Die Fahrradkette ist das am meisten beanspruchte Bauteil am Fahrrad. Auf die filigranen Glieder wirken beim Treten schließlich riesige Kräfte. Wenn du es beim Treten von unten quietschen oder reiben hörst, ist es höchste Zeit, einen Blick auf die Fahrradkette zu werfen.
Warum die Reinigung der Fahrradkette wichtig ist
Fahrradketten sind Verschleißteile und bedürfen regelmäßiger Wartung und Pflege. Viele Gründe sprechen dafür, die Fahrradkette reinigen zu wollen! Die regelmäßige Wartung deiner Fahrradkette beugt nicht nur Korrosion, sondern auch dem Verschleiß und der Neuanschaffung anderer Bauteile vor. Regelmäßige Reinigung und Pflege können definitiv die Lebensdauer einer Fahrradkette verlängern. Durch die Entfernung von Schmutz und Ablagerungen, die die Kette und die Zahnräder abnutzen können, sowie durch die regelmäßige Schmierung zur Verringerung der Reibung, wird verhindert, dass die Kette vorzeitig verschleißt. Funktionstüchtigkeit einer Fahrradkette hängt davon ab, dass alles rund läuft.
Ob Mountainbike, Rennrad oder E-Bike: Nach Fahrten im Gelände oder bei Regenwetter lagert sich ein Schmutzfilm auf deinem Fahrrad und besonders auf deiner Fahrradkette ab. Die Kette ist der Witterung ständig ausgesetzt. Schlammspritzer und Feuchtigkeit, Staube, gestreutes Salz und schmutziges Wasser greifen die Kette ebenso an wie Waldboden, was irgendwann zu Rost führen kann. Sandeinlagerungen und Schmutz verschleißen beide Bauteile. Die regelmäßige Wartung deiner Fahrradkette beugt nicht nur Korrosion, sondern auch dem Verschleiß und der Neuanschaffung anderer Bauteile vor.
Verschleiß der Kette prüfen
Bevor es an das Reinigen deiner Kette geht, solltest du prüfen, ob sich die Länge der Fahrradkette durch die Nutzung verändert hat. Diese Längung siehst du mit bloßem Auge meist nicht, deshalb ist es sinnvoll, mit einer Verschleißlehre den Abstand der Kettenglieder zu prüfen. Im Allgemeinen schiebt man die Verschleißlehre zwischen die Kettenglieder, um zu messen, ob die Kette über ihre ursprüngliche Länge hinaus gedehnt wurde. Die Verschleißlehre ist ein vordefiniert langes Metallstück, das, wenn die Kettenlänge stimmt, zwischen den Gliedern einrastet. Wenn die Lehre ohne Widerstand in den Spalt zwischen den Gliedern passt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Kette ausgetauscht werden muss.
Zögerst du den Tausch der Fahrradkette zu lange hinaus, schmirgelt sich die gelängte Kette die Zähne von Kettenblatt und Kassette zurecht und eine neue Kette springt ab. Wie viele Kilometer du mit einer Kette radeln kannst, hängt davon ab, wie du schaltest, bei welcher Witterung du unterwegs bist und auf welchem Untergrund, wie hochwertig die Kette ist - und wie gut du sie pflegst. Manche müssen nach 1.000 Kilometer runter vom Fahrrad, andere halten gut 3.000 Kilometer und mehr.
Gibt es spezifische Empfehlungen für die Pflege von Fahrradketten je nach Fahrradtyp, wie z.B. Rennräder, die oft auf sauberen und trockenen Straßen gefahren werden, benötigen möglicherweise weniger intensive Reinigungszyklen als Mountainbikes, die regelmäßig schlammigen und feuchten Bedingungen ausgesetzt sind. E-Bikes, mit ihrem zusätzlichen Drehmoment, das auf die Kette wirkt, können ebenfalls spezielle Überlegungen hinsichtlich der Schmierung und des Verschleißschutzes erfordern.
Vorbereitung zur Reinigung
Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Die gründliche Reinigung deiner Fahrradkette geht einfach und schnell, wenn du dabei sorgfältig vorgehst und einige Dinge beachtest. Lasse die Kette auf Kettenblatt und Ritzel liegen, sie zu demontieren wäre unnötiger Aufwand, der es dir nicht leichter macht. Bringe dein Fahrrad oder E-Bike in eine für dich günstige Position. Am einfachsten erreichst du Fahrradkette, Ritzel und Kettenblatt, wenn du das Fahrrad auf Sattel und Lenker, also auf den Kopf, stellst. Die Gangschaltung sollte in den ersten Gang geschaltet werden.
Falls du einen Montageständer hast, kannst du das Rad auch in ihn spannen. Beachte aber, dass du Carbonbauteile (z. B. Sattelstütze) nicht fest klemmen solltest. Lege zumindest eine Polsterung (Lappen etc.) um das Bauteil und ziehe nicht zu fest zu. Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
Benötigte Hilfsmittel
- Bürste
- Lappen
- Kettenreiniger (z. B. von WD-40 oder Dr. Wack)
- Kettenöl (z. B. WD-40 BIKE Kettenöl)
- Zahnstocher (optional)
- Montageständer (optional)
- Handschuhe (optional)
Reinigungsschritte
- Groben Schmutz entfernen: Mit dem Reinigen der Fahrradkette beginnst du am besten, indem du den gröbsten Schmutz trocken entfernst. Du brauchst dafür kein spezielles Equipment. Zunächst sollten Sie mit einer Bürste die groben Verschmutzungen entfernen. Bürste einfach mit einer alten Zahnbürste locker über die Kette. Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen. Wenn du schon freie Sicht auf die Unterseite deines Fahrrads oder E-Bikes hast, wirf ebenso einen Blick auf den Umwerfer, das Kettenblatt und das vordere Ritzel.
- Verbliebene Verschmutzungen lösen: Mit einem trockenen Lappen kannst du nun die verbliebenen Verschmutzungen lösen und Schmiermittelresten entfernt. Verwende einen alten Lappen, denn das Schmiermittel bleibt selbst nach dem gründlichsten Waschgang im Stoff haften. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden. Dafür ist der WD-40® Bremsen-Teilreiniger bestens geeignet. Die Fahrradkette ist nun von den groben Anhaftungen befreit.
- Kette abspülen und trocknen: Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab. Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden. Mit einem Mikrofasertuch abgetrocknet werden. Das beugt Rostbildung vor.
Alternativen zum Kettenreiniger
Willst du auf Hausmittel zurückgreifen, kannst du vorsichtig einen Tropfen Spülmittel statt Kettenreiniger verwenden. Auch Geschirrspülmittel hat eine fettlösende Wirkung und kann zum Reinigen der Fahrradkette verwendet werden. Hierfür gibst du einfach ein paar Tropfen ins Wasser oder direkt auf das Tuch. Wenn du stattdessen Kettenreiniger verwendest, solltest du darauf achten, dass er biologisch abbaubar ist.
Schmierung der Fahrradkette
Durch die Verwendung von Bremsreiniger beim Reinigen der Kette wurde sie entfettet. Nach der Reinigung geht es an das Schmieren deiner Fahrradkette. Prinzipiell solltest du die Fahrradkette nach jeder Reinigung ölen. Die passende Schmiere für dein Fahrrad ist im Handel als Spray oder in einem Tropfenapplikator erhältlich. Zum Ölen deiner Fahrradkette solltest du nur spezielle Produkte fürs Fahrrad verwenden, etwa das Kettenöl oder Kettenspray vom WD-40. WD-40 bietet für jede Nutzungssituation ein geeignetes Kettenöl an; das WD-40 BIKE Kettenspray Allwetter, das WD-40 BIKE Kettenöl Dry und das WD-40 BIKE Kettenöl Wet. Nun kommt das WD-40 Kettenöl zum Einsatz. Eine Schmierung sollte ausschließlich auf einer sauberen und trockenen Fahrradkette erfolgen.
Wenn du dir für die Reinigung neues Kettenöl zulegst, kannst du dir überlegen, auf eine umweltfreundliche Alternative umzusteigen. In welcher Verpackung dein Öl auch kommt, wichtig ist, dass du beim Schmieren jedes Glied deiner Fahrradkette punktuell versorgst. Arbeitest du mit Spray, dann achte darauf, dass auf keinen Fall Öl an die Bremsen, die Bremsscheiben oder die Bremsflanken kommt. Verwenden Sie nur so viel Öl wie Sie auch wirklich benötigen und achten Sie darauf, dass Schmiermittel keinesfalls an Bremsscheiben, Felgen oder Bremsklötze gelangen dürfen, da diese sonst unbrauchbar werden. Überschüssiges Öl nehmen Sie mit einem Lappen auf.
Die richtige Ölmenge
Es ist sinnvoll, zwischendurch öfter mal die Fahrradkette zu reinigen. Spätestens wenn die Fahrradkette nicht mehr geräuschlos läuft, ist es an der Zeit, sich um sie zu kümmern. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
WD-40 zur Reinigung, aber nicht zur Schmierung
WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost. Das WD-40 hat eine zu geringe Schmierwirkung und sehr schnell wird eure Kette nach einem WD-40 Bad anfangen zu quietschen und sowohl den Antrieb als auch die Kette verschleißen.
Was man vermeiden sollte
Im Internet kursieren viele Tipps, die deinem Fahrrad schaden können. Vom Schmieren mit Speiseöl bis zum Reinigen mit Hochdruckstrahler finden sich unzählige unsinnige Empfehlungen. Hier ein paar No-Gos:
- Hochdruckreiniger: Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden. Bei Anwendung an der Kette kann zudem alter Schmutz in die Lager gelangen.
- Spülmittel: So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
- Bremsenreiniger: Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet.
- Diesel oder Benzin: Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.
- Pflanzenöl: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
Zusätzliche Tipps
- Wenn du dein Fahrrad oder E-Bike jahrelang nicht benutzt hast oder ein altes Schätzchen aus Omas Garage wieder zum Fahren bringen möchtest, prüfe die Fahrradkette auf rostige Stellen. Gereinigt bekommst du solche Ketten mit Rostlöser, manchmal ist es aber auch besser, die Kette gleich ganz auszutauschen.
- Bist du die unsicher, erhältst du in einem Fahrrad-Fachgeschäft eine professionelle Beratung und Inspektion. Außerdem lohnt es sich, das gesamte Fahrrad auf seine Fahrtauglichkeit überprüfen zu lassen, wenn der Antriebsstrang erst einmal korrodiert ist.
- Denn da sich Rost nicht von einem Tag auf den anderen bildet, steht das Rad vermutlich schon eine Weile herum, und das kann sich auch auf andere (sicherheitsrelevante) Teile wie Schrauben, Züge oder Sattelstütze/Vorbau auswirken.
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