TÜV Motorrad Kosten: Alles, was Sie über die Hauptuntersuchung wissen müssen

Ist Ihr Motorrad noch verkehrssicher, in einem vorschriftsmäßigen Zustand und umweltverträglich unterwegs? Im Detail zeigt das meist erst eine Hauptuntersuchung (HU) inklusive Abgasuntersuchung (AU) bei einer der anerkannten Prüforganisationen. Was ist die Hauptuntersuchung, welche Fristen gilt es zu beachten und wie viel kostet der Fahrzeugcheck?

Fristen und Durchführung der HU beim Motorrad

Bei Motorrädern ist dieser Check alle zwei Jahre Pflicht. Das gilt auch für neu angemeldete Bikes. Wann der nächste Termin für die HU ansteht, erfahren Sie beim Blick in die Fahrzeugpapiere oder auf die Prüfplakette am Kennzeichen - das Jahr steht in der Mitte, der Monat oben. Ist ein Auto ein Neuwagen, muss es zum ersten mal nach drei Jahren zur Haupt- und Abgasuntersuchung, danach ist ein Rhythmus von zwei Jahren vorgeschrieben.

Haben Sie bereits eine AU machen lassen, darf diese maximal zwei Monate vor dem Monat, in dem die Hauptuntersuchung stattfindet, durchgeführt worden sein.

Kosten der Hauptuntersuchung für Motorräder

Die Kosten für die Hauptuntersuchung eines Motorrads inklusive Abgasuntersuchung liegen je nach Prüfstelle und Bundesland zwischen rund 75 und 100 Euro. Ein Vergleich lohnt sich also. Die Kosten für die Abnahme der HU sind dabei nicht überall gleich. Der Markt für die HU ist liberalisiert, das heißt Prüfen darf nicht nur der TÜV, sondern auch Dekra, GTÜ oder die KÜS. Jede:r akkreditierte Sachverständige einer dieser amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen (ÜO) darf die HU anbieten und den Preis dafür frei kalkulieren.

Beispielhafte HU-Kosten nach Bundesland und Prüforganisation (Stand: Februar 2025):

Bundesland Prüforganisation HU für Kraftrad (inkl. AU)
Baden-Württemberg TÜV Nord 91,00 €
Baden-Württemberg TÜV Süd 75,10 €
Bayern TÜV Nord 91,00 €
Bayern TÜV Süd 75,10 €
Bremen TÜV Nord 75,90 €
Nordrhein-Westfalen TÜV Nord 75,90 €
Schleswig-Holstein TÜV Nord 75,90 €
Thüringen TÜV Süd 87,00 €
Alle DEKRA ca. 65 - 80 €
Alle GTÜ ca. 65 - 92 €
Hinweis: Die genannten Preise sind Richtwerte und können variieren. Es empfiehlt sich, direkt bei den Prüforganisationen aktuelle Angebote einzuholen.

Wer noch einmal zum TÜV-Termin muss, um die Plakette im zweiten Anlauf abzuholen, sollte je nach Anbieter und Ort bis zu etwa 40 Euro für die Nachuntersuchung einkalkulieren.

Was wird bei der HU geprüft?

Hierauf schauen Prüforganisation wie TÜV und GTÜ nach eigenen Angaben bei Motorrädern:

  • Haben Sie Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I/Ihren Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen griffbereit (z.B. Nachweis über Anbauten und Änderungen (z. B.

Am häufigsten treten Mängel an der Beleuchtung, am Fahrgestell und Rahmen oder an Achsen, Rädern und Reifen auf. In vielen Fällen werden defekte Glühlampen, nicht zugelassene Leuchten, falsche oder abgefahrene Reifen und ausgeschlagene Lager an Gabel, Schwinge oder Rädern beanstandet.

Fehlfunktionen an Scheinwerfern und Kontrolllämpchen sowie nicht intakte Leuchtengehäuse oder erblindete Reflektoren sollte nicht erst ein Prüfingenieur feststellen. Auch darüber hinaus kann es für Motorradfahrende vor dem HU-Termin sinnvoll sein, genau hinzuschauen. Manche Mängel sind mit bloßem Auge erkennbar und lassen sich in einer Fachwerkstatt einfach beheben.

Wie Sie sich auf die HU vorbereiten können

Doch einige Punkte können Sie vor dem Besuch bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS selbst überprüfen. Mit unserer Checkliste lassen sich einige Fehlerquellen vermeiden. Sind Warnwesten sowie Warndreieck an Bord und ist das Verfalldatum des Verbandkastens abgelaufen? Funktionieren die Leuchten sowie Blinker einwandfrei und sind sie richtig eingestellt?

Funktionierende Bremsen sind für die Sicherheit unerlässlich. Natürlich checken GTÜ, DEKA, GTÜ und KÜS hier besonders genau. Damit es keine bösen Überraschungen gibt und das Fahrzeug wegen defekter Bremsen erneut vorstellig werden muss, sollten im Vorfeld die Beläge und Scheiben durch eine einfache Sichtprüfung gecheckt werden.

Auch auf abgefahrene Reifen reagieren Prüfende allergisch. Eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm ist in Deutschland für Sommerreifen erlaubt. Im besten Fall sollte der Reifen deutlich mehr Profil aufweisen.

Was passiert bei Mängeln?

Es kommt vor, dass die Fachleute der Prüfstelle etwas beanstanden und deshalb zunächst keine Plakette vergeben. Anschließend ist der Halter verpflichtet, die festgestellten Mängel beseitigen zu lassen. Die Nachuntersuchung muss spätestens einen Monat nach der nicht bestandenen HU erfolgen. Andernfalls muss das Motorrad erneut die komplette Hauptuntersuchung absolvieren und Sie müssen noch einmal die vollen Kosten dafür zahlen. Außerdem droht ein Verwarngeld.

  • Die Autobesitzer erhalten eine bundeseinheitliche Beschreibung zu den an ihrem Fahrzeug festgestellten Mängeln.
  • Sie enthält die Nennung des betroffenen Fahrzeugteils, des Mangels selbst sowie den Ort, an dem das Bauteil angebracht ist.

Was passiert, wenn Sie die HU überziehen?

Ist der HU-Termin mehr als zwei Monate überschritten, darf die Prüforganisation rund 20 Prozent mehr für einen vertieften Check verlangen. Und die Polizei kann bei einer Verkehrskontrolle ein Verwarngeld von 15 Euro verhängen.

Wer mehr als zwei Monate "drüber" ist, muss bei Polizeikontrollen nicht nur mit Ordnungs- oder Bußgeldern rechnen, sondern bekommt bei der HU auch einen Aufschlag berechnet, da die Prüfer:innen genauer hinsehen müssen.

Zusätzlich zu den erhöhten Kosten für die verspätete HU-Prüfung gibt es auch gestaffelte Bußgelder für das Überziehen der HU-Frist (Stand: Februar 2025):

  • Überziehung um mehr als 2 Monate: Verwarnungsgeld von 15 Euro
  • Überziehung um mehr als 4 Monate: Bußgeld von 25 Euro
  • Überziehung um mehr als 8 Monate: Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg

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