - da geht es nicht immer um rationale Argumente, sondern um den persönlichen Geschmack. Die Faszination für individuell gestaltete Fahrräder ist bei uns so groß, dass wir diesen einzigartigen Kreationen sogar auf unseren Social Media Kanälen eine eigene Rubrik gewidmet haben. In der Welt der Custom Bikes hat jeder Mensch seine ganz persönliche Vorstellung von dem perfekten Traumfahrrad - eine Vision, die es unbedingt zu teilen gilt.

Was sich lange in Nischen oder allenfalls in der Cruiserszene abgespielt hat, war vor rund zehn Jahren im Motorrad-Mainstream angekommen. Dabei ist "Customizing" so alt wie die ersten Motorradhersteller.

Die Definition eines Custom Bikes

Neben den Chopper Um- und Neubauten werden auch Streetfighter, Cafe Racer oder Ratbikes je nach Umfang der Änderungen als Custombikes bezeichnet. Typische Custombikes die auf Serienmotorräder basieren sind Streetfighter, Cafe Racer, V-Max (Umbauten) oder aber auch Ratbikes.

Komplette Neuaufbauten aus eigens zusammengestellten Komponenten findet man in der Regel im Bereich der klassischen Chopper, Bobber, Board Tracker, Highnecker und ähnlichen Stilrichtungen.

Die Basis: Serienmotorrad oder Eigenbau?

Ob Ihr das „Basisfahrzeug“ bereits besitzt oder anderweitig erwerben möchten oder ob Ihr das komplette Bike von unserem Hause beziehen möchtet, unterliegt alleine Eurer Entscheidung. Die beste Basis, also das beste Serienmotorrad für einen Umbau, ist immer das was euren Wünschen keine Grenzen lässt.

Viele Hersteller bieten ihre Modelle auch als Rahmenset an. Das sind dann die gleichen Rahmen wie deren Katalogmodelle, jedoch ohne Komponenten. Diese Serienrahmen sind eine hervorragende Basis zum Aufbau eines individuellen Bikes. Aus unserer Sicht haben Aufbauten auf Basis eines Serienrahmens fast nur Vorteile:

  • Der wichtigste Grund ist, dass du den Rahmen problemlos vorher testen kannst.
  • Serienrahmen beinhalten die ganze Qualität und Erfahrung des Herstellers.
  • Serienrahmen haben die gleiche Garantie und Kulanz wie die vorkonfigurierten Katalogmodelle und sind zudem meistens etwas günstiger als Custom Modelle.
  • Sie sind in der Regel schneller lieferbar.

Wir bauen bereits seit 1997 Motorräder um, egal welche Marke und welche Bauart. Angefangen hat alles mit dem Umbau der „alten“ KAWASAKI-Z-Modelle. Inzwischen bauen wir Superbikes, Cafe-Racer, Scrambler, Chopper, Sportler und, und und… nach Kundenwunsch um.

Der Rahmen als Grundlage

Wenn ein formvollendetes Custom-Bike entstehen soll, dann kann es nur perfekt werden, wenn bereits der Rahmen mit in das Design einfließen kann. Thunderbike produziert seit 2000 eigene Rahmen und hat in dieser Zeit eine ganze Reihe von Varianten entwickelt. Von der eher zahmen Cruiser Version Freestyle bis hin zur brutalen Dragster GP findet der Custom Fan hier alles, was sein Herz begehrt.

Wenn eure Vorliebe in Richtung Scrambler geht, dann ist es sicherlich klug einen Rahmen zu finden der bereits für den Off-Road Einsatz konzipiert wurde. Solltet ihr eher einen Chopper wünschen, dann empfehlen wir einen Blick auf die Harley Davidson Bikes als Basis.

Räder und Bereifung

Das Thema Räder ist für einen Motorradumbau nicht nur aus technischer Sicht ein wichtiger Punkt, sondern prägt auch die Gesamtoptik des fertigen Bikes enorm. Wir unterscheiden dabei Alu- oder Stahl/Edelstahlfelgen. Bei Breiten bis 5.5″ verwenden wir standardmäßig Alufelgen, darüber greifen wir auf Stahl- oder Edelstahlspeichenfelgen zurück.

Sehr beliebt sind auch unsere 3-teiligen, CNC-gefertigten Motorradräder aus eigener Herstellung. Wir haben diverse Designs in unserem Programm, allerdings ist es hier auch möglich, jegliche Designwünsche in die Tat umzusetzen (natürlich mit Berücksichtigung von den erforderlichen Felgenstern-Querschnitten).

Durch die Entwicklung einer spannbaren, integrierten Ritzelwelle in unseren Schwingen ist es möglich, beliebig breite Reifen (in der Regel 240, 260, 280, 300, 330, 360er) exakt mittig im Fahrzeug einzubauen. Da jeder selbst für sich entscheiden muss, ob ein Breitreifen etwas für ihn ist, ein paar Worte zur Fahrbarkeit: Hingegen der landläufigen Meinung, dass so ein Breitreifen nur zum „Geradeausfahren“ tauglich ist, haben wir das über Jahre auf der Straße, in den Dolomiten und auf der Rennstrecke ausgiebig getestet - Bereifung zwischen 240er bis 300er lassen sich völlig alltagstauglich fahren, Punkt!

Gabeln und Gabelbrücken

Ebenfalls einer Spezialität der RF-Biketech GmbH ist die Anfertigung von individuellen Gabelbrücken bzw. von kompletten Gabelumbauten. Da wir die Gabelbrücken selbst konstruieren und auf unseren CNC-Maschinen herstellen, haben wir die Möglichkeit, fast jeden Kundenwunsch zu realisieren.

Hier seht Ihr unsere Standardgabelbrücken - diese sind in allen möglichen Klemmdurchmessern, Offsets und Gabelabständen lieferbar. Typ 3 ist eine gekröpfte Gabelbrücke, die vor allem für den Längenausgleich „zu kurzer“ Gabeln eingesetzt werden. Alle Gabelbrückentypen werden stets individuell für das Fahrzeug und die gewünschte Gabel hergestellt, das heißt Ihr könnt beim Einbau immer auf die originalen Lenkkopflager zurückgreifen.

Die Gabelbrücke Typ 5 wird auch mit integrierten Lenkerstummeln, die in Höhe und Winkel stufenlos verstellbar sind, ausgeliefert.

TÜV und Gesetzeslage

Die Frage was nun alles erlaubt ist beim Motorradumbau, lässt sich konkret beantworten. Alles was man dafür braucht ist ein TÜV-Prüfer der offen für Custom Bike Umbauten ist und sich sehr gut auskennt. Hier empfehlen wir Prüfer die mit Oldtimern Erfahrungen haben, oder Werkstätten die sich auf Custom Bikes spezialisiert haben - die haben meist einen Prüfer der genau weiss was erlaubt ist und wo man Nachbessern muss.

Spätestens wenn Ihr das Fahrwerk, Auspuffanlage oder die Stoßdämpfer ändert, muss der TÜV sein OK dazu geben - alles was das Fahrverhalten ändert oder Teile betrifft die für die Verkehrssicherheit relevant sind, sollte man an TÜV-Konformität denken. Genehmigt werden solche Umbaumaßnahmen laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) nur bei Vorlage entsprechender Prüfzeugnisse bzw. Bescheinigungen und bei sachgerechter Montage.

Immer dran denken: Bei einer Polizeikontrolle kann euer Fahrzeug sofort stillgelegt werden, das bedeutet: Abtransport organisieren, ggf. Ein einfaches Beispiel ist hier die TÜV-Konformität. Wenn Ihr z.B. offene Luftfilter fahren wollt, dann ist es wesentlich einfacher ein Baujahr vor 1984 als Basis zu nehmen, als ein neueres Bike.

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